Gewerkschaften

Stuttgarter Konferenz diskutiert über innovative Arbeitskampfmethoden. Demokratisierung und Beschäftigtenpartizipation entscheidend.
Es gibt nichts geileres, als erfolgreich zu streiken.« Mit dieser Auffassung stand der Schweizer Gewerkschaftssekretär Adrian Durtschi bei der Konferenz »Erneuerung durch Streik« am Wochenende in Stuttgart nicht allein. Sehr konkret diskutierten die 500 Teilnehmer auf dem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam mit ver.di Stuttgart ausgerichteten Kongreß darüber, wie das Mittel des Streiks wieder stärker genutzt werden kann und welche Arbeitskampfmethoden sinnvoll sind…” Bericht von Herbert Wulff, Stuttgart, in junge Welt vom 04.03.2013 externer Link

Erfolgreiche Tarifkämpfe von Lokführern, Ärzten und Flugbegleitern haben die DGB-Organisationen unter Druck gesetzt. Artikel in Neues Deutschland vom 01.03.2013 externer Link. Aus dem Text: (weiterlesen »)

Bitte weitere Forderungen an die Metallertreff-Adresse senden: metallertreff@yahoo.de und möglichst per Kopie an Redaktion des LabourNet Germany: redaktion@labournet.de

  • Die IG Metall-Vertrauensleute bei der Volkswagen Osnabrück GmbH haben in ihrer heutigen [1.3.2013] Vollversammlung einstimmig folgende Erklärung zur Tarifrunde 2013 beschlossen:
    Vor dem Hintergrund erheblicher Preissteigerungen besonders bei Gütern des Alltagsbedarfs wie Lebensmittel, Wohnen, Mobilität und vor allem Energiekosten, einer nach wie vor außerordentlich guten Gewinnsituation insbesondere beim Volkswagen-Konzern sowie einer über viele Jahre vollzogenen massiven Umverteilung von unten nach oben, von den Arbeitseinkommen zu den Einkommen aus Kapitalbesitz und Vermögen halten wir eine Forderung mindestens in gleicher Höhe wie letztes Jahr (6,5 Prozent) für angemessen. Die Laufzeit des nächsten Tarifvertrages sollte nicht länger als ein Jahr betragen. Mittelfristig setzen wir uns für eine Tarifpolitik ein, die vorhandene Sprünge in den Entgeltstrukturen in Osnabrück-Emsland wie zwischen den Entgeltgruppen 3 und 4 oder zwischen den EG 11 und 12 nicht weiter vergrößert, sondern abbaut.
    Wir nehmen zur Kenntnis, dass angesichts vorhandener wirtschaftlicher Probleme in manchen anderen Betrieben auch niedrigere Forderungen diskutiert werden. Eine letztlich in der IG Metall mehrheitsfähige Forderung werden wir in jedem Falle solidarisch mitvertreten und uns aktiv daran beteiligen, einen Tarifabschluss möglichst nahe an der erhobenen Forderung durchzusetzen
    .” (weiterlesen »)

Aus Anlass des seit drei Monaten andauernden Streiks bei der Verpackungsfirma Neupack (Hamburg/Rotenburg [Wümme]) lud am 12. Februar 2013 der Ortsverein Hamburg des ver.di-Fachbereichs 08 zu einer Veranstaltung mit dem Thema »Unser Recht auf Streik steht doch nur auf dem Papier…« Während RA Christian Schoof, langjähriger Gewerkschaftssekretär der IGM-Bezirksleitung Küste und juristischer Berater der Streikenden bei der Firma Neupack, in einem sehr instruktiven Vortrag den derzeitigen Stand der Rechtsprechung zum Arbeitskampfrecht beschrieb und RA Harald Humburg, der den Betriebsrat in zahlreichen Rechtstreitigkeiten vertritt, zu Recht die gute und ausdauernde Arbeit der Gewerkschafter in diesem Unternehmen hervorhob, nahm RA Benedikt Hopmann zu dem Thema der Veranstaltung unter einem anderen Gesichtspunkt Stellung: Bestreikte Unternehmen können einen Streik dadurch leer laufen lassen, dass sie die Streikenden sofort durch Leiharbeiter oder durch Arbeitskräfte mit befristeten Arbeitsverträgen ersetzen. Zum Schutz des Grundrechts auf Streik forderte RA Hopmann ein Verbot solcher Einsätze. Wir drucken die Stellungnahme hier in einer überarbeiteten Fassung ab. Der Autor nahm dabei auch Vorschläge auf, die von TeilnehmerInnen in der anschließenden Diskussion gemacht wurden. Am Ende der Versammlung beschlossen die TeilnehmerInnen auf Initiative der Versammlungsleitung eine Resolution, die ebenfalls ein gesetzliches Verbot des Einsatzes von Leiharbeitern und von Arbeitskräften mit befristeten Arbeitsverträgen in bestreikten Betrieben forderte…” Beitrag von Benedikt Hopmann im Vorabdruck aus Sozialismus Heft Nr. 3 – März 2013 externer Link (weiterlesen »)

