Kuba

Nach dem Sturm – ohne Todesopfer - Solidarität mit KubaIn den meisten Provinzen wurde die Stromversorgung zerstört, die Wasserversorgung unterbrochen, wurden Straßen unpassierbar, es sind schwerste Verwüstungen in der Landwirtschaft zu vermelden, unzählige Gebäude sind beschädigt oder zerstört und Kuba musste trotz eines vorbildlichen Katastrophenschutzes und der Evakuierung von 2 Millionen Menschen im Vorfeld, 10 Tote beklagen. Besonders betroffen waren Camagüey, sowie die Provinzen Ciego de Ávila und Villa Clara. In Havanna standen in mehreren Stadtteilen die Straßen in Rekordhöhe unter Wasser“ – so die neueste Information über die Auswirkungen in „Kuba braucht unsere Hilfe – Hurrikan “Irma” wütet auf Cuba – Spendenkampagne für Hurrikan-Hilfe“ in der aktualisierten Fassung vom 16. September 2017 bei der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba externer Link – eben leider unter anderem um jene 10 Todesopfer aktualisiert, die bei der ersten Meldung noch nicht bekannt waren und wie wir es auch berichtet hatten (siehe den Verweis am Ende des Beitrages). Auf der Seite der FG ist auch der Spendenaufruf, auf den wir ebenfalls bereits hingewiesen hatten. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Sturm Irma auf kuba 2017Bemerkenswert in Bezug auf die meisten Medien in Deutschland ist, dass nur selten über die Lage in Kuba berichtet worden ist, während ausführlich über die ostkaribischen Inseln sowie seit Tagen bereits über Florida ausführliche Berichte und Bilder gezeigt werden. Dass in Kuba wieder keine Menschenopfer und nicht noch mehr Zerstörungen zu beklagen sind, ist den aufwändigen und kostspieligen Sicherheitsvorkehrungen zu verdanken. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wurden diese frühzeitig und in gewohnt professioneller und sorgfältiger Weise vorgenommen. Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen haben die Qualität der  Bewältigung derartiger Katastrophen in Kuba wiederholt gelobt und als Vorbild empfohlen. In einer Verlautbarung des kubanischen Nationalen Stabs für Zivilverteidigung vom Sonntagabend heißt es: “Wir legen unserem Volk erneut die Notwendigkeit dar, bereit zu sein, am Wiederaufbau der beschädigten Objekte teilzunehmen, die Solidarität zu bewahren, die uns kennzeichnet, und diszipliniert die Richtlinien der zuständigen Behörden zu befolgen.” Die Schutzmaßnahmen und die Behebung der Zerstörungen sind mit extrem hohen Kosten verbunden, die Kuba allein nicht zu tragen vermag“ – aus dem Beitrag „Hurrikan “Irma”: verheerende Schäden in Kuba“ von Edgar Göll am 11. September 2017 bei amerika21.de externer Link, worin bereits auf den Spendenaufruf verwiesen wird, den wir im folgenden dokumentieren. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag und den Spendenaufruf des Netzwerks Cuba: (weiterlesen »)

1965Der Sieg der kubanischen Revolution war eine enorme Inspiration vor allem für die Linke auf dem amerikanischen Kontinent. Damit war das Phasenmodell der Kommunistischen Parteien widerlegt, die sich an der Sowjetunion orientierten und Volksfrontbündnisse mit bürgerlichen Kräften propagierte. In der Folge der kubanischen Revolution entstanden in vielen amerikanischen Ländern, später auch auf anderen Kontinenten, Guerilla-Gruppen, die die Revolution so nach dem kubanischen Vorbild vorantreiben wollten. Sie alle waren Teil des revolutionären Aufbruchs, der seinen Ausgang mit dem Sieg der kubanischen Revolution genommen hatte. Dieser Moment kommt in der europäischen Erzählung über die Aufbrüche der späten1960er Jahren oft zu kurz. Die kubanische Revolution stand nicht nur zeitlich am Beginn des Jahrzehnts, sie setzte auch ein starkes Fanal, das sowohl an den Universitäten des amerikanischen Kontinents, aber auch bei Landarbeiterorganisationen und selbst bei der Theologie der Befreiung spürbar war…“ – aus dem Beitrag „Kuba und linke Hoffnungen: Ein Gegenmodell des Wirtschaftsliberalismus?“ von  Peter Nowak am 30. November 2016 bei telepolis externer Link – ein dreiteiliger Diskussionsbeitrag zur Bedeutung der kubanischen Revolution bis heute, inklusive der rechtsradikalen Zusammenrottung in Miami

