Jemen

Enthüllungsbuch »NETZWERK DES TODES. DIE KRIMINELLEN VERFLECHTUNGEN VON WAFFENINDUSTRIE UND BEHÖRDEN« von Jürgen Grässlin, Daniel Harrich und Danuta Harrich-Zandberg im Heyne Verlag MünchenOb es großen Sinn macht, die an Berliner Gesprächen beteiligten Vereine zum Stop des Waffenhandels aufzufordern, sei dahin gestellt – dafür wäre ein massenhafter Protest Voraussetzung. Der aber angesichts des gegenwärtigen saudischen Mordens im Jemen ohnehin dringendst nötig wäre – gerade in der BRD, einer der Hauptlieferanten der Kriegsherren in Riad. „Mit Blick auf die heute Abend stattfindenden Sondierungsverhandlungen auch zur Flüchtlingsfrage kritisiert die Aufschrei-Waffenhandel-Sprecherin Charlotte Kehne zudem die Tatsache, dass „weiterhin menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten umfassend mit deutschen Waffen beliefert werden. Das im Jemen kriegführende Saudi-Arabien hat im dritten Quartal 2017 Ausfuhrgenehmigungen im Wert von 148 Millionen Euro erhalten – dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, sagt die Referentin für Rüstungsexportkontrolle bei Ohne Rüstung Leben (ORL)“ – eine Passage aus der „Pressemitteilung zu den Sondierungsverhandlungen über eine Jamaika-Koalition“ der Aktion Aufschrei am 14. November 2017 externer Link, worin auch der Beitrag der Händler des Todes zur Flucht von Menschen „gewürdigt“ wird. Angesichts der Hungerblockade der Sauds gegen die jemenitische Bevölkerung verweisen wir dazu einerseits auf unsere vor kurzem zusammengestellte Behandlung des Themas „Fregatten aus Mecklenburg für Saudi Arabien“, worin die Landesregierung meinte, eine Ausrede zu finden, diese seien ja nur für die Küstenwache (die diese Blockade gerade mit organisierte) – und andererseits auf vier weitere aktuelle Beiträge zum Krieg im Jemen. Siehe dazu also vier aktuelle Beiträge – und zwei Verweise auf bisherige Zusammenstellungen: (weiterlesen »)

August 2017: Massendemonstration in Aden: Gegen Krieg und Kapitalismus im JemenSeit 2014 zieht sich der Krieg im Jemen nun schon hin, seit 2015 ist Saudi-Arabien – und mit ihm, auf verschiedene Weise, seine Freunde in der EU und den USA – Kriegspartei. Ungefähr 10.000 Menschen mussten bisher schon sterben, Cholera und Hunger im Zusammenwirken mit saudischen Bomben sind Ursache. Weit weg, nahezu unbeachtet und in der politischen Bewertung meistens „irgendwie religiös“ begründet (wenn überhaupt) – so ist das Echo dieses Kriegs in den Medien der BRD. BRD-Waffenlieferungen an das verbrecherische Saud-Regime werden, wenn überhaupt, in der Regel nicht in Zusammenhang mit diesem Krieg kritisiert. Dass die erste Auslandsreise des damals neu gewählten US-Präsidenten Anfang des Jahres 2017 nach Saudi-Arabien führte, war keineswegs ein Zufall. Unsere aktuelle Materialsammlung „Fast drei Jahre Krieg im Jemen – erstarkender Widerstand“ vom 19. September 2017 ist der Versuch dazu beizutragen, die sozialen Komponenten dieses Krieges sichtbar zu machen: (weiterlesen »)

Demonstration in Aden am 1.7.2017 gegen den Präsidenten von Saudis GnadenDie Bundesrepublik setzt entgegen anderslautenden Ankündigungen die Aufrüstung Saudi-Arabiens fort und beliefert die saudische Küstenwache mit Patrouillenbooten. Vergangene Woche sind zwei solche Boote aus der Wolgaster Peene-Werft nach Saudi-Arabien ausgeschifft worden; sie sind Teil eines rund 1,5 Milliarden Euro umfassenden Deals, der die Lieferung von mehr als 100 Booten an die Küstenwache sowie die Marine des Landes umfasst. Hauptauftragnehmer ist die Bremer Lürssen-Werft. Die Lieferung erfolgt, obwohl Riad im Jemen einen weltweit heftig kritisierten Krieg führt und das Land mit einer Seeblockade abschottet, die eine verheerende Hungersnot ausgelöst hat und eine grassierende Cholera-Epidemie verschärft. Für die Seeblockade kann Saudi-Arabien vermehrt auf deutsche Patrouillenboote zurückgreifen“ – so beginnt der Beitrag „Beihilfe zur Hungersnot“ Teil II am 24. Juli 2017 bei German Foreign Policy externer Link über den Beitrag der BRD zum Terror der Saudbande im Jemen. Siehe zur Lage der Menschen im Jemen und der Entwicklung der jemenitischen Oppositionsbewegung zwei weitere Beiträge: (weiterlesen »)

