Internationales

Quelle: Artikel von Ralf Streck auf Telepolis vom 24.08.2012  externer Link

Der 1. September rückt näher und dann dürfen Ärzte in Spanien Flüchtlinge oder Einwanderer nicht mehr kostenlos behandeln, die über keinen legalen Aufenthaltsstatus verfügen. Die konservative Regierung will damit eine Milliarde Euro sparen. Sie sollen nur noch in Notfällen in den Notaufnahmen versorgt und gegen Bezahlung geheilt werden. Ausgenommen sind Minderjährige und Schwangere…“

Marcha Obrera – trotz Verbotsdrohungen

Quelle: Interview  “Die Bewegung ist schwächer, aber inhaltlich schärfer” externer Link von Peter Nowak mit dem SAT Vertreter in der jungle world vom 23. August 2012

In Malaga wurde der Arbeitermarsch der andalusischen Regionalgewerkschaft SAT verboten – in Cordoba von grossen Teilen der Bevölkerung begeistert empfangen. Der durch die Aneignungsaktion in Supermärkten bekannt gewordene Bürgermeister von Marinaleda ist derweil zum Ziel einer konzentrierten Medienkampagne geworden, deren Ton von der Regierungspartei PP angegeben wird. “Mitglieder der andalusischen Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores (SAT) machten vor kurzem durch die Aneignung von Lebensmitteln in spanischen Supermärkten und Besetzungen von brachliegendem Land international auf sich aufmerksam (Jungle World 33/2012). Die Jungle World sprach mit Miguel Sanz Alcántara über die Reaktionen auf die Aktionen und über gewerkschaftliche Organisierung in Spanien und Europa. Er ist Koordinator der SAT in Sevilla” – so wird das Interview eingeleitet. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Sieben Labour-NGOs verboten!

Seit Februar 2012 sind im Bereich Guangdong sieben Gruppierungen, die im Bereich der Arbeitswelt aktiv sind von den Behörden verboten worden. In der Stellungnahme “New wave of crackdowns on labour NGOs before the CCP reshuffles” externer Link des Hongkonger SACOM vom 07. August 2012 wird diese Repressionswelle der von ganz oben eingeforderten “sozialen Stabilität” im Vorfeld des KP-Parteitages zugeordnet. Das statement von SACOM fordert den regionalen Parteivorsitzenden Wang Yang auf, diese Maßnahmen rückgängig zu machen.

Quelle: Artikel von Wassilis Aswestopoulos auf Telepolis vom 17.08.2012  externer Link  

„Vor knapp drei Jahren erschreckte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Landsleute mit dem Ausspruch: “Die griechische Wirtschaft ist wie die Titanic.” In der Folge kam ein ums andere Rettungsprogramm über die Griechen. Die überwiegend ohne sinnvolle Reformen ausgeführten Sparpläne haben bisher nur unsoziale Belastungen für einen Großteil der Bevölkerung sowie eine stete Erhöhung der Arbeitslosenzahlen gepaart mit einer immer schlimmer werdenden Rezession gebracht. Weil dies den Griechen seitens der jeweiligen Regierungen vor allem als Ergebnis des “Drucks der ausländischen Kreditgeber” verkauft wurde, stieg der Zuspruch für rechtsnationale Parteien. Für diese sind natürlich außer den ihrer Meinung nach als Verräter zu bewertenden Regierungspolitiker vor allem die illegalen Einwanderer schuld am Debakel. Es kommt zu mit Polizeirazzien begleiteten Pogromen…

 

Film im labournet.tv: (Griechisch | 25 min | 2012 | untertitel: dt)  externer Link  

“Sie wollen aus Griechenland eine Sonderwirtschaftszone machen mit Löhnen von 300 bis 400 Euro.” – Aktivist_innen erklären, dass die Austeritätspolitik in Griechenland v.a. dazu dient, die Löhne drastisch zu reduzieren. Diese massiven Angriffe auf die Klasse führten zu einer Welle von Streiks und Protesten und neuen, informellen und spontanen Formen selbstorganisierter Solidarität. Der Film besucht die streikenden Stahlarbeiter von Halyvourgia Ellados, den besetzten Fernsehsender AlterTV und streikende Krankenhausangestellte.

Quelle: Mit Miguel Sanz Alcántara von der SAT sprach Martin Ling im Neues Deutschland vom 16.08.2012  externer Link  

Das Sindicato Andaluz de Trabajadores (SAT) ist eine auf Andalusien begrenzte kleine, radikale und linke Gewerkschaft, die am 23. September 2007 gegründet wurde. Die SAT hat etwa 20 000 Mitglieder und arbeitet mit alternativen Gewerkschaften wie der Corriente Sindical de Izquierda (Linke Gewerkschaftsströmung) in Asturien, der baskischen Gewerkschaft LAB und anderen zusammen.

Quelle: Artikel von Marianne Arens auf der World Socialist Web Site vom 17. August 2012  externer Link  

Am Donnerstag den 9. August legten Vertreter der Gewerkschaft UNIA der Belegschaft von Merck-Serono in Genf eine Vereinbarung zur Schließung des Werks zur Abstimmung vor, die einen Verzicht auf weitere Arbeitskampfmaßnahmen beinhaltet. (weiterlesen »)

Teenager Films Afghan Child Labor

School Documentary Project Seeks to Illuminate Open Secret: Young Boys atWork in Remote Coal Mines

Quelle: Artikel von Dion Nissenbaum im Wall Street Journal vom 14.07.2012 externer Link

“A video shot by an 18-year-old Afghan in the claustrophobic passages of a coal mine casts new light on one of Afghanistan’s most disturbing challenges. Children as young as 10 toil in illegal mines, often for 12 hours a day, activists say. Afghan officials agree the problem is stubborn despite recent efforts. The boys represent a thorny obstacle to the nation’s push to transform its antiquated mining industry into a modern economic engine…” (weiterlesen »)

Nach Marikana

Nach dem Massaker tobt das, was ein Medienkritiker bereits “blame game” nannte: Schuldzuweisungen aller Art. Jeder gegen jeden, am besten, ohne die Betroffenen zu hören. Welche Bedeutung dieses schändliche Ereignis hat – für die Menschen, vor allem für diejenigen, die in afrikanischen Zechen ihr Leben verdienen müssen, aber auch für die allgemeine gesellschaftliche und politische Entwicklung, ist Gegenstand unserer ausführlichen und kommentierten Materialsammlung “Nach Marikana” vom 24. August 2012, die neben Dokumenten aus dem Netz auch Auszüge und Zusammenfassungen aus einer Reihe von Telefongesprächen enthält.
Zusammengestellt, telefoniert und kommentiert von Helmut Weiss (weiterlesen »)

Aneignung im Supermarkt durch die SAT

Eine (verhältnismäßig bescheidene) Aktion und eine (gewaltige) gesellschaftliche Debatte: Aneignung im Supermarkt

Quelle: Bericht “La subdelegación del gobierno de Cádiz prohíbe el derecho de reunión al SAT de Sanlúcar” externer Link am 10. August 2012 bei La Haine

Die Aneignungsaktion der andalusischen SAT in zwei Supermärkten (Mercadona, hat Anzeige gestellt und Carrefour, hat es durchgehen lassen) schlägt Wellen quer durchs Land und hat eine breite gesellschaftliche Debatte provoziert. “Das geht ja so nicht” ist naheliegenderweise der Tenor der Autoritäten, Politiker des Bürgertums und der entsprechenden Medien. Die juristischen Verfolgungsmaßnahmen sind auch bereits eingeleitet, denn in einem Rechtsstaat muss klar sein, was man darf – und was nicht. (weiterlesen »)

Spesen?

Quelle: Beitrag “CCOO y UGT dan por finalizados los encierros y las movilizaciones de los mineros” externer Link von Cándido González Carnero

Ausser denen nichts gewesen? Ist die erste Frage, die sich erhebt, nachdem die beiden Gewerkschaftsverbände CCOO und UGT das (vorläufige?) Ende des Bergarbeiterstreiks dekretiert haben. Aber: Der Kampf der Bergarbeiter und der breitesten Teile der Bevölkerung der Bergbauregionen und das riesige Echo der Gesellschaft auf den schwarzen Marsch haben die politische Konstellation (einstweilen) verändert – die Kürzungsorgienmacher in die Defensive gedrängt. So auch in dem Beitrag von Cándido González Carnero. (weiterlesen »)

Der Norden von Amiens zählt zu den landesweit 15 Sicherheitszonen, für die Innenminister Manuel Valls ab September zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hat. Er machte sich am Nachmittag ein Bild von der Lage vor Ort und wurde dabei ausgepfiffen. Nichts könne die Schüsse auf Polizisten rechtfertigen, sagte Valls” aus dem Bericht mit dem vielsagenden Titel “Krawalle nach Kontrolle” externer Link am 15. August 2012 in der taz – wobei von Schüssen nur beim Herrn Minister die Rede ist…

Und: “Die Öffentlichkeit schien diese Wirklichkeit ganz vergessen zu haben. Von den „Problemvierteln“ war kaum mehr die Rede, die Euro-Krise, die lahmende Wirtschaft, der Spitzensteuersatz dominierten den Präsidentschaftswahlkampf und die Medienberichte darüber, das unbequeme Thema blieb ein Randthema, auch für die Sozialdemokraten. Nun sorgt ein „Problemviertel“ in der nordfranzösischen Stadt Amiens für neue Schlagzeilen mit den bekannten Erscheinungen: Wut der Einwohner gegenüber der Staatsmacht, personifiziert durch die Sicherheitskräfte der CRS (Sicherheitskompanien der Republik), die in Ausschreitungen eskaliert. 17 verletzte Polizisten, in Brand gesetzte Autos und Mülleimer, aber auch eine Schule und eine Sporthalle ging in Flammen auf” – aus dem Beitrag “Wie Tiere behandelt” externer Link von Thomas Pany am 15. August 2012 bei telepolis.

 

 

Quelle: Meldung “Streik in Arbeitsvermittlungen” externer Link am 15. August 2012 bei Randzone Online

Am Montag streikten in Großbritannien 6.000 Beschäftigte in 32 Callcentern der Arbeitsvermittlungen gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschafter der PCS wehren sich gegen eine Reform, die durch unrealistische Zielvorgaben wachsenden Druck auf die Beschäftigten und die Arbeitslosen ausübt. Bereits im Januar hatte es in Schottland deswegen einen 48-Stunden-Streik gegeben” – das ist die Meldung “Streik in Arbeitsvermittlungen”  am 15. August 2012 bei Randzone Online.

Siehe dazu auch: “Job Centre Plus workers strike in face of management tactics” externer Link am 14. August 2012 im Socialist Worker, wo mehrere Streikende zu Wort kommen.

Und: “Jobcentre call handlers strike over oppressive target-driven culture” externer Link die Streikberichte bei der Dienstleistungsgewerkschaft PCS vom 13. August 2012 – in denen vor allem deutlich wird, dass es den Streikenden keineswegs nur um ihre eigenen Arbeitsbedingungen geht, sondern dass die permanente Kontrolle, gegen die sie sich vor allem wehren, dazu da ist, Kontrolle über die Erwerbslosen zu intensivieren, was sie verweigern.

Streik in Sidi Bouzid

Quelle: Bericht “Tunisie : Grève générale à Sidi Bouzid” externer Link 

Am 14. August hatten zahlreiche Organisationen darunter vor allem der regionale Gewerkschaftsbund UGTT zu einem Streiktag in dem Städtchen, das als “Wiege der Revolution” gilt, aufgerufen: Es ging um Perspektiven für die Jugend im Allgemeinen – und um die Freilassung der festgenommenen Demonstranten der letzten Tage im besonderen. Der Bericht “Tunisie : Grève générale à Sidi Bouzid” externer Link von Youssf B am 14. August 2012 bei Europe Solidaire zeichnet eine erfolgreiche Aktion nach.

Siehe dazu auch: “Video der Kundgebung in Sidi Bouzid” externer Link  bei Youtube am 15. August 2012 eingestellt.

Quelle:  Mail eines Belegschaftsmitglieds

Einmal mehr profiliert sich Leoni in Tunesien als ein Unternehmen der traditionellen europäischen Art: Keine Diskussion, Willkür – und Zynismus, wie etwa das großartige Angebot an die Belegschaft in Ezzarah, die (noch) 600 Beschäftigten könnten ja mit nach Sousse umziehen… Die kurze “Mail eines Belegschaftsmitglieds  ”  vom 14. August 2012 zur aktuellen Problematik einer extrem kurzfristig verkündeten Werksschliessung ohne weitere Verhandlungsabsichten macht unter anderem auch deutlich, dass Kolonialismus keineswegs ausgestorben ist…und dass nicht nur die Belegschaft von Leoni, sondern auch benachbarter Firmen sich in Streikvorbereitung befinden.

Grundinfos