Gewerkschaften

LehrerInnen im Widerstand

DossierBild von Ross McDonnell: Mexicos LehrerInnen im Widerstand

Der Streik der LehrerInnen, organisiert von der Gewerkschaftsopposition CNTE ist in den beiden letzten Wochen wesentlich ausgeweitet worden und findet jetzt in 12 Bundestaaten statt. Diese Offensive besteht vor allem aus zwei Attacken: Zum einen eine Reform des Erziehungswesens im üblichen neoliberalen Stil, also je entsprechend den aktuellen Wünschen der Personalabteilungen größerer Unternehmen und zum anderen in der Beschränkung des Einflusses der Gewerkschaft im Erziehungswesen. Die Gewerkschaft SNTE ist die grösste Einzelgewerkschaft Mexikos mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern. Siehe dazu:

  • Gewerkschaftsopposition der Lehrer organisiert Mehrheiten in weiteren Bundesstaaten
    LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern aus fünf Bundesstaaten (Campeche, Quintana Roo, Yucatán, Tabasco und Chiapas) haben sich auf einer Konferenz mit über 1.000 Beteiligten zu einer konkreten Koordination des Kampfes im Widerstand gegen die sogenannte Erziehungsreform des Präsidenten Peña Nieto zusammengeschlossen – in einem Land, das sehr oft davon geprägt ist, dass Kämpfe isoliert voneinander stattfinden, sowohl politisch als auch eben, wie auch im vorliegenden Fall, regional, ist dies ein wichtiger Schritt, wie auch für die weitere Entwicklung der Gewerkschaftsopposition CNTE, schreibt in dem Beitrag La CNTE se anotó un triunfo ayer: coordinó al sureste y unió la lucha en cinco estados externer Link Autor Pedro Echeverria V. am 28. Oktober 2013 bei kaosenlared (weiterlesen »)

Mexiko: Der Streik der LehrerInnen, organisiert von der Gewerkschaftsopposition CNTEDer Streik der LehrerInnen, organisiert von der Gewerkschaftsopposition CNTE ist in den beiden letzten Wochen wesentlich ausgeweitet worden und findet jetzt in 12 Bundestaaten statt. Besetzungen und Blockaden, Demonstrationen und Proteste fanden von Oaxaca – der traditionellen Hochburg der CNTE – bis nach Chihahua statt, mit dem Höhepunkt der Besetzung des Zocalo in Mexiko Stadt durch 30.000 LehrerInnen. Entsprechend die Reaktion der Regierung: Präsident Pena droht direkt, die Medienimperien hetzen in voller Breitseite. Der aktuelle Überblick und Versuch einer Einschätzung in Mexican Teachers’ Massive Strikes Crescendo to a Showdown externer Link von Dan LaBotz am 10. September 2013 in den Labor Notes (weiterlesen »)

Massendemonstrationen gegen die Privatisierung in MexikoBei den enormen Massendemonstrationen gegen die Privatisierung des staatlichen Ölkonzerns Pemex kam es am Wochenende zu massiven Polizeiattacken. Das sind die Lehrer der Oppositionsgewerkschaft CNTE längst gewöhnt – die ebenfalls am wochenende in der Hauptstadt protestierten. Kommen diese Auseinandersetzungen zusammen? Der Artikel Protest gegen Peña externer Link von Haydée Gutiérrez am 03. September 2013 in der jungen welt. Siehe dazu auch:

Die Auseinandersetzung um die mexikanische Schule geht weiterAm 19. August war Schulbeginn – wäre gewesen, wenn nicht die Sección XXII del Sindicato Nacional de Trabajadores de la Educación (SNTE)-Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) de Oaxaca, also die Gewerkschaftsopposition im Bundestaat Oaxaca zum streik aufgerufen hätte – hat sie aber, wie schon im Frühjahr gegen die neoliberale Schulreform. In Mexiko-Stadt gab es zum Streikauftakt eine grosse Demonstration, an der sich auch die Gewerkschaftsopposition anderer Bundesstaaten beteiligte – und es wird eine Dauerpräsenz organisiert, so lange der Streik geht. Der Bericht Inicia Sección XXII paro indefinido e instala plantón en la Ciudad de México externer Link am 20. August 2013 bei kaosenlared

Der Widerstand gegen die Erziehungsreform, auch Modernisierung des Erziehungswesens genannt, sei nur an den ständischen Interessen der LehrerInnen orientiert: Das ist der Kern der bürgerlichen Propaganda gegen den massiven Widerstand, den die Opposition in der stärksten Einzelgewerkschaft Lateinamerikas organisiert. “Análisis y perspectivas de la reforma educativaexterner Link heisst das umfangreiche Dokument, das die Gewerkschaftsopposition Mitte Juli 2013 beschlossen hat, mit dem die Propaganda widerlegt werden soll: Die Grundposition dabei ist, dass die Reform abglehnt werde eben weil es keine Reform sei, ohne jeglichen pädagogischen Inhalt oder Leitgedanken, sondern nur aus einer Veränderung, sprich Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für LehrerInnen bestehe, sowie aus Schritten die zur Privatisierung des Erziehungswesens beitragen. Die Gewerkschaftsopposition beschränkt sich in diesem Text aber nicht auf die Kritik am Regierungsplan und die Begründung des eigenen Widerstands, sondern spricht sich auch für eine wirkliche Reform aus, die im Zusammenwirken mit den BürgerInnen geschehen müsse, wofür sie auch zahlreiche Vorschläge erarbeitet hat

