Kuwait

Zweimal, im März und schon im Dezember streikten nordkoreanische Bauarbeiter in Kuweit. Der Anlass der Streiks war beide Male derselbe: Das Bauunternehmen aus NK, das sie beschäftigt, wollte den Lohn per Scheck ausbezahlen – einlösbar nur zuhause… In Kuwait, wie auch in anderen Ländern der Region, sind unter den zahlreichen asiatischen ArbeiterInnnen auch immer wieder nordkoreanische Bauarbeiter. (Die gibt es zwar auch, wie jüngere Berichte zeigen, in Europa, aber auf der arabischen Halbinsel sind es weder Einzelfälle noch relativ geringe Zahlen eingesetzter Menschen). Was ihre Bedingungen für diese Arbeit sind, und wie die Reaktion auf diese Streiks war – darüber gibt es nur Beiträge in südkoreanischen und US-amerikanischen Medien, die ihrerseits auch nicht gerade propagandafrei sind. Die Streiks, die in dem Beitrag „Report: North Korea forced laborers went on strike in Kuwait“ von Elizabeth Shim am 08. Juni 2016 bei UPI externer Link berichtet werden, gab es im Unterschied dazu in einer Reihe auch regionaler Quellen als Information

Streikende kuwaitische Ölarbeiter in Ahmadi am 19.4.2016Nachdem Premierminister al Sabah im direkten Gespräch mit dem Vorstand der Ölarbeitergewerkschaft diesem zugesichert habe, es werde keine Kürzungen bei den Löhnen, Renten und Prämien der Ölarbeiter geben, habe die Gewerkschaft nach drei Tagen ihre Mitglieder dazu aufgerufen, den Streik zu beenden und ab Donnerstag die Arbeit wieder aufzunehmen. So das Statement des Vorsitzenden der Gewerkschaft, der ausserdem auf die Zusicherung der nationalen Ölgesellschaft verwies, keine Maßnahmen gegen Beschäftigte, die gestreikt hatten, zu ergreifen. Allerdings: liest man die Verlautbarungen der Regierung selbst etwas genauer, so ist dieses Ergebnis keineswegs so eindeutig, wie in der Gewerkschaftsmitteilung berichtet. Siehe dazu einen Bericht und ein Kurzvideo: (weiterlesen »)

Streikende kuwaitische Ölarbeiter in Ahmadi am 19.4.2016Die Ölproduktion des arabischen Emirats Kuwait ist infolge eines Streiks massiv zurückgegangen. Die staatliche Nachrichtenagentur Kuna meldete am Dienstag unter Berufung auf einen offiziellen Sprecher, die Förderung habe sich auf rund 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag halbiert. Nach Angaben der kuwaitischen Vereinigung der Ölarbeiter waren es nur noch 1,1 Millionen Barrel. Die Organisation kündigte zugleich an, den Streik fortzusetzen“ – aus der Meldung „Ein Streik in Kuwait lässt die Ölpreise steigen“ am 19. April 2016 in der Kleinen Zeitung externer Link, die den Streik in Zusammenhang mit den gescheiterten OPEC Gesprächen bringt. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Und es ist kein Streik „wie jeder andere“: Dieser erste große Streik bei der staatlichen Ölgesellschaft geht ins Mark des Regimes das, wie so viele in der Region, im Wesentlichen vom Erdöl lebt. Insofern ist der 17. April 2016, der Sonntag des Streikbeginns, eine Art historischer Tag in Kuwait. Der Bericht „Kuwait crude output drops 60% as oil workers strike over pay“ am 17. April 2016 in der Times of Oman externer Link macht deutlich, dass der Streik der 13.000 Mitglieder der Oil & Petrochemical Industries Workers Confederation (mit einer Organisationsrate von rund 65% der insgesamt 20.000 Beschäftigten) sowohl bei der Förderung, als auch bei der Verarbeitung des Rohöls bereits am ersten Tag massive Auswirkungen hatte – der viertgrößte OPEC-Lieferant muss internationale Kundschaft bereits am ersten Streiktag aus den Reserven bedienen. Siehe dazu auch Beiträge zur internationalen Unterstützung des Streiks – und zum Versuch, im Ausland Streikbrecher anzuheuern: (weiterlesen »)

Auch die regierenden al Sabahs in Kuwait haben sich ein Sparprogramm ausgedacht: Natürlich nicht bei sich, sondern bei den Beschäftigten des (zahlenmäßig dominierenden) öffentlichen Bereiches, speziell bei den 20.000 Beschäftigten im staatlichen Ölsektor. Wenn es bisher Streiks oder Proteste in dieser zentralen Branche gab, dann im wesentlich kleineren privaten Sektor, die Beschäftigten der Muttergesellschaft KPC hatten bisher lediglich kurze Warnstreiks organisiert. Die Oil and Petrochemical Industries Workers Confederation hatte als Reaktion auf das Kürzungsprogramm einen Vollstreik ab Sonntag angekündigt und auch das „Angebot“ der Ölgesellschaft, die Maßnahmen „einzufrieren“ abgelehnt: In der Reuters – Meldung „Kuwait oil workers to push ahead with strike, reject compromise“ vom 14. April 2016 externer Link wird der Vorsitzende der Gewerkschaft zitiert mit der Aussage: „Das ist eine Wortspielerei – sie sagen einfrieren, wir fordern Verzicht auf die Sparmanahmen“. Siehe dazu auch aktuelle Beiträge zur Reaktion des Regimes: (weiterlesen »)