Arbeitskämpfe

Metro Caracas Demo gegen Privatisierungsgerüchte 2.1.16Angestellte der Metro in der venezolanischen Hauptstadt Caracas fordern mit Protesten die sofortige Wiedereinstellung der Gewerkschaftsführerin Deillily Rodríguez und die Umsetzung ihrer Arbeitsrechte. In der Entlassung von Rodríguez am 31. Oktober sehen ihre Kollegen eine Strafmaßnahme: die Gewerkschafterin habe die Zustände im Metro-System angeprangert und bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Bei mehreren Protestaktionen verlangen sie seitdem ihre und die Wiedereinstellung aller anderen Angestellten, die gekündigt wurden, weil sie sich für Arbeitsrechte eingesetzt oder die Missstände bei der Metro öffentlich beklagt hatten. Zudem müsse der Staatsbetrieb die vereinbarte Gehaltserhöhung von 40 Prozent umsetzen und Tarifverhandlungen wieder aufnehmen…“ aus dem Beitrag „Venezuela: Protest bei Metro gegen Entlassung und für bessere Arbeitsbedingungen“ von Ricardo Vaz am 11. November 2018 bei amerika21.de externer Link (in der Übersetzung von Vilma Guzmán) über den jüngsten Protest im öffentlichen Dienst Venezuelas. Siehe dazu auch drei weitere Berichte über Proteste im öffentlichen Dienst Venezuelas aus den letzten Wochen: (weiterlesen »)

Demonstration streikender Krankenschwestern in Caracas im Juli 2018Seit mehreren Wochen dauer in Venezuela die Streikbewegung der Krankenschwestern an – nun haben auch Angestellte der Universitäten und des Einzelhandels begonnen, sich dem anzuschließen. Vor allem die enorme Inflation ist es, die die Menschen zum Protest und zum Kampf um Lohnerhöhungen treibt. In einer extrem komplizierten gewerkschaftlichen Situation: Der Gewerkschaftsbund der Regierungspartei ist dabei ebenso wenig eine Hilfe, wie Einzelgewerkschaften, die von der rechten Opposition beherrscht werden, während die einst starke unabhängige Gewerkschaftsbewegung längst zwischen diesen Polen zerrieben worden ist und sich mühsam neu formiert. Sein „Glück“ anderswo suchen, in Brasilien oder gar in Kolumbien ist gegenwärtig eindeutig mehr verbreitet, als der Versuch, selbstorganisiert zu kämpfen – und doch entwickelt sich da eine Bewegung, in der durchaus das Bewusstsein vorhanden ist, dass die Bestrebungen der USA und ihrer Partner auf dem Kontinent die Regierung zu stürzen, vor allem einem gelten: Den Errungenschaften, die sie sich erkämpft haben. Zur aktuellen Streikbewegung in Venezuela vier Beiträge: (weiterlesen »)

Belegschaft besetzt Fabrik des US-Konzerns. Unterstützung seitens der sozialistischen Regierung. Produktion wird fortgesetzt. Debatte um Verstaatlichungen
In Venezuela haben Arbeiterinnen und Arbeiter die Kontrolle über eine Fabrik der US-amerikanischen Firma Kimberly Clark (KC) übernommen. Zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Produktion in dem südamerikanischen Land eingestellt wird. Fast 1.000 Mitarbeitende sollten entlassen werden. Staatspräsident Nicolás Maduro beglückwünschte die Beschäftigten und sicherte Investitionen der Regierung zur Weiterführung der Produktion zu
…”  Ausführlicher Beitrag von Philipp Zimmermann vom 16.07.2016 bei amerika21 externer Link

Sidor ist nur ein Teil externer Link am 29. August 2014 bei amerika21.de  worin die Metallarbeiterin Yasmin Chauran Array Korruption und die sozialistische Perspektive in der staatlichen Schwerindustrie im Bundesstaat Guayana in Venezuela analysiert (in der Übersetzung von Marta Andujo) – ein in jedem Falle lesenswerter Beitrag über Alltagserfahrungen der erneut andauernden Auseinandersetzung in und um Sidor

venezuela sidorIn Ciudad Guyana hat Ende Juli ein großer Teil der Belegschaft demonstriert: Gegen die Attacken der Regierung auf ihre Gewerkschaft Sutiss: Gewerkschaftsmafia nannte sie Parlamentspräsident Diosdado Cabello und Präsident Maduro meinte (in seiner Rede auf dem Parteitag der PSUV), korrupte Gewerkschafter hätten das staatliche Unternehmen gekidnappt. Die Belegschaft ist faktisch seit 2010 ohne gültigen Tarifvertrag – und das Unternehmen in der Krise. Während innerhalb der Sutiss eigentlich die regierungsnahen Kräfte die Mehrheit haben, die Belegschaft sich aber angegriffen fühlte, ist der Regionalverband des PSUV – Gewerkschaftsverbandes CBST mit der demonstrierenden Belegschaft solidarisch (wiederum im Gegensatz zur nationalen Leitung der CBST).Siehe dazu:

