Arbeitskämpfe

ryanair lowest wagesDie irische Fluggesellschaft Ryanair will mit einer einstweiligen Verfügung einen Streik der Piloten in den Niederlanden verhindern. Ein Gericht in Haarlem sollte noch am Donnerstag über die Klage entscheiden. Die irische Billigfluggesellschaft will ein Streikverbot für die gesamte Sommerperiode erreichen. Die Pilotengewerkschaft VNV kündigte am Mittwochabend an, die in den Niederlanden ansässigen Piloten würden am 10. August für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Damit schlossen sich die Niederländer dem Streik ihrer Kollegen in Deutschland und anderen europäischen Ländern an. “Dieser europäische Pilotenstreik sollte ein Weckruf für das Ryanair-Management sein”, erklärte die Gewerkschaft…“ – aus dem Beitrag „Ryanair zieht gegen Pilotenstreik vor Gericht“ am 09. August 2018 beim Manager Magazin externer Link – was nicht daran hinderte, dass auch in den Niederlanden gestreikt wurde, wenn auch nicht so massiv wirksam, wie etwa in Belgien – nicht zuletzt wegen des systematischen Einsatzes von Streikbrechern (siehe dazu unser Dossier). Siehe dazu auch einen Beitrag über das Urteil und den Hinweis auf unser Ryanair-Dossier: (weiterlesen »)

Streik der Fahrradkuriere zum Neujahrstag 2018 hier in AmsterdamNachdem Aktivisten der Kuriere von Deliveroo Belgien am Mittwoch, 24. Januar 2018, nach mehreren Streiktagen die Brüsseler Zentrale des Unternehmens besetzt hatten, erklärte sich die Unternehmensleitung bereit, ein Schlichtungstreffen unter Leitung eines von der Regierung dazu beauftragten Ministers durchzuführen. Für die Streikenden ein erster bedeutender Erfolg – hatte doch bis dahin Deliveroo in Abrede gestellt, dass es überhaupt einen Streik gab. Die Meldung „Actions chez Deliveroo: la direction accepte le principe d’une conciliation, fin du siège en vue“ am 26. Januar 2018 bei RTBF externer Link macht, neben der plötzlichen Aktivität der Regierung, bereits für sich deutlich, welches Echo die Streikkationen hatten – wenn der wichtigste Fernsehsender berichtet… In verschiedenen belgischen Städten hatten die Kuriere immer wieder einzelne Streiktage organisiert, an denen sich jeweils rund die Hälfte der (angeblich „Nicht-„) Beschäftigten beteiligte, die sich auch hier gegen jene Anpassungen zur Wehr setzen, die das Unternehmen europaweit auf Kosten ihrer „Dienstleister“ vornimmt. Wie auch in den Niederlanden und weiteren europäischen Ländern – und auch in Hongkong. Derweil droht das Unternehmen, was es alles tun werde, um die Anerkennung der Kuriere als Beschäftigte zu verhindern… Siehe dazu einen weiteren Beitrag zu den aktuellen Streiks in mehreren Ländern, eine europäische Zwischenbilanz über Streiks und Organisation, die Dokumentation der Haltung des Unternehmens, sowie den Verweis auf die letzten Beiträge zum Thema: (weiterlesen »)

Streik der Fahrradkuriere zum Neujahrstag 2018 hier in AmsterdamDas Jahr 2018 beginnt in den Niederlanden mit einem Streik bei Deliveroo: Vor allem in Haarlem, Utrecht und Amsterdam wurde er so massiv befolgt, dass das Unternehmen auf seiner Webseite bekannt gab, es sei „vorübergehend geschlossen“ – wegen „Überlastung“… Hintergrund für die wirksame Streikbeteiligung ist, dass die Vorgeschichte in den Niederlanden etwas anders ist, als bei Deliveroo in anderen Ländern: Hier waren die Fahrerinnen und Fahrer zunächst fest angestellt. Erst seit Mai 2017 verfolgt Deliveroo auch in den Niederlanden sein weithin berüchtigtes Geschäftsmodell „freier Vertragspartner“ (sprich: Vermeidung von Sozialabgaben, verkauft als selbstbestimmte Arbeitszeit). Wogegen sich, seit September 2017 auch öffentlich sichtbar, Widerstand entwickelt hat. Was sich vor allem an der, gemeinsam mit dem Gewerkschaftsbund FNV voran getriebenen, Gründung der Gewerkschaft Riders Union gezeigt hat, die nun auch diesen Streik organisiert. Siehe dazu zwei aktuelle Beiträge der Gewerkschaft und ein kurzes Video einer Streikaktion, sowie einen älteren Beitrag über den Beginn der Proteste aus dem letzten Herbst: (weiterlesen »)