Antikriegsdemo in SaanaSeit über einem Monat bombardiert die Armee des fundamentalistischen Saud-Staates das Nachbarland – und auch nach der Ankündigung der “Beendigung der ersten Phase” am 21. April gehen die Bombardements weiter. “Saudi-Arabien hat als Gottesstaat in wahabitischer Tradition und als internationaler Förderer der salafistisch/wahabitischen Strömung innerhalb des politischen Islams nur wenig Probleme mit seinen ideologischen Abkömmlingen von Al-Qaida im Jemen, dafür umso mehr mit einer möglichen Machtübernahme der aus seiner Sicht ,,ungläubigen” Ansarollah-Bewegung, die dessen Machtanspruch am Golf von Aden nachhaltig in Frage stellen könnte. Nicht zuletzt fürchtet die reaktionäre Erbmonarchie den Einflussgewinn des schiitischen Regimes im Iran, den sie angesichts der raschen militärischen Erfolge der Huthi-Milizen für den Drahtzieher hinter dem derzeitigen Aufstand hält, wofür bislang jedoch keinerlei Beweise jenseits der gemeinsamen religiös-politischen Bezüge vorliegen. Stattdessen spricht einiges für eine Spaltung der jemenitischen Streitkräfte und des Übertritts großer Teile der Truppen zu den Aufständischen” – aus dem Beitrag “Schweigen im Wald – Der vergessene Krieg im Jemen” von Jan Ronahi bereits am 13. April 2015 bei linksunten indymedia externer Link (ursprünglich im Lower Class Magazine) worin es nicht nur um die bekannte Unterstützung der Sauds durch EU und USA geht, sondern auch um mangelnde Proteste gegen diesen Krieg. Siehe dazu auch weitere Hintergrundartikel und gewerkschaftliche Beiträge: (weiterlesen »)

Hodeida nach saudischem BombenüberfallIn der Berichterstattung der BRD-Medien über das sogenannte “Saudi” – Arabien wird den Kapitalsinteressen stets insofern Rechnung getragen, als die Journaille so tut, als würde es sich um einen – was immer das auch sein mag – normalen Staat handeln. Und jetzt, wo die Bandenchefs Bomben auf Konkurrenten im Jemen werfen lassen – mit dem Muslimkiller al Sisi und ähnlichen Figuren als Partner – wird so getan, als wäre das so eine Art Demokratiemission, grün ist ihre Fahne ja auch. Wobei die Sauds – Konkurrenten der Isis-Bande im Köpfe abschlagen – daselbe Problem haben wie unter anderem auch ihre bundesdeutschen Partner: Wo die letzteren Hochzeitsgesellschaften in Afghanistan bombardieren, treffen die ersteren: Eine Molkerei. Das macht ihnen zwar etwa so viel aus, wie den katarischen Geschäftspartnern der BRD ein paar (Tausend) tote asiatische Bauarbeiter, aber in der Öffentlichkeit (ausserhalb der BRD) kommt es nicht so gut an. Der Artikel Dozens Killed In Airstrike On Dairy Factory In Yemen” von Thomas Gaist am 02. April 2015 dokumentiert bei den Countercurrents externer Link berichtet von 37 toten und rund 80 verletzten Molkereiarbeitern in Hodeida. (Wahrscheinlich haben sie die Diener des Propheten immer mit Milch beworfen). Siehe dazu auch weitere Berichte und Stellungnahmen: (weiterlesen »)

