Korea – Republik

gewerkschafter korea haft„Am Dienstag, 25. Februar war Präsidentin Park 1 Jahr im Amt. Die südkoranische Gewerkschaftsbund KCTU hat einen landesweiten “Generalstreik” ausgerufen unter dem Slogan “Nach einem Jahr Park-Regierung halten wir es nicht mehr aus!“. In den letzten 12 Monaten sind Menschen- und Arbeitsrechte angegriffen worden und die Demokatie im Land ist untergraben worden. Fast alle öffentlichen Zusagen von Präsidentin Park aus ihrer Wahlkampagne sind gebrochen worden. Die KCTU organisiert den Streik zusammen mit sozialen Bewegungen, wie z.B. den Bauern, den städtischen Armen, den kleinen Ladenbesitzern, Student_innen, Jugendlichen usw. Am 25. gab es Veranstaltungen von Arbeiter_innen und Bürger_innen in der Hauptstadt Seoul und anderen großen Städten in jeder Provinz, um gemeinsame Forderungen…Act Now Kampagne von LabourStart vom 27.02.2014 externer Link

Streik bei Südkoreas Bahnbeschäftigten beendet. Gewerkschaft erhielt Zusage: Betrieb soll auch in Teilbereichen nicht privatisiert werden. Artikel von Wolfgang Pomrehn in der jungen Welt vom 02.01.2014 externer Link Aus dem Text: „Die Gewerkschaft der staatlichen südkoreanischen Eisenbahngesellschaft Korail hat einem Ende ihres mehr als dreiwöchigen Streiks zugestimmt. Ab Dienstag sollten Tausende von Streikenden wieder an die Arbeit zurückkehren, hatte der Vorsitzende der Eisenbahnarbeiterorganisition Korean Railway Workers’ Union (KRWU) Kim Myung Hwan am Montag in Seoul angekündigt. Hintergrund für die Entscheidung ist eine Vereinbarung der Gewerkschaft mit den beiden größten politischen Parteien des Landes, einen parlamentarischen »Unterausschuß für die Entwicklung der Eisenbahnindustrie« einzurichten, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Montag. Geplante Privatisierungen seien angeblich vom Tisch…“

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korea streikrechtAm Montag den 30. Dezember hat die Eisenbahnergewerkschaft den dreiwöchigen Streik gegen die Privatisierungspläne beendet, die etwa 9.000 Streikenden haben am Dienstag die Arbeit wieder aufgenommen. Die Regierung hatte – auch unter dem Eindruck der in jedem Fall größten Demonstration des Jahres, der Solidaritätsdemonstration am Samstag zuvor in Seoul – zugesagt, ein parlamentarisches Unterkomitee zu gründen (das am Montag gebildet wurde) um dort die Zukunft der Eisenbahn zu debattieren und beschließen, die laut Regierungsmitteilung nicht aus deren Privatisierung bestehe. Die afp-Meldung S. Korea’s railway workers end strike externer Link vom 30. Dezember 2013 (hier bei Global Post) fast diese Entwicklung zusammen.  Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

korea streikrecht„Seit Juni hat die südkoreanische Regierung gegen breiten Widerstand ein neues Restrukturierungs- und Privatisierungsprogramm vorangetrieben. Angesichts einer strikten Weigerung der Regierung und der koreanischen Eisenbahngesellschaft KORAIL, darüber in einen sozialen Dialog einzutreten, hat die koreanische Eisenbahnarbeitergewerkschaft KRWU, ein Mitglied der ITF, einen Streik ab dem 9. Dezember angekündigt. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass massive Eingriffe von Regierung und Arbeitgeber in die Rechte der Arbeiter_innen zu befürchten sind, sobald der Streik beginnt. 2009 kamen als Vergeltung für einen ähnlichen Streik der KRWU schmutzige Taktiken wie z.B. strafrechtliche Vorwürfe, Inhaftierungen, Schadensersatzklagen, Entlassungen und andere Disziplinarmaßnahmen zum Einsatz. Die internationale Arbeitsorganisation ILO hat diese Schritte verurteilt und im Jahr 2012 rechtliche und praktische Reformen angemahnt. Sie hat im Oktober dieses Jahr einen weiteren dringenden Appell an die Regierung gerichtet, aber bisher keine Antwort erhalten. Wir sind dringend darauf angewiesen, dass Ihr Briefe an die Regierung schickt und sie auffordert, in den sozialen Dialog über die Eisenbahnpolitik einzutreten und das Recht der Eisenbahnarbeiter_innen auf Streik, wie es von internationalen Konventionen garantiert wird, zu respektieren.“ Die Kampagne von LabourStart externer Link