…und die Repression gegen die streikenden LehrerInnen Guerreros sozusagen als “Vorhut” organisiert, ist Gegenstand des Artikels “Errores y traiciones contra los maestros en Guerreroexterner Link von Enrique Ávila Carrillo am 14. Mai 2013 bei kaosenlared. Gouverneur Ángel Aguirre Rivero, der lange Jahre Berufspolitiker der einstigen Staatspartei PRI war und dann zur PRD wechselte, ist laut dem Autor ein Modellfall für jene staatstragende Linke in Mexico, die den “Pakt für Mexico” mit trägt – und deshalb immer schärfer gegen die Volksbewegungen vorgehen muss

Der Gouverneur des Bundesstaates Guerrero gab kund, er habe sich niemals vorstellen können, dass „sie“ etwas so Brutales tun könnten: Die streikenden LehrerInnen haben im Bundesstaat diverse Parteibüros heimgesucht. Insbesondere das Bündnis der Lehrer-Gewerkschaftsopposition mit der selbst organisierten Gemeinschaftspolizei ist den Herrschenden ein Dorn im Auge. Auch in zwei weiteren Bundesstaaten wurde die Propagandatrommel gerührt, im Sinne von „das muss aufhören!“. Zumal diese gesellschaftliche Auseinandersetzung auch dauerhafte Folgen zu haben scheint, wie etwa die Bildung der „Frente Único de Sindicatos Independientes Oaxaqueños y Nacionales” in Oaxaca. Das wird in dem Artikel “Los maestros de Guerrero imparten lecciones para los de abajoexterner Link von Diego Torres und Julio Cota (vom ZK der KP Mexicos) am 06. Mai 2013 bei LaHaine unterstrichen

Siehe dazu auch:

  • El objetivo: liquidar a la CETEG y el movimiento de masasexterner Link von Gerardo Peláez Ramos am 07. Mai 2013 bei Rebanadas de Realidad, der vor allem darauf abhebt, dass das Ziel der landesweiten Repressionskampagne die Zerstörung der organisierten Opposition in der Lehrergewerkschaft sei

Bild von Ross McDonnell: Mexicos LehrerInnen im WiderstandDie heftigen Proteste vor allem der LehrerInnen an den ländlichen Schulen, die von der sogenannten Erziehungsreform des Herrn Pena Nieto am meisten betroffen sein sollen, machen Schlagzeilen in verschiedenen Ländern der Region: zumal auch, im Bündnis mit der selbstständig organisierten Gemeinschaftspolizei, bei den Protesten das “Gewaltmonopol” des Staates heftigst in Frage gestellt wurde – sie wollten sich nicht einfach wegprügeln lassen… Mit vielen Fotos versehen ist der Bericht “This Is What You Get When You Mess With Mexico’s Teachersexterner Link von Ross McDonnell am 23. April 2013 in der Global Mail. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Am 5. März demonstrierten in Mexiko-Stadt und (vor allem) den südlichen Bundesstaaten Zehntausende von LehrerInnen gegen die Offensive der Regierung Pena Nieto im Erziehungsbereich. Diese Offensive besteht vor allem aus zwei Attacken: Zum einen eine Reform des Erziehungswesens im üblichen neoliberalen Stil, also je entsprechend den aktuellen Wünschen der Personalabteilungen größerer Unternehmen und zum anderen in der Beschränkung des Einflusses der Gewerkschaft im Erziehungswesen. Die Gewerkschaft SNTE ist die grösste Einzelgewerkschaft Mexikos mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern. Und sie stand zu all den PRI-Regierungszeiten immer auch exemplarisch für die Einbettung der Gewerkschaften in die PRI-Politik. Ihre Vorsitzende Gordillo wurde jüngst unter dem Vorwurf der Korruption festgenommen und ein neuer Vorsitzender behördlich installiert. Da Korruption und Einbindung auf Dauer nur funktionieren, wenn auch zumindest etwas vorzuweisen ist, was “man getan habe” wird diese Festnahme auch als Zeichen bewertet, dass nun ein radikalerer Kurs gefahren werden soll. Und weil die SNTE so “embedded” war und ist ist die Gewerkschaftsopposition CNTE auch die grösste im ganzen Land. Und da die SNTE “sowas” nicht macht, hat die CNTE in jenen Bundesstaaten, in denen sie besonders stark ist – Chiapas, Oaxaca, Guerrero und Michoacán neben dem Bundesdistrikt – zu Proteststreiks aufgerufen: Gegen die Reformpläne und gegen die Verordnung eines neuen Vorsitzenden. Die CNTE bereitet eine juristische Doppelklage vor: Gegen die ehemalige Vorsitzende Gordillo und die Verordnung eines neuen “von oben”. Der Beitrag (mit Links) “Mexico: dissident teachers march against “reform”externer Link am 11. März 2013 bei world war 4 report

Am 30. Januar 2013 hat der Oberste Gerichtshof Mexikos nach dreijähriger Auseinandersetzung gegen die Elektrikergewerkschaft SME entschieden: Die Regierung (bzw die Bundeselektrizitätskomission) müsse die bei der Umorganisation der staatlichen Elektrizitätswerke entlassenen Belegschaften nicht wieder einstellen. Daraufhin organisierten zwei alternative Verbände, UNT und FSM sowie zahlreiche unabhängige Einzelgewerkschaften am Freitag, den 1. Februar eine Protestdemonstration vor dem Gerichtssitz. Die gesamte Demonstration von etwa 60.000 TeilnehmerInnen war eine öffentliche Kundgebung der Nichtakzeptanz eines solchen Urteils, das Sprecher der SME als Gefälligkeisturteil für die Regierung bezeichneten, wie in dem Bericht “Massive Working Class March Against Supreme Court Decision; Demands for a New Political and Economic Directionexterner Link in der Februar 2013 – Ausgabe von Mexican Labor News (der unabhängigen US-Elektrikergewerkschaft UE International) festgehalten wird. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)