Neuseeland

Der LehrerInnen-Streik in Neuseeland Ende Mai 2019 war der bisher grösste in der Geschichte...„… In Neuseeland blieb am Mittwoch mehr als die Hälfte der Schulen geschlossen. Der Grund: Rund 50.000 Lehrer haben für einen Tag die Arbeit niedergelegt, um ihre Forderungen nach besserer Bezahlung zu untermauern. Die Lehrer im Pazifikstaat fordern mindestens 15 Prozent mehr Gehalt sowie bessere Arbeitsbedingungen. Die Regierung unter Labour-Premierministerin Jacinda Ardern bietet bislang jedoch nur drei Prozent Plus – was der Regierungschefin viel Kritik einbringt. Wenn die Regierung Bildung wertschätzen wolle, dann müsse sie auch die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer wertschätzen, heißt es bei den Gewerkschaften. Die Lehrkräfte würden unter enormem Druck arbeiten. Nach Gewerkschaftsangaben ist dies der bislang größte Streik in der Geschichte Neuseelands. 700.000 Schülerinnen und Schüler sind davon direkt betroffen, schreibt der “Guardian”. Zahlreiche Eltern hätten deshalb nicht zur Arbeit gehen können. Trotzdem sei die Solidarität mit den streikenden Lehrern hoch…“ – so wird es in dem Beitrag „Zehntausende Lehrer streiken für mehr Geld“ am 29. Mai 2019 in Spiegel online externer Link gemeldet, worin allerdings das Thema Arbeitsbedingungen ausgespart bleibt. Zum Schulstreik in Neuseeland drei weitere aktuelle Beiträge – auch über die weiteren Perspektiven nach diesem ersten Streiktag: (weiterlesen »)

Sozialkonferenz: Antimuslimischer Rassismus in der Mitte der Gesellschaft„… Die australische und die neuseeländische Regierung behaupten weiterhin, Tarrant sei „nicht auf dem Radar“ ihrer Geheimdienste erschienen, obwohl deren Größe und Mittel seit Beginn des „Kriegs gegen den Terror“ im Jahr 2001 erheblich ausgeweitet wurden. Die muslimischen Gemeinden in beiden Ländern werden seit 18 Jahren überwacht und waren das Ziel zahlreicher Polizeiaktionen. Gleichzeitig wurde eine Person, die sich im Umfeld von fanatisch rechtsextremen Organisationen bewegte, angeblich ignoriert – selbst nachdem er Ende 2017 einen Waffenschein beantragt hatte und nach seiner Rückkehr nach Neuseeland Anfang des Jahres einem Schützenverein beigetreten war. Darüber hinaus machte Tarrant auch keine Anstalten, seine mörderischen Absichten zu verheimlichen. Zwei Tage vor dem Anschlag postete er auf seinem Twitter-Account Bilder seines halbautomatischen Gewehrs, das mit rassistischen Parolen beschrieben war. Zirka acht Minuten vor dem Massaker schickte er sein faschistisches Manifest an Dutzende Regierungs- und Medien-Accounts. Darin nannte er ausdrücklich die Namen der beiden Moscheen, die er angreifen wollte. Hätte er unter Beobachtung gestanden, hätte diese schreckliche Tat vollständig verhindert werden können. (…) In Neuseeland kam die Koalition aus Labour Party und NZ First mit dem Programm an die Macht, die Einwanderung zu begrenzen, da sie diese zu Unrecht für Wohnungsnot und andere soziale Probleme verantwortlich machte. Der NZ-Vorsitzende, stellvertretende Premierminister und Außenminister Winston Peters ist ein bekennender Rassist und hat in der Vergangenheit Fremdenfeindlichkeit gegen muslimische, afrikanische und chinesische Migranten geschürt. Rechtsextreme Elemente in Neuseeland bezeichnen Peters als ihren besten Sprecher im Parlament…“ – aus dem Beitrag „Regierungen und Medien lenken von Mitschuld an faschistischem Anschlag in Neuseeland ab“ von James Cogan am 20. März 2019 bei wsws externer Link, der sowohl auf den konkreten, aktuellen, als auch den traditionellen Rassismus in Neuseeland verweist, der meist eher nicht thematisiert wird. Zur Reaktion auf den faschistischen Mord drei weitere aktuelle Beiträge und zwei historische Hintergrundbeiträge über Rassismus in der neuseeländischen Siedlerkolonie, sowie der Hinweis auf unsere erste Materialsammlung zum faschistischen Massenmord: (weiterlesen »)

Sozialkonferenz: Antimuslimischer Rassismus in der Mitte der Gesellschaft„… Man muss sicherlich äußerst vorsichtig sein, ehe man eine direkte Verbindung solcher gesellschaftlichen Entwicklungen zu den aktuellen Terroranschlägen zieht. Schließlich ist der mutmaßliche Täter Australier; inwieweit er vor Ort verwurzelt war, wird derzeit noch ermittelt.  Laut Spoonley könnte es aber kein Zufall gewesen sein, dass der Angriff in Christchurch stattfand, in der Stadt auf der neuseeländischen Südinsel. “Christchurch ist für seine rechte Szene bekannt”, sagt der Wissenschaftler.  In der Vergangenheit habe es hier mehrere gewaltsame Übergriffe aus den Reihen der rechten Szene gegeben. In einem seiner Bücher hatte der Wissenschaftler über rechte Gruppierungen in den Achtzigerjahren geschrieben – viele von ihnen stammten aus Christchurch. (…) Sicherheitsexperte Buchanan übt jedenfalls scharfe Kritik an der Politik. Sein Land habe sich so sehr auf Terrorismusbekämpfung aus dem Ausland konzentriert, dass man die Bedrohung des Rechtsextremismus schlicht übersehen habe. Der Anschlag sei nun ein Wendepunkt für die Politik und die Gesellschaft des Landes…“ – aus dem Beitrag „”Das überrascht mich nicht, so schrecklich es auch ist”“ am 15. März 2019 in Spiegel online externer Link über erste politische Reaktionen auf den Massenmord. Siehe zum Terroranschlag eine aktuelle Materialsammlung über den politischen und sozialen Hintergrund – und die Vorgeschichte der Tat, sowie ihrer Verbindung zu manchen von jenen, die sich jetzt bestürzt zeigen wollen: (weiterlesen »)

ITUC LogoIm Zentrum des vorliegenden Materials stehen elementare Basisinformationen über die nationalen Gewerkschaftsbünde in Australien/Ozeanien, die dem Internationalen Gewerk-schaftsbund (IGB) angehören. Sie sind eingebettet in etwas allgemeinere Informationen zu den einzelnen Staaten dieses Raums. Im Rahmen dieser Vorbemerkungen gebe ich zunächst einen Überblick über den Aufbau dieses Materials. Im Anschluss gebe ich einige Informationen zu den von mir verwendeten Quellen und gehe abschließend auf einige kritische Punkte ein…” Aus den Vorbemerkungen zur Informationssammlung von Bernhard Pfitzner , Stand: 4.12.18 – wir danken! Siehe auch unser Dossier mit allen Materialien zum Thema „Internationale Gewerkschaftsarbeit“ von Bernhard Pfitzner

krankenschwester neuseelandQuer durch Neuseeland befanden sich Krankenschwestern im Streik, bis auf Notdienste stand alles still an diesem 12. Juli 2018: Im ersten Streik an Neuseelands Krankenhäusern seit 30 Jahren. In dem Sendebeitrag „Nurses ‘excited, staunch’ about strike“ am 12. Juli 2018 bei Radio New Zealand externer Link Audio Datei kommen streikende Krankenschwestern aus Auckland, Christchurch und Wellington zu Wort, die sowohl die Gründe für den Streik erläutern – die „Sparpolitik“ der Regierungen hat auch hier für niedrige Einkommen bei ständig steigender Belastung gesorgt, weshalb auch im fernen Neuseeland neben einer Lohnerhöhung eine Personalerhöhung zu den zentralen Forderungen gehört – als auch ihre Überraschung darüber deutlich machen, wie massiv dieser erste streik nach so langer Zeit befolgt wird und wie entschlossen ihre Kolleginnen sind. Zum Widerstand gegen die Kürzungspolitik der Regierung zwei weitere aktuelle Beiträge und ein Hintergrundartikel: (weiterlesen »)

ak - analyse & kritik. Zeitung für linke Debatte und PraxisDie »konservative Linke« will stets das Gegenteil von dem, was der Neoliberalismus will. Anders gesagt: Sie betreibt eine reaktionäre, undialektische Opposition gegenüber verschiedenen Aspekten des Neoliberalismus. Ihre Ideologie sei in der »reformistischen« und auch der »revolutionären« Linken von Neuseeland/Aotearoa extrem stark verbreitet und manchmal dominant, schreibt die neuseeländische Aktivistin Daphne Lawless. Da es sich zugleich um ein weltweit zu beobachtendes Phänomen handelt, lohnt eine detaillierte Beschäftigung mit dem Thema.” Artikel von Daphne Lawless aus dem ak, analyse & kritik externer Link, Nr. 625 vom 21.3.2017 – wir danken der Redaktion! Daphne Lawless ist eine linke neuseeländische Aktivistin. Ihr Artikel erschien zuerst im Fightback Magazine. Übersetzung und Bearbeitung: Klaus Mahrer (weiterlesen »)

EinzelhandelsgewerkschafterInnen in Neuseeland feiern den Sieg gegen Nullstundenverträge am 13.3.2016Nullstundenverträge sind ein wesentlicher Bestandteil unternehmerischer Wunschzettel – in Ländern wie Großbritannien etwa, realisiert mit, extrem umstrittener, Gewerkschaftsbeteiligung. Nicht wissen, wie viele Stunden man arbeiten wird – und dementsprechend, was man verdient – ist ein Höhepunkt an zynisch-kapitalistischer Menschenfeindschaft, jederzeit flexibel einsetzbare Arbeitskräfte für den Profit eben. In Neuseeland war das anders: Die gesamte Gewerkschaftsbewegung hat seit Jahren massiv dagegen Widerstand geleistet – jetzt mit Erfolg! Die Pressemitteilung „Zero hour contracts officially history“ des CTU vom 10. März 2016 externer Link unterstreicht, dass dieser Erfolg ein Erfolg des Kampfes der Gewerkschaftsmitglieder ist. Der CTU unterstreicht dabei, dass sowohl Regierungs- als auch Oppositionsparteien für die Abschaffung dieser Vertragsart stimmten. Siehe dazu auch drei weitere aktuelle Beiträge – vor allem über die entscheidende Rolle der Mitgliederaktivität: (weiterlesen »)

Australisches Konsulat in Auckland (Neuseeland) von Gewerkschaft Unite besetzt am 11.11.2015Am 11. November besetzten neuseeländische AktivistInnen das australische Konsulat in Auckland. Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass auch neuseeländische Staatsbürger in dem Gefängnislager auf den Weihnachtsinseln interniert sind. Die Besetzungsaktion wurde von der Gewerkschaft Unite und der Initiative Global Peace and Justice Auckland organisiert. Die Proteste gegen die australische Migrationspolitik in Neuseeland dauern seit 2001 an, als die damalige australische Regierung eine neue Politik gegen neuseeländischen Staatsbügern einführte: Arbeitserlaubnis ja, aber wesentlich erschwerter Zugang zu Sozialversicherungen. In dem Artikel “New Zealanders protest for Christmas Island detainees, storm Aus. consulate in Auckland” am 11. November 2015 in Greenleft Australia externer Link wird ausführlich von den Drohungen des Wachpersonals auf der Weihnachtsinsel berichtet, sie würden bei jedem Protest “Ordnung schaffen”. Siehe dazu auch die Stellungnahme der Gewerkschaft Unite und einen Hintergrundbeitrag: (weiterlesen »)

