Kolumbien

Aufruf „Streike hart! der Kolumbienkampagne: Landwirtschaftsstreik in Kolumbien. Soli-Aktion in Berlin am 3. Juni 2016“… Der Volksentscheid wurde selbstorganisiert, erklärt Camilo Delgado, der Vorsitzende des Organisationskomitees, den wir zum Wohllokal begleiten. »Nachdem einige Gemeinden solche Befragungen durchgeführt und alle mit über 90 Prozent gegen Bergbau gestimmt hatten, bekam die Regierung kalte Füße.« An den Abstimmungen sei deutlich geworden, dass man in Bogotá »gegen uns regiert«, so Camilo. (…) Auf dem Stimmzettel steht die Frage: »Sind Sie damit einverstanden, dass in der Gemeinde San Lorenzo (Nariño) die Förderung von Edelmetallen und Erdgas und Erdöl erlaubt wird?« Darunter kann Ja oder Nein angekreuzt werden. (…) Insgesamt 6.764 von 12.800 registrieren Wahlberechtigten verneinen an diesem Tag die Frage, ob in ihrer Gemeinde Bergbau erlaubt werden soll. Mehr als 98 Prozent der Wähler stimmen gegen Extraktivismus. (…) Nach der Auszählung und der Bekanntgabe der Ergebnisse berichtet mir eine Frau vom Organisationskomitee: »Mit dem Ergebnis haben wir etwas in der Hand, um unser Territorium weiterhin und auf legalem und politischem Weg gegen andere Akteure verteidigen zu können.« Seit 2008 wurden laut Bergbauministerium Konzessionen und Rechtstitel im Gebiet von San Lorenzo vergeben. Im Jahr 2010 hatte der Konzern Mazamorras Gold mit der Ausbeutung von Fördergebieten in den Gemeinden San Lorenzo und Arboleda begonnen. Nachdem die Bewohner durch Viehsterben und Wasserverschmutzung auf die negativen Folgen der Bergbauaktivitäten aufmerksam wurden, versuchten sie zunächst mit dem Konzern zu verhandeln. Dieser lehnte jedoch jedes Gespräch ab. Unbekannte zerstörten das Camp der Förderanlage. Erneute Versuche von Mazamorras Gold, auf dem Gebiet tätig zu werden, wurden von den Gemeindemitgliedern mit dem mehrmaligen Anzünden von deren Fahrzeugen erwidert. Seitdem liegen die Bergbauaktivitäten in San Lorenzo und Arboleda still. Nun hat dieser Widerstand politische Rückendeckung.” Bericht von Ani Dießelmann bei der jungen Welt vom 5. Dezember 2018 externer Link

Studidemo am 10.10.2018 in Bogota: Der Widerstand gegen die Privatisierungspläne des neuen Präsidenten mobilisiert die Menschen im Bildungswesen Kolumbiens immer stärkerBei anhaltenden Studentenprotesten, die sich gegen das Budget für die höhere öffentliche Bildung für das Jahr 2019 und gegen das von der Regierung Iván Duque geplante Finanzierungsgesetz richten, ist es zu Festnahmen und Verletzten gekommen, mehrere Studenten gelten als vermisst. Nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation und Berichten verschiedener Medien kam es in mehreren Orten zu Übergriffen der Polizei, insbesondere in Bogotá, Bucaramangea, Cali, Medellín und Popayán. Die Spezialeinheit zur Aufstandsbekämpfung (Esmad) soll mit brutaler Härte gegen die Studierenden vorgegangen sein. Dabei wurden Dutzende Personen verletzt, auch auf Seiten der Polizei hab es Verletzte. Im Norden von Bogotá verschwanden drei Studenten der Nationaluniversität nach Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Popayan ereigneten sich ebenfalls schwere Auseinandersetzungen. Der Journalist Luis Fernando Castillo Narváez von Colombia Informa wurde bei seiner Arbeit durch die Polizei nicht nur behindert, sondern in einem Lager der Studierenden, das diese auf einem öffentlichen Platz in Popayan errichtet hatten, tätlich angegriffen. In Bucaramanga schüchterte die Armee die Protestierenden ein, indem Soldaten mit ihren Gewehren in die Luft feuerten…“ – aus dem Bericht „Polizei in Kolumbien geht hart gegen demonstrierende Studenten vor“ von Hans-Peter Schmutz am 12. November 2018 bei amerika21.de externer Link, worin auch der fadenscheinige Aufruf des Präsidenten Duque Thema ist, die Studierenden sollten zu Verhandlungen mit der Regierung zurück kehren – von denen er selbst  faktisch sagt, sie seien nutzlos, denn eine Erhöhung des Bildungsetats, die zentrale Forderung der Protestierenden, werde es nicht geben… Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag und eine Solidaritätserklärung lateinamerikanischer Sozialwissenschaftler: (weiterlesen »)

