Arbeitskämpfe

Sitzstreik der LehrerInnen in ManilaDie Bildungsinternationale, eine globale Dachgewerkschaft für Lehrer*innen, ist sehr besorgt über Nachrichten aus den Philippinen. Während einer Pressekonferenz am 11. Januar, bei der die Alliance of Concerned Teachers (Allianz der betroffenen Lehrer*innen) Belästigungen und Drohungen gegenüber ihrer Mitglieder anprangerte, erhielt der Vorsitzende der Allianz, Raymond Basilio, Todesdrohungen über sein Telefon. Raymond wurde gewarnt, dass, sollte er die Forderungen des Anrifers nicht erfüllen, ein Aufruf zu seiner Ermordung umgesetzt werden würde. Die Polizei bestreitet jegliches Wissen, jedoch hat die Gewerkschaft erfahren dass Polizei in verschiedenen Regionen des Landes ungesetzmäßiges Profiling von Gewerkschaftsmitgliedern durchführt. Dies ist ein ernsthafter Verstoß gegen nationale und internationale Gesetzgebung…” Aufruf von LabourStart zum online-Protest externer Link an Präsident Rodrigo Duterte mit der Aufforderung an die Regierung, Raymond und andere Gewerkschafter*innen zu schützen, die Todesdrohungen zu untersuchen sowie die Privatsphäre der Gewerkschaftsmitglieder zu garantieren und illegale Datensammlung über ihre Personen zu verhindern. Siehe dazu zuletzt: Sitzstreik der LehrerInnen in Manila

BoykottplakatNicht nur auf den Philippinen selbst – vor allem bei zahlreichen Belegschaften, die selbst im Kampf gegen Zeitarbeit stehen – sondern auch in zahlreichen anderen Ländern wächst die Solidarität mit den streikenden ZeitarbeiterInnen von Asiens größtem Gewürzkonzern nach dem zweiten Polizeiüberfall auf Streikposten und ihre UnterstützerInnen. Vor allem aber natürlich in solchen Ländern, die größere philippinische Gemeinschaften haben – wie, nicht zuletzt, die USA. Die Tausende von Menschen allesamt, die jedes Jahr am größten Kulturfestival der Filipino-Gemeinde teilnehmen, waren es gewohnt, NutriAsia ebenso unter den Großsponsoren des Ereignisses zu sehen, wie deren Produkte zuhause in der Küche. In diesem Jahr erschien das Unternehmen nicht. In dem Artikel „Strike-bound NutriAsia pulls out of SF Pistahan due to protests“ von Jun Nucum am 11. August 2018 im Inquirer externer Link wird berichtet, dass das Pistahan-Festival in San Francisco erstmalig ohne Nutir Asia-Präsenz stattfand – wegen erwarteter (und tatsächlich auch stattgefundener) Solidaritätsaktionen mit den Streikenden – nur, so wird auch aus diesem Artikel deutlich, hat das Fernbleiben des Sponsors erst recht zu vielen entsprechenden Nachfragen geführt… Zur Solidarität mit der NutriAsia-Belegschaft zwei weitere aktuelle Beiträge – und der Verweis auf den bisher letzten unsere Berichte zum Thema: (weiterlesen »)

Polizeiüberfall auf Solikundgebung mit NutriAsia Streikenden auf den PhilppinenVon zahlreichen Solidaritätsaktivitäten wie Kundgebungen, Demonstrationen, Flashmobs bis hin zu einzelnen solidarischen Arbeitsniederlegungen nach dem Polizeiüberfall auf die Streikenden (Nicht) Beschäftigten von NutriAsia wird in dem Beitrag „Workers nationwide protest ‘brutal’ NutriAsia strike dispersal“ am 03. August 2018 beim Gewerkschaftsbund KMU externer Link (Facebook) berichtet. In dem Beitrag, der verschiedene Aktionen kurz erwähnt, wird die Entwicklung bei NutriAsia in den Zusammenhang gestellt mit einer anwachsenden Reihe betrieblicher Kämpfe im ganzen Land, die sich allesamt an den einstigen Versprechungen des Präsidenten orientieren, Leih- und Zeitarbeit abzuschaffen. Ein versprechen, dass die Regierung gerne vergessen machen würde, was ihr aber aufgrund der massiven Mobilisierungen nicht gelingt. Die Streikenden von NutriAsia rufen nun, zusammen mit weiteren in Auseinandersetzungen befindlichen Belegschaften, zu einem nationalen Aktionstag am 27. August 2018 auf. Siehe dazu auch die neue Solidaritätspetition, einen Beitrag zur internationalen Solidarität, sowie einen Beitrag zum Versuch des Unternehmens, der Boykott-Kampagne zu begegnen und den Hinweis auf unseren ersten Beitrag zum Kampf der NutriAsia Belegschaft: (weiterlesen »)

Polizeiüberfall auf Solikundgebung mit NutriAsia Streikenden auf den PhilppinenNutriAsia beschäftigt in Malilao (Provinz Bulacan, Insel Luzon) 1.400 Menschen und verkauft seine Saucen rund um die Welt. Womit bereits die erste Falschmeldung verbreitet wurde: NutriAsia beschäftigt natürlich nur 100 Menschen, weitere 1.300 Beschäftigte von Subunternehmen sind halt auch noch da… Seit Anfang Juni 2018 befindet sich die Belegschaft im Streik – sowohl für die Übernahme der LeiharbeiterInnen, als auch für eine ganze Reihe weiterer Forderungen (wie etwa die Ausbezahlung von Überstunden-Zuschlägen – der ganze Forderungskatalog umfasst nur das Allerselbstverständlichste). Ende Juli kam es nun zu einem erneuten Großangriff der Polizei auf die Streikenden (das war bereits Mitte Juni zum ersten Mal geschehen), die bewaffnet gewesen seien und Steine auf die Polizisten geworfen hätten (es wurde nicht gesagt, warum die Polizei überhaupt da war, noch geklärt, warum sie Steine werfen sollten, wenn sie doch Waffen haben). Bilanz: 10 Verletzte, 20 Festnahmen (inzwischen wieder frei gelassen). Das Unternehmen wusste sofort, dass die Gewalt von den Streikenden ausging, die Regierung – der Arbeitsminister – legte noch „eins drauf“ und wusste auch, welche soziale Bewegung die Gewalt angestachelt hatte. Auf keinen Fall, das setzt der Minister voraus, hat das gebrochene Versprechen des großmäuligen Präsidenten, die Leiharbeit abzuschaffen, irgend etwas damit zu tun. So wenig, wie die alltägliche kapitalistische Gewalt des Unternehmens, Menschen zu zwingen, unter solchen Umständen arbeiten – und leben – zu müssen, und das ganze direkt entgegen konkreter Anweisungen der regionalen Arbeitsinspektion, rund 900 Übernahmen zu vollziehen. Was Gewerkschaften und demokratische Gruppierungen ganz anders sehen. Dazu unsere aktuelle Materialsammlung „Solidarität mit dem NutriAsia-Streik“ vom 02. August 2018 (an deren Ende auch eine Mailadresse für Solidaritätserklärungen zu finden ist): (weiterlesen »)

Facts about Soro-Soro Ibaba Development Cooperative (PH)Batangas City, Southern Tagalog: 80 Sackträger der Soro-Soro Ibaba Development Cooperative (Futtermittel) sind in Streik getreten. Sie wehrten sich erst gegen die Entlassung eines Kollegen, der die Missstände angeprangert hat; jetzt sind sie alle “entlassen”. Sie arbeiten schon lange (bis zu 31 Jahre) in der Fabrik, sind aber Leiharbeiter. Das waren sie nicht immer, erst 2009 wurden sie von der DCMM “übernommen”, die einem Dorfchef gehört. Sie schleppen 300 bis 400 Säcke mit dem Gewicht von bis zu 90 kg für einen Lohn von 340 bis 380 Peso (7,20 €) am Tag. Krankenversorgung gibt es für sie nicht; Arbeitskleidung etc. wird ihnen vom Lohn abgezogen.” Meldung vom 11.7.16 bei Asien aktuell externer Link. Siehe dazu auch die ausführliche Meldung vom 12.7.2016 im Bulatlat-Blog externer Link: Porters lead strike for regular jobs in largest agri-based coop in PH

Sitzstreik der LehrerInnen in ManilaSeit Mai 2014 kämpfen zunehmend mehr LehrerInnen der Philippinen für eine Gehaltserhöhung – nun zum zweiten Mal mit einem landesweiten Sitzstreik mit Schwerpunkt in Manila, organisiert von der Alliance of Concerned Teachers einer gewerkschaftsübergreifenden Koordination. Die 500.000 LehrerInnen im Land sehen vor allem in den präsidialen Haushaltsverfügungen ihren Gegner, diese Planungen sehen für die insgesamt 1,6 Millionen Beschäftigten der Zentralregierung keine Lohnerhöhung vor. Der ausführliche Bericht „Public school teachers hold second sit-down strike“ von ANNE MARXZE D. UMIL am 25. Februar 2015 in Bulatlat externer Link zeichnet die bisherige Geschichte der Auseinandersetzung nach und fasst auch die reaktionäre Politik der Regierung zusammen. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Rolando Pango: Neuer Mord auf Zuckerplantage in Philippinen Rolando Pango wurde am 29. November erschossen. Er war gerade dabei, auf der Hacienda von Manuel Lamata, dem Vorsitzenden des Unternehmerverbandes  United Sugar Producers Federation of the Philippines zu organisieren… Mit dem Aufruf Philippines sugar organizer murdered am 09. Dezember 2014 fordert die IUF externer Link dazu auf, gemensam mit ihr eine rasche Aufklärung zu fordern

Zum ersten Mal seit langen Jahren haben sich alle wesentlichen Gewerkschaftsorganisationen der Philippinen in einem Bündnis zusammengeschlossen: Gegen Vertragsarbeit, für Lohnerhöhung. Der Artikel “Labor alliance against contractualization for a meaningful wage hike formed” externer Link von MARYA SALAMAT am 20. September 2012 bei Bulatlat.

Siehe dazu auch: “PALEA vows “Never again outsourcing” on its 66th anniversary” externer Link – die Gewerkschaft der Beschäftigten der Philippine Airlines bekräftigt ihre grundsätzliche Ablehnung von outsourcing – am 21. September 2012 bei Europe Solidaire dokumentiert.