  • Brutaler Angriff auf Eisenbahner_innenNew
    „Entgegen dem breiten Widerstand in der Bevölkerung und den der Eisenbahner_innen, plant die Regierung in Südkorea ein Restrukturierungs- und Privatisierungsprogramm bei der koreanischen Bahn (KORAIL). Aufgrund der Weigerung der Regierung und KORAIL, darüber mit den Gewerkschaften zu reden, hat die koreanische Eisenbahnergewerkschaft KRWU am 9. 12.2013 einen Streik begonnen…Artikel auf Gewerkschafter ohne Grenzen vom 18.12.2013 externer Link Aus dem Text: „(…) Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Nur ein paar Tage nach dem Beginn ihres Streiks hat die koreanische Regierung brutal reagiert.  Am 17.12.13 sind die Büros der Eisenbahngewerkschaft von der Polizei durchsucht worden. PS’s und andere Ausrüstung sind be­schlagnahmt worden. Gegen die Führungsspitze der Gewerkschaft sind Haftbefehle erlassen worden – vor denen sie sich zur Zeit an einem sicheren Ort versteckt halten. Die koreanischen Medien be­richten derweil, dass das Militär bereit steht, um Hunderte von Sol­daten als Streikbrecher zur Verfügung zu stellen…
  • Unterstützung der Streikenden in KoreaNew
    „Am Freitag um 18 Uhr finden in Berlin am Brandenburger Tor / Seite der französischen Botschaft/ und in mehreren anderen Städten Kundgebungen statt gegen die repressiven Zustände in Korea und zur Unterstützung der Streikenden. Die Regierung attackiert die Eisenbahner, die den öffentlichen Dienst verteidigen. Einige Tage nach dem Beginn des Streiks überfällt eine wilde Repression die Eisenbahner. die Büros der Eisenbahnergewerkschaft im ganzen Land werden von der Polizei gestürmt , Ausrüstung und PC werden weggeschafft, Haftbefehle für die bekannten Streikführer erlassen, Sie sind untergetaucht und werden von der Gemeinschaft der Streikenden versteckt –  massenhafte “Freistellungen” von der Arbeit wurden erlassen. Solidarität ist gefordert – 18 uhr am Freitag“ Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 19.12.2013

Der Schritt der neuen südkoreanischen Regierung, den sie am 24. Oktober vollzog, der Lehrergewerkschaft KTU den legalen Status zu entziehen, stößt weltweit auf Kritik – jetzt auch beim jüngsten regelmäßigen Treffen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Der Bericht ILO blasts Seoul’s decision to outlaw teachers’ union externer Link der Yonhap Agentur am 31. Oktober 2013 in der Global Post

Protestdemonstration in Seoul gegen Verbot der LehrergewerkschaftDie südkoreanische Regierung hat ihre Drohung wahr gemacht und der Lehrergewerkschaft KTU am 23. Oktober den legalen Status entzogen (LabourNet Germany berichtete). Die Erklärung der internationalen Föderation der Gewerkschaften im Erziehungswesen Korea KTU deprived of legal status externer Link vom 24. Oktober 2013 bewertet diesen Schritt als einen Schlag gegen die Demokratie im Land. Siehe dazu auch: Mobilisation à Séoul contre la répression anti-syndicale externer Link – ein Bericht über die erste Protestdemonstration in Seoul am vergangenen Wochenende, an der weit über 10.000 Menschen teilnahmen vom 28. Oktober 2013 bei Solidarité Ouvrière