Fidel Castro: „Nachruf“ von Garcia Marquez

Fidel Castro und Che 1965Der Text von Gabriel Garcia Marquez von 1988 trifft vieles besser, als so mancher aktuelle Nachruf: Vor allem die Frage, warum viele in Lateinamerika trauern und sich bestenfalls Trumpisten freuen. „Wiederholungen bilden eine seiner Arbeitsweisen. Beispiel: Das Thema der Auslandsverschuldung Lateinamerikas war bereits vor etwa zwei Jahren erstmals unter seinen Gesprächsthemen aufgetaucht und hatte sich entwickelt, verzweigt und vertieft. Das erste, was er als schlichte arithmetische Schlussfolgerung äußerte war, dass die Schulden unbezahlbar seien. Danach ergaben sich abgestufte Befunde: Die Auswirkungen der Verschuldung auf die Wirtschaft der Länder, ihre politische und soziale Wirkung, ihr entscheidender Einfluss auf die internationalen Beziehungen, ihre ausschlaggebende Bedeutung für eine vereinheitlichende Politik Lateinamerikas – bis hin zu einer den gesamten Zusammenhang überblickenden Vision, die er anlässlich einer zu diesem Thema einberufenen internationalen Zusammenkunft ausführte und die sich im Laufe der Zeit bewahrheitet hat“ – ein Auszug aus „Gabriel García Márquez: Fidel Castro, wie ich ihn kenne“ am 26. November 2016 bei amerika21.de externer Link dokumentiert, ursprünglich neu publiziert im August 2016 aus Anlass des 90. Geburtstages

1. Mai 2016 in Havanna - die grösste Maidemo der WeltNach dem Obama – Besuch und kurz nach dem 7. Parteitag der KP Kubas kam diesem 1. Mai 2016 eine besondere Bedeutung zu: Wie werden die Menschen Kubas reagieren? Hatten sich doch westliche Medien darin überschlagen, über die USA – Begeisterung der KubanerInnen zu berichten. Der parteigeführte Gewerkschaftsbund CTC  hatte in zahlreichen Städten Kubas zu Maidemonstrationen aufgerufen, die die weiter bestehende Wirtschaftsblockade gegen Kuba kritisierten und die Eingliederung der US – Enklave Guantanamo nach Kuba forderten. Die größte aller Maidemonstrationen kam unter dieser Ausrichtung in Havanna zustande, wo sich über 600.000 Menschen beteiligten. In dem Bericht „Espectacular desfile por el 1 de Mayo en Cuba“ am 01. Mai 2016 bei LibreRed externer Link wird aus verschiedenen kubanischen Städten berichtet – und deutlich gemacht, dass es jedenfalls sehr viele Menschen auf der Karibikinsel gibt, die keineswegs die große US – Begeisterung teilen

