Maruti-Suzuki

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Maruti Suzuki: Workers’ Side of the Story. Workers of the Maruti Suzuki Manesar plant speak up about the events of 18th July 2012, and the repression that they have been facing since then. These workers were amongst the 500 permanent workers who were terminated in the aftermath of the fire. Ein Video bei radical notes.

marutiarbeiter demoNach vier Jahren sind weitere 5 der damals festgenommenen 150 Beschäftigten von Maruti-Suzuki auf Kaution frei gelassen worden – so entschied am Montag, 12. September ein Landesgericht. Damit sind aber immer noch 11 im Gefängnis, die auf ihren Prozess warten müssen. Die jetzt freigelassenen fünf Kollegen sind von all den 139, die bisher Kaution stellen „durften“ die ersten Funktionäre der Betriebsgewerkschaft, die das Gefängnis verlassen durften. In dem kurzen Bericht „Five more Maruti workers get bail“ von Ashok Kumar am 13. September 2016 in The Hindu externer Link wird darauf verwiesen, dass unter den immer noch inhaftierten weitere Gewerkschaftsfunktionäre sind. Siehe dazu auch einen Hintergrundbeitrag mit Aussagen von Gewerkschaftsaktivisten: (weiterlesen »)

marutiarbeiter demoDie Anwälte der Maruti-Suzuki Belegschaft hatten den Antrag gestellt, in dem laufenden Verfahren erneut Zeugen von Seiten der Geschäftsleitung benennen zu können, die ihre bisherigen Aussagen über Gewaltanwendung der Streikenden im Jahr 2012  wiederrufen könnten. Dies hatten zwei Landesgerichte zugelassen – das Oberste Gericht hat jetzt dem Einspruch der Landesregierung, die offensichtlich um die Glaubwürdigkeit ihrer bisherigen Darstellungen – und der des Unternehmens, dem sie sich verbunden fühlt – fürchtet, statt gegeben. In dem Artikel „Supreme Court rejects witness recall plea from Maruti workers“ am 25. August 2016 bei Economic Times externer Link wird berichtet, der Oberste Gerichtshof meine vor allem, das Verfahren müsse „zügig“ fortgesetzt werden und alle Einsprüche und Zusatzanträge, die bei früheren Prozessetappen hätten gestellt werden können, müssten nicht berücksichtigt werden…

Demonstration in Delhi zum 4. Jahrestag der Verhaftung der Suzuki Gewerkschafter am 18.7.2016Immer noch sind weit über 30 Kollegen von Maruti-Suzuki im Gefängnis: Seit vier Jahren. Weil sie den einzigen Manager getötet haben sollen, der bereit war, mit ihnen zu verhandeln. Und sie waren weder die ersten, die unter solchen erfundenen Vorwürfen ins Gefängnis mussten (siehe etwa die Berichterstattung auch im LabourNet Germany zu den „Pricol 8“ – noch die letzten, wie vor kurzem erst die Textilarbeiterinnen von Bangalore erleben mussten. Nicht wenige AktivistInnen gibt es in Indien, die zunehmend die Meinung vertreten, die Ereignisse bei Maruti-Suzuki seien sozusagen eine Art Blaupause für die Versuche, die indische Gewerkschaftsbewegung, die trotz aller Spaltungen stärker wird, per Repression einzudämmen. Siehe dazu aus Anlass des vierten Jahrestages der Auseinandersetzungen einige aktuelle Beiträge zum Stand und zur Bedeutung des Kampfes der Maruti-Suzuki Belegschaft und ihrer selbstorganisierten Betriebsgewerkschaft: (weiterlesen »)

