EVG und GDL

Der Streik der Gewerkschaft der Lokomotivführer wird viele Kunden verärgern. Doch der Ärger der Pendler ist das geringere Übel: Der Streit mit Bahn und Regierung ist ein Grundsatzstreit über die Frage, ob die Gewerkschaften nur ein dekoratives Element in einem zentralistischen Staat sind, oder ob sie der starke Arm der Arbeiter sind. Nur wenn ein Streik wehtut, kann er ein Erfolg werden…” Artikel in Deutsche Wirtschafts Nachrichten online vom 04.11.14 externer Link

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVGEisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert zwar vehement die »Tarifeinheit«, lehnt den von Ministerin Nahles vorgelegten Gesetzentwurf aber ab…” Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 5.11.2014 externer Link. Aus dem Text: “… Zu Selbstkritik sieht die EVG-Spitze offenbar keine Veranlassung. Vielmehr scheint im andauernden Konflikt mit der GDL »Weiter so« die Parole zu sein. In einer am Dienstag mittag verabschiedeten Resolution fordern die Delegierten ihren Bundesvorstand auf, »die erfolgreiche Tarifpolitik der EVG im Eisenbahnbereich auch unter den geänderten Rahmenbedingungen unbeirrt fortzusetzen«. Die tarifpolitische Verselbständigung der Lokführer und die Abwanderung zumindest eines substantiellen Teils der Zugbegleiter zum Anlass zu nehmen, in sich zu gehen, ist in der EVG wohl nicht angesagt. Statt dessen heißt es in der Entschließung weiter: »Polarisierung und Spaltung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lehnen wir entschieden ab. Deshalb steht die EVG mit allen DGB-Gewerkschaften für Tarifeinheit in den Unternehmen.« Diese habe Deutschland über 60 Jahre geprägt und sei »Teil des Erfolgsmodells der Sozialpartnerschaft«…”

GDL-StreikDie Lokomotivführergewerkschaft GDL hat es in diesen Tagen nicht eben leicht. Ihr Vorsitzender Claus Weselsky wird in den Medien als eine Art Atilla der Lokführerkönig dargestellt, während der Streik der Eisenbahner in der veröffentlichten Meinung zum Untergang des Abendlandes hochgeschrieben wird. Hinter den Kulissen wurde zur heiligen Hetzjagd auf das Gespenst der Lokführergewerkschaft geblasen – beteiligt ist neben der Deutschen Bahn AG, den Medien und der SPD auch die DGB-Gewerkschaft EVG, die im offenen Clinch mit der GDL liegt. Dabei hat die GDL allen Grund, der EVG ein wenig Konkurrenz zu machen. Die EVG und vor allem deren Vorgängerin Transnet ist nämlich nicht gerade ein Ruhmesblatt für die Geschichte der Gewerkschaften in Deutschland…” Artikel von Jens Berger vom 30. Oktober 2014 bei den Nachdenkseiten externer Link (weiterlesen »)

GDL-StreikDas ist schon mysteriös. Ein Gewerkschafter der GdL, Volker Siewke, setzt in die Welt, dass der Widerstand gegen den derzeitigen Vorsitzenden der GdL, Claus Weselsky, wächst – und verlässt sich dabei auf seine “Stimmungslage”. Gleichzeitig stellt Siewke im Interview mit dem Deutschlandfunk dazu fest: “Das ist schwer zu sagen, das ist ganz schwierig auszumachen. Ich denke mal, es gibt auch keine Erhebung.” Das hält den Deutschlandfunk nicht davon ab, in den Nachrichten zu senden: “Widerstand in der GDL gegen Weselsky wächst”. Und prompt wird diese Meldung als neutrale Nachricht auf allen Kanälen der einschlägigen Medien gefunkt. Wie neutral und verlässlich aber ist Volker Siewke und seine Aussage – und Christine Heuer, die ihn im Deutschlandfunk interviewt hat? Und wer ist die “Initiative für mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der GdL”, für die Siewke spricht?…“ Artikel vonThorsten Hild in Wirtschaft und Gesellschaft vom 26. Oktober 2014 externer Link. Siehe dazu: (weiterlesen »)

Im Konflikt mit der Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL “durchstreiken bis zum Ende”. Pro Streiktag zahlt sie ihren Mitgliedern 50 Euro als Ausgleich für entgangene Gehälter. Wie lange kann sie sich den Arbeitskampf leisten?…” Artikel von David Rose vom 28.10.2014 bei tagesschau.de externer Link (weiterlesen »)

Die Lokführergewerkschaft GDL muss sich Kollegenschelte gefallen lassen. Ver.di-Chef Frank Bsirske kritisiert deren Blockadehaltung – diese gehe am Ende zulasten von Beschäftigten und Kunden. (…) Die Lokführergewerkschaft blockiere gemeinsame Tarifverhandlungen mit der EVG, “obwohl im öffentlichen Dienst seit langem gezeigt wird, dass DGB- und Beamtenbund-Gewerkschaften erfolgreich zusammenarbeiten können”, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Ver.di ist wie die EVG im DGB organisiert, die GDL ist Mitglied des Beamtenbundes; allerdings sind nur noch wenige Lokführer verbeamtet…”  Artikel bei Spiegel online am 22.10.2014 externer Link