Defending trade union rights in South Korea Eine regelrechte Offensive gegen die Gewerkschaftsbewegung hat die suedkoreanische Regierung gestartet. Kurz nachdem sie sich erneut geweigert hatte, der Gewerkschaft im Oeffentlichen dienst KGEU die offizielle Anerkennung zuzugestehen, geht sie jetzt auch gegen die Lehrergewerkschaft KTU vor. Wenn sie nicht 23 entlassene Mitglieder aus ihren Reihen entferne, werde sie ihre legalen Status verlieren. Die 23 seien entlassen worden, so die Gewerkschaft, weil sie aktiv die Politik der KTU vertreten haetten – im konkreten Fall ging es um eine Kampagne gegen den Geheimdienst und um die Kritik an faschistoiden Inhalten in Schulbuechern. Der Artikel Ministry threatens to strip teachers’ union’s legal status von Kim Jae-won erschien am 23. September 2013 in der Korea Times externer Link Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

“Der dreiwöchige Arbeitskampf beim südkoreanischen Autohersteller Hyundai ist beendet. Konzern und Gewerkschaft einigten sich auf Lohnerhöhungen von 5,1 Prozent, wie beide Seiten am Montagabend mitteilten. Der Streik kostete Hyundai durch Produktionsausfälle von gut 50.000 Wagen rund eine Billion Won (690 Mio Euro). Arbeitsniederlegungen haben den Konzern in diesem Jahr schon 2,7 Billionen Won gekostet, da die Gewerkschaft zu Jahresbeginn bereits Sonderschichten am Wochenende boykottierte…Meldung auf T-Online.de vom 10.09.2013 externer Link

In der letzten Woche begann der Streik der südkoreanischen Bauarbeiter im Kampf gegen die Einschränkungen gewerkschaftlicher Rechte – und gegen Lohnrückstände. 20.000 Arbeiter demonstrierten vor dem Stadthaus von Seoul laut dem Kurzbericht “Construction workers stage a rallyexterner Link bei CINA vom 27. Juni 2013

labournet.tv

Interview mit Kim Jin Suk, die von Januar bis November 2011 einen Kran in der Werft Hanjin Heavy Industries and Construction in Busan/Südkorea besetzt hat. Die Gewerkschafterin protestierte damit gegen die Entlassung von 600 Kolleg_innen und die Verlagerung von Teilen der Produktion in die Philippinen. “Diese Kranbesetzung war ein Signal an die demokratische Bewegung, die in Südkorea eine lange Tradition hat. Zehntausende kamen aus dem ganzen Land mit Bussen nach Busan und gaben den Streikenden Hoffnung. Mit Tränengas und Farbkanonen wollte die Polizei die Versammlungen auflösen. Doch die Unterstützer wurden immer mehr. Das wendete das Blatt. Bei Wahlen im Betrieb gewannen die streikenden Gewerkschafter die Mehrheit und das Management musste schließlich einlenken.” (AK Internationalismus in der IG Metall) Der Film bei labournet.tv (koreanisch mit dt. UT | 42 min | 2012) externer Link

Weitere Infos im LabourNet Archiv unter Internationales > Südkorea > Arbeitskampf

Die Korean Government Employees’ Union (KGEU) und die Korean Federation of Public Services and Transportation Workers’ Unions (KPTU) haben zusammen mehr als 270.000 Mitglieder – und müssen immer noch um ihre Anerkennung kämpfen, rund 300 AktivistInnen sind wegen ihres gewerkschaftlichen Engagements in den letzten Jahren entlassen worden und kämpfen um ihre Wiedereinstellung und um Gewerkschaftsrechte. Pünktlich zum bevorstehenden Amtsantritt der neugewählten Präsidentin wurden nun auch KGEU Präsident Kim Jungnam und Generalsekretär Gwak Gyu-woon entlassen. Alle diese Entlassungen geschahen im wesentlichen aus zwei Gründen: Beteiligte an verschiedenen Widerstandsaktionen gegen Privatisierungspolitik sind ebenso betroffen wie Aktive des Kampfes gegen (anti)gewerkschaftliche Sondergesetzgebung im öffentlichen Dienst. Der “Call for signature petition on reinstatement of unfair dismissalexterner Link des Research Institute for Alternative Workers Movements vom 28. Januar 2013 stellt kurz die Sachlage dar, enthält eine Musterpetition und Links zu weiteren Hintergrundinformationen.