cut_kolumbien_ggsteuerreformDer von Kolumbiens Finanzminister Alberto Carrasquilla in der vergangenen Woche  vorgelegte Gesetzentwurf für die von Präsident Iván Duque geplante Steuerreform ruft im Land viele Diskussionen hervor. Seit Dienstag liegt das Gesetz dem Kongress zur Debatte vor. Die großen Gewerkschaften CUT, CGT und Fecode kündigten für den heutigen Donnerstag landesweite Proteste an. Das Gesetz soll das Haushaltsdefizit von etwa 14 Milliarden Pesos ausgleichen und Großunternehmen steuerlich entlasten, so der Plan der Regierung. Wirtschaftsanalysten Gewerkschafter und Abgeordnete unterschiedlicher Parteien sind sich jedoch einig, dass die geplante Reform die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen weiter belasten und ökonomische sowie soziale Ungleichheiten verschärfen wird. Duque hatte bereits während seines Wahlkampfes das “Programm zur wirtschaftlichen Reaktivierung” angekündigt. Damit wolle er eine produktive Entwicklung der Wirtschaft erzielen, welche sich an “Investitionen, Einsparungen, Formalisierung, Produktivitätssteigerungen und Wettbewerbsfähigkeit” orientiere. Der nun vorgestellte Wirtschaftskurs sieht vor, die Einkommenssteuer anzuheben, Mehrwertsteuern auf Artikel die der Grundversorgung dienen (canasta familiar) einzuführen und gleichzeitig die Unternehmenssteuer zu senken…“ – so beginnt der Beitrag „Geplante Steuerreform in Kolumbien steht stark in der Kritik“ von Nina Baghery am 08. November 2018 bei amerika21.de externer Link (wozu hinzuzufügen wäre, dass Kolumbien nicht das einzige Land ist, in dem die Menschen gegen die Einführung der Willkür, also der Mehrwertsteuer, protestieren…). Siehe dazu auch einen gewerkschaftlichen Aufruf gegen diese „Reform“: (weiterlesen »)

Studidemo am 10.10.2018 in Bogota: Der Widerstand gegen die Privatisierungspläne des neuen Präsidenten mobilisiert die Menschen im Bildungswesen Kolumbiens immer stärkerSie hatten ihren guten Willen bewiesen: Die Koordination der protestierenden Studierenden an Kolumbiens 32 öffentlichen Universitäten hatte mit Unterhändlern der Regierung Duque verhandelt, ihre Forderungen – vor allem nach mehr staatlichen Finanzen für den gesamten Bildungsbereich – unterbreitet. Es kamen keinerlei konkrete Zusagen, deswegen wurde beschlossen, die Verhandlungen abzubrechen und die Proteste fortzusetzen. In dem Artikel „Students in Colombia continue their strike for public education“ am 07. November 2018 bei Peoples Dispatch externer Link wird von diesem Abbruch der Verhandlungen ebenso berichtet, wie von dem entsprechenden Beschluss, am Donnerstag, 8. November einen landesweiten Aktionstag durchzuführen – trotz der Drohung, abermals die Sondereinheiten der berüchtigten ESMAD-Truppe gegen die Studierenden einzusetzen, die auch in den Tagen zuvor massiv Gewalt angewendet hatte, ohne allerdings die Protestbewegung unterdrücken zu können… Siehe dazu zwei Berichte über den neuen Aktionstag am 8. November 2018 sowie den Hinweis auf den bisher letzten unserer Beiträge zu den Studierendenprotesten in Kolumbien: (weiterlesen »)