Maruti-Suzuki: protest gegen Leiharbeit (Indien, Dezember 2015)Alles sei heute anders, sagt das Management. Man habe vieles geändert, nach den heftigen Auseinandersetzungen von 2012, bei denen ein Manager zu Tode kam, was nicht nur Entlassungen und 147 Verhaftungen nach sich zog (wieviele Managerverhaftungen ergibt in Indien eigentlich 1 toter Arbeiter?), sondern auch jahrelangen Widerstand, der bis heute sich entwickelt. In dem Artikel „Workers’ problems: The more things change at Maruti’s Manesar plant, the more they stay the same“ von Anumeha Yadav am 14. Dezember 2015 bei scroll.in externer Link werden die Zahlen verglichen mit den Behauptungen: Mit dem Ergebnis, dass in der größten Fabrik, im „Auto-Hub“ Manesar (südlich von Delhi) heute 3.500 Zeitarbeiter und 1.600 Festangestellte arbeiten. (Damals waren es 1700 und 600 respektive). Womit die Schlussfolgerung nahe liegt – es habe sich gar nichts verändert, zumal auch die Lohnunterschiede bei gleicher Arbeit ziemlich dieselben geblieben sind – fast genau 1:2. Was sich geändert hat – und man soll ja nie sagen, Manager seien nicht lernfähig, wenn es um Kohle geht – ist die Art der Rekrutierung der Zeitarbeiter. Früher kamen sie alle aus derselben Gegend – heute aus mindestens fünf verschiedenen Bundesstaaten, zwecks Verhinderung von „Zusammenrottungen“. Siehe dazu auch einen Bericht über einen ganz aktuellen Protest und einen Hintergrundartikel und wenig Änderungen (weiterlesen »)

Logo des Gewerkschaftsbundes NTUIIn einer der vielen Stellungnahmen zu den neuen Auseinandersetzungen bei Maruti Suzuki unterstreicht der Gewerkschaftsbund NTUI, dass das Unternehmen seit dem Kampf 2012 stets behauptet habe, das Organisationsprinzip Zeitarbeit aufgegeben zu haben und weist darauf hin, dass sich dies als eine weitere Lüge herausgestellt habe. “Maruti-Suzuki’s business: Brutalising workers and Also making cars” vom 26. September 2015, die Stellungnahme des NTUI externer Link hält fest, dass bei Maruti auf je 2 festangestellte ArbeiterInnen nicht weniger als 5 KollegInnen kommen, die in verschiedener Weise prekär, meist bei Subunternehmen, beschäftigt sind. Und all diesen Beschäftigten wurde die mit zwei Betriebsgewerkschaften ausgehandelten Lohnerhöhungen für die Festangestellten verweigert – ganz genau so, wie es 2012 begonnen hatte und auch diesmal protestierten die Betroffenen ganz massiv und abermals attackierte die Regierung des Bundestaates Haryana mit ihrer Polizei die Protestierenden. Der NTUI unterstützt die Forderungen nach Lohnerhöhung für alle, für eine öffentliche Untersuchung der neuerlichen Vorfälle und für die Wiedereinstellung der 2012 entlassenen Kollegen. Siehe dazu auch “Neuer Streik der Kontraktarbeiter bei Maruti-Suzuki in Delhi” am 28. September 2015 im LabourNet Germany

Holcimkampagne 2015 Plakat“Contract workers’ assertion, police-bouncer brutality, police custody torture of Com. Khushiram in Manesar Thana” Bericht vom 27. September 2015 über den Streik von rund 1.000 Zeitarbeitern bei Maruti-Suzuki im Großraum Delhi (Manesar), die sich nicht einschüchtern ließen und ihre Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit massiv vortrugen – inklusive der Weigerung, eine Delegation zum Management zu schicken, sondern sie forderten das Erscheinen der Manager. Im Zuge der verschiedenen – nicht eben erfolgreichen – massiven Repressionsmaßnahmen wurde auch der Kollege Khushiram festgenommen: ein früherer Funktionär der Betriebsgewerkschaft, die seit langen Jahren vom Unternehmen bekämpft wird und heute Aktivist des Workers Solidarity Centre im benachbarten Gurgaon. Siehe dazu auch die Solidaritätserklärung des TRADE UNION CENTRE OF INDIA im Beitrag:

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MarutiArbeiter zum Gericht abgeführtEine ausführliche und informationsreiche Gesamtdarstellung des Kampfes bei Maruti-Suzuki ist der Beitrag “Maruti strikes” von Anumeha Yadav am 27. März 2015 in Himal, externer Link der nicht nur nachzeichnet, wie der Kampf um Gewerkschaftsfreiheit sich entwickelt hat, sondern auch heraushebt, warum dieser Kampf für alle Beteiligten eine so herausragende Bedeutung angenommen hat – unter anderem, weil dies der profitabelste Einzelbetrieb des Konzerns Suzuki war und auch weil im Industrial Model Township (IMT) Manesar und Umgebung das Zentrum der indischen Automobilindustrie liegt

