Sierra Leone

Wie alles begann: Proteste gegen Landenteignung Sierra Leone 2011Der Präsident persönlich setzte sich dafür ein: Dass die Societe Financiere des Caoutchoucs (Socfin) aus Frankreich bzw. Luxemburg Land übernehmen konnte, um ein Palmölprojekt im Stil der Agrarindustrie zu organisieren. Für Ernest Bai Koroma ist dies eine Art Leuchtturm-Projekt, um ausländisches Kapital ins Land zu holen. Wer sich nicht dafür einsetzte, waren die von der Landnahme betroffenen Menschen: Sie gründeten die Malen Land Owners and Users Association (MALOA), um sich zur Wehr zu setzen, die erst recht starken Zulauf erhielt, als deutlich wurde, wie gering die angekündigten finanziellen Entschädigungen sind. Der Artikel „Sierra Leone Activists Released After Six Weeks Jail For Protesting Socfin“ am 21. März 2016 bei Corpwatch externer Link zeichnet die Auseinandersetzung nach, wie sie seit 2011 stattfand und wegen einer massiven Protestaktion 2013 in den darauf folgenden Jahren immer wieder zu Festnahmen von Aktivisten führte. Von denen jetzt erneut sechs festgenommen worden waren, die nun, nach Bezahlung von Kautionen, nach sechs Wochen Haft frei kamen. Die Proteste aber werden fortgesetzt. Siehe dazu auch zwei Hintergrundbeiträge (weiterlesen »)

Etwa 60% der Ebola – Opfer in Sierra Leone sind Frauen. Die zumeist in Gegenden leben, wohin die vom Land vertriebenen Familien leben, die Opfer des großen „Land grabbing“ wurden, das auch in Sierra Leone stattfindet. Dagegen wehren sich die Menschen schon seit langem. The Freetown Declaration on land grabbing in Sierra Leone externer Link ist eine Erklärung vom 24. Juni 2014 von einer Konferenz zahlreicher Gruppierungen aus dem ganzen Land, die gemeinsam das soziale Problem Landübernahme bekämpfen wollen, wobei die Lebenssituation jener Menschen, die in die Stadt getrieben wurden einer der Gründe für diese Aktion war. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Grundlage:  Artikel von Septimus Senessie Ende Dezember 2012 im Magazin Politico externer Link

Fünf Tage lang führten Mitte Dezember 2012 Hunderte von Bergarbeitern bei Octea Diamonds in Koido einen Sitzstreik auf dem Zechengelände durch: Der ihnen zustehende Jahresendbonus war nicht ausbezahlt worden. Octea ist eine südafrikanische (?) Diamantengesellschaft – das grösste Bergbauunternehmen in Sierra Leones boomender Diamantenproduktion.
Die Auseinandersetzung eskalierte, als der zuständige Minister wegen seiner Zusammenarbeit mit dem Management mit einem Steinhagel auf seine Karosse empfangen wurde: Die Polizei eröffnete das Feuer und tötete zwei Streikende. Danach brannten Dinge auf dem Firmengelände und auch eine Polizeistation – die Streikenden brachen ihre Aktion aber dennoch ab, weil weitere repressive Eskalation drohte und der Vizepräsident die Untersuchung der Vorfälle versprach – nach Streikende sind nun zwei der Organisatoren festgenommen worden, berichtet in “Mine workers end strike in eastern Sierra Leone” Autor Septimus Senessie Ende Dezember 2012 im Magazin Politico.

Siehe dazu auch:

  • Soziale Kämpfe in Sierra Leoneexterner Link ein Kurzbericht bei medico international am 19. Dezember 2012 über den Streik, als Einleitung zur Stellungnahme des Network Movement for Justice and Development in Sierra Leone zum Streik