Trinidad und Tobago

Streikende Ölarbeiter Trinidad am 7.9.2018Wenn in einem kleinen Land wie Trinidad Tobago mit seinen rund 1,3 Millionen Menschen ein Betrieb schließen soll, der über 3.500 Beschäftigte hat, dann ist das ein Vorgang von nationaler Bedeutung, weit über die Betroffenen hinaus. Erst recht, wenn es sich dabei um einen Schlüsselbetrieb handelt, wie die einzige Raffinerie von Petrotrin, dem staatlichen Ölkonzern. Dagegen rief die Ölarbeitergewerkschaft zum Streik und eine Reihe der anderen Gewerkschaften des Landes ebenfalls – am Freitag dem 07. September 2018. Dies sollte ein „Tag des Einhaltens und Nachdenkens“ sein, erklärten die Gewerkschaften durch ihr „Gemeinsames Forum“. Die Regierung behauptete, der Streik sei illegal, und alle, die sich daran beteiligten, müssten mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Während in weiten Bereichen des öffentlichen Dienstes die Streikbeteiligung massiv war, war sie offensichtlich in weiten Teilen der Privatwirtschaft, wo vor allem die Bankengewerkschaft zum Streik aufgerufen hatte, eher „bescheiden“. Zum Streik, seinen Gründen, Ablauf und Ergebnis vier Beiträge, sowohl aus gewerkschaftlicher Sicht, als auch aus regierungsnahen Quellen… (weiterlesen »)

Vor den Toren der geschlossenen Raffinerie: Delegation der 5.000 zuckerarbeiter auf Trinidad, die seit 15 Jahren auf die Erfüllung von Versprechungen wartenAls die Zuckerraffinerie Caroni Limited vor beinahe 15 Jahren von ihren Besitzern qua Diktat geschlossen wurde, wurden rund 5.000 Beschäftigte auf die Straße geworfen. Um den großen gesellschaftlichen Protest gegen diese kapitalistische Normalität zu verringern, machte die damalige Regierung Trinidads große Versprechungen: Alle entlassenen sollten ein Häuschen und ein Stück Land bekommen, um ihr Leben zu sichern. Was die Situation beruhigte – aber, bei welcher Regierung auch immer, niemals passierte. Jetzt, 15 Jahre später kamen die noch Lebenden (der Gewerkschaftssprecher der ATGWTU informierte, dass etwa 25% der Betroffenen bereits verstorben seien) an die geschlossenen Tore, um zu protestieren und von dort aus zum Agrarministerium zu ziehen, um einen entsprechenden Protestbrief zu übergeben. In dem Artikel „Ex-sugar workers march leads to locked gates“ von Richardson Dhalai am 21. Juli 2018 bei Newsday externer Link wird zwar nicht darüber informiert, warum Protest erst so spät organisiert wird, aber darauf verwiesen, dass einerseits die Regierung behauptete, sie habe durchaus – seit ihrem Amtsantritt 2015 – Land verteilt, was aber, falls wahr, offensichtlich bei kaum jemand angekommen ist. In dem Offenen Brief wird der Regierung eine Frist von einem Monat eingeräumt, sonst würden die Proteste fortgesetzt und verstärkt, denn die Lage werde gerade jetzt, da viele der Betroffenen im Rentenalter angelangt sind, ständig schlechter…

Besetzung Acelor Trinidad 6.4.2016Am 11. März hat die Unternehmensleitung von Acelor offiziell verkündet, man werde die Tätigkeit auf Trinidad mit sofortiger Wirkung einstellen – was für die etwa 650 Beschäftigten die Entlassung bedeutete. Am Tage zuvor hatte die Stahlarbeitergewerkschaft SWU vor dem Industriegericht der Hauptstadt Port of Spain mit einer Klage gewonnen, mit der das Unternehmen gezwungen werden sollte, den Abkommen von 2012 über die Erhöhung der Betriebsrenten endlich Folge zu leisten, was seitdem konsequent vermieden worden war. In dem Artikel „Dismissed steel workers storm company compound“ von Sandhya Santoo am 05. April 2016 im Daily Express externer Link wird nun darüber berichtet, dass ein großer Teil der (Ex)Belegschaft das Anwesen des Acelor-Betriebes besetzt hat und hält. Siehe dazu auch ein Video zur Pressekonferenz der Stahlarbeitergewerkschaft (weiterlesen »)