Arbeitsbedingungen

“Die Kämpfe machen das Leben der Kumpel noch schwerer. (…) Der Konflikt hat, nachdem er bereits in sein drittes Jahr gegangen ist, schon etwa 10.000 Menschen das Leben gekostet. Seit seinem Ausbruch riskieren Kopejka und mit ihm die meisten Bergleute der Region, beschossen zu werden. Auf dem oberirdischen Gelände des Bergwerkes zeugen an mehreren Stellen Schutt, Glasscherben und zertrümmerte Fassaden von den Einschlägen der Granaten. Täglich sein Leben in der Mine aufs Spiel zu setzen, bringt Andrej Kopejka etwa 15.000 Rubel (umgerechnet 200 Euro) pro Monat ein. Die russische Währung ist hier an die Stelle der ukrainischen Griwna getreten. »Wenn der Lohn rechtzeitig ausgezahlt wird, reicht er mehr oder weniger, um ein normales Leben zu führen«, sagt Kopejka. Allerdings weist er darauf hin, dass die neue Behörde der »Donezker Volksrepublik« nicht immer pünktlich zahlt. Das gleiche Übel herrschte, als die Regierung in Kiew hier noch das Sagen hatte. Von den insgesamt 95 Bergwerken der Ukraine befinden sich immerhin 60 in dem relativ kleinen Gebiet im Südosten des Landes, welches die Aufständischen kontrollieren. Mit der Ausrufung der »Donezker Volksrepublik« und der der »Lugansker Volksrepublik« im Frühjahr 2014 übernahmen die neuen Machthaber auch die Verantwortung für die lebenswichtige Bergbauindustrie. Den Rebellenführern fiel somit die schwierige Aufgabe zu, für die im Gebiet verbliebenen Arbeiter, die ihren Lebensunterhalt in den Gruben oder im damit zusammenhängenden Gewerbe verdienen – vor dem Konflikt waren es etwa 450.000 – die Arbeitsplätze zu sichern. Die Zukunft der Kumpel ist höchst ungewiss…” Bild-Bericht von Jens Malling bei der jungen Welt vom 16. Juli 2016 externer Link

Plakat CGT Spanien zum 28. April 2016Seit längerer Zeit wird der 28. April alljährlich als der Tag begangen (seit dem der kanadische Gewerkschaftsbund dies erstmal 1984 organisierte), an dem der zahllosen Opfer des alltäglichen kapitalistischen Krieges gegen die Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeiter der ganzen Welt gedacht wird – und der Kampf zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen verstärkt. Und auch wenn die Internationale Arbeitsagentur (ILO) mit ihrer Angabe, jährlich würden 2,3 Millionen Menschen an Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sterben und diese Zahl an Opfern alleine schon schockierend genug ist, ist dies leider ein Mindestwert: Was allein schon dadurch verdeutlicht wird, dass es jährlich weitere Millionen Fälle gibt, in denen um Anerkennung von Berufskrankheiten gekämpft werden muss. Von den endlosen Möglichkeiten, an diesem Tag zu berichten, haben wir mit Spanien, der Ukraine und Japan drei Länder ausgewählt – davon zwei aus dem Bereich der Atomkraftwerke über die in diesen Tagen viel, über das Schicksal der Belegschaften aber oft eher wenig zu lesen ist. Der Aufruf „April 28 – A Day of Mourning“ am 23. April 2016 von IndustriAll externer Link unterstreicht entgegen der Katastrophen – Medienberichte, dass die Opfer von Arbeitsunfällen zwar auffälliger, aber eine Minderheit sind: 82% aller Todesopfer, so wird geschätzt, sterben an Berufskrankheiten. Vermeidbaren Berufskrankheiten. Siehe für Hintergründe und frühere Jahre unser Dossier “28. April: Workers Memorial Day” und hier dazu zwei Beiträge über das Leben der ArbeiterInnen von Tschernobyl: (weiterlesen »)