Mindestlöhne, Abnahme prekärer Beschäftigung, Kräftemessen in Tarifkonflikten: Die Gewerkschaften sind so mächtig wie lange nicht mehr. Ver.di und Co. müssen sich trotzdem dringend selbst reformieren, sonst gilt für sie eine Boxerregel…” Artikel von Rainer Nahrendorf vom 24.02.2013 in The European externer Link

Hieraus unser Unzitat: (weiterlesen »)

Große Warnstreikwellen in Metallindustrie und öffentlichem Dienst sowie ein neuer Höchststand an Arbeitskämpfen im Dienstleistungsbereich haben das Arbeitskampfgeschehen im Jahr 2012 geprägt. Das zeigt die Jahresbilanz zur Streikentwicklung in 2012, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung heute vorlegt. Die Zahl der an Streiks und Warnstreiks beteiligten Beschäftigten hat sich gegenüber 2011 mehr als versechsfacht – sie stieg von rund 180.000 auf etwa 1,2 Millionen. Ursache dafür waren umfangreiche Warnstreiks in der Metallindustrie sowie im Öffentlichen Dienst. Nicht zuletzt dadurch lag das Arbeitskampfvolumen 2012 mit schätzungsweise 630.000 Ausfalltagen mehr als doppelt so hoch wie 2011 (…)  Im internationalen Vergleich wird in Deutschland allerdings relativ wenig gestreikt, zeigt die WSI-Analyse auf Basis der aktuellsten verfügbaren internationalen Daten…“ Pressemitteilung des WSI vom 27.02.2013 externer Link

Streiken für bessere Arbeitsbedingungen tut oft Not. Aber wie ist es, wenn in sozialen Berufen die Verbindung zwischen Beschäftigten und ihren Klienten sehr eng ist? Artikel von Sonja Erkens in Neues Deutschland vom 22.02.2013 externer Link

Die Löhne sind zuletzt stärker gestiegen. Trotzdem liegen sie real immer noch unter dem Niveau der Jahrtausendwende. Und deutlich zurück hinter den Gewinn- und Vermögenseinkommen.
Real, also nach Abzug der Preissteigerung, sind die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem in Deutschland zwischen 2000 und 2012 um rund 1,8 Prozent gesunken. Das zeigen neue Berechnungen des WSI-Tarifarchivs. Die vergangenen drei Jahre, in denen die Löhne real um 1,2, um 1 und 0,6 Prozent zulegten, haben die erheblichen Verluste noch nicht ausgeglichen, die zuvor aufgelaufen waren. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt hatten dazu beigetragen, dass sich die Arbeitseinkommen in den Nullerjahren schwach entwickelten. So verstärkten die Hartz-Reformen den Druck auf die Verdienste. Der Niedriglohnsektor wuchs. Immerhin wird der Rückstand kleiner: 2009 hatten die realen Bruttolöhne sogar um 4,6 Prozent niedriger gelegen als 2000.
..” Böckler Impuls Ausgabe 02/2013 externer Link. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Die nächsten zwei Monate laufen die Tarifverträge für ca. 6 Millionen Beschäftigte aus. Gelingt es, die Tarifkämpfe gemeinsam zu führen, verstärken wir die Kampfkraft der Gewerkschaftsbewegung enorm. Davon profitieren alle, auch die nachfolgenden Tarifrunden in den anderen Branchen, bei denen für weitere 6 Mio. Beschäftigte Tariferhöhungen ausgehandelt werden. Lasst uns deshalb die Grundlagen für eine solidarische Lohnpolitik erneuern, lasst uns durch koordinierte Mobilisierungs- und Durchsetzungsstrategien die Kräfte bündeln und verstärken. Ein gemeinsamer Kampf um Umverteilung von oben nach unten kann die Gewerkschaften wieder stärker in die Offensive bringen. Eine ernsthafte Mobilisierung wird die Mitglieder in den Gewerkschaften politisieren und den Druck auf das Kapital vervielfachen…” Netzwerk-Info Gewerkschaftslinke Nr. 45 vom Februar 2013  . Darin auch folgende Beiträge: Verdi will Vertragsdschungel lichten; Landesbeschäftigte wollen Abstand aufholen; Handelsverband kündigt Tarifverträge; Der Streik bei Neupack und seine Bedeutung