marutiarbeiter demoDie Botschaft scheint angekommen: Nachdem vor kurzem (LabourNet Germany berichtete) der Oberste Gerichtshof Indiens entgegen den Urteilen regionaler Gerichte zwei der 147 seit zweieinhalb Jahren ins Gefängnis gepressten 147 Maruti-Arbeiter auf Kaution frei ließ, hat nun ein Bezirksgericht in Gurgaon 77 weitere Kollegen auf Kaution frei gelassen. Einen großen kleinen Sieg nennt das in dem Artikel “Bail to Maruti Suzuki Workers: A Big Small Victory” Autor Faiz Ullah am 18. März 2015 bei India resists externer Link und neben der mehr als selbstverständlichen Forderung nach Freilassung aller unterstreicht er in dem Artikel, wie die Entschlossenheit der Belegschaft, ihrer Familien und ihrer Unterstützer unter widrigsten Bedingungen – etwa einer Landesregierung, die die teuersten Anwälte engagiert hat und einer extrem massiven Hetzkampagne in den Medien – zu diesen ersten kleinen Erfolgen geführt hat, Aktivitäten organisiert haben, die solange weitergeführt werden müssen, bis die ganze konstruierte Anklage zusammenbricht

Die Maruti-Suzuki BelegschaftZwei der 147 seit mehr als anderthalb Jahren inhaftierten Suzuki-Arbeiter haben eine Beschwerde gegen die Landesregierung des Bundesstaates Haryana eingelegt, die ihnen eine Freilassung auf Kaution verweigert. Der Fall soll kommenden Montag verhandelt werden und ist von zahlreichen Protestaktionen begleitet, denn naheliegend ist es ein Präzedenzfall: Bekommen die beiden Arbeiter ihr Recht, ist es nahezu unmöglich, die anderen 145 weiterhin in Haft zu halten. Der Artikel „Supreme Court to hear Maruti workers’ bail plea“ von Anumeha Yadav am 15. Februar 2015 in The Hindu externer Link berichtet, dass bei den bisher 5 Ablehnungen der Kautionsanträge – 3 von örtlichen, 2 von Landesrichtern – unter anderem solche überhaupt kein bisschen politische sondern streng rechtliche Argumente vorgetragen wurden wie „der Vorfall hat dem Ansehen Indiens in den Augen ausländischer Investoren geschadet“. Ob es auch Investitionen in einigermaßen durchschnittlich intelligente Richter gibt? Siehe neu:

  • Indisches Gericht verfügt Freilassung zweier Maruti-Arbeiter auf Kaution
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Demo der Betriebsgewerkschaft von Maruti-Suzuki Die Betriebsgewerkschaft von Maruti-Suzuki – die bei den Gewerkschaftswahlen im Werk trotz faktischer Illegalisierung die große Mehrheitd er stimmen bekam – ruft zu einer Arbeiterkonvention am 27. Februar auf: Es soll versucht werden, die Kämpfe im Industriegürtel von Gurgaon zu vereinheitlichen – sowohl der eigene seit zweieinhalb Jahren andauernde Kampf um die Freilassung der immer noch im Gefängnis gehaltenen 147 Kollegen, als auch die in letzter Zeit immer zahlreicher werdenden Kämpfe in diversen Fabriken der Region, die allgemein als die Gegend mit der grössten konzentration von IndustriearbeiterInnen gilt. Der Aufruf „Demanding the Release of 147 Maruti Suzuki Workers in Jail for 2 and a half years AND In Solidarity with Struggling Workers in Factories of Gurgaon-Bawal Industrial Area“ vom 29. Januar 2015  ist der Versuch, die dringend nötige Vereinheitlichung dieser vielen Kämpfe anzustoßen. Siehe dazu auch (weiterlesen »)

Indien maruti demoEine Demonstration in Kaithal organisierte die linke Betriebsgewerkschaft MARUTI SUZUKI WORKERS UNION am 05. Oktober – hin zum Haus des Industrieministers des Bundesstaates Haryana, der allerdings, warum auch immer, unter massivem Polizeischutz stand. Der Kampf gegen die Entlassung der 2.500 Arbeiter und für die Freilassung der 147 immer noch in Haft sitzenden Kollegen geht immer weiter. Die am 15. Oktober anstehende Wahl im Bundesstaat nutzte die MSWU um alle Kandidaten zu Hause zu besuchen und ihr Anliegen vorzutragen, wird in der Pressemitteilung We organized a rally today 5th October in Kaithal, Haryana externer Link am 05. Oktober 2014 bei sanhati unterstrichen

