Gewerkschaften

NUM: National Union of Mineworkers (UK)Die National Union of Mineworkers hat verschiedentlich Beziehungen mit den unabhängigen ukrainischen Gewerkschaften gepflegt, inklusive Teilnahme an deren Kongress im April 2015 und Beteiligung an Protestdemonstrationen gegen Zechenschließungen in Kiew. Dabei teilte die NUM eindeutig die Position der Gewerkschaft PRUP, sich gegen alle Oligarchen und jede Einmischung zur Wehr zu setzen. Eben dies ist von einigen Seiten, auch innerhalb der Gewerkschaftsbewegung, kritisiert worden, die die Entwicklungen in der Ostukraine positiv bewertet sehen wollen. In der Erklärung „CONDEMN THE DEFAMATION OF NUM SOLIDARITY WITH UKRAINIAN MINERS“ vom 24. November 2015 externer Link antwortet die NUM auf diese Kritiken, indem sie unterstreicht, dass ihre Positionen nicht aufgrund dessen beschlossen wurden, was Medien hier oder dort berichten, sondern basierend auf der Zusammenarbeit mit den ukrainischen Kumpels. Die Angriffe auf die NUM seien nicht nur völlig unangebracht, sondern auch ausdruck von Bestrebungen, die unabhängigen ukrainischen Gewerkschaften und insbesondere die Bergarbeitergewerkschaft PRUP zu delegitimieren

Logistikarbeiter in London - unorganisierbar?Erfahrungen aus sieben Londoner Betrieben, sei es aus dem Arbeitsalltag oder aus Streiks über Haltung und Arbeitsweise verschiedener Einzelgewerkschaften aus dem Gewerkschaftsbund TUC, sind Gegenstand des ausführlichen Artikels “Experiences with trade unions in West London” von AngryWorkersWorld am 14. November 2015 bei libcom.org externer Link, in dem die Kritik an den Gewerkschaften Unite, GMB und USDAW sich vor allem auf den Punkt konzentriert, dass sie nicht willens und fähig seien, die Kluft zwischen sogenannter Stammbelegschaft und den “Prekären” zu überbrücken – lesenswert und für nicht so wenige bestimmt nicht ganz neu – ausser, dass es eben London ist… Wer sich weitergehend damit befassen möchte – dort sind auch mehrere interessante Links, auch zu Basisiaktivitäten innerhalb dieser Gewerkschaften dokumentiert

Protestdemonstration gegen konservativen Parteitag Manchester 3.10.2015Aufgerufen zur landesweiten Demonstration aus Anlaß des Parteitages der regierenden Konservativen Partei, die sich gegen die massive Austeritätspolitik dieser Regierung Cameron richtete, hatten der Gewerkschaftsbund TUC und die People’s Assembly (Zusammenschluss, der aus den diversen Protesten gegen die Austerität entstanden ist). An der Demonstration beteiligten sich etwa 85.000 Menschen sowohl aus allen Einzelgewerkschaften als eben auch aus zahlreichen Sozialinitiativen. Der ausführliche chronologische Bericht “Rolling coverage from Manchester anti-austerity demo” am 04. Oktober 2015 bei RS21 externer Link macht auch mit vielen Fotos die Breite der Beteiligung an dieser Protestdemonstration deutlich. Siehe dazu auch weitere Berichte und Debattenbeiträge: (weiterlesen »)

Basisprotest gegen das neue britische Gewerkschaftsgesetz auf dem TUC Kongress September 2015Erst recht jetzt, da es letzte Woche im Parlament verabschiedet wurde. So sieht es zumindest die ÖD-Gewerkschaft PCS, die – gemeinsam mit der (Eisenbahner, Metro usw) RMT – auf dem Kongress des Gewerkschaftsbundes TUC am 15. September 2015 den Antrag einbrachte “Strike to defeat anti-trade union laws” externer Link einbrachte (hier auf ihrer eigenen Webseite dokumentiert) worin neben der Kritik an den zentralen Punkten des Gesetzes (die allesamt darauf abzielen, Streikbeschluss und -durchführung so weit es geht zu erschweren) unterstrichen wird, dass dagegen die Organisierung echten Widerstandes not tut, weit jenseits irgendwelcher Erklärungen. Siehe dazu auch weitere Berichte über die neuen Gesetze auf dem Kongress des TUC (weiterlesen »)

Streikrechtplakat Shopstewardnetzwerk England im Juli 2015Eine ausführliche Analyse des neuen britischen Gewerkschaftsgesetzes, des politischen Kontextes, warum dieses verabschiedet werden soll und auch über die Reaktion des Gewerkschaftsbