Gewerkschaften

Alle Parteien versprechen den Mindestlohn. Mal gesetzlich, mal branchenbezogen und von Tarifparteien ausgehandelt. Beschworen wird aber auch die Tarifautonomie. Doch die bröckelt seit Jahren. Das beobachtet Dr. Reinhard Bispink. Er ist Leiter des Tarifarchivs der Hans-Böckler Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. SR 3 Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer hat mit ihm vor der Bundestagswahl gesprochen.” Audio-Datei des SR3-Interviews von Karin Mayer vom 27.09.2013 externer Link Audio Datei

Am 25. September 1950 begann der mächstigste Streik der 2. Republik und … endete mit einer Niederlage! Warum?
Der andauernde Lohnraub bis 1950 hatte  beim 4. Lohn-& Preisabkommen in der Arbeiterklasse die Wut zum Siedepunkt gebracht. Die SPÖ- & ÖGB-Bürokratie stellte sich voll gegen die nun sich entwickelnde Streikbewegung und mobilisierte schließlich Polizei und Olah-Schlägergarden gegen die Streikenden, wenn sie nicht sogar versucht hatte, das westliche Alliierte Militär gegen sie einzusetzen. Die KPÖ wiederum, die in dieser Situation die Führung des Streiks übernehmen konnte, war patriotisch eingestellt und stand unter dem Druck Moskaus. Deren Herrscher Stalin duldete keinerlei Störungen der Produktionspläne bzw. seiner Diplomatie mit dem Westen. Die KPÖ ging somit bereits am 2. Streiktag daran, den Streik zu >unterbrechen<, als sich die Bewegung noch ausdehnte
…” Das Video von und bei LabourNet Austria vom 24. September 2013 war leider nur einige Tage online verfügbar, sorry!

Ein Gespräch mit Detlef Wetzel. Interview von Daniel Behruzi aus der Beilage “Gewerkschaften” der jungen Welt vom 25.09.2013

Der Siegerländer Detlef Wetzel ist gelernter Werkzeugmacher, war Bevollmächtigter der IG Metall in Siegen und danach Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen. Als Zweiter Vorsitzender hat er Kampagnen zu Leiharbeit und anderen Themen maßgeblich geprägt und war verantwortlich für eine Reorganisation der Gewerkschaftsstrukturen, die Ressourcen für die Erschließung neuer Branchen und Betriebe freimachen sollte.

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Streik der CFM-Beschäftigten der Charite»Wenn die Pflegerinnen zur Toilette müssen, lassen sie die Tür offen, damit sie die Patienten im Auge behalten, weil alleine auf der Station sind.« Mit solch drastischen Worten schilderten Ulla  Hedemann und Carsten Becker von der verdi-Betriebsgruppe der Charite kürzlich auf einer Veranstaltung die Arbeitssituation in dem Berliner Klinikum.  Die Beschäftigten sprechen von griechischen Verhältnissen  und haben sich zum Widerstand entschlossen. Seit Monaten organisieren sie Kundgebungen und andere öffentlichkeitswirksame  Aktionen. Sie fordern einen Tarifvertrag, in dem die Mindestbesetzung neu geregelt ist. Das wäre  ein Beitrag für die Gesundheit der Krankenhausmitarbeiter  und der Patienten, betonen  Becker und Hedemann.  Sie hätten sich von ihrer Gewerkschaft mehr Engagement erhofft…“ Artikel von Peter Nowak auf der Webseite des Autors vom 29.09.2013 externer Link

„Die IG Metall, Arbeitervertretung von über zwei Millionen Metallbeschäftigten, wendet sich mit einem ganzseitigen offenen Brief in den großen deutschen Tageszeitungen unter der Überschrift „Energiewende jetzt! Stillstand gefährdet 200 000 Arbeitsplätze!“ an die Bundesregierung:…“ Artikel auf GegenstandStandpunkt 3-13, veröffentlicht im Blog „kritikgehtanders.blogsport.de“ vom 20.09.2013 externer Link (weiterlesen »)

Berni Kelb: Organisieren oder organisiert werdenDer Klassiker zur Organisationsdebatte ist wieder lieferbar als Broschüre (ISBN: 978-3-00-043409-9), ca. 70 Seiten, Format A5, € 2,90. Bestellungen: Einzelexemplare gegen € 2,90 in gängigen Briefmarken (z.B. 5 x 58 ct.) an: Von unten auf, Postfach 57 05 56, 22774 Hamburg. Wiederverkäufer und Buchhandel: von-unten-auf@gmx.de. Siehe dazu:

