Türkei

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„31. Mai 2013, Istambul – 1.300 streikende Turkish Airlines Arbeiter_innen machen eine Aktion zum Nationalen Tag der Flugbegleiter_innen. Sie beugen sich nicht den Einschüchterungsversuchen der Geschäftsführung und sind seit dem 15. Mai 2013 im Streik. Sie fordern die Wiedereinstellung der Arbeiter_innen, die letztes Jahr entlassen wurden, sowie bessere Arbeitsbedingungen. Die Geschäftsleitung versucht die Effektivität des Streiks auszuhebeln, indem sie die Nicht-Streikenden länger arbeiten läßt. Am Freitag, den 7. Juni wurde diese Aktion auf dem Gezi Park wiederholt, wo die Streikenden einen Informationsstand haben. Der Gezi Park ist in der Mitte des taksim Platzes, der jeden Abend von hunderttausenden Protestierenden überflutet wird. – Das Video bei labournet.tv Istambul (türkisch mit dt. UT | 3 min | 2013) externer Link

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Ein 7 Minuten Video, das die Ereignisse rund um die Besetzung des Gezi Parks auf dem Taksim Platz in Istambul zusammenfasst auf labournet.tv (English | 7 min | 2013) externer Link

respeckt@dhl TürkeiAm 28. Mai werden (ITF, UNI, Ver.di und DIDF) im Frankfurter DGB Haus um 16.30-17.30 Uhr eine Pressekonferenz veranstalten und am nächsten Tag, also am 29. Mai vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt, wo die Vollversammlung der Deutsche Post AG/DHL staatfindet, ab 8.30 Uhr eine Flugblattaktion machen. Aus dem Flugblatt: “Mein Name ist Aysel Simsek und das ist meine Tochter Ipek. Ich war vier Jahre lang bei DHL im Kirac-Betrieb in der Türkei beschäftigt und für Verpackung und Preisauszeichnung zuständig. Ich liebte meinen Job und war stolz darauf, aber am 4. Februar 2013 wurde ich entlassen. Ich glaube, der Grund dafür war, dass ich mich für das grundlegende Menschenrecht auf Gewerkschaftszugehörigkeit eingesetzt habe. Seit April 2011 wurden 35 weitere Mitglieder unserer Gewerkschaft Tumtis auf ähnliche Weise entlassen. Alle 35 hatten eines gemeinsam, nämlich dass sie versuchten die Gewerkschaft ihrer Wahl am Arbeitsplatz zu organisieren. Wir beteiligen uns seit über 300 Tagen an friedlichen Streikposten…” Flugblatt vom ITF und UNI wg. DHL Türkei . Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Die Prohibition in den USA machte immerhin einige Leute reich und sorgte für manch bemerkenswerten Kinofilm. In Skandinavien wurde versucht das Alkoholverbot qua Preis zu regeln. Die AKP versucht es jetzt auch. Religionsübergreifend gegen Drogen sozusagen (es sei denn, es handelt sich um Weihrauch schnüffeln und Ähnliches). Biertrinkern in der Türkei soll es nun gehen, wie Rauchern in der BRD – ab in die Ecke. Der Artikel “Trinkprotest gegen das Verbotexterner Link von Jürgen Gottschlich am 26. Mai 2013 in der taz beginnt so: “Die konservative türkische Regierung will den Verkauf von Alkohol erheblich einschränken. In Istanbul protestierten Menschen mit einem öffentlichen Alkoholtrinken”

“Die AKP-Regierung wollte keine Mai-Kundgebung mit Millionen oppositionellen Gewerkschafter_innen & Linken mehr wie in den letzten vergangenen Jahren. Und so schoben  sie die Begründung vor, dass wegen einer Baustelle auf dem Taksimplatz Maidemonstrationen dorthin verboten seien. Der Taksimplatz ist seit dem Massaker 1977 mit 34 erschossenen Demonstrierenden der zentrale Platz für die Linke und die Gewerkschaften, ihre Kundgebungen und Proteste durchzuführen. Hinter der Kriegserklärung der AKP stand ihr Wille, der türkischen und kurdischen Gesellschaft ihre Macht zu demonstrieren! Dutzende Verletzte, etliche Schwerverletzte und Verhaftungen sind das Ergebnis der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen des 1.Mai in Istanbul” – so stellen unsere KollegInnen von LabourNet Austria ihren eigenen Videofilm “Die AKP-Regierung erklärte in Istanbul am 1. Mai Gewerkschaften und der Linken den Kriegexterner Link am 12. Mai 2013 bei LabourNet Austria vor