Das Unternehmen hatte vieles organisiert, um bei den Gewerkschaftswahlen einen Erfolg gegen die MSWU zu erringen, die die 2.300 entlassenen festangestellten und Zeitarbeiter vertritt, die seit Juli 2012 entlassen sind. Eine eigene Gewerkschaftsliste zur Wahl organisiert und kurz vor dem Wahltermin noch 250 Arbeiter in dieses Werk versetzt, die von weither kamen und von denen erwartet wurde, sie würden sich sozusagen „nicht einmischen“ oder aber einfach die Faktenlage nicht kennen. Hat nichts genützt: Nach knapp über 1.000 ausgezählten Stimmen (der jetzt beschäftigten Belegschaft) haben die Kandidaten der MSWU im Durchschnitt fast 80% der Stimmen erhalten und 11 von 12 Sitzen in der Betriebsgewerkschaftsleitung inne. Die Pressemitteilung der MSWU (in englisch) vom 11. April 2014

Maruti Suzuki: Protestmarsch von Kaithal nach DelhiDie Belegschaft von Maruti Suzuki kämpft weiter: Auch anderthalb Jahre nach den Ereignissen des Juli 2012 treten die Kollegen und ihre Betriebsgewerkschaft MSWU für die Freilassung der über 150 seit damals im Gefängnis sitzenden Kollegen ein, wie auch für die Wiedereinstellung der beinahe 1800 Entlassenen. Jetzt wird ein Protestmarsch nach Delhi organisiert, von dem laufend berichtet wird: 8th day of MSWU’s Jan Jagaran Yatra externer Link ist am 22. Januar 2014 bei sanhati veröffentlicht worden – ein Tagesbericht. Siehe dazu auch Berichte: (weiterlesen »)

Der Kampf der Maruti-Suzuki BelegschaftFür die Beschäftigten der Maruti-Suzuki-Fabrik in Indien, ist der 18.Juli ein ungewollter Jahrestag, der schamloses antigewerkschaftliches Verhalten von Polizei und Behörden markiert. In einem Versuch, die Repression zu stoppen, ist ein Hungerstreik geplant. Nach dem gewalttätigen Zwischenfall am 18. Juli letzten Jahres (siehe Hintergrundinformationen auf deutsch bei Labournet), bei dem ein Manager der Fabrik von Maruti Suzuki India Limited (MSIL) in Manesar starb, werden 147 Arbeiter_innen im Gefängnis von Gurgaon festgehalten, ohne auf Kaution freikommen zu können. Für weitere 66 Arbeiter besteht ein nicht kautionsfähiger Haftbefehl. 2.300 Beschäftigte sind entlassen worden – im letzten Jahr sind tausend Familien ökonomisch und emotional schwer getroffen worden. Am 23.Juni hat die Generalversammlung der Gewerkschaft der Maruti-Suzuki-Beschäftigten (MSWU) entschieden, nach vielfältigen Kampfmaßnahmen und Solidaritätsaktionen weiterhin gegen die Ungerechtigkeit der Verfolgung, nur weil sie ihre legitimen Rechte einfordern, zu protestieren. Der Hungerstreik hat zwei Hauptforderungen: 1. Freilassung der inhaftierten Beschäftigten und Aktivist_innen. 2.Wiedereinstellung aller entlassenen Beschäftigten in den drei Fabriken von Maruti Suzuki in Manesar. Der Kampf wird weitergehen, bis diese Forderungen erfüllt werden.Act-Now! Kampagne bei LabourStart externer Link

Der Kampf der Maruti-Suzuki BelegschaftAm 24. Juli wurden neun Aktivisten, die am 19. Mai bei einer Solidaritätsdemonstration mit der Maruti-Suzuki Belegschaft festgenommen worden waren, gegen Kaution freigelassen – ein erster, kleiner Fortschritt in dieser nun über einjährigen Auseinandersetzung bei der es um über 2.500 Entlassungen und 147 in Untersuchungshaft befindliche Kollegen geht (denen immer noch vorgeworfen wird, ausgerechnet sie hätten das einzige Mitglied des Managements, der für die Forderungen der Belegschaft war umgebracht). Der Kurzbericht Update on the Current situation externer Link am 24. Juli 2013 auf der Seite der MARUTI SUZUKI WORKERS UNION. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

Siehe im www