Arbeitskämpfe

Solidarität mit streikenden Postarbeitern in Kanada 2018Kanadas Premierminister Justin Trudeau will streikende Postangestellte in Kanada per Gesetz zur Arbeit verpflichten. Voraussichtlich bis morgen hätten die Tarifparteien aber noch Zeit, sich zu einigen, sagte eine Sprecherin von Arbeitsministerin Patty Hajdu heute. Die Ministerin hatte beklagt, trotz mehr als einjähriger Verhandlungen seien die Fortschritte „begrenzt“. Die Regierung steht vor dem verkaufsstarken Wochenende um den „Black Friday“ auch unter Druck des Onlinehandels. Premier Trudeau hatte bereits vor zwei Wochen gewarnt, die Regierung könnte Streiks von Postmitarbeitern und -mitarbeiterinnen verbieten oder den Tarifparteien einen Vertrag aufzwingen (…) Seit dem 22. Oktober legen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Canada Post abwechselnd in mehreren Städten des Landes gleichzeitig die Arbeit nieder. Bisher traf es schon mehr als 150 Städte. Hunderte Lkws warteten derzeit auf Entladung, teilte das Unternehmen mit. Die Gewerkschaft will die Einstellung von mehr Arbeitskräften durchsetzen – das Paketaufkommen bei der kanadischen Post ist um 30 Prozent gestiegen. Überstunden und Überlastung sind die Folge…” Meldung vom 22. November 2018 beim ORF.at Netzwerk externer Link, siehe dazu die Homepage der The Canadian Union of Postal Workers externer Link und bei Twitter #canlab sowie hier neu:

  • [Protestbotschaft an die kanadische Regierung] Streikende Postarbeiter zurück zur Arbeit gezwungen, Dutzende Unterstützer, die für sie den Streik fortsetzten, verhaftet New (weiterlesen »)

Quebec: Bauarbeiterdemo in Montreal am 24.5.2017 - an den Stadtrand berufenMan kann, wie es die Provinzregierung von Quebec mit den Bauarbeitern gemacht hat – wenn die Gewerkschaften sich nicht dagegen zur Wehr setzen – eben mal ein Sondergesetz verabschieden, mit dem das Streikrecht abgeschafft und Zwangsschlichtung anbefohlen wird. Die 175.000 Streikenden gingen wieder „an die Arbeit“, staatsfromme Gewerkschaften kündigten (in jedem Falle: nutzlose) Klagen an, und die Unternehmen freuten sich. Nicht lange: Kaum war dieser Streik beendet, traten die 1.400 Ingenieure des öffentlichen Bauwesens in den Streik. Was sie nach wie vor tun. Bislang ohne gesetzliches Streikverbot, aber mit massiven Auswirkungen. Wobei die Frage schon erlaubt sein muss, warum eigentlich zwei getrennte Streiks in einer Branche, warum keine Gemeinsamkeit – außer, dass man eine Provinzregierung als Gegner (und nicht etwa: Sozialpartner) hat, die vor offener antidemokratischer Parteinahme nicht zurückschreckt und jetzt selbst bestreikt wird. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Quebec: Bauarbeiterdemo in Montreal am 24.5.2017 - an den Stadtrand berufenWas nahezu zu erwarten war, ist denn auch passiert: Nachdem die Provinzregierung von Quebec das Sondergesetz gegen den Bauarbeiterstreik verabschiedet hat, hat die Allianz der Bauarbeitergewerkschaften den Streik ohne weitere Debatte beendet. So weit nachzuvollziehen, wurde noch nicht einmal der Versuch gemacht, gegen das diktatorische Vorgehen im dienste der Bauunternehmen zu mobilisieren – stattdessen der Appell an die Justiz und politische Peinlichkeiten, wie etwa, man werde sich bei den nächsten Wahlen „daran erinnern“, was bei den jubelnden Bauunternehmen nicht gerade Angstzustände hervorrufen wird. Die Meldung „Les travailleurs de la construction de retour sur les chantiers“ am 31. Mai 2017 bei Radio Canada externer Link berichtet von der Wiederaufnahme der Arbeit, die „mit Bitterkeit“ stattfinde, wie es im Gespräch zwei Bauarbeiter einer neuen Großbrücke in Montreal  ausdrücken, die meinen, sie hätten lieber eine ausgehandelte Vereinbarung gehabt, als ein Diktat. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge – auch über erste Reaktionen auf das Sondergesetz, sowie den Verweis auf den vorherigen Bericht: (weiterlesen »)

Gewerkschaftsplakat gegen das Anti-Streik Sondergesetz in Quebec am 30.5.2017Am Montag, 29. Mai 2017, hat die Provinzregierung von Quebec ihre antidemokratische Drohung wahr gemacht: In einer Eilsitzung ein Sondergesetz erlassen, mit dem die seit mehreren Tagen streikenden 175.000 Bauarbeiter ab Mittwoch 31. Mai gezwungen werden sollen, den Streik zu beenden. Die Frau Wirtschaftsministerin der Provinz – aus der Ferne schlecht zu beurteilen, ob besonders dumm oder besonders frech, wiederholte die selbstentlarvende Begründung: „Wir können es uns nicht leisten, täglich 45 Millionen Dollar zu verlieren“. Niemand fragte bisher, wenn „wir“ uns das nicht leisten können, welchen Anteil der 45 Millionen dann die Bauarbeiter jeden Tag  bekommen. Die Gewerkschaftsallianz der Bauverbände hat angekündigt, gegen das Gesetz juristisch vorzugehen, es sei eindeutig illegal. Nichts allerdings wurde dazu geäußert, was dann am 31. Mai passiert: Wird der Streik dann beendet oder trotz eines unternehmerischen Ermächtigungsgesetzes fortgesetzt? Alles deutet auf den Kniefall hin… Siehe dazu zwei aktuelle Beiträge, zwei linke Positionierungen und den Verweis auf unseren ersten Bericht: (weiterlesen »)

Quebec Bauarbeiterdemo montreal am 24.5.2017 - an den Stadtrand berufenAm Montag, 29. Mai 2017, ist die Provinzregierung von Quebec zu einer Sondersitzung geladen. Der Chef dieser Truppe meint, die „Wirtschaft“ der Provinz könne die täglichen Verluste nicht ertragen, die seit Streikbeginn am Donnerstag auflaufen. Es soll der Streik der 175.000 Bauarbeiter durch ein Sondergesetz untersagt werden. Ein Streik, der sich gegen ein ebenso dreistes wie selbstentlarvendes Kampfprogramm der Unternehmerverbände der Bauindustrie Quebecs richtet, und von der Alliance Syndicale, dem Zusammenschluss der Baugewerkschaften, durchaus auf den Druck hin organisiert wurde, der von der Stimmungslage in den Betrieben ausgeht. Die Gewerkschaftsvertreter haben nun beteuert, man werde das ganze Wochenende über verhandeln, um das Gesetz zu verhindern… Das Programm, gegen das sich die Empörung der Baubeschäftigten richtet, ist knapp und eindeutig. 5 Jahre Tarifvertrag – jährliche Erhöhung jeweils 0,7% (bei einer Inflationsrate von gegenwärtig 1,6% im Jahr, mit Tendenz zur Steigerung dürfte das geschätzt auf 10% Lohnkürzung hinauslaufen). Punkt 2: Samstagarbeit soll nicht mehr als Überstunden bezahlt werden. Und: Die “Flexibilität” soll weiter erhöht werden, sprich das Unternehmen soll kurzfristig diktieren können, wann, zwischen 5 und 11 Uhr die Arbeit aufgenommen werden muss, eine Ausdehnung der bereits bestehenden Regelung. Siehe dazu vier aktuelle und einen Hintergrundbeitrag: (weiterlesen »)

Plakat der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst Kanadas zur Mobilisierung - die stärker ausfiel, als gewünscht...Dezember 2015Seit März letzten Jahres befanden sich die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Bundesstaat Québec im tariflosen Zustand. Die „Gemeinsame Front“ der kanadischen Gewerkschaften in der Provinz mobilisierte dagegen in seit langem nicht mehr da gewesener Breite und Stärke eine alternierende Streikwelle, an der sich Zehntausende immer wieder und Hunderttausende insgesamt beteiligten – von etwa einer halben Million Beschäftigten sind rund 80% gewerkschaftlich organisiert. Nun haben die, vor Weihnachten, ein Abkommen mit der Provinzregierung unterzeichnet, das von den Vorständen der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst als großer Erfolg bewertet wurde und wird. Statt der ursprünglich angebotenen Lohnerhöhung um 3% seien es beinahe 10% geworden – innerhalb von 5 Jahren. In dem Artikel „Quebec’s Proposed Deal With Public Sector Workers: A Hollow Victory for Unions?“ von Robert Green am 14. Januar 2016 bei rank&file externer Link wird diese Bewertung ausgesprochen kritisch betrachtet – wobei er eingangs darauf verweist dass, für Außenstehende angesichts des Medienechos überraschend, die Mitglieder der größten Gewerkschaft der Gemeinsamen Front (Fédération de la santé et des services sociaux FSSS – die Gewerkschaft der PflegerInnen und SozialarbeiterInnen, die rund 100.000 Mitglieder hat) das Abkommen in einer Urabstimmung bereits abgelehnt haben. (weiterlesen »)

ÖD-Demo Montreal 21.11.2015Mehr als 400.000 Menschen haben sich inzwischen an den Rotativ-Streiks im öffentlichen Dienst Quebecs seit Anfang Oktober beteiligt. Am 21. November gab es eine erneute Massendemonstration. Das Interview “Massive Rolling Strikes Shut Down Quebec” von Sonia Singh am 23. November 2015 bei den Labornotes externer Link mit zwei Streikaktivisten – Benoit Renaud und Philippe de Grosbois (Respektive Lehrer in der Erwachsenenbildung bzw im Vorschulbereich) behandelt eine ganze Reihe von Aspekten – unter anderem insbesondere die aktive Unterstützung streikender LehrerInnen durch die Elternvereingungen in Verteidigung der öffentlichen Schulen – und auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Landesregierung Quebec ein gesetzliches Streikverbot durchsetzen könne, was sie erwägt. Siehe dazu auch: “Der Kampf im öffentlichen Dienst Kanadas wird immer breiter” am 30. Oktober 2015 im LabourNet Germany und weitere Berichte ab Anfang Oktober 2015 als die Rotativ-Streiks begannen

Streikdemonstration öffentlicher Dienst in Montreal am 25. Oktober 2015Die Rotationsstreiks im öffentlichen Dienst der Provinz Quebec werden ohne Pause fortgesetzt, wobei zahlreiche Belegschaften in den Streik treten, die dies vorher noch nie getan haben und auch in Gegenden gestreikt wird, die bisher eher als “ruhige” galten. Der kurze Bericht “57 863 travailleurs du Front commun font la grève aujourd’hui” am 28. Oktober 2015 bei Chambly Matin externer Link – ein weiterer Bericht in einer Regionalzeitung – nennt nicht nur die Zahl der Streikenden in Montérégie, einer Provinz in Südquebec, sondern zählt auch einige der bestreikten Einrichtungen in verschiedenen Orten auf, die die ganze Bandbreite des öffentlichen Dienstes abdecken. Die Intensität dieser Streikbewegung hat zwei Urachen: Erstens die Lage der Beschäftigten selbst, die massiv auf Streiks gedrängt haben und zweitens die “Gemeinsame Gewerkschaftsfront” die alle vertretenen Organisationen vereinigt. Siehe dazu auch eine Sammlung von Streikvideos: (weiterlesen »)

Logo des kanadischen gewerkschaftlichen Basisnetzwerks Rank and FileIn Quebec haben die Beschäftigten an Schulen, Krankenhäusern und Behörden einen mehrwöchigen “Wanderstreik” beschlossen und begonnen, bei dem tageweise Einrichtungen wechselnd bestreik werden, verbunden mit Demonstrationen und Kundgebungen: Die Provinzregierung hat – wie andere auch – sich bisher unwillig gezeigt, über eine echte Gehaltserhöhung zu verhandeln. Der Artikel “Quebec public sector workers begin week-long rotating strikes” am 26. Oktober 2015 im Canadian Labour Reporter externer Link zitiert Jacques Letourneau, den Vorsitzenden der Gewerkschaft CSN, der die Forderung der verschiedenen beteiligten Gewerkschaften an den von der Mitgliedschaft beschlossenen Streiks auf drei Jahre in Folge jeweils 4,5% Gehaltserhöhung unterstreicht. Siehe dazu auch zwei weitere Beiträge: (weiterlesen »)

Kanada: Landesweiter Kampf um MindestlohnWie in immer mehr Ländern – und wie in den benachbarten USA – wird auch in Kanada der Kampf um einen Mindestlohn, der zum anständigen Leben reicht geführt – und auch hier wird er immer stärker: 15 Dollar die Stunde. In der Provinz British Columbia (Hauptstadt der pazifischen Provinz ist nicht etwa Vancouver, sondern Victoria) leben etwa 4,5 Millionen Menschen – von denen rund 630.000 unter 15 Dollar die Stunde verdienen, wovon wiederum etwa 120.000 unter den abscheulichen Begriff der „arbeitenden armen“ fallen. Der Mindestlohn der Provinz liegt seit drei Jahren bei 10,25 Dollar – beim höchsten Preisniveau des ganzen Landes – so simpel ist der Grund, warum die Forderung nach 15 Dollar stark wachsenden Zulauf erhält, berichtet in dem Beitrag „BC’s Fight for 15: Broadening the tent of labour“ Chrystal Warner am 17. Februar 2015 bei rank and file canada externer Link, worin unterstrichen wird, dass mit dieser Auseinandersetzung die Gewerkschaftsbewegung der Provinz einen wichtigen Schritt „zurück zu den Wurzeln“ mache. Siehe dazu auch „Fight for $15“ – die Kampagnenseite der BC Federation of Labour die seit Ende Oktober 2014 externer Link im Netz ist und kontinuierlich Informationen rund um Lebensbedingungen und Aktionen verbreitet

Streik der Hafentrucker VancouverIm kanadischen Vancouver begann ein Wilder Streik der Hafentrucker. Es waren ca. 1400 nicht gewerkschaftlich organisierte, die am 26.2. die Arbeit am Metro Port Vancouver nierlegten. Die zuständige Gewerkschaft brauchte gut eine Woche um eine Urabstimmung durchzuführen. am 10.3. schlossen sich 400 gewerkschaftlich Organisierte dem Streik an. Beitrag von Kuddel auf Chefduzen vom 24.03.2014 externer Link mit weiteren Links

  • Die Streikenden sind erfolgreich aus der Auseinandersetzung hervorgegangen
    Die Verhandlungen waren kompliziert, man hat sich den gegebenen Verhältnissen angepaßt und nicht nur die Gewerkschaft als Verhandlungspartner anerkannt, denn sie spielte nur eine Nebenrolle in dem Arbeitskampf. Es wurde ein Kompromiß ausgehandelt zwischen zwei Regierungsebenen (Regionalregierung und Nationalregierung), 180 verschiedenen Unternehmen, 1200 nicht gewerkschaftlich organisierten Truckern und 350 gewerkschaftlich organisierten. Die Regierung hat zugesagt, keine Fahrerlaubnisse zu entziehen, bzw. die bereits entzogenen zurückzugeben und keine Strafen zu erteilen (laufende juristische Verfahren werden niedergelegt). Es wird auch das “Zurück an die Arbeit”-Gesetz wieder zurückgenommen…“ Artikel von Kuddel auf Chefduzen vom 27.03.2014 externer Link

Unterstützt die streikenden Arbeiter/innen von Crown Holdings„Crown Holdings, ein multinationaler Konzern aus den USA, ist eine der größten Metallverpackung produzierenden Firmen der Welt. Sie produzieren Getränke- und Lebensmitteldosen in 149 Ländern. Obwohl Crown seinen Gewinn in 2012 fast verdoppeln konnte, starten sie ihre jüngsten Angriffe auf Beschäftigte in Toronto (Kanada), wo Mitglieder der Vereinigten Metallarbeitergewerkschaft (USW) nun in den Streik gegangen sind. Crown fordert die Streichung der Indexierung an die jährliche Inflationsrate, die Etablierung eines zweistufigen Gehaltssystems und weiterhin keine Anhebung der Betriebsrente, die nun bereits seit neun Jahren eingefrorenen ist. Diese Forderungen stellte Crown auf kurz nachdem die Firma die Gewerkschaftsmitglieder für “Einsatz, Engagement, Teamarbeit und persönliche Verantwortung” auszeichnete. Die USW Mitglieder haben noch einmal neu angefangen und starteten die globale Kampagne “Keine weiteren Kürzungen” (“Take-Backs No More”), um die Jahre der Gewinnmaximierung bei Crown auf dem Rücken der Beschäftigten zu beenden. Unite (Großbritannien), die Internationale Mechaniker-Gewerkschaft IAM und IndustriALL bauen ein globales Gewerkschaftsnetzwerk auf, um die Angriffe von Crown zu stoppen. Beteilige dich an der Kampagne “Take-Backs No More” und sende diesen Brief an den Firmenchef John Conway von Crown Holdings…“ Act-Now! Kampagne bei LabourStart externer Link