  • Berni Kelbs Vorwort
    Wo immer gegenwärtig Revolutionäre, Genossen, Linke beisammen sind, steht die Organisationsfrage direkt oder indirekt im Mittelpunkt der Diskussion. Das Problem brennt allen auf den Nägeln, weil die Lösungen, die angeboten werden, offenbar unbefriedigend sind. Den Rückfall in die ausgefahrenen Gleise der Organisationsformen der gescheiterten traditionellen Arbeiterbewegung mögen die meisten aus gutem Grund nicht mitmachen. Andererseits ist ein ernstzunehmendes revolutionäres Engagement ganz ohne organisatorische Konsequenzen nicht denkbar. So schließen viele Genossen sich mit großen Vorbehalten irgendeiner Organisation an. Dabei ist ihnen meistens sehr unwohl. Denn sie erleben es immer wieder, daß ihr Tun zu Ergebnissen führt, die sie nicht gewollt haben. Dieses Buch richtet sich an diejenigen unter den Genossen, welche die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. An diejenigen gleichzeitig, welche die antiautoritäre Bewegung nicht als eine revolutionäre Jugendsünde, als einen Fehltritt ansehen, sondern als einen Beweis für die Lebendigkeit der Revolution, an die vorher hier kaum noch jemand zu glauben wagte…” Das Vorwort

„Ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ – Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt geht davon aus, dass sich Union, SPD und FDP bei der Eindämmung von Spartengewerkschaften einig sind. Artikel von Dietrich Creutzburg in der FAZ online vom 16.09.2013 externer Link (weiterlesen »)

Die “wilden” Streiks 1969 und 1972/73 und die Rolle der “Gastarbeiterinnen”. Artikel von Dieter Braeg vom 14. Juli 2013 externer Link in seinem Blog KOSSAWA, Onlinemagazin für ein entspanntes Geistesleben. Siehe dazu auch:

  • “Wilder Streik – das ist Revolution”. Der Streik der Arbeiterinnen bei Pierburg in Neuss 1973: Vortrag, Film und Diskussion mit Dieter Braeg
    Am Beispiel des Arbeitskampfes von 1.700 Frauen – überwiegend aus Griechenland, Spanien, Türkei, Jugoslawien, Italien – und ca. 300 Männern wird ein Stück bundesdeutscher Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Erinnerung gerufen. 20.09.2013 | 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr im Gewerkschaftshaus Mönchengladbach, Mönchengladbach. Siehe Infos bei der RLS NRW externer Link

21. Ordentlicher Gewerkschaftstag der IG BAU9.-12. September 2013: 21. Ordentlicher Gewerkschaftstag der IG BAU unter dem Motto „ARBEIT.LEBEN.Gerechtigkeit. Wann, wenn nicht jetzt!“. Die Gewerkschaft wählt eine/n neue/n Vorsitzernde/n. Siehe dazu:

Artikel von Anton Kobel, erschienen in, express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 09/2013

Im Januar 2013 hatten die Arbeitgeber des Einzelhandels bundesweit alle Entgelttarifverträge und, mit Ausnahme von Hamburg und Schleswig-Holstein, auch alle Manteltarifverträge gekündigt. (S. express, 6/2013) Mit diesem Rundumschlag wollten sie eine »Modernisierung der Tarifverträge« einleiten, so ihre öffentlichen Verkündungen. Tatsächlich ging es um tarifliche Abgruppierungen einiger Tätigkeiten wie z.B. an den Kassen und in der Warenpräsentation, um weitere Möglichkeiten zur Flexibilisierung der persönlichen Arbeitszeiten durch den Abbau tariflicher Regelungen zur Lage der betrieblichen Arbeitszeiten und der damit gewährleisteten Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte, um die Streichung von Nachtarbeitszuschlägen für Nichtverkaufstätigkeiten wie Auffüllen, Inventuren u.ä. (weiterlesen »)

