Arbeitskämpfe

Lehrerdemonstration in Rabat - nach dem Überfall der marokkanischen Polizei am 23.3.2019Alle Lehrerinnen und Lehrer, die sich aktiv am Streik und den Protesten gegen die Zwangs-Zeitverträge beteiligen, so der Bildungsminister Saaid Amzazi, würden entlassen, wenn sie sich weiterhin weigern sollten, die Arbeit wieder aufzunehmen. Nur wenige Tage nach dem Polizeiüberfall auf die Streikenden (siehe den Hinweis am Ende dieses Beitrags) setzt die marokkanische Regierung ihre bisherige Politik gegenüber völlig gerechtfertigten sozialen Forderungen also fort: Repression, Drohungen, Konfrontation. In dem Bericht „Moroccan government threatens to fire striking teachers“ am 31. März 2019 bei Peoples Dispatch externer Link wird einerseits nochmals die Streikbewegung seit dem 3. März in ihrer Entwicklung skizziert, die sich seitdem wesentlich verbreitert hat, als auch die Reaktion auf das bisher einzige Angebot der Regierung (vom 10. März) berichtet, das abgelehnt wurde und wird: Weil die Anstellung der jetzigen Vertragslehrkräfte durch regionale Schulbehörden erstens nicht die Grundforderung erfülle, das Zeitarbeitswesen prinzipiell abzuschaffen, und zweitens diese Regionalbehörden mit Sicherheit von ihrem Recht auf Entlassungen Gebrauch machen würden, da ihnen – im Gegensatz zum Ministerium – die Mittel zur Bezahlung so vieler Menschen fehlten. Deswegen setzt die Nationale Koordination der zwangsweisen Vertragslehrkräfte den Streik fort. Siehe dazu auch einen weiteren aktuellen Beitrag über die neuerlichen Streiks als Reaktion auf den Polizeiüberfall und den Hinweis auf unseren bisher letzten Beitrag zu dieser Streikbewegung: (weiterlesen »)

Lehrerdemonstration in Marokko am 18.2.2019 - der Polizeiüberfalll und das "vornehme" Schweigen der Gewerkschaften stehen in der Debatte...Sicherheitskräfte sind in Marokko mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen eine Kundgebung von Lehrern vorgegangen. Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Samstag in der Hauptstadt Rabat gegen die Befristung von Zehntausenden Lehrern, wie Journalisten berichteten. Als einige von ihnen in der Nacht vor dem Parlament ein improvisiertes Lager aufschlugen und dieses nach zwei Stunden langen Verhandlungen nicht räumen wollten, trieben Sicherheitskräfte die Menschen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken auseinander. Die Demonstranten wollten eigentlich in dem Lager übernachten, um anschließend zu weiteren Kundgebungen aufzubrechen. Die Polizei hat die Vorkommnisse bislang nicht kommentiert. 55.000 der 240.000 Lehrer in Marokko wurden in den vergangenen Jahren unter neuen Bedingungen mit befristeten Verträgen eingestellt. Sie demonstrieren seit Monaten, um Gleichstellung mit den länger beschäftigten Lehrern zu erreichen. Zwar erhalten die Betroffenen dasselbe Gehalt wie unbefristete Lehrkräfte. Sie haben nach eigenen Angaben aber nicht dieselben Rechte, beispielsweise bei der Rente…“- aus der Meldung „Polizisten attackieren Lehrer in Marokko mit Wasserwerfern“ am 24. März 2019 beim Spiegel online externer Link, worin auch noch berichtet wird, dass die Protestierenden bisherige „Angebote“ der Regierung abgelehnt haben… Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag, der auch die Hintergründe der Auseinandersetzung benennt und den Hinweis auf unseren ersten Bericht zum bereits wochenlangen Protest: (weiterlesen »)