Studidemo am 10.10.2018 in Bogota: Der Widerstand gegen die Privatisierungspläne des neuen Präsidenten mobilisiert die Menschen im Bildungswesen Kolumbiens immer stärkerNach einem über drei Wochen andauernden Bildungsstreik in Kolumbien haben sich Studierende und die Bildungsministerin María Victoria Angulo zu einem Schlichtungsgespräch getroffen. Den Protesten für einen höheren Bildungsetat hatten sich mindestens 25 öffentliche Universitäten angeschlossen. Die Studierenden und Lehrkräfte kritisieren vor allem, dass die Rüstungsausgaben nach wie vor einen erheblichen Teil des Staatsbudgets beanspruchen, während die Universitäten Defizite komoensieren müssen. Die öffentlichen Universitäten Kolumbiens werden zum Opfer ihres Erfolgs. Die Anzahl der an den öffentlichen Universitäten Immatrikulierten hat sich zwischen 2003 und 2017 beinahe verdoppelt. 2017 studierten über 660.000 Personen an den öffentlichen Universitäten. Die Finanzierung hinkt dieser Entwicklung hinterher. Die öffentliche Hand finanziert gerade einmal 52 Prozent der Budgets der öffentlichen Hochschulen, über 40 Prozent erbringen die Universitäten aus eigenen Mitteln. Die Immatrikulationsgebühren haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, was vor allem Studierende aus ärmeren Familien zunehmend von einem akademischen Studium ausschließt…“ – aus dem Beitrag „Forderung nach mehr Geld für öffentliche Universitäten in Kolumbien“ von askonline am 04. November 2018 bei amerika21.de externer Link . Siehe dazu auch einen weiteren aktuellen Beitrag und den Hinweis auf unseren ersten Bericht zu den Universitätsprotesten in Kolumbien: (weiterlesen »)

Studidemo am 10.10.2018 in Bogota: Der Widerstand gegen die Privatisierungspläne des neuen Präsidenten mobilisiert die Menschen im Bildungswesen Kolumbiens immer stärkerKnapp zwei Monate nach seinem Amtsantritt sieht sich Kolumbiens neuer Präsident Iván Duque bereits mit den ersten massiven Protesten konfrontiert. Studierende, Schüler Lehrer, Professoren und Mitarbeiter der Bildungseinrichtungen kritisieren die Privatisierungsvorhaben der öffentlichen Schulen und Universitäten seitens der neoliberalen, ultrarechten Regierung. Die Sprecher der Bildungsproteste fordern eine Sicherung der öffentlichen Bildung, zu der in Kolumbien die Bevölkerung sehr begrenzt Zugang hat. So ist an den staatlichen Universitäten beispielsweise lediglich rund die Hälfte der Studierenden eingeschrieben, wohingegen die andere Hälfte horrende Summen an privaten Hochschulen zahlen muss. (…) Seit dem 10. Oktober finden täglich Demonstrationen statt, gehen in vielen Landesteilen und allen größeren Städten tausende Teilnehmer auf die Straßen. In Kolumbien haben Proteste von Studierenden schon seit vielen Jahren keine solchen Wellen geschlagen. Sie begannen mit einer Großdemonstration von Studierenden in Bogotá, mit denen sich schnell weitere Sektoren der Gesellschaft solidarisch erklärten und ihrerseits zu Protesten aufriefen…“ aus dem Beitrag „Bildungsprotest in Kolumbien: Demos, Hungerstreik und Blockaden“ von Ani Dießelmann am 26. Oktober 2018 bei amerika21.de externer Link, worin die aktuelle Entwicklung zusammen gefasst wird und die wesentlichen Fragen der Auseinandersetzung dargestellt. Siehe dazu auch den Hinweis auf unseren letzten Beitrag zu den Bildungsprotesten in Kolumbien (weiterlesen »)