KampfdrohnenEs ist ganz einfach: Ohne Deutschland würden die Drohnen nicht fliegen“ – mit diesem Zitat eines Mannes aus dem Jemen, dessen Familie zwei Todesopfer aufgrund des US Drohnenkrieges im Jemen zu beklagen hat, wird der Artikel Yemeni Man Sues Germany for Role in US Drone Killings of Civilians externer Link von Sarah Lazare am 15. Oktober 2014 bei commondreams eingeleitet. Faisal bin Ali Jaber, der unter anderem mit Unterstützung des European Center for Constitutional Human Rights in die BRD gekommen ist, nennt als Ziel seiner Aktion vor allem, dass die Öffentlichkeit in Deutschland die Rolle kennenlernen solle, die Rammstein im System der amerikanischen Kriege spiele – was bei älteren Menschen die Erinnerung weckt, dass die BRD einst auch von vielen internationalen Seiten dafür kritisiert wurde, dass sie faktisch die Drehscheibe für den US – Napalmterror in Vietnam gewesen war

Erneuter Streik bei Total

Die französische Ölgesellschaft – ohnehin wegen ihres Vertrages über ihre Investitionsbedingungen in der wachsenden öffentlichen Kritik – hat den Streik ihrer Belegschaft auf Block 10 „illegal und gegen die Interessen des Jemen gerichtet“ genannt. Fakt dagegen ist, dass es das Unternehmen ist, das die Anwendung der Schlichtungsergebnisse beim letzten Streik bis dato verweigert hat, wie es auch der Sprecher der Betriebsgewerkschaft unterstreicht. Hingegen hat ein gewisser Herr Muneer Al-Khawi, Vorsitzender der Petroleum and Gas Company Union – die Föderation, der auch die Total Betriebsgewerkschaft angeschlossen ist – der Presse gegenüber Partei für das Unternehmen ergriffen und ebenfalls staatsmännisch verlautbaren lassen, der Streik schade den Interessen des Landes…Der Bericht Strike halts oil production in Hadramout externer Link von Nasser Al Sakkaf am 27. März 2014 in der Yemen Times

Der Total-Deal ruft Protest hervor

Die Ölvorkommen auch des Jemen sind begehrt – bei den multinationalen Konzernen. Und die Total hat ein profitables Abkommen geschlossen: Mit dem gestürzten Diktator Ali Saleh. Allen Forderungen, dieses Abkommen mit der neuen Regierung neu zu verhandeln hat sich das Unternehmen bisher widersetzt – nun gibt es wachsende landesweite Proteste wird in dem Beitrag Colère autour du contrat gazier de Total au Yémen externer Link von Philippe Michkowsky am 14. Februar 2014 bei Europe Solidaire berichtet

Nach mehreren Tagen Streik hat die Municipal and Housing Workers Union im Gouvernorat Sana den Arbeitskampf für beendet erklärt: Der zuständige Sekretär des Gouverneurs hatte zugesagt, die Forderung der Gewerkschaft zu erfüllen und alle 2.900 Strassenfeger des Bezirks zu “registrieren” was heisst als Angestellte der Verwaltung einzustellen, statt wie bisher als Leiharbeiter. In allen anderen Bezirken des Landes wird der Streik fortgesetzt, da die jeweiligen Gourverneure sich bisher weigern, denselben Schritt zu tun wie in der Hauptstadt, wird in dem Bericht “Street Cleaners suspends strike in Sana’a, continues it in other provincesexterner Link von Bushra Al Ameri am 20. Januar 2013 im National Yemen unterstrichen.

“Unberührbar” – ganz ohne Kastenwesen…

Sie sind die Müllsammler “der Nation” – rassistisch diskriminiert und zählen mindestens 1,5 Millionen Menschen, also etwa 6% der Bevölkerung: Die Akhdam, die Ausgegrenzten. Die Reportage “The Untouchables of Yemen” externer Link von Jomana Farhat am 05. Dezember 2012 bei Al Akhbar gibt eine soziale Wirklichkeit wieder, die in den politischen Diskussionen selten auftaucht…

Total ausgepresst…

Der Yemen hat es ja, das arme Total nicht: Weshalb die Verträge der französischen Ölfirma mit der Regierung des “gegangen wordenen” Präsidenten Saleh bedeuteten, dass Total jährlich rund 2,8 Milliarden weniger an den Yemen (für Flüssiggas) bezahlte, als es dem üblichen Weltmarktpreis entsprochen hätte…Zahlreiche Proteste führten dann dazu, dass am 04. Oktober diese Verträge von der Regierung Hadi neu verhandelt wurden – der Preis wurde rund verdoppelt. Womit – und deswegen gehen die Proteste weiter – er ungefähr auf der Hälfte des aktuellen Weltmarktpreises lag. Die Blogübersicht “Yemen: Total’s Unfair Gas Prices” externer Link von Noon Arabia am 17. Oktober 2012 bei Global Voices Online.