Aus und zur Sierra Maestra auf Cuba gab es zahlreiche Verbindungen zu linken GewerkschafterInnen, vor allem in der Zuckerbranche„A Hidden History of the Cuban Revolution„ (Eine verborgene Geschichte der kubanischen Revolution) – so der Originaltitel des Buches von Steve Cushion über die Rolle der Arbeiterbewegung beim Sturz der Batista-Diktatur, das in der Februarausgabe 2016 von Monthly Review unter dem Titel „A Hidden History of the Cuban Revolution: How the Working Class Shaped the Guerrillas’ Victory“ externer Link besprochen wird. Der US-Historiker, der zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung in der Karibik erarbeitete, bricht anhand der Originaldokumente aus dem historischen Archiv Cubas mit dem tradierten Mythos, die kubanischen Arbeiterinnen und Arbeiter hätten zu stark unter dem politischen Einfluss der Sozialistischen Volkspartei gestanden, um eine aktive Rolle beim Sturz der von den USA organisierten Diktatur Batistas zu spielen. Von Auseinandersetzungen ganzer Belegschaften mit den Repressionskräften der Diktatur, über einen weitgehend nicht zur Kenntnis  genommenen, dennoch erfolgreichen, Generalstreik, bis zu – befolgten – Aufrufen, sich der Guerilla anzuschließen: Alle diese Facetten des Widerstandes werden sichtbar gemacht. Siehe dazu auch einen weiteren Beitrag (weiterlesen »)

Kubas internationaler Erfolg

free cuban fiveEs gibt viele Mutmaßungen über die Ursachen des am Ende überraschenden Schrittes der „Beendigung der Eiszeit“ wie es mehrfach (und keineswegs zutreffend, schliesslich handelte es sich um eine Aggression der USA) genannt wurde, die den Papst und alle möglichen Autoren am Werk sehen, aber meist über die wesentlichen Faktoren für diese Entwicklung hinwegsehen – der Widerstand Kubas selbst und die wachsende Solidarität gerade in Lateinamerika. Der Beitrag USA und Kuba stellen Beziehungen wieder her von Marcel Kunzmann und Harald Neuber am 18. Dezember 2014 auf amerika21.de externer Link zeichnet die Entwicklung nochmals nach und berichtet auch von den Widerständen in den USA. Siehe dazu auch weitere Berichte und Informationen: (weiterlesen »)

Kritik am Embargo gegen Kuba wächst

In der UNO sind die USA schon seit langem isoliert, aber auch im Land selbst wird ein Ende der Blockade gefordert
Es gibt keinen Zweifel: Am 28. Oktober wird die UN-Vollversammlung zum 22. Mal das US-Embargo gegen Kuba verurteilen. In den USA gibt es inzwischen sogar Bewegung in dieser Angelegenheit
…” Artikel von Andreas Knobloch, Havanna, aus junge Welt vom 27. Oktober 2014 externer Link , dokumentiert beim Friedensratschlag. Siehe dazu:

  • Die Blockade brechen. 188 von 193 UN-Mitgliedsstaaten fordern von den USA das sofortige Ende der antikubanischen Sanktionen. Doch Obama mauert
    In der kubanischen Bevölkerung ist die Hoffnung auf ein Ende der US-Blockade auch nach deren erneuter Verurteilung durch die UN-Vollversammlung nicht groß. »Der Regierung in Washington ist es egal, was die Völker der Welt fordern und die Vereinten Nationen beschließen«, kommentiert ein Taxifahrer in der 23. Straße von Havanna die Frage, ob sich jetzt etwas ändert. Wie im Vorjahr hatten am Dienstag 188 der 193 Mitgliedsstaaten für die Resolution zur sofortigen Beendigung der seit über 50 Jahren gegen die sozialistische Karibikinsel verhängten Sanktionen gestimmt (jW berichtete). Diejenigen Passanten, die die live von TeleSur im kubanischen Fernsehen übertragene Debatte verfolgt haben, sind über das Ergebnis offenbar nicht überrascht…” Artikel von Volker Hermsdorf, Havanna, in junge Welt vom 30.10.2014 externer Link (weiterlesen »)

Reformen im sozialistischen Gang

Der kubanische Staats- und Parteichef Raúl Castro will mit einem Investitionsgesetz die Abhängigkeit von Venezuela mindern. Kuba bietet ausländischen Unternehmen exzellent ausgebildete Arbeitskräfte…” Kommentar zu Kuba und Venezuela von Toni Keppeler in der WOZ vom 03.04.2014 externer Link (weiterlesen »)

