Togo

Demonstration in Togos Hauptstadt lome am 25.3.2018Trotz Repression ist es auch nach 2005 immer wieder zu Massenprotesten gekommen, der aktuelle Protestzyklus dauert bereits seit August 2017 an: Die Bevölkerung fordert nicht nur den Rücktritt von Faure Gnassingbé, sondern auch die Beschränkung der Amtszeit des Präsidenten auf zwei Wahlperioden und die Rückkehr zur Verfassung von 1992. Zudem rebellieren die Menschen gegen die desolate soziale und ökonomische Lage im Land. Die Preise für Güter des täglichen Bedarfs sind bereits seit Jahren explodiert, gleichzeitig liegt die gesamte Infrastruktur am Boden – darunter auch das Gesundheitswesen: Es fehlt an Fachärzt_innen, es gibt keine Anästhesist_innen außerhalb der Hauptstadt, hinzu kommt eine hohe Säuglingssterblichkeit wegen fehlender Geburtsärzt_innen! All das ist der Grund, weshalb in den letzten 25 Jahren Hundertausende das Land verlassen haben. Politisches Asyl erhalten nur die wenigsten, viele werden abgeschoben, nicht zuletzt aus Deutschland (…)Entsprechend hat der deutsche Botschafter in Lomé im Oktober 2017 die Zahlung von 37 Millionen Euro Entwicklungshilfegeldern an den togoischen Staat verkündet – Geld, das nach Einschätzung der togoischer Opposition überwiegend auf den Konten der Machtclique rund um den Präsidenten landen dürfte. Nicht weniger problematisch ist, dass europäische Staaten im Rahmen internationaler Militäreinsätze mit dem togoischen Militär eng zusammenarbeiten – zum Beispiel bei der UN-Friedensmission in Mali“ – aus dem “Aufruf von Urgence Togo und Afrique-Europe Interact: Doppeldemo in Berlin“ für den 06. April 2018 externer Link, in dem auch konkrete Forderungen an EU und BRD erhoben werden – und selbstverständlich über die genauen Daten und Orte der beiden Aktionen an diesem Tag in Berlin informiert. Siehe dazu auch einen Hintergrundbeitrag zum Beginn der aktuellen Protestwelle aus dem Oktober 2017, einen Aufruf zu weiteren Demonstrationen im Togo und einen Bericht über die Festnahme streikender Lehrer im Norden des Landes: (weiterlesen »)

Kundgebungen der Solidarität mit den Streiks in TogoNahezu alle SchülerInnen in der Hauptstadt Lomé und sehr viele quer durchs Land hatten zwischen den beiden Dreitagestreiks der STT (Schulen, Verwaltung, Krankenhäuser) ihre Sympathie für die Lehrerstreiks bekundet – woraufhin die Regierung alle Schulen schliessen liess (besser als vor zwei Jahren: Da erschoss die Polizei bei ähnlicher Sachlage zwei Schüler). Der AFP-Bericht „Government shuts schools in Togo after student protests“ hier am 17. Februar 2015 bei den Yahoo News externer Link führt zur Begründung der Regierung aus, die sage, es sei „wegen der Sicherheit“ – wessen und wovor? Siehe dazu auch Stellungnahmen des Gewerkschaftsbundes STT: (weiterlesen »)

Diese Woche – wieder drei Tage Streik in Togo

drei Tage Streik in TogoDer neugegründete Gewerkschaftsbund Synergie des Travailleurs du Togo (STT) hat – nach den erfolgreichen Mobilisierungen der vergangenen Woche – für diese Woche erneut zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Da die Regierung lediglich die Antwort gab, es werde „zum passenden Zeitpunkt“ eine Antwort auf die Forderungen geben, werde es jetzt auch Sit-Ins und andere Aktionen geben, unterstrich der Sprecher der Gewerkschaft laut dem Bericht „Togo : sit-in et nouvelle grève de 72 heures à compter mardi prochain“ am 14. Februar 2015 bei Ici Lomé externer Link , hier dokumentiert bei Solidarité Ouvrière. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Neue Gewerschaftszentrale in Togo: Die Basis votiert für StreikEine Art Koordination verschiedener Gewerkschaften, vor allem im öffentlichen Dienst war die STT (Synergie der togolesischen Arbeiter) – bis zum 6. Januar. An diesem Tag wurde beschlossen und vollzogen, daraus einen neuen Gewerkschaftsbund zu machen. Die Sekretäre mehrere Gewerkschaften im Erziehungsbereich teilten der Versammlung mit, sie würden sich nicht an dieser Vereinigung beteiliegen – allerdings waren offensichtlich massenhaft Mitglieder dieser Gewerkschaften bei der Gründung anwesend, die sich wenig um die Haltung ihrer Vorstände kümmerten, sondern zusammen mit anderen AktivistInnen des öffentlichen Dienstes beschlossen ab 11. Februar zu einem dreitägigen Streik aufzurufen, nachdem die Verhandlungen mit Regierungsvertretern nicht nur monatelang ohne Ergebnis blieben, sondern durch aggressive Erklärungen von Regierungsseite faktisch abgebrochen wurden – was wiederum mobilisierend gewirkt habe, wird in dem Bericht „La base de la nouvelle centrale syndicale appelle à une grève du 11 au 13 février 2015“ am 10. Februar 2015 auf der Togosite externer Link unterstrichen. Siehe dazu auch (weiterlesen »)