ford streik 40 jahre„Am 24. August 1973 traten zu Anfang der Spätschicht tausende Arbeiter bei Ford in Köln in den Streik. Die meisten von ihnen kamen aus der Türkei, einige aus Italien, Jugoslawien usw. Diese Arbeitsniederlegung war Teil einer Welle von wilden Streiks in über 300 Betrieben in Westdeutschland. Die Aktionen gingen vor allem von den sogenannten „GastarbeiterInnen“ aus, die 1973 zum ersten Mal auf derart kollektive Weise gegen ihre unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen kämpften. Die Republik geriet wegen dieser ungeheuerlichen Revolte in helle Aufruhr. Täglich in den Tagesthemen, Durchsagen in den Bahnen, Warnungen vor dem „wilden Streik“ bei Ford, und rassistische Parolen nicht nur in der Bildzeitung. Ziele des Streiks bei Ford waren die Rücknahme der Kündigungen von 500 Kollegen, 1 DM mehr für alle und sechs Wochen Urlaub am Stück. Die Arbeiter besetzten 4 Tage lang das Werk. Die Produktion stand still, die Tore waren besetzt und nachts schliefen hunderte auf Pappkartons und in Regalen. Ford gelang es, die deutschen Kollegen von der Beteiligung abzuhalten, setzte Streikbrecher ein und beendete den Streik schließlich mit einem brutalen Polizeieinsatz. Auch Funktionäre der IG Metall und Betriebsräte hatten dazu aufgefordert, sich nicht am Streik zu beteiligen. Ehemalige und heutige, türkische und deutsche KollegInnen von Ford, politische AktivistInnen von damals und heute möchten diesen Streik noch einmal lebendig werden lassen, seine Folgen, die heutige Krisensituation und die Kämpfe in der internationalen Automobilindustrie mit euch und AktivistInnen aus verschiedenen Ländern und Betrieben diskutieren. Fr., 27. September 2013, 19 Uhr und Sa., 28. September 2013, ab 12 Uhr, Naturfreundehaus Köln-Kalk Kapellenstraße 9aAlle weiteren Infos auf der Seite „40 Jahre Ford-Streik in Köln“externer Link. Siehe dazu: (weiterlesen »)

Im November verlässt Berthold Huber die Spitze der mächtigsten Gewerkschaft Deutschlands. Der Vorstand bestätigt seine Nachfolgepläne. Artikel von Eva Völpel in der taz vom 09. 09. 2013 externer Link (weiterlesen »)

Kommentar eines ehemaligen Hauptamtlichen vom 12.9.2013

21. Ordentlicher Gewerkschaftstag der IG BAUNach 18 Jahren hat der König sein Königreich verlassen. 18 Jahre dirigierte Klaus Wiesenhügel die IG BAU. Unzählige innergewerkschaftliche Strukturreformen, 18 Jahre tarifpolitische Höhen und Tiefen. Nach 18 Jahren als Bundesvorsitzender der IG BAU ist Klaus Wiesenhügel auf dem 21.Gewerkschaftstag der IG BAU nicht mehr als Bundesvorsitzender angetreten. Als Mitglied des Schattenkabinetts von Peer Steinbrück ist Klaus Wiesenhügel als Arbeits – und Sozialminister einer sozialdemokratischen Regierung vorgesehen. Mit Klaus Wiesenhügel verliert die IG BAU Ihren König, der die IG BAU hart und zentralistisch regierte. Es endete eine Ära von 18 Jahren, die nicht gerade vom Erfolg geprägt wurde. Tarifpolitische Erfolge standen bei der IG BAU selten auf der Tagesordnung. Politische Aussagefähigkeit wurde klein geschrieben. Als Baumeister einer neuen Gewerkschaft, einer neuen IG BAU wollte sich Wiesenhügel einen Namen machen. Das Ergebnis ist verherrend. Die Mitgliederzahlen haben sich in der Ära Wiesenhügel halbiert, die IG BAU hat sich aus der Fläche zurückgezogen, hauptamtliche Sekretäre wurden entmündigt. Wiesenhügel wollte die IG BAU den Mitgliedern zurückgeben. Zurück lässt er eine ” zahnlose” Gewerkschaft, die noch weiter verschlankt werden soll, um eigenständig zu überleben. Die Frage, die sich die Delegierten auf dem Gewerkschaftstag stellen mussten! (weiterlesen »)

CDU und FDP haben ihre Haltung gegenüber Gewerkschaften seit dem Wahlkampf 2005 radikal geändert. Warum Schwarz-Gelb plötzlich die Rolle der Arbeitnehmervertreter stärken will…” Artikel von Eva Roth in der FR online vom 09. September 2013 externer Link (weiterlesen »)

„Die Kosten der Energiewende dürfen von der Bundesregierung nicht länger auf die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt werden, lautet eine Kernforderung, die Gewerkschaftsvertreter am  (heutigen) Freitag [30.08.2013; Red.] in einer einstimmig verabschiedeten Resolution beschlossen haben. Erstmals waren die Vertreter der drei größten Gewerkschaften ver.di, IG Metall und der IG BCE im Wilhelmsburger Bürgerhaus zu einem „Energiedialog“ zusammengekommen. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz machte in einem Gastbeitrag die Bedeutung der Energiewende und die damit verbundenen Herausforderungen deutlich. Er erneuerte seine Ablehnung der Volksinitiative zum Netzrückkauf…Artikel auf der Seite der IG BCE Hamburg vom 30.08.2013 externer Link . Siehe dazu auch die Wilhelmsburger Erklärung externer Link