Malaysia

Good Electronics LogoNicht weniger als 54 demokratische  und gewerkschaftliche Organisationen in Malaysia protestieren gegen die willkürliche Entlassung des Vorsitzenden der Betriebsgewerkschaft bei Infinion Malaysia. Der angebliche Grund: Krank geschrieben, nahm er an einer Gewerkschaftsversammlung teil. Nun hat vermutlich noch nie ein Mitglied der Geschäftsleitung im kranken Zustand gearbeitet – oder ? – aber, dass ein Gewerkschaftsvorsitzender sich auch in nicht fittem Zustand zu einer Versammlung schleppt, soll auch anderswo schon mal vorgekommen sein – normal. Muhammad Zulfadlee Thye Bin Abdullah war mit ärztlichem Attest krank geschrieben, hinzu von einem Arzt, der auch für das Unternehmen arbeitet, also nicht „im Verdacht“ steht, besonders schnell krank zu schreiben. In der Erklärung „INFINEON must stop union busting and discrimination against union leaders“ am 31. Januar 2017 bei Good Electronics externer Link wird ausführlich um die offizielle Entlassungsbegründung argumentiert, weil dabei das Wort „bösartig“ fiel. Wie auch immer: Diese Entlassung ist ein bloßer Willkürakt – und dagegen ist Solidarität gefragt, zumal es deutlich wird, dass es keineswegs nur um die eine Person des Gewerkschaftsvorsitzenden geht, sondern um eine Attacke auf die gesamte Gewerkschaft als solche

Malaysia - bisher Wunschziel nepalesischer Migranten - ab März 2016 werden zwei Monatslöhne geklaut...Über 700.000 nepalesische MigrantInnen arbeiten in Malaysia – ein Land, grob von der Fläche der BRD, mit etwa 28 Millionen EinwohnerInnen (Nepal hat ungefähr genau so viele Menschen und auch vergleichbare Größe). Sie tragen ganz wesentlich zum „malayischen Aufschwung“ und ähnlichen Wahngebilden bei – und sollen, wie ein paar Einheimische auch, nun noch mehr dazu beitragen. Weil die Kapitalisten in vielen Ländern Asiens finden, sie hätten es nicht nötig, soziales Brimborium zu veranstalten, wie oft immer noch in Europa, haben jetzt auch die in Malaysia eine echte Idee gehabt, wie sie ihre Gewinne verbessern können. Bisher bezahlten sie die Arbeitskleidung in allen Branchen – das ist jetzt vorbei. Wie der Artikel „Malaysia imposes new foreign worker levies“ von Ram Chandra Giri am 21. März 2016 in der Kathmandu Post externer Link hervorhebt, müssen die MigrantInnen nun, per Gesetz – unterschiedlich in verschiedenen Branchen – bis zu 1850 Ringgit im Jahr für Arbeitskleidung bezahlen. Wobei mindestens 300.000 von ihnen lediglich den Mindestlohn von 900 Ringgit/Monat erhalten – mit anderen Worten: Künftig dürfen sie zwei Monate im Jahr für umsonst arbeiten. Wobei im Artikel am Ende noch etwas verwundert festgestellt wird, dass 2015 nur etwas über 30.000 Menschen aus Nepal eine Arbeitserlaubnis beantragt – und bekommen – haben, gerade noch 25% der Anzahl von 2014. Auflösung: Was da kommen würde, war bekannt…

In KULAIJAYA haben etwa 800 Beschäftigte der Elektronikfirma JCY HDD Technology zuerst den Wagen des Managers und dann das zentrale Firmengebäude in Brand gesteckt. Bereits eine Woche zuvor hatten etwa 1500 Streikende in der Niederlassung in der Tebrau IV Industrial Area Metallgegenstände und Steine gegen den Eingang zum Sitz der Unternehmensleitung geworfen. Der Hintergrund der heftigen Auseinandersetzung und der Empörung ist, dass kurz zuvor ein Arbeiter sterben musste, weil das Unternehmen entweder nicht in der Lage oder nicht bereit war, ihm zu helfen. Die (meist aus Nepal stammenden) Beschäftigten erleben so etwas nicht zum ersten Mal. Der Bericht Striking workers torch factory building externer Link am 27. August 2014 in The Star/Asia News Network (hier dokumentiert bei Asia One) endet mit einer kurzen Notiz über den letztgenannten Protest, der aus dem Wohnheim heraus organisiert worden sei

nufamMohd Akram bin Osman, Generalsekretär der National Union of Flight Attendants Malaysia (Nufam) ist nur der bekannteste der GewerkschafterInnen, die von der Unternehmensleitung regelrecht verfolgt werden. Dagegen haben sich jetzt über 50 Organisationen, meist Gewerkschaften, aber auch Studentengruppen und NGO mit der Erklärung Malaysia Airlines must respect trade union and workers’ rights externer Link vom 24. März 2014 gewandt, eine Stellungnahme, die auch eine ausführliche Beschreibung der Maßnahmen gegen die gewerkschaftliche Organisierung der Beschäftigten enthält

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

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