bogota_studidemo_10.10.2018In Kolumbien haben in mehreren Städten hunderttausende Studenten und Lehrtätige für ein besseres Bildungssystem demonstriert. Der Vorsitzende der kolumbianischen Studentenbewegung sagte, der Etat der Universitäten müsse aufgestockt werden. Der Präsident der Vereinigung der 32 staatlichen Universitäten beklagte, die Budgets für die Hochschulen seien im Laufe der Zeit praktisch eingefroren worden. Nach Angaben der Organisatoren nahmen rund 450.000 Menschen an den Kundgebungen in Kolumbien teil. Die Massen-Proteste sind der Beginn eines landesweiten Streiks von Studierenden, der insgesamt zehn Tage dauern soll…“ – aus der Meldung „Massenproteste für mehr Geld und bessere Ausstattung im Bildungsbereich“ am 11. Oktober 2018 im Deutschlandfunk externer Link über die erste große landesweite soziale Protestwelle nach Antritt der neuen Regierung in Kolumbien. Siehe dazu drei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

dangerIn keinem Land der Erde sind in den letzten Jahrzehnten Gewerkschaften derart von physischer Gewalt getroffen worden wie in Kolumbien. Zwischen 1977 und 2015 wurden über 3000 Mitglieder ermordet. Größer noch ist die Zahl derer, die verschleppt, mit dem Tode bedroht, widerrechtlich verhaftet, vertrieben oder anderen Gewalttaten ausgesetzt wurden. Der Internationale Gewerkschaftsbund zählt Kolumbien zu den „World’s Worst Countries for Workers“. Der Beitrag behandelt die Frage, wie die enorme physische Gewalt, der Gewerkschaftsmitglieder in Kolumbien in den letzten Jahrzehnten ausgesetzt waren, mit dem Bürgerkrieg zusammenhängt. Wieweit lassen sich die Gewalttaten aus der Konfliktdynamik der kollektiven Arbeitsbeziehungen erklären? Oder rührt die Gewalt gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus der Dynamik des übergreifenden, gewaltsam ausgetragenen gesellschaftlichen Konflikts?“ – das ist das Abstract für den Aufsatz  Im Labyrinth der Gewalt. Gewerkschaften im kolumbianischen Bürgerkrieg von Rainer Dombois† und Jeannette Quintero Campos in der Zeitschrift „Industrielle Beziehungen“ (Barbara Budrich Verlag) dessen kostenlose Verfügbarkeit (mit Dank an den Verlag) in dem Vorstellungstext „Mord an Gewerkschaftsmitgliedern als Mittel des Arbeitskampfes? Der Fall Kolumbiens“ am 31. August 2018 bei Employment Relations externer Link angekündigt wird. Siehe dazu auch einen aktuellen Beitrag über neue Drohungen gegen Bananen-Gewerkschafter und eine kurze und schreckliche Bilanz des Mordens an sozialen Aktivisten in Kolumbien: (weiterlesen »)

Kolumbien: Friedensdemonstration in Bogota am 5.10.2016 - Zehntausende machen weiterSieben lateinamerikanische Regionalverbände internationaler Gewerkschaftsföderationen haben sich in einem Offenen Brief an den neuen kolumbianischen Präsidenten Duque gewandt, um gegen die fortgesetzten Morde an sozialen Aktivisten im Land zu protestieren und der Regierung ihre Beteiligung an einem sozialen Dialog zur Beendigung der Gewalt angeboten. In dem Beitrag „Colombia. Federaciones sindicales internacionales le piden a Duque “parar el baño de sangre”“ am 29. August 2018 bei kaosenlared externer Link wird dieser Offene Brief dokumentiert, in dem eine „Ende des Blutbades“ gefordert wird. Die Confederación Sindical de Trabajadores y Trabajadoras de las Américas (CSA), Regional Internacional de Trabajadores de la Construcción y la Madera (ICM), Regional IndustriALL Global Union, Regional Federación Internacional de los Trabajadores del Transporte (ITF-Américas), Unión Internacional de Trabajadores de la Alimentación, Agricultura, Hotelería, Restaurantes, Tabaco y Afines (REL-UITA), Internacional de Servicios Públicos (ISP) und die Regional UNI Global Union legen in diesem Brief ihren Schwerpunkt vor allem auf die ganze Reihe von ermordeten Gewerkschaftsaktivisten in Kolumbien, setzen diese aber auch in den Zusammenhang mit den Morden an anderen sozialen Aktivisten. Siehe dazu auch einen aktuellen Beitrag über die Morde der Paramilitärs in Kolumbien: (weiterlesen »)

17. Juni 2018 immerhin 8 Millionen stimmen für linkssozialdemokraten in Kolumbien54% der Stimmen hat der Präsidentschaftskandidat der Konservativen, Rechten und Rechtsradikalen Ivan Duque in Kolumbien gewonnen – in einer Atmosphäre, die durch Hass- und Angstpropaganda ebenso gekennzeichnet war, wie durch Drohungen – und durch fortgesetzte Morde an Aktiven sozialer Bewegungen. Auf der anderen Seite: Noch nie hat in Kolumbien ein linker Kandidat so viele Stimmen bekommen, wie die 41% für Gustavo Petros, was runde 8 Millionen Wählerinnen und Wähler bedeutete. Er war, so viel ist eindeutig fest zu halten, der Kandidat der sozialen Bewegungen und der Gewerkschaften, auch der linken Gewerkschaften, die einen unabhängigen Kurs verfolgen. In den Hochburgen sozialer Bewegungen und in der Hauptstadt Bogota hat er die Wahlen gewonnen, in ländlichen Gegenden, Kleinstädten und Mittelklasse-Vierteln nicht. Nach der verlorenen Wahl unterstrich er, er werde versuchen, vom Senat aus den weiteren Widerstand zu stärken, die 8 Millionen Stimmen seien eine hervorragende Basis dafür. Zur Situation in Kolumbien nach der Wahl, zwischen reaktionärer Gewalt-Offensive und wachsenden Protestbewegungen, unsere aktuelle kommentierte Materialsammlung „Wiedergänger an der Macht? – Wie entwickelt sich der Widerstand mit „Uribe 2“ als Regierungschef in Kolumbien?“  vom 20. Juni 2018: (weiterlesen »)