Lehrerdemonstration in Marokko am 18.2.2019 - der Polizeiüberfalll und das "vornehme" Schweigen der Gewerkschaften stehen in der Debatte...Wilde und autonome gewerkschaftsfremde Streiks fanden in den letzen Jahren in Marokko immer wieder statt. Es waren insbesondere Lehrerproteste, die autonom organisiert wurden, da viele Lehrkräfte der Ansicht sind, dass alle Gewerkschaften im Lande zu Kollaborateuren des Regimes geworden sind und von administrativen und politischen Bürokraten manipuliert wurden. Seit dem 18. Februar 2019 gibt es eine Reihe von Lehrerstreiks in ganz Marokko und insbesondere in der Hauptstadt Rabat. Am 20. Februar 2019 gab es einen Generalstreik in allen Bereichen, insbesondere im Lehrerbereich: Seit dem Morgen des 20. Februar werden in Rabat Proteste organisiert, aber die polizeiliche Repression war heftig und die Zahl der Verletzten ist hoch…“ – aus der Korrespondenz „Lehrer klagen Gewerkschaften an“ am 22. Februar 2019 bei den Rote Fahne News externer Link, worin auch noch ein Videobericht über Protest und Repression beinhaltet ist… Siehe zu den LehrerInnenprotesten in Marokko zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Streikende marokkanische Stahlarbeiter 4.3.2016Seit dem 19. Dezember streiken rund 1.000 der insgesamt 1.500 Beschäftigten der Maghreb Steel – zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres. Nach dem ersten Streik im Juli 2015 war ein Abkommen ausgehandelt worden – das die Geschäftsleitung in den Folgemonaten mit Füssen trat, und durch die Fortführung einer regelrechten Offensive gegen gewerkschaftliche Rechte ergänzte. Immer wieder sollten Gewerkschaftsmitglieder entlassen werden, sollten sie eingeschüchtert werden, etwa mit Briefen nach Hause, und es wurde Urlaubsverbot für Gewerkschaftsmitglieder verhängt, was auch in Marokko durch kein Gesetz gedeckt ist. Die Situation hatte sich zugespitzt seitdem Mitte 2014 ein neuer Chefmanager von den Banken nominiert wurde – der den antisozialen Kurs des früheren Familienunternehmens noch einmal verschärfte und so die Gründung einer neuen Gewerkschaft produzierte. Siehe dazu einen aktuellen Kurzbericht und eine ausführliche Hintergrundstudie aus der Belegschaft: (weiterlesen »)

marokko zeitarbeiter minenDie Marokkanische Phosphatgesellschaft ist das größte Industrieunternehmen des Landes. Regierung, Finanzministerium, Öffentlichkeit – alle bleiben außen vor, der Generaldirektor wird vom Herrn König ernannt und ist nur diesem verantwortlich – und nicht etwa irgendwelchen eigentlich durchaus gültigen Arbeitsgesetzen verpflichtet. Weswegen es nicht nur eine enorme Anzahl an prekär Beschäftigten gibt, sondern auch Hunderte, die illegaler weise bereits runde 10 Jahre lang unter solchen Bedingungen arbeiten und leben müssen. Nun ist – neben anderen Kollegen, die gewerkschaftlich aktiv sind – Mohamed Assad, Sekretär der Gewerkschaft der Arbeiter der Subunternehmen STSI-UMT entlassen worden (nachdem er bereits im Juli kurze Zeit im Gefängnis war) – mündlich, ohne Begründung. Deswegen sehen die Arbeiter nun ihre grundsätzlichen Gewerkschaftsrechte angegriffen und haben vom 10. bis 12. September einen dreitägigen Streik beschlossen. Assad und die anderen entlassenen Kollegen campieren seit dem 25. August vor den Toren des Betriebs. Der Bericht und Solidaritätsaufruf Huelga en las subcontratas de las minas de fosfatos de Khouribga externer Link von der andalusischen CGT vom 09. September 2014 ist ergänzt um die spanische Übersetzung der (ursprünglich arabischen und französischen) Pressemitteilung des marokkanischen Solidaritätskomitess CSP (weiterlesen »)