Arbeitskämpfe

Quelle:  Die Petition kann unterschrieben warden bei Change.org externer Link

Plenty are bruised. There’s even a woman with broken bones after a police officer picked her up and threw her. This was the situation of the peaceful protest conducted by 2000 employees of PT Panarub Dwikarya, that produces Mizuno and Adidas shoes, Last July. 90% of their employees are mothers which are breadwinner for their families. After they were thrown out using tear-gasses and pushed out by police trucks, involving the police, security and hired thugs, 1300 of us were forcefully “resigned”. Because if they fire us, of course they would have to pay severance. (…) Several times we’ve sent letters to the Workforce Department in Tangerang about these violations of rights, but there was never a response. Mizuno and Adidas have publicly commited to protecting worker’s rights. Though in their agreements, no clear sanctions were mentioned. Its time they turn this commitment into reality by giving sanctions to Panarub Dwikarya in the form of order cuts…

Indonesien ist kein Land, das in BRD-Medien besondere Aufmerksamkeit geniesst – bisher. Dabei gibt es international beispielsweise durchaus Diskussionen, ob aus den BRICS-Staaten (also die koordinierte Zusammenarbeit von Brasilien, Russland, Indien und China, zu der Südafrika dann eingeladen wurde) nicht demnächst, etwa bis 2015, BRICSIT werden wird: Plus Türkei und eben Indonesien. Der wirtschaftliche Aufschwung verschafft auch der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung neue Handlungsmöglichkeiten – wobei nie zu vergessen ist, dass es sich historisch um die Arbeiterbewegung handelte, die ausserhalb sozialistischer Staaten die mit Abstand stärkste KP hervorgebracht hatte. Zehntausende von Gewerkschaftsfunktionären wurden beim grossen Massaker des Faschisten Suharto getötet. Erst allmählich erholt sich eine Gewerkschaftsbewegung nach der langen Diktatur davon – aber sie erreicht jetzt, nach dem Generalstreik und einer ganzen Kette von Streiks und Protesten gegen prekäre Beschäftigung und für die Erhöhung des Mindestlohns, erstmals wieder die Schlagzeilen der bürgerlichen Presse – der Tenor ist wie zu erwarten, nur es bleibt eben die Tatsache, dass es diese Schlagzeilen nun wieder gibt. Ein Beispiel dafür ist der Artikel “Nation’s ‘elitist’ labor movement is consumed by factionalism” externer Link von Ridwan Max Sijabat am 10. Dezember 2012 in der Jakarta Post.

  • Siehe dazu auch: “Workers movement: Apathetic, fragmented, chaotic” externer Link von Apriadi Gunawan am 13. Dezember 2012 ebenfalls in der Jakarta Post: Der Gouverneur von Indonesiens fünftgrösster Provinz Nordsumatra hat den Mindestlohn per Dekret erhöht. Der Schreiber und die grösste Gewerkschaft KSBSI finden das gut – eine ganze Reihe kleinerer Gewerkschaften findet weder die Erhöhung irgendwie ausreichend noch die Haltung der KSBSI gut – für die Zeitung Anlass, wieder einmal über die Zersplittertheit der Gewerkschaftsbewegung zu lamentieren, die bestimmt dieser Journaille grösste Sorge ist…

»Tickende Zeitbombe«

Quelle: Artikel von Raoul Rigault in der jungen Welt vom 11.12.2012 externer Link

Regierung Indonesiens spürt Druck der erwachenden Arbeiterbewegung. Gesetzlicher Mindestlohn soll 2013 um 44 Prozent steigen.

…und, da sind die Unternehmer schwer international, ihre Verbände sehen die Gefahr von Entlassungen, wollen eine Verschiebung der Erhöhung des Mindestlohns (und natürlich weiterhin billigere Arbeitskräfte), die längst überfällig ist. Der Überblick “Tens of thousands protest in Indonesia” externer Link bei Al Jazeera ist vom 22. November 2012 und ein Beweis für die These, dass die Arbeiterbewegung in Indonesien sich in der Gesellschaft zurück meldet.

  • Siehe dazu auch: “Jakarta rocked by mass protests” externer Link am 22. November 2012 im britischen Morning Star, in dem vor allem auf den Protest gegen die Einführung der paritätischen Bezahlung der Krankenversicherung (die bisher die Unternehmen zahlten) hingewiesen wird.

Einen einigermaßen vollständigen Überblick über die Aktionen am Tag des Generalstreiks leistet der Artikel “Indonesia: One million on strike” externer Link (auch wenn alle anderen höhere Zahlen angeben) von Ted Sprague am 09. Oktober 2012 bei In Defence of Marxism. Und in den Tagen nach dem Generalstreik gibt es reihenweise Meldungen über betriebliche Streikaktionen gegen Leih- und Zeitarbeit…

Siehe dazu auch: “Strike Was a Warning, Say Indonesian Unions” externer Link von Zubaidah Nazeer am 05. Oktober 2012 im Jakarta Globe worin die erfolgten Zusicherungen der Regierung (Prüfung und Aktivität dazu innerhalb von 14 Tagen) ebenso berichtet werden wie eingeschätzt, dass der Streik ein Hinweis auf das Wiedererstarken der indonesischen Gewerkschaftsbewegung sei…

Beinahe drei Millionen ArbeiterInnen beteiligten sich am 03. Oktober am ersten Generalstreik in Indonesien seit 1962. Dessen Hauptstoßrichtung ging gegen die auch in Indonesien ständig wachsende Zeit- und Leiharbeit und Outsourcing, also gegen die Ausweitung prekärer Beschäftigung, was auch in Indonesien heisst: Auch gegen Niedriglöhne. Aufgerufen zum Streik hatte der neu formierte Dachverband Majelis Pekerja dan Buruh Indonesia (Kongreß der indonesischen Beschäftigten und Arbeiter). Der Bericht über den Streiktag “Indonesia: 2.8 million factory workers on strike” externer Link am 03. Oktober 2012 bei Radio Australia.

Siehe dazu auch: “Workers demand revocation of outsourcing system” externer Link am 03. Oktober 2012 bei antara news, worin auch deutlich wird, dass der ursprünglich geplante fünftägige Streik reduziert wurde, da die Regierung eilig versprach, entsprechende frühere abmachungen zu befolgen…

Und: “Indonesia: First general strike in 50 years” externer Link von Ted Sprague am 02. Oktober 2012 bei In Defence of Marxism

Der Streik bei Panarub Dwikarya in Tangerang / Indonesien dauert nun schon sechs Wochen. Die Fabrik produziert Sportschuhe, unter anderem für Adidas. Die Gewerkschaft der Schuh-, Textil- und Bekleidungsarbeiter (SBGTS-GSBI), die den Streik führt, fordert unter anderem die Einhaltung der Mindestlöhne, Wiedereinstellung von entlassenen Gewerkschaftsführern, Bezahlung von Überstunden und Neueinstellungen, um die unerträgliche Arbeitshetze zu mildern. Eine Arbeiterin muss pro Stunde bis zu 140 Paar Schuhe produzieren” – so beginnt die Meldung “Streik in der Adidas-Fabrik in der 6. Woche” externer Link in der RF-News vom 27. August 2012: Die ist gleichzeitig ein Aufruf zur Solidarität mit den 1300 streikenden Arbeiterinnen, inklusive entsprechender Adressen usw…

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)