ÖD im niederländischen FNVObwohl niederländische Lehrer wesentlich mehr Stunden arbeiten als hiesige, verdienen sie deutlich weniger Geld. Das Monatsbruttogehalt für beginnende Lehrerinnen liegt bei 2346 Euro Brutto und kann mit zunehmender Erfahrung auf 3355 Euro Brutto monatlich steigen. Zum Vergleich: In Westdeutschland startet man in der Entgeltgruppe E11 des öffentlichen Dienstes bei einem Bruttogehalt von 3128,79 Euro. Doch es gibt noch einen Unterschied zu Deutschland: Alle Lehrerinnen dürfen streiken. Am 27. Juni wurde ein erster Warnstreik noch belächelt. Niemand wäre so schlecht im Streiken wie die Grundschullehrer, witzelte ein Comedian. Sie wären so lieb, dass sie an Streiktagen gratis Kinderbetreuung organisierten. Doch lieb war gestern“ – Streikgründe aus dem Beitrag „Lieb war gestern“ von May Naomi Blank am 06. Oktober 2017 in neues deutschland externer Link, worin auch noch auf die massive Mobilisierung eingegangen wird, als eines der Anzeichen dafür, dass die Geduld der Betroffenen an ihr Ende gekommen ist. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Hafenarbeiterstreik Rotterdam 8.1.2016 - die Basis hat ihn beschlossenWenn es im Hafen von Rotterdam zum Streik oder zu anderen Formen von Protest und Widerstand kommt, schauen keineswegs nur in den Niederlanden viele Menschen darauf, sondern aus zahlreichen Ländern Europas: Der größte und am weitgehendsten automatisierte Hafen Europas setzt Marken. Der eintägige Warnstreik am 7. Januar richtete sich gegen Pläne, rund 700 der 3.600 Beschäftigten auf die Straße zu werfen. In dem Artikel „Rotterdam dockers strike – a test case for Europe?“ von Chris Burns am 11. Januar 2016 bei Equal Times externer Link wird auch berichtet, dass der Konkurrenzkampf der Hafengesellschaft mit beispielsweise jenen von Antwerpen und Hamburg dazu führte, dass auch die Belegschaften dort ähnliche Angriffe erwarten. Dementsprechend gab es auch praktizierte Solidarität einer Reihe von Gewerkschaften aus anderen europäischen Häfen, darunter auch von ver.di. Der erste Streik seit 13 Jahren in Rotterdam wurde von Gewerkschaften und Hafengesellschaft unterschiedlich beurteilt – während die einen von einer nahezu 100% Beteiligung sprachen, verwies die andere Seite darauf, dass nur wenige der insgesamt 40 km Anlandefläche betroffen gewesen seien. Die Gewerkschaften verwiesen darauf, dass die Ausweitung des Hafens in Rotterdam – im Gegensatz zu anderen Orten und Häfen – von der Betreibergesellschaft alleine, ohne Beteiligung der Belegschaft beschlossen und vollzogen worden sei und dass, wenn es in kurzer Frist nicht zu ernsthaften Verhandlungen komme, weitere Aktionen vorbereitet würden. Siehe dazu auch zwei weitere Beiträge: (weiterlesen »)

Streikplakat des FNV vor Daf/Eindhoven am 28.9.2015Ab Montag den 28.9 bis Mittwoch 30.9 streikt die Belegschaft der DAF-Werke in den Niederlanden. DAF wird bereits zum wiederholten Male in diesem Jahr bestreikt, bisher waren dies immer eintägige Aktionen. Auch in anderen Metallbetrieben wird im Laufe dieser Woche gestreikt werden – so etwa in der Region Utrecht oder Firesland. Hintergrund ist die Haltung des Unternehmerverbandes, der faktisch seit sechs Monaten Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag für die Branche verweigert. In dem kurzen Bericht “DAF goes on strike once again” am 24. September 2015 bei den Eindhoven News externer Link wird ein Sprecher der Gewerkschaft FNV zitiert, der eine Streikbeteiligung von bis zu 900 KollegInnen erwartet

Holländische Post: Streik der Fahrer im Juli 2015 führt zu Übernahmeangebot für ScheinselbstständigeEtwa 1.000 angeblich selbstständige Fahrer hat die holländische Post unter Vertrag – und die Arbeits- und Verdienstbedingungen haben in letzter Zeit zu wachsendem Protest geführt. Nach mehreren Aktionen machte die Unternehmensleitung das Angebot, alle “Selbstständigen” die dies wünschten als Angestellte der Post zu übernehmen. (Holland liegt gar nicht auf einem anderen Planeten als Post und ver.di hierzulande). Ein Teil der Fahrer war mit den konkreten Bedingungen nicht einverstanden und setzte ab Mitte Juli die Streikaktion selbstständig fort. Jetzt teilte das Unternehmen mit, man werde weiter verhandeln und die Bezüge jener Fahrer, die nicht übernommen werden wollen, würden erhöht werden, geht aus dem Bericht “PostNL’s independent parcel delivery drivers back at work” am 20. Juli 2015 bei Post und Parcel externer Link hervor, worin auch berichtet wird, dass die Branchenabteilung der Gewerkschaft FNV mit der ursprünglichen Übernahmeangebot bereits zufrieden gewesen sei (was ja immerhin deutlich mehr war als das, was nun hierzulande krampfhaft versucht wird, als Erfolg zu verkaufen)