„Mit der Wahl des neuen Generalsekretärs Ulises Guilarte de Nacimiento ist am Sonnabend (Ortszeit) in Havanna der dreitägige XX. Kongreß des kubanischen Gewerkschaftsdachverbandes CTC (Central de Trabajadores de Cuba) zu Ende gegangen. An der Abschlußsitzung im Veranstaltungszentrum »Palacio de Convenciones« hatten auch Präsident Raúl Castro und dessen Stellvertreter José Ramón Machado Ventura und Miguel Díaz-Canel teilgenommen. Die Delegierten verabschiedeten am Sonnabend eine Solidaritätserklärung mit den Werktätigen in Venezuela, deren Arbeitsbedingungen, Mitbestimmungsrechte und fortschrittliche Arbeitsgesetze durch die Gewaltakte und den Putschversuch faschistischer Anhänger der alten Oligarchie akut bedroht seien…Artikel von Volker Hermsdorf, Havanna, in der jungen Welt vom 24.02.2014 externer Link

Der Megahafen Mariel mit Sonderwirtschaftszone

  • «Was Raúl Castro macht, wollte Fidel nie»
    Kuba will in einer Sonderwirtschaftszone den Kapitalismus erproben, um die Wirtschaft zu beleben. Korrespondent Oscar Alba über das grösste Infrastrukturprojekt Kubas seit der Revolution 1959. Interview von Vincenzo Capodici in der Basler Zeitung vom 27.01.2014 externer Link Aus dem Interview: [Frage:] Wie stehen die Chancen, dass das grösste Infrastrukturprojekt Kubas seit der Revolution 1959 ein Erfolg wird?
    [Antwort:] Zunächst wird der neue Hafen gebaut. Das knapp eine Milliarde Dollar teure Vorhaben wird grösstenteils durch Kredite aus Brasilien finanziert. Ob die Sonderwirtschaftszone ein Erfolg wird, hängt davon ab, wie viele Freiheiten die Unternehmen erhalten werden und wie sehr sich die kubanische Staatsbürokratie zurückhalten kann. Es gibt offenbar bereits Interessenten aus Brasilien, Chile, Argentinien, Venezuela, Mexiko und China. Auch deutsche Unternehmen scheinen sich für den Standort Mariel zu interessieren. Die Zone mit dem neuen Handelshafen liegt wirtschaftsstrategisch sehr gut, nahe beim Panamakanal und den USA. (weiterlesen »)

Neue Dimension

Das bedeutendste Vorhaben im Zuge der kubanischen »Aktualisierung des ­sozialistischen Modells«: In Mariel entsteht für 950 Millionen US-Dollar ein leistungsstarker Handelshafen. Artikel von Volker Hermsdorf in der jungen Welt vom 25.10.2013 externer Link (weiterlesen »)

Die westlichen Medien sind voll von liberaler und konservativer Kritik an der kubanischen Regierung. Seit 1959 ist in Miami eine einflussreiche kubanische Diaspora entstanden und hat Kommunikationskanäle (Presse, Radio, TV) geschaffen, die nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch national und international ein breites Publikum erreichen. Darüber hinaus haben viele ExilkubanerInnen bei der Republikanischen Partei Karriere gemacht, und einige sind einflussreiche Abgeordnete im Kongress. Ihrem Einfluss verdankt sich auch die Aufrechterhaltung des 1962 verhängten Embargos gegen Kuba, obwohl das Scheitern dieser Maßnahme offenkundig ist. Die politisch organisierte Diaspora in den USA bildet somit ein zentrales Gegengewicht zur aktuellen kubanischen Regierung. Sie fungiert als Mittlerin und Resonanzraum für die liberale und konservative Opposition auf der Insel…” Artikel von Marie Laure Geoffray in ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 14.8.2013 externer Link