  • Seit sieben Tagen streikt die Belegschaft eines der wirtschaftlich und politisch wichtigsten Betriebe Venezuelas erneut – die Sidor Stahlwerke in Guyana. Dabei: Eigentlich gibt es endlich den lange ausstehenden neuen Tarifvertrag. Eigentlich. Das Manko: Keiner kennt ihn und niemand sagt, was drin steht. Vertreter der verschiedenen Strömungen, die den Gewerkschaftsvorstand bilden – sowohl jene, die ihn unterzeichnet haben, als auch die die dagegen waren – schieben sich gegenseitig die Schuld zu und sagen alle nichts, was die Situation weiter anspannt, meint zumindest Marea Socialista in dem Beitrag Sidor: Continúa la incertidumbre sobre el contrato colectivo externer Link am 11. September 2014 bei aporrea (weiterlesen »)

Seit einem Jahr produziert “Vivex” im Osten von Venezuela Autoscheiben und beliefert mehr als 60 Werkstätten im ganzen Land. Die Belegschaft besetzte die Fabrik im November 2008, nachdem der Besitzer angekündigt hatte, keine weiteren Löhne zu zahlen. Nach dreijähriger Besetzung, mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen mit korrupten Sicherheitskräften und der Verteidigung der Fabrik gegen Versuche des Besitzers, die Maschinen abzutransportieren, konnte Vivex schließlich am 31. Mai 2011 verstaatlicht werden. Während der Besetzung erschossen korrupte Polizisten im Januar 2009 zwei Arbeiter während einer Demonstration vor der Fabrik. Der Fall sorgte auch in der internationalen Gewerkschaftsbewegung für große Aufmerksamkeit und war vielerorts als Beleg dafür gesehen worden, dass die Regierung Chávez die Rechte der Arbeiter ebensowenig ernst nimmt wie die Vorgängerregierungen…“ Artikel von Jonas Holldack aufamerika21.de vom 21.06.2014 externer Link

Sutiss (Sindicato Único de Trabajadores de la Industrias Siderúrgica y Similares beim staatlichen venezuelanischen Stahlbetrieb Sidor)Ein Interview von Helmut Weiss mit Juan Pablo Sotis und Ronny Miranda, Aktivisten der Gewerkschaft Sutiss (Sindicato Único de Trabajadores de la Industrias Siderúrgica y Similares beim staatlichen venezuelanischen Stahlbetrieb Sidor), die im September und Anfang Oktober an dem Streik der Stahlarbeiter beteiligt waren und in Brasilien eine Informations-Rundreise über diesen Streik machten. Sotis (JPS im folgenden) ist 46 Jahre alt und hat sein ganzes Arbeitsleben bei Sidor verbracht Miranda (RM) ist mit seinen 24 Jahren gerade seit 7 Jahren da. Wie ansatzweise auch in anderen Gewerkschaften Venezuelas hat sich auch bei der Stahlgewerkschaft Sutiss neben den verschiedenen politischen Strömungen und ihren jeweiligen Wahllisten eine Gruppierung von unabhängigen herausgebildet, der sie angehören, die die Erfahrungen der letzten Jahre dazu gebracht hat, zu finden, dass die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Gewerkschaften zu regelrechten Grabenkriegen entartet sind, die der ganzen Sache und der Stärke der Gewerkschaften schaden, weswegen sie in der Regel mit genau diskutierten Sachprogrammen an die Arbeit gehen. Das Interview fand Ende Oktober 2013 nahe Rio de Janeiro statt, rund drei Wochen nach dem ebenfalls rund drei Wochen dauernden Streik bei Sidor, den die gesamte Belegschaft dieses größten Stahlwerks Südamerikas Mitte September begonnen hatte. (weiterlesen »)