Lohnarbeit als Fetisch

Ein soziales Kardinalproblem im vereinten Deutschland ist die im Gefolge der globalen Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise weiter zunehmende Armut. Mittels eines (bedingungslosen) Grundeinkommens, das auch als »Bürger-« bzw. »Existenzgeld«, als »Sozialdividende« oder als »negative Einkommensteuer« firmiert und Inländern ohne Bedürftigkeitsprüfung gezahlt werden soll, hoffen vor allem unter dem Kontrolldruck ihres Jobcenters stehende Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Sozialhilfeempfänger sowie ihre organisatorischen Netzwerke, die Armut und die Demütigungen durch einen als (zu) bürokratisch empfundenen Sozialstaat überwinden zu können. Hier soll erörtert werden, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen den daran geknüpften hohen Erwartungen gerecht wird…” Artikel von Christoph Butterwegge in junge Welt vom 11.12.2013 externer Link

Die Occupy-Bewegung der USA hat in einem intensiven Diskussionsprozess das bedingungslose Grundeinkommen als eines ihrer zehn wichtigsten Ziele bestimmt…” Meldung von Herbert Wilkens vom 02.12.13 beim Netzwerk Grundeinkommen externer Link

Arbeitsfrei, was bedeutet das eigentlich? Ein Euphemismus für arbeitslos? Das ist eines der ersten Dinge, die einem zu dem Titel des neuen Buchs von Frank Rieger und Constanze Kurz in den Kopf kommen. Vor allem, wenn man dann noch den Untertitel “Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen” hinzunimmt…” Rezension von Anna Biselli vom 04.11.2013 bei Netzpolitik externer Link

Arbeiterrevolte gegen die LohnarbeitAlle werden von einer grossen gesellschaftlichen Täuschung mitgerissen. Hundertausende von ArbeiterInnen werden entlassen, mit staatlichen Almosen sich selbst überlassen, und alle schreien sich heiser mit der Forderung nach Arbeit. „Es braucht Arbeit, um der Jugend eine Zukunft zu geben, um den Leuten Würde zu geben“ – es gibt keinen Politiker, Gewerkschafter oder Kardinal, der nicht das Problem der Arbeit in den Mittelpunkt setzen würde. Uns bringen sie damit zum Lachen. Wir ArbeiterInnen, die an die Peitsche des Unternehmers gewöhnt worden sind. Wir ArbeiterInnen wissen, was es bedeutet, am Fliessband oder am Hochofen zu arbeiten. Oder in der Kälte auf dem Bau. Wir können darüber nur lachen. Auf diese fabelhafte Arbeit, die uns alle machen lassen möchten, können wir mit Vergnügen verzichten…” Das Programm der italienischen Online-Zeitung ‚Operaicontro’ vom 14 Februar 2013 in deutscher Übersetzung von Rainer  Thomann (weiterlesen »)

Kostenloser schneller Versand, billige Artikel – der Kunde erwartet es. Ohne günstige und effiziente Logistik unmöglich, deshalb ersetzen bei Amazon jetzt Roboter den teuren Mitarbeiter. Ein Kommentar über eine eigentlich begrüßenswerte Entwicklung.
Eine schon etwas abgedroschene Befürchtung schießt den meisten Menschen durch den Kopf, wenn es um Roboter und Jobs geht: Roboter stehlen den menschlichen Mitarbeitern Jobs. Besonders wenn der große, böse Konzern Amazon diese Roboter einsetzt um seine unterbezahlten Mitarbeiter zu ersetzen – wie wir gerade im Artikel „Amazon ersetzt Mitarbeiter durch Roboter“ vermeldet haben. Sicher, Amazon meldet gleichzeitig 70.000 neue (Teilzeit-) Arbeitsplätze – betreibt damit aber nur geschickte Beschwichtigung. Ein Roboter, der das zwei- bis dreifache Pensum eines Menschens erledigt, lässt den Umkehrschluss zu, dass mindestens zwei Stellen pro Roboter eingespart werden können. Eigentlich ein Grund um auf die Barrikaden zu gehen –klingt ja fast menschenverachtend. In Wirklichkeit jedoch ist die Automatisierung eine unvermeidbare Entwicklung, mehr noch: eine wünschenswerte Entwicklung
…” Artikel von Jochen G. Fuchs vom 26.10.2013 bei t3n externer Link (weiterlesen »)

Ein Bügergeld für alle – wäre das bezahlbar? Würden die Leute noch arbeiten gehen? Und warum tun sich die Parteien so schwer mit der Idee? Ein paar Antworten im Überblick. FAQ von Felix Werdermann in der Freitag online vom 16.10.2013 externer Link

E-Mails um Mitternacht, Berge von Überstunden: Für immer mehr Menschen hört die Arbeit nie auf, hat Karrierecoach Martin Wehrle beobachtet. Der Frühkapitalismus kehrt zurück, und die Globalisierung ist die perfekte Ausrede…” Artikel von Martin Wehrle vom 10.10.2013 bei Spiegel online externer Link

Die Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) erhält mit einer bevorstehenden Volksabstimmung in der Schweiz neues Futter. Die sich im Netz entwickelnde Ökonomie des Teilens liefert ein Indiz dafür, wie sich Arbeit im Falle des BGE verändern würde…” Artikel von Martin Weigert vom 10.10.2013 bei netzwertig externer Link

Langfassung der Studie von Hanna Ketterer, Evi Bossard, Max Neufeind und Theo Wehner externer Link als Heft 2/2013 vom September 2013 der Zürcher Beiträge zur Psychologie der Arbeit , einer Schriftenreihe des Zentrums für Organisations- und Arbeitswissenschaften der ETH Zürich. Siehe dazu auch die Kurzfassung externer Link : Für und Gegen das Bedingungslose Grundeinkommen: eine Frage von Unterschieden in Gerechtigkeitsempfinden und Lebenszielen?

Die Schweizer können in ein paar Jahren über das bedingungslose Grundeinkommen abstimmen, an zwei Orten in Südamerika und Afrika wird es bereits getestet. In Brasilien steht das Recht darauf sogar in der Verfassung. Die Folgen sind erstaunlich…” Artikel von Larissa Holzki in Süddeutsche online vom 5. Oktober 2013 externer Link

Bestandsaufnahme vor der Abwicklung (Inventaire avant liquidation)Brauchen wir eine Arbeit? Kann sie uns glücklich machen? Kann man ohne überleben? Rémy Ricordeau interviewt mehrere Leute, die über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt berichten und erklären, warum sie sich teilweise entschieden haben, nicht mehr (die ganze Zeit) für Lohn zu arbeiten. Der Film ist auch eine starke Kritik am Individualismus und an der Konsumgesellschaft.” Video bei labournet.tv externer Link (französisch mit dt. ut | 13 min | 2013)

Arbeitsmarkt, Ausbildung, Freizeit: Süddeutsche.de hat Experten gefragt, was sich in Deutschland mit einem bedingungslosen Grundeinkommen ändern würde. Wenn jeder genügend Geld bekäme, um sich satt zu essen, eine Wohnung zu mieten, Medikamente zu bezahlen und sich zu bilden. Ginge es dem Land besser?...” Artikel von Larissa Holzki vom 4. Oktober 2013 in Süddeutsche online externer Link

J'ai (très) mal au travail. Ein 90minütiger Dokumentarfilm über die moderne Arbeitsorganisation und ihre GefahrenDer Filmemacher Jean-Michel Carré hat mehr als ein Jahr damit zugebracht, das Verhältnis der Arbeiter_innen zu ihrer Arbeit, dem “obskuren Objekt des Hasses und der Begierde” zu untersuchen. In dem Film geht es um die moderne, nach den neuesten Managementmethoden “optimierte” Organisation der Arbeit. Er zeigt uns die immer weiter voranschreitende Dehumanisierung der Arbeitswelt: Angst vor der Arbeitslosigkeit, Isolation innerhalb des Unternehmens, die Konkurrenz unter den Kolleg_innen etc. Humorvoll und ironisch montiert « J’ai (très) mal au travail » Interviews mit den Arbeiter_innen mit Ausschnitten aus Werbeclips und Filmen und erzeugt damit ein allarmierendes Portrait der heutigen Arbeitswelt.” Der Film (französisch mit dt. UT | 85 min | 2007) bei labournet.tv externer Link

Abrackern fürs Unternehmen, alles geben für den Job: Der Mediziner Ulrich Renz hat sich dagegen entschieden und stattdessen ein Buch darüber geschrieben, wie die Arbeit unser Leben bestimmt. Im Gespräch erklärt er, warum Firmen-Slogans verlogen und Kollegen keine Familie sind – und wie sich die Tyrannei der Arbeit beenden lässt…” Interview von Sarah K. Schmidt in Süddeutsche online vom 30. September 2013 externer Link

Demonstration am 14. September 2013: Grundeinkommen ist ein Menschenrecht!Demonstration am 14. September 2013 ab 13 Uhr in Berlin am Neptunbrunnen durch die Stadt zur Schweizer Botschaft: “Eine Woche vor der Bundestagswahl sprechen wir uns aus gegen Billiglöhne, Ausbeutung und Verelendung und fordern stattdessen ein allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes, in existenz- und teilhabesichernder Höhe ohne Bedürftigkeitsprüfung  (Einkommens-/Vermögensprüfung),  ohne einen Zwang zur Arbeit oder einer Gegenleistung bezahltes / bedingungsloses Grundeinkommen…” Siehe Infos und nun auch Berichte: