Oman

Im Fokus

Wenn nötig, ein Jahr…

…sagten streikende Arbeiter der Octal Petrochemicals Company auf die Frage, wie lange sie streiken wollen: Sie fordern die Wiedereinstellung ihres betrieblichen Gewerkschaftsvorsitzenden und eine Lohnerhöhung. Mittlerweile – der Streik dauert nunmehr bereits 10 Tage – unterstützen alle Gewerkschaften der General Federation of Oman Trade Unions (GFOTU) die Belegschaft, während das Unternehmen anbot, den entlassenen Al Masahali anderswo wieder einzustellen – was abgelehnt wurde – und ansonsten in der Öffentlichkeit schweigt. Dazu der redaktionelle Bericht Octal employees continue to strike in Oman externer Link am 06. März 2014 in den Gulf News

Der lange Streik der Lehrer

Der lange Streik der Lehrer in OmanSeit Anfang Oktober streiken die Lehrenden der rund 1.000 öffentlichen Schulen im Oman: Es geht bei dem ganzen Katalog von Forderungen, den die Streikenden, die keine Gewerkschaft haben, aufgestellt haben, im Kern um den Status der Lehrer und um die Ziele des Erziehungswesens. Was sich unter anderem in Forderungen nach dem Recht auf gewerkschaftliche Organisierung niederschlägt, wie auch in der Forderung nach maximal 20 Stunden Unterricht die Woche und kleinere Klassen. Nachdem die ersten Wochen von Seiten der Regierung des Sultans und dessen Medien die Parole verfolgt wurde, es sei in Wirklichkeit alles ruhig, sind die Töne seit Anfang November andere: Es werden Versprechungen und Zugeständnisse gemacht – und es wird gedroht. Vor allem damit, die Lehrer in die Reihe jener Berufe aufzunehmen, denen das Streikrecht genommen wird, wie etwa die in den letzten Jahren immer wieder in den Ausstand getretenen Belegschaften der Ölindustrie. Der Bericht La très longue grève des enseignants d’Oman externer Link von Luiza Toscane am 18. November 2013 bei Badiltawri

Vom Sockel gefallen…

…ist der Herr Sultan. Obwohl – oder gerade – weil er, angesichts der ersten Proteste auch im Oman letztes Jahr, seine seit 1970 befolgte Praxis durchzog: Reformen oberflächlicher Art zumindest versprechen, Aktivisten gnadenlos verfolgen, funktioniert es nicht mehr. Seit dem Streik auf den beiden wichtigsten Ölfeldern im Frühjahr 2012 und der naschliessenden Verhaftung von Aktivisten, die Solidarität mit den streikenden Arbeitern organisierten, gibt es keine Ruhe mehr. Und vor allem: Auch dieser selbsterklärte Vater der Nation gerät immer mehr in die Kritik, eine Generation lang nicht nur verboten, sondern undenkbar. Jetzt gibt es sogar schon ganze Serien von Witzen über die Figur, schreibt in “Qaboos can make mistakes like anybody else”– The Sultan of Oman De-sacralized” externer Link Marc Valeri am 18. November 2012 bei Jadaliyya.

Drei Demokratie-AktivistInnen, die den zur Monatswende stattgefundenen erneuten Ölarbeiterstreik unterstützen wollten, sind festgenommen worden – ohne Haftbefehl, dafür aber mit der Anschuldigung “Aufruhr”, was beim alten Sultan von Londons Gnaden (Shell hat 30% Anteile an der staatlichen Ölfördergesellschaft PDO) eine Frage der Staatssicherheit bedeutet..Der Aufruf “Oman-Three human rights defenders arrested and held in incommunicado detention” externer Link vom 05. Juni 2012 beim Gulf Center for human rights.