Dossier

Leiharbeit und DGBWir suchen für renommierte Supermärkte mehrere Kassiererinnen«, wirbt die Firma »weitblick-personalpartner« in der Internet-Jobbörse der Arbeitsagentur. »Vergütung 7,89 Euro/Std. Flexible Arbeitszeiten, schwerpunktmäßig Freitag und Samstag«. Auf den ersten Blick eine der seit ein paar Jahren ganz normalen Anzeigen zur Anwerbung von Leiharbeitskräften, die von Unternehmen benutzt werden, um die Flächentarifverträge zu unterlaufen. Nicht normal ist etwas anderes: Die »weitblick-personalpartner GmbH« ist eine hundertprozentige Tochter des Berufsbildungswerks bfw des Deutschen Gewerkschaftsbundes…” Aus dem Artikel von Jörn Boewe in junge Welt vom 12.01.2013 externer Link – siehe mehr dazu und (leider) weitere Fälle:

Eine Untersuchung von Catharina Schmalstieg externer Link der Gewerkschaftsarbeit des ver.di-Bezirks Stuttgart am Beispiel von Arbeitskämpfen im öffentlichen Dienst und der Tarifrunde der Beschäftigten des Bundes und der Kommunen 2012, bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Siehe dazu die bundesweite Konferenz von ver.di Stuttgart und Rosa Luxemburg Stiftung „Erneuerung durch Streik –  Erfahrungen mit einer aktivierenden und demokratischen Streikkultur“  vom 1. März bis 3. März 2013 im Gewerkschaftshaus Stuttgart. Siehe alle Infos auf der Sonderseite von ver.di-Bezirk Stuttgart externer Link

„Entscheidung vertagt: Im Streit um eine Millionenentschädigung der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die Lufthansa und Air Berlin wird das Urteil erst am 25. März fallen. Nach der Prozesseröffnung am Freitag vertagte sich das Frankfurter Arbeitsgericht in der Frage, ob die Lotsenvereinigung den drei Konzernen 9,5 Millionen Euro für entgangene Umsätze beim Vorfeldstreik auf dem Rhein-Main-Airport Anfang 2012 zahlen muss. Wegen eines neuntägigen Ausstands der Bodenlotsen auf dem Vorfeld sowie eines angekündigten, dann aber abgesagten Unterstützungsstreiks im Tower waren vor einem Jahr in Frankfurt rund 1.700 Flüge ausgefallen. Der Arbeitskampf zwischen der GdF und Fraport endete im vergangenen März mit einem neuen Tarifvertrag. Lufthansa und andere Airlines waren von dem Streik dagegen nur mittelbar betroffen. Die größte deutsche Fluggesellschaft fordert aber wegen gestrichener Verbindungen und Umbuchungskosten knapp vier Millionen Euro von der Lotsengewerkschaft. Die Lufthansa erhofft sich nun ein Grundsatzurteil…Meldung in Die Welt Online vom 15.02.2013 externer Link

Die Versammlung anlässlich des Streiks bei Fa. Neupack Hamburg/Rothenburg am 12. Februar 2013 im Gewerkschaftshaus Hamburg verabschiedet nach den Referaten von zwei Rechtsanwälten und eingehender Diskussion folgende Entschließung: Anlässlich unserer Diskussion über das gewerkschaftliche Recht auf Streik stellen wir folgende vier Forderungen auf…” Resolution beschlossen von ca. 85 Teilnehmern bei einer Enthaltung, ohne Gegenstimme, bei der Veranstaltung “Unser Recht auf Streik nur auf dem Papier?” des Ortvereins Hamburg ver.di, Fachbereich 08, am 12. Februar 2013 (weiterlesen »)