Artikel von Stephan Hebel in der FR online vom 17. Oktober 2014 externer Link. Aus dem Text: „… Was die Konkurrenz der Gewerkschaften betrifft, hat auch die EVG ihren Anteil, die jetzt mit dem Finger auf die GDL-Leute zeigt. Viele Beschäftigte der Deutschen Bahn fühlen sich von ihr offensichtlich nicht ausreichend vertreten. Das zu verschweigen, wäre ungerecht. Auch die EVG unternimmt zu wenig, um dem unsinnigen Plan der Bundesregierung, künftig nur die mitgliederstärkste Gewerkschaft über Tarifverträge verhandeln zu lassen, die Einigkeit der Arbeitnehmer entgegenzusetzen. (…) Als die Bahn noch ein Staatsunternehmen war, standen ihre Beschäftigten großenteils im Beamtenverhältnis. Sie hatten sichere Arbeitsplätze, durften aber nicht streiken. Es war nicht ihre Idee, den Schienenverkehr zu privatisieren. Wer seit Jahren wichtige Elemente der Daseinsvorsorge den Gesetzen des Marktes statt dem Bedarf der Gesellschaft unterwirft – nicht nur die umweltfreundliche Fortbewegung mit der Bahn –, sollte sich nicht beklagen, wenn die Beschäftigten ihre Rechte nutzen…“  Siehe auch: (weiterlesen »)

Wenn die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) seine Mitglieder zum Streik aufruft, dann denken viele Menschen hierzulande gleich an die Monate lange Tarifauseinandersetzungen bei der Deutschen Bahn AG aus dem Jahr 2007/08 und deren vielen kurzen und auch längeren Streiks. Doch damit ist die GDL noch lange keine Gewerkschaft die die Gewerkschaftslandschaft in diesem Land vom Grundsatz her auf den Kopf stellt. Kämpferisch ist sie schon, aber nur solange es um das eigene Überleben und den eigenen tarifpolitischen Machtanspruch über die Beschäftigten geht. Wer um sein Überleben kämpft, der kämpft noch lange nicht für die Interessen der Beschäftigten. Die GDL ist wie auch die EVG, Verdi, IG Metall, … ein Partner des Unternehmensmanagements. Und so will auch die Führung der GDL mit ihren Kämpfen keine neuen Spielregeln im derzeitigen Gesellschaftssystem aufstellen. Sie will mit am Tisch der Unternehmen als gleichberechtigter Partner Platz nehmen. Ohne dort eine neue an der Basis orientierte Gewerkschaftspolitik einzubringen…“ Artikel von Horst Krüger vom 08. September 2014 (weiterlesen »)

Artikel von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in der jungen Welt vom 08.09.2014

Maßhalteappelle und Ordnungsrufe gehören bei Tarifkämpfen zum Ritual. Insbesondere bei Streiks im Verkehrswesen und Dienstleistungsbereich warnen Politiker schnell vor einer Gefährdung der öffentlichen Daseinsvorsorge, schimpfen Unternehmer über die vermeintliche Unverhältnismäßigkeit von Aktionen, sehen Juristen die Tarifautonomie wahlweise überstrapaziert oder bedroht. Sie alle fordern die Streikenden dann zur Zurückhaltung auf.

Ungewöhnlich ist es allerdings, wenn solche Appelle von Gewerkschaftsführern kommen, wie aktuell von Reiner Hoffmann. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende hat der DGB-Chef seinen Kollegen Klaus Dauderstädt vom Deutschen Beamtenbund schriftlich dazu aufgefordert, »mäßigend« auf seine Mitgliedsorganisation GDL einzuwirken. (weiterlesen »)

Dossier

  • Bizarrer Machtkampf spaltet Lokführer-Gewerkschaft
    Die Lokführer-Gewerkschaft GDL sorgte einst bundesweit für Furore. Jetzt zerlegt sich die Arbeitnehmer-Vertretung selbst. GDL-Chef Weselsky feuert zwei Stellvertreter – und das gleich mehrfach. Artikel von Nikolaus Doll und Anne Kunz auf Die Welt-Online vom 18.06.13 externer Link. Aus dem Text: “Die Frage, ob Sven Grünwoldt und Thorsten Weske immer noch Spitzengewerkschafter sind, ist derzeit nicht so einfach zu beantworten. Die Beiden sehen sich derzeit als Vizevorsitzende der streitbaren Lokführergewerkschaft GDL. Deshalb wollten sie am Dienstag Punkt zwölf Uhr wie üblich in der Frankfurter Gewerkschaftszentrale in ihre Büros. Doch sie scheiterten schon an der Pforte. Zutritt verweigert, hieß es dort…”
  • Rechtswidrige Amtsenthebung unwirksam; Stellvertretende Bundesvorsitzende Grünwoldt und Weske weiterhin im Amt; Beschlüsse der außerordentlichen Generalversammlung unwirksam
    “Die Amtsenthebung der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Sven Grünwoldt und Thorsten Weske ist unwirksam. Beide Stellvertreter wurden zu einer außerordentlichen Sondersitzung des Hauptvorstandesder GDL für den 24. Juni 2013 eingeladen. Die als Nachfolger von Grünwoldt und Weske, sowohl vom Hauptvorstand als auch von einer außerordentlichen Generalversammlung rechtswidrig gewählten neuen Stellvertreter Norbert Quitter und Lutz Schreiber wurden nicht zu dieser Sondersitzung des Hauptvorstandes geladen. „Aus diesem Vorgehen der GDL geht klar hervor, dass wir uns nach wie vor im Amt befinden und dass der Bundesvorsitzende der GDL Claus Weselsky eingesteht, dass unsere Amtsenthebung vom 15. April 2013 rechtswidrig war und damit unwirksam ist.“, so die stellvertretenden Bundesvorsitzenden Grünwoldt und Weske...” Pressemitteilung von Sven Grünwoldt und Thorsten Weske (Ohne Datum)
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„Einen Schlussstrich unter die internen Personalquerelen wollte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf ihrer außerordentlichen Generalversammlung ziehen, die am Dienstag und Mittwoch in Berlin stattfand…“ Artikel von Rainer Balcerowiak im Neues Deutschland vom 17.05.2013 externer Link (weiterlesen »)