Soziale Konflikte

Demonstration gegen Goldmine Bukarest 2014Was ist aktuell vorgefallen? Dieses Jahr erschienen auf den Straßen von Roșia Montană und auf dem FanFest und den Konzerten (genauso wie in den letzten Jahren) einige junge Leute. Es handelt sich bei ihnen um nationalistische „Ultras“ mit Sympathien für Legionäre/Neofaschisten. Sie haben sich unter der Bezeichnung „Uniți sub tricolor“ (Vereinigt unter der Trikolore) und neben ihrer Unterstützung für Roșia Montană haben sie Parolen gezeigt und gerufen die eindeutig rassistisch und fremdenfeindlich sind. (So z.B. „Raus mit den Ungarn“)” – so die Begründung für den offenen Brief “Gegen die Ignoranz faschistischer Gewalt in Rumänien”  einiger antifaschistischer rumänischer Gruppierungen, der noch von 2014 stammt, aber nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Als eine Redaktion, die schon verschiedentlich über diesen rumänischen Widerstand berichtet hat, unterstreicht LabourNet Germany, dass wir die Meinung teilen, dass Widerstand kein Tummelplatz für faschistische Gruppierungen sein darf.

Protest gegen Rosia Montana in RumänienEine giftige Goldmine bewegt die Menschen – und im zweiten Halbjahr 2013 gar die Massen der Menschen. Im Protest gegen das Projekt einer kanadischen (natürlich kanadischen, denn heute sind ungefähr 80% aller Bergbauunternehmen kanadisch, weil sie wegen Steuervorteilen ihren Sitz dahin verlegt haben) Bergbaugesellschaft hat sich in Rumänien einiges an politischer Opposition entwickelt, was seit dem Sturz Ceaucescus noch nicht da gewesen war. Der Artikel „Nature, Nationalism and Anti-Capitalism in Romania“ von Florin Poenaru am 16. Januar 2015 bei der Rosa Luxemburg Stiftung Südosteuropa  externer Link versucht, diese Entwicklungen auf ihre Bedeutung für das Land hin zu analysieren

Philippinische WanderarbeiterinnenEin Film über Frauen, die in Hongkong und Malaysia, in Sri Lanka, Taiwan, Brunei und Namibia waren. Zuletzt haben sie in einer Textilfabrik in Sibiu, Rumänien gearbeitet. Ihre Hoffnung, in Europa Fuß zu fassen, war groß. Doch schon nach kurzer Zeit standen sie vor einer Entscheidung: Bleiben oder Gehen. Video bei labournet.tv externer Link (English mit dt.ut. | 4 min | 2014). labournet.tv zeigt hier die ersten 4 Minuten des Films, Berlin-Premiere ist am Samstag, 17. Januar 2015, 14:30 Uhr, im fsk – kino am oranienplatz, Segitzdamm 2, 10969 berlin

…wollen zahlreiche AktivistInnen in Pungesti in Rumänien. Worum es geht und wie die Proteste trotz Polizeirepression weitergeführt werden in dem Interview With Brianna Caradja, Pungesti Fighter And Romanian Activist externer Link am 07. Dezember 2013 bei Infoshop News

Der Protest gegen die Lizenz zum Betrieb des Goldabbaus in Rosia Montana geht weiter – jetzt ist eine parlamentarische Untersuchungskomission vor Ort angekommen, um die „Machbarkeit des Projektes“ zu überprüfen. Die DemonstrantInnen, die auch am vergangenen Wochenende massenhaft auf den Straßen waren, sehen dies als Zeitspiel der Regierung an – die sich ihrerseits von Bergarbeitern gedrängt sieht, das Projekt zu bejahen. Der Bericht Mine d’or en Roumanie : la tension monte à Roşia Montană externer Link von Matei Matin am 30. September 2013 beim Courrier des Balkans schildert die wachsenden Spannungen

Spiel auf Zeit – das ist es, was die diversen politischen Parteien als Reaktion auf die andauernden und massiven Proteste gegen die Goldbergbaulizenz für einen kanadischen Konzern (Kanada bietet internationalen Bergbaukonzernen besonders günstige Bedingungen, weswegen alle kanadische Tochterfirmen haben) für eine Haltung annehmen: Insbesondere die Parteien der Regierungskoalition betonen sie seien jetzt, oder schon immer, oder teilweise, auch gegen dieses Projekt – und verschieben die parlamentarische Abstimmung darüber andauernd…Auch am Wochenende demonstrierten wieder über 20.000 Menschen gegen Rosia Montana, wird in dem Interview Roumanie : le projet minier de Roşia Montană dynamite la coalition gouvernementale externer Link am 16. September 2013 beim Courrier des Balkans (nur die Einleitung frei zugänglich) festgehalten

Seit Anfang September protestieren in vielen Städten Rumäniens Menschen gegen die bevorstehende Eröffnung von europas grösster Gold (und Silber) Mine: In Rosia Montana, im Westen des Landes soll sie vom kanadischen Gabriel Konzern betrieben werden – mit zahlreichen extrem fragwürdigen Sonderrechten für das Unternehmen (so soll es beispielsweise das Recht haben, Menschen aus ihren Wohnungen zu vertreiben) und ebenfalls extrem giftiger Förderweise – mit Zyanid nämlich. Die übliche Argumentation man müsse Investoren haben, um natürlich – was sonst? – Arbeitsplätze zu schaffen, scheint immer weniger zu wirken, die Proteste jedenfalls wachsen. Die Meldung Proteste in Rumänien gegen Gold- und Silberabbau externer Link bei euronews am 02. September 2013 (weiterlesen »)

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)