“Allerdings bestanden die Mai-Feiern in Istanbul nicht ausschließlich aus den Auseinandersetzungen und dem „Konflikt“ um den Taksim-Platz. In den Industriegebieten wie Tuzla und Esenyurt fanden zahlreiche Mai-Aktionen statt, bei denen die Arbeiter aus den Betrieben ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Damit zeigten sie, dass der Tag der Arbeit nicht ausschließlich aus der Debatte um den Austragungsort bestehen darf und gaben auf den Aufruf der Gewerkschaftsführung und diverser politischer Gruppen die Antwort, dass sie auch Alternativen haben“ – aus dem Artikel „Der 1. Mai und seine Folgen“  von İhsan Çaralan

Siehe dazu auch: „Government under fire for May Day violenceexterner Link am 08. Mai 2013 bei den Hürriyet Daily News, worin zu den laufenden, auch parlamentarischen Auseinandersetzung um Polizeirepression am 1. Mai darauf verwiesen wird, dass die Fussballfans am 5. Mai sehr wohl die Meisterschaft von Galatasaray auf dem für die Maidemo (aus „Baugründen“) verbotenen Taksimplatz feiern durften…

Der Gouverneur von Istanbul kennt sie alle – und hat seine eigene Art, zu handeln. Dilan Alp, eine Siebzehnjährige Studentin und eines der zahlreichen Opfer der Polizeiexzesse am 1. Mai – sie hat eine schwere Kopfverletzung – sei eine “in unseren Akten stehende Radikale”, weswegen das Handeln der Polizei korrekt gewesen sei. Worauf sowohl Gewerkschaften, als auch Oppositionsparteien öffentlich nachfragten, seit wann auf “radikal sein” die Todesstrafe stehe. Die Polizei hatte zunächst mitteilen lassen, Dilan Alp sei von einer Treppe gestürzt. Sowohl gegen das gesamte vorgehen – bzw die Verantwortlichen, als auch speziell gegen diese Lüge wurde Anzeige gestellt, wird in dem redaktionellen Bericht “Istanbul governor defends crackdown on May Dayexterner Link bei den Hürriyet Daily News vermeldet

Siehe dazu auch:

BOSCH Kampf

Dieser Blog wurde von BİÇDA (Das Netz der Solidarität von die Arbeitnehmer der Informatik) vorbereitet, um Bosch Arbeitnehmer, die vor dem Bosch Hauptquartier in İstanbul/die Türkei  widerstehen zu unterstützen. Bitte schicken Sie alle Materialien (Text, Bild, Video, usw.) im Zusammenhang mit dem Kampf an iletisim@bilisimcalisanlari.net , um die Solidarität der Arbeitnehmer zu verstärken. Wir können die Materialien auf dem BOSCH Kampf Blog veröffentlichen.“ Der deutschsprachige Teil des Blogs BOSCH Direnişi

Kein Tee, nirgends?

“Zehntausend Beschäftigte des staatlichen türkischen Teeherstellers Caykur sind am Montag an 58 Standorten des Landes in einen Streik getreten. Es handelt sich nicht nur um den ersten Streik in der Unternehmensgeschichte, sondern zugleich um den größten Streik von staatlichen Angestellten in der Türkei seit rund 20 Jahren” – aus dem Kurzbericht “Streik türkischer Teearbeiterexterner Link von Nick Brauns am 23. April 2013 in der jungen welt

Siehe dazu auch:

Am vergangenen Samstag nahmen Tausende von Istanbuler BürgerInnen an der Protestaktion der Taksim Solidarity teil, die den Protest gegen die Rodung des Gezi Park in der Stadtmitte – eine der wenigen verbliebenen öffentlichen Plätze – zugunsten eines (weiteren) Shopping Centers organisiert. Das Komitee besteht aus sozialen Organisationen, Gewerkschaften, alternativen Stadtplanern und Architekten und will schlicht die Weiterexistenz des Parks sichern, wird in dem Beitrag “İstanbullular, Gezi Parkı için “ayağa kalktı”externer Link am 14. April 2013 bei sendika.org unterstrichen

Erfolg im Hafen von Mersin

Im Mittelmeerhafen Mersin haben die 1600 Beschäftigte der Mersin International Port Company erfolgreich gegen die Entlassung von 34 Gewerkschaftsaktivisten gestreikt. Der Bericht “Mersin Port Workers Fought and Wonexterner Link bei UID-DER ist vom 15. April 2013