Der grösste kolumbianische Gewerkschaftsbund CUT mobilisiert für das Ja beim Referendum zum Friedensvertrag am 2.10.2016Wir verurteilen die systematische Verfolgung der sozialen Bewegungen, ihrer Aktivist*innen und der Menschenrechtsverteidiger*innen durch den kolumbianischen Staat und den herrschenden Staatsterrorismus in Kolumbien. Seit Freitag, dem 20. April, wurden massive Festnahmen durchgeführt. Mehr als 30 Personen aus sozialen Organisationen, darunter linke Ex-Bürgermeister*innen und Vertreter*innen der lokalen Politik aus den Departaments Nariño, Cauca und Valle del Cauca. Dies dient einzig der Kriminalisierung unserer Proteste und der sozialen Mobilisierung! (…) Diese Praxis der Kriminalisierung ist Bestandteil der Stigmatisierung der sozialen Bewegungen und hat in den letzten 2 Jahren dazu beigetragen, dass 282 Aktivist*innen ermordet wurden. Unterdessen verfolgt die Regierung die sozialen Organisationen, die tagtäglich in ihren Gebieten ihre Versorgung und ein würdiges Leben aufbauen und organisieren. Die Regierung hält sich nach wie vor weder an die mit den Aufständigen noch an die mit den sozialen Bewegungen getroffenen Abkommen. Die Regierung versucht weiterhin durch eine militärische Lösung einen “Frieden” der Sieger durchzusetzen. Das Handeln der Regierung lässt keinen Zweifel an ihrer geringen Bereitschaft, ihr Wort zu halten und einen politischen Ausweg aus dem Konflikt zu garantieren. Das Wachsen und Erstarken der Paramilitärs und die fehlende Sicherheit für Ex-Kämpfer*innen der FARC und ihre Familien sind weitere Beweise für die eigentlichen Intentionen der Regierung“ – aus dem Aufruf „Wir machen weiter für den Frieden in Kolumbien und auf dem Kontinent“ des Congreso de los Pueblos am 10. Mai 2018 bei der Interventionistischen Linken externer Link in deutscher Übersetzung dokumentiert. Siehe dazu drei weitere aktuelle Beiträge – auch über den Auftritt des kolumbianischen Präsidenten auf dem Kirchentag, sowie den Hinweis auf unsere früheren Beiträge: (weiterlesen »)

Am 1. Mai 2018 Ölarbeiter in Kolumbien gemeinsam mit BergbaukritikernDie zahlreichen Maidemonstrationen in verschiedenen Regionen Kolumbiens waren einerseits vor allem geprägt von der Mobilisierung zur Unterstützung des nach wie vor extrem unsicheren Friedensprozesses. Andrerseits aber auch vom Protest gegen die sogenannte Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, insbesondere in der Agrarwirtschaft, und gegen den Niedergang des Bildungswesens, weswegen an verschiedenen Orten die Gewerkschaften der LehrerInnen die stärkste mobilisierende Kraft waren. An diesem 1. Mai 2018 zeigte sich aber auch eine Entwicklung in gesellschaftlichen Bündnissen: Nahezu überall spielte auch der Protest gegen Landvertreibungen und Bergbau-Großprojekte eine wichtige Rolle – Ergebnis der seit einiger Zeit intensivierten Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und regionalen sozialen Initiativen rund um den Widerstand gegen Landvertreibung. In dem Artikel „Comunidades, trabajadores y organizaciones sociales y políticas conmemoraron el Día internacional del Trabajo“ am 02. Mai 2018 bei Trochando sin fronteras externer Link wird auf dieses Zusammenwachsen ganz besonders hingewiesen, eben weil es eine relativ neue Erscheinung im gesellschaftlichen Leben des Landes ist. Siehe dazu auch eine Fotoreportage vom 1. Mai 2018 in verschiedenen Orten des Landes: (weiterlesen »)

Enthüllungsbuch »NETZWERK DES TODES. DIE KRIMINELLEN VERFLECHTUNGEN VON WAFFENINDUSTRIE UND BEHÖRDEN« von Jürgen Grässlin, Daniel Harrich und Danuta Harrich-Zandberg im Heyne Verlag MünchenSig Sauer soll ohne Genehmigung über die USA Pistolen nach Kolumbien geliefert haben. Die Staatsanwaltschaft wollte die Anklage zunächst weder bestätigen noch dementieren. Kolumbien hatte den Import deutscher Pistolen aus den USA bestätigt. Demnach hatte Bogota von 2006 an über das US-Verteidigungsministerium knapp 65.000 Pistolen vom Typ SP 2022 für 28,6 Millionen Dollar gekauft, von denen ein Teil in Eckernförde hergestellt worden war. Für dieses Geschäft soll es keine Genehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gegeben haben“ – aus dem Beitrag  „Staatsanwalt klagt Mitarbeiter von Sig Sauer an“ von Ulrich Metschies am 11. April 2018 bei den Kieler Nachrichten externer Link, worin der Unternehmens-Anwalt als Quelle der Information benannt wird – der, wenig überraschend, das ganze Geschäft als rechtskonform ansieht. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge, sowie eine juristische Dokumentation, eine doppelte Erinnerung an ähnliche Mexiko-Geschäfte  – und zwei Verweise auf frühere Beiträge im LabourNet Germany, worin auch die fördernde Rolle der Bundesregierung Thema war: (weiterlesen »)

Wasserwerker Bogota gegen Esmad im Februar 2018Laut dem Bericht der Menschenrechtsorganisation Indepaz hat sich der erneut aufflammende Konflikt in Kolumbien besonders dramatisch auf soziale Bewegungen ausgewirkt. Alleine im Januar wurden bereits 23 bis 27 politische Morde gemeldet. Im Jahr 2017 waren rund 150 Morde im Zusammenhang mit dem Einsatz für Menschenrechte gezählt. Entgegen der ursprünglichen Erwartungen stieg die Zahl der Verbrechen nach Abschluss des Friedensabkommens erheblich an. Deswegen haben linke Organisationen einen “permanenten Prozess für den Frieden” initiiert. Sie wollen die Proteste permanent aufrechterhalten und erst beenden, “wenn in Kolumbien Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit herrschen”. In ihrem Aufruf heißt es: “Der unverändert weitergeführte Krieg erfüllt uns mit Trauer; die Morde an Aktivisten und die willkürlichen Verhaftungen, die Drohungen gegen soziale Bewegungen, die Vertreibungen und Bombardierungen ganzer Territorien, die steigenden Feminizide. Wir fordern vom Staat reale und effektive Garantien für ihr Leben.” Auch bekundet der Aufruf “Trauer über die getöteten Polizisten und Soldaten ebenso wie über die ermordeten Guerilleros, die inhumanen Bedingungen für inhaftierte politische Gefangene und ermordete Mitglieder der Farc-Partei”“ – so beginnt der Beitrag „Alleine im Januar wurden 23 Aktivisten in Kolumbien ermordet“ von Ani Dießelmann am 07. Februar 2018 bei amerika21.de externer Link, worin über die trotz Terror aufrecht erhaltenen und sich entwickelnden Proteste berichtet wird – zu denen sich jetzt eine Streikbewegung gesellt… Siehe dazu drei aktuelle Beiträge zur Streikbewegung in Kolumbien: (weiterlesen »)

frei agierende militaristische Gruppierungen in Kolumbien Die Sicherheitskräfte in Kolumbien haben eine landesweite einwöchige Mobilisierung von 100.000 Indigenen mit unkonventionellen und tödlichen Waffen massiv attackiert und dabei mindestens 40 Verletzte hinterlassen. Dies berichtet die nationale Organisation der Indigenen (Onic). Die Aktivisten hatten ab dem 30. Oktober wichtige Landstraßen blockiert. Dabei forderten sie von der Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos, nie umgesetzte Vereinbarungen einzuhalten. Inhalt der Abmachungen ist unter anderem die Selbstbestimmung innerhalb der indigenen Schutzzonen, der Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem sowie Sicherheitsgarantien wegen der zunehmenden Morde an indigenen Anführern“ – so beginnt der Beitrag „Starke Repression bei Mobilisierung der Indigenen in Kolumbien“ von Hans Weber am 09. November 2017 bei amerika21.de externer Link, worin auch die Gegenmobilisierung nach wie vor frei agierender militaristischer Gruppierungen Thema ist. Siehe dazu auch zwei Hintergrundbeiträge zu Bergbau und neoliberalen Paramilitärs: (weiterlesen »)