Siehe dazu auch:

Mit den Schwierigkeiten der gewerkschaftlich zentralen Kampagne für die Erhöhung des Mindestlohns befasst sich der Beitrag “Challenges for Minimum Wage Campaign in South Koreaexterner LinkLee Changgeun im Oktober 2012 in der Global Labour Column. Denn die GeringverdienerInnen sind vor allem die prekär Beschäftigten, über 48% der rund 17 Millionen Berustätigen in Südkorea – die auch ziemlich genau 48% des Durchschnittseinkommens der “normal Beschäftigten” verdienen. Die erste Schwierigkeit ist – Überraschung! – der Widerstand der Unternehmen. Ein höherer Mindestlohn, so das besonders der koreanischen Kultur verpflichtete Argument, würde Arbeitsplätze vernichten. Aber auch die dortigen Unternehmer sagen nicht, wer noch Geld mitbringt, könne jederzeit arbeiten…

Aus Protest gegen Leiharbeit beim südkoreanischen Autohersteller Hyundai harren zwei ehemalige Angestellte des Konzerns bereits seit einer Woche in 45 Metern auf einem Strommast aus. Choi Byung Seung und Chun Ui Bong sagten am Donnerstag, sie würden erst wieder herabsteigen, wenn Hyundai die Verträge tausender Leiharbeiter in feste Verträge umwandle. Choi sagte, er habe jahrelang versucht, dieses Ziel vor Gerichten zu erreichen und sich bei Politikern beschwert. Nun sei es Zeit für »drastischere Schritte«…” – aus der Agenturmeldung “Protest auf Mast: Hyundai-Leiharbeiter wollen Festverträge” externer Link in Neues Deutschland vom 26. Oktober 2012

Siehe dazu auch: “Solidarity with the Protest of Hyundai Workers in Ulsan!” externer Link – eine Chronologie der Solidarität mit vielen Photos der Aktion, zuletzt ergänzt am 28 Oktober 2012.

Contactus heisst das “Unternehmen” der sogenannten Sicherheitsbranche, dessen Angestellte Ende Juli die streikenden Metallgewerkschafter der SJM in Ansan überfielen und 35 von ihnen verletzten. Eine private Firma, die 1.000 Ausrüstungen für Anti-Aufruhrpolizisten ebenso ihr eigen nennt, wie Wasserwerfer – Made in Germoney. In dem Beitrag “The Violence Commercialized: Capital’s Private Army – Contactus” externer Link vom 08. September 2012 bei People’s Solidarity for Social Progress wird dieser Vorfall nicht nur in eine Reihe mit ähnlichen Vorkommnissen gestellt, sondern auch deutlich gemacht, dass der massive Einsatz solcher Firmen in wichtigen Betrieben eine regelrechte Strategie der Unternehmerverbände zur Zerschlagung kämpferischer Gewerkschaften geworden ist.

Siehe dazu auch: “A ‘Third National Center’ in South Korea?” externer Link in derselben Ausgabe des PSSP-Newsletters über den neuen, dritten landesweiten Gewerkschaftsverband Korean Labor Unions Confederation – im November 2011 gegründet – in Südkorea, der sich als antibürokratisch bezeichnet – aber vor allem seine grundsätzliche Zusammenarbeit mit der Regierung betont. Sozusagen die Alternative, wenn die angepeilte Zerschlagung gelingt…

Sowie: “South Korea’s Boom Leaves Workers in the Dust” externer Link von Michelle Chen am 24. September 2012 bei revolutionary Frontline wieder gegeben (Original in In These Times) – worin vor allem die verschiedenen Widerstandsaktionen prekär Beschäftigter als Reaktion auf ihre schlechte Lebenslage skizziert werden, worauf die südkoreanischen Gewerkschaften unterschiedlich

Quelle:  Artikel von Kyong-Ae Choi im Wall Street Journal vom 27.08.2012 externer Link

Der Arbeitskampf beim größten südkoreanischen Autobauer Hyundai Motor spitzt sich weiter zu. Die Gewerkschaftsmitglieder des Konzerns wollen diese Woche in einen dreitägigen Ausstand treten. Die Auseinandersetzung mit der Unternehmensspitze dreht sich um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Der von Dienstag bis Donnerstag dauernde Streik treibt den Produktionsausfall weiter in die Höhe. Seit Beginn des Arbeitskampfs Mitte Juli sackte die Fahrzeugproduktion um rund 70.000 Fahrzeuge ab. Das Management beziffert den Schaden auf inzwischen knapp 1,5 Billionen Won oder umgerechnet rund eine Milliarde Euro…