Dossier

  • Endlich frei
    „Am Ende herrschte großer Jubel, doch der Weg dahin war steinig. Nach fast acht Stunden Verhandlung, entschieden die Richter der 13. Großen Strafkammer des Ankaraer Gerichts für Schwere Straftaten, dass alle 22 Angeklagten der Konföderation der Gewerkschaften des Öffentlichen Dienst, (Kamu Emekcileri Sendikalari Konfederasyonu, KESK) aus der U-Haft entlassen wurden. Nach fast 300 Tagen in Haft, war die Erleichterung groß. Angehörige, Gewerkschaftsmitglieder und Unterstützer fielen sich in die Arme und teilten sich ihren Jubel mit hunderten Gewerkschaftsanhängern, die den ganzen Tag über vor dem Gericht auf den Ausgang des Prozesses gewartet hatten…“ Artikel bei ver.di vom 12.04.2013 externer Link
  • 10. April – erster Verhandlungstag im KESK-Prozeß – Solidaritätsaktion und -delegation
    Am 10. April wird der Prozeß gegen die festgenommenen KESK AktivistInnen beginnen – gegen jene, die im Sommer 2012 verhaftet worden waren, die jüngst in einer zweiten Verhaftungswelle Festgenommenen – das dauert noch. Nicht aber die Solidaritätsanstrengungen: In dem Kurzbericht “KESK delegation visits EPSU office – Hand in Hand for Freedom Campaignexterner Link vom 07. März 2013 wird auf der Seite der Föderation der Gewerkschaften im Öffentlichen Dienst Europas eine Beobachterdelegation angekündigt und einiges an Hintergrundmaterial zu den Repressionsversuchen dokumentiert
  • Türkei: Mehr als 100 Angestellte des öffentlichen Dienstes festgenommenexterner Link – die Solidaritätskampagne (inklusive Muster-Protestmail an einen Herrn Erdogan) von Labourstart mit den am 19. Februar 2013 festgenommen KESK_Aktiven

Weitere Infos zu den im Sommer 2012 Verhafteten finden sich im Labournet Archiv

Der Tarif- und Organisationskonflikt zwischen der Transportarbeitergewerkschaft TÜMTIS in der Türkei und der DHL eskaliert zunehmend. Anerkennung der Koalitionsfreiheit, der notwendige Tarifvertrag zur Bezahlung und zur Arbeitszeit wird von DHL kompromisslos abgelehnt, engagierte Beschäftigte werden wegen ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit entlassen. (…) Der DHL Vorstandvorsitzende Herr Dr. Appel kommt am Mittwoch, dem 10. April 2013 um 17.00 Uhr, für die Veranstaltung der IHK “Top-Manager stehen Rede und Antwort“, nach Dortmund (Märkische Str. 120, 44141 Dortmund) Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen ein, dorthin zu kommen und Herrn Dr. Appel öffentlich zu dem unakzeptablen Verhalten von DHL in der Türkei zu befragen und damit ein Zeichen für Solidarität mit den entlassenen Menschen in Istanbul und mit der Gewerkschaft TÜMTIS zu setzen…Flugblatt der ver.di Dortmund Deutsch/Türkisch

Ein Jahr ist es her, dass bei einem Brand auf der Baustelle des (inzwischen längst eröffneten) ECE Einkaufszentrums 11 Arbeiter starben. Am 11. März 2013 hat der SHD (Verein für Soziale Rechte) der Firma in Form einer Pressemitteilung den Preis für den “Besten ausländischen Investor” verliehen – ganz im Sinne des türkischen Premierministers, der die Türkei gerne ein Traumland für Investoren nennt

Dossier

Im letzten Jahr gab es die Massenfestnahmen von KESK AktivistInnen, weil sie in der kurdischen KCK aktiv gewesen sein sollen, diesmal sucht Erdogans Polizei Mitwisser des jüngsten Bombenanschlags – wieder bei der unabhängigen Gewerkschaftsföderation des öffentlichen Dienstes, weshalb unter den Festgenommenen neben Funktionären auch Krankenschwestern, Ärzte und LehrerInnen sind. Lami Özgen, Vorsitzender der KESK und ebenfalls erneut festgenommen sagte, die Polizei überwache ohnehin die gesamte Arbeit der KESK, weshalb ein solcher Überfall in keinem Falle ein Versuch der Aufklärung sein könne, sondern ein weiterer Versuch der Einschüchterung sei. Dieses wie letztes Jahr gelte, dass die festgenommenen AktivistInnen sehr wohl eben aktiv seien – für ihre gewerkschaftlichen und damit auch gesellschaftlichen Ziele, wird er in dem Bericht “Police Rounds Up Workers Union Membersexterner Link von Ayça SÖYLEMEZ am 20. Februar 2013 im Bianet zitiert. (weiterlesen »)