Guinea

Streikende Lehrer in Conakry (Guinea) werden am 16.2.2016 von Spezialeinheiten der Polizei festgenommenEigentlich sollte es am Freitagnachmittag in Conakry eine „normale“ Streikversammlung werden, darüber debattiert, wie es weiter gehen sollte. Für alle TeilnehmerInnen offensichtlich überraschend verkündeten die Gewerkschaftsvorstände das Ende des Streiks, weil im vorhergehenden Gespräch mit der Regierung ja 12 der ursprünglichen 13 Forderungen erfüllt worden seien, von der Erhöhung des Mindestlohns bis hin zu einem verbesserten Lohnsystem. Was ja sogar zutreffen mag, wird noch zu sehen sein. Dass der Unmut über dieses selbstherrliche Vorgehen keineswegs nur aus Prinzip geschah – das auch, gewerkschaftliche Demokratie ist den Herren Vorständlern offensichtlich ein Fremdwort – wird deutlich, wenn man nur einmal darauf schaut, welches denn die 13. Forderung war, die eben nicht erfüllt wurde. Die Rücknahme der Erhöhung der Energiepreise findet nun zunächst einmal nicht statt. Genau diese Forderung aber, das zeigen alle Berichte von unterschiedlichsten Seiten, war die zentrale Forderung, die den massiven Erfolg der Streikmobilisierung ausmachte – das wichtigste Anliegen im Leben der Menschen, die sehen und erleben, wie ausgehend von gesteigerten Energiepreisen, die allgemeine Teuerung rasant zunimmt. Siehe dazu auch drei weitere aktuelle Beiträge – inklusive eines kurzen Videos über den Mitgliederprotest bei der Verkündung des Streikendes: (weiterlesen »)

Streikende Lehrer in Conakry (Guinea) werden am 16.2.2016 von Spezialeinheiten der Polizei festgenommenAnders als beim Generalstreik im letzten Jahr ist die Regierung Guineas offensichtlich entschlossen, nicht nachzugeben: Statt irgendwelcher neuen Angebote, insbesondere in der Frage der explodierenden Energiekosten, gibt es überall aus dem Land eine wachsende Zahl von Berichten über repressive Maßnahmen gegen Streikende. „La grève générale se poursuit en Guinée-Conakry“ am 18. Februar 2016 bei Radio France International externer Link ist die seit Wochenbeginn alltägliche Meldung über die Fortsetzung des Generalstreiks. Die Regierung, so wird darin berichtet, versucht mit zwei Argumenten die Erfüllung der Forderung (im konkreten: Nach Rücknahme der Zusatzbesteuerung von Brennstoffen aller Art) zu verneinen: Zum einen, die Kassen seien leer wegen Gelder für den Kampf gegen die Ebolaseuche. (Worauf die Gewerkschaften erwidern, dass in den weitaus stärker betroffenen Nachbarstaaten die Energiepreise seitdem mehrfach gesenkt wurden), zum anderen müsse das Defizit der Staatskassen behoben werden, denn in 2 Monaten müsse an den Internationalen Währungsfonds berichtet werden (und der will bekanntlich Hunger sehen für die Marktwirtschaft). Siehe dazu auch zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Generalstreik Guinea am 16.2.2016Wie schon zu Beginn des Jahres 2015 haben mehrere Gewerkschaftsverbände Guineas auch in diesem Jahr zum Generalstreik aufgerufen. Sowohl der größte Verband, die Confédération nationale des travailleurs de Guinée, CNTG, als auch der zweitgrößte, die Union syndicale des travailleurs de Guinée, USTG, haben ab 15. Februar 2016 zum Streik aufgerufen und koordinieren ihn. Der erste Streiktag war in allen Städten des Landes gekennzeichnet von einer totalen Beteiligung: Die Streikziele wirkten als enorme Mobilisierungsoffensive – neben generellen Lohnerhöhungen vor allem die Forderung nach Reduzierung der Energiepreise, die in letzter Zeit regelrecht explodiert sind. „Echos de la grève générale en Guinée“ am 15. Februar 2016 bei Solidarité Ouvrière externer Link ist eine ausführliche Dokumentation über die Entwicklung des ersten Streiktages aus verschiedenen Quellen, von lokalen und internationalen Agenturen bis hin zu Korrespondentenberichten. Wobei darauf verwiesen wird, dass im letzten Jahr nach zwei Tagen Generalstreik die Regierung sowohl in Bezug auf den öffentlichen Dienst als auch, was den Mindestlohn betrifft, entscheidende Zugeständnisse gemacht habe – was dieses Mal nicht zu erwarten sei. Siehe dazu auch zwei weitere aktuelle Berichte: (weiterlesen »)

Generalstreik in Guinea Eine allgemeine Lohnerhöhung von 40% in mehreren Stufen bis Oktober 2015 und die Reduzierung der Bezinkosten ab Februar 2015 – das sind die beiden wesentlichen Vereinbarungen, die die Koalition der sechs guineischen Gewerkschaftsverbände als Grund angegeben hat, den Streik zu beenden wird in dem Kurzbericht „Guinea Unions Agree to 40% Government Pay Increase to End Strike“ von Ougna Camara am 07. Januar 2015 bei Bloomberg externer Link hervorgehoben – ohne darauf einzugehen, ob der Streik beendet wird oder wurde, wie er begann – mit Entscheidungen auf Vollversammlungen

Generalstreik in Guinea

Generalstreik in GuineaDer Generalstreik, den sechs Gewerkschaftsföderationen Guineas ab dem 5. Januar ausgerufen haben, wird fortgesetzt, das erste Angebot der Regierung kam zwar – eine schrittweise 40% Lohnerhöhung bis Oktober 2015, lag aber deutlich unter den Forderungen, die 50% sofort betragen. Der Überblick „Guinée : Deuxième jour de grève générale“ der APA Agentur (hier dokumentiert bei SO) vom 06. Januar 2015 externer Link berichtet von unterschiedlichen Auswirkungen in verschiedenen Regionen des Landes. Siehe dazu auch weitere Berichte, Hintergründe und Materialien zum Generalstreik: (weiterlesen »)