Neuseeland: Fast food workers to challenge zero hoursAm 1. April sollen neue Tarifverträge für die Beschäftigten im Fast Food Bereich und in den Kinos in Geltung treten, die jetzt verhandelt werden. Die Gewerkschaft Unite, die die Beschäftigten in diesem Bereich vetritt hat dabei deutlich gemacht, dass es den Mitgliedern auch hier darum geht, die sogenannten Nullstundenverträge abzuschaffen, die die totale Abhängigkeit der Beschäftigten von den je aktuellen Wünschen des Unternehmens zementieren. Der Artikel „Fast food workers to challenge zero hours“ von Mike Treen am 30. Januar 2015 im Daily Blog externer Link Neuseelands macht die Position der Gewerkschaft deutlich – ist der der Autor doch ihr Vorsitzender

Trotz bisher mäßiger Erfolge will Regierung nun dritten Stromanbieter teilprivatisieren. Opposition droht mit Renationalisierung. Artikel von Thomas Berger in der jungen Welt vom 27.02.2014 externer Link Aus dem Text: „Neuseelands konservative Regierung setzt auf halbe Liberalisierung des Stromsektors. Aktuell rüstet sie sich zur letzten Etappe des teilweisen Verkaufs des Tafelsilbers. In der zweiten Märzhälfte soll Genesis an der Reihe sein, der dritte vormals voll im Staatsbesitz befindliche Stromversorger. Premier John Key und Finanzminister Bill English stellten am Dienstag in Auckland den vorläufigen Zeitplan vor. Das Kabinett erhofft sich durch die Ausgabe von Aktien für einen 49-Prozent-Anteil des Unternehmens Einnahmen von 700 Millionen bis einer Milliarde Neuseeländischer Dollar (NZD; 424 bis 606 Milliarden Euro) für die Staatskasse. Ab Mitte April könnten die Aktien des Unternehmens an der Börse gelistet werden, so der Minister…“

sean bailey“McDonald’s New Zealand has sacked union delegate Sean Bailey for helping to expose the company’s repeated failures to provide meal breaks for many staff working more than a four-hour shift as required by law, and for giving critical testimony on this issue to a parliamentary committee. Unite is currently involved in legal action against McDonald’s over the missing meal breaks. Bailey gave testimony to a Select Committee investigating employment law, following which he was issued a disciplinary letter stating “It appears that what you have said during the course of the select committee hearing and doing so in uniform may give rise to breaches of your obligations to your employer.” The rules of Parliament expressly prohibit threatening or disadvantaging a person for presenting evidence.” Siehe dazu die Act-Now-Kampagne der IUF externer Link

„Als hätte „Big Brother“ sich zwei gigantische Golfbälle zum Spielen bereitgelegt – so sieht Neuseelands Abhörstation im Waihopai-Tal auf der Nordinsel aus. Hier fließen riesige Datenströme durch: SMS, Emails, Handy-Nummern. Zur Terrorabwehr diene das, sagt Premierminister John Key. Er will die Befugnisse des Geheimdienstes GSCB ausweiten: Auch Neuseeländer und Ausländer mit Bleiberecht sollen anders als bisher überwacht werden dürfen. Das Gesetz hat schon die Hürde der zweite Lesung genommen. Die Neuseeländer sind empört…“ Artikel von Cheryl Norrie und Christiane Oelrich in der TAZ vom 02.08.2013 externer Link

Kündigung wegen Schwulsein angedroht

Gibts noch: Bei McDonalds. Nur, dass man da heute nicht mehr alleine da steht – gewerkschaftlicher Proteste führte zur Versetzung – des Filialleiters. Der Bericht „McDonald’s worker told ‘don’t act gayexterner Link von Jessica Beresford am 01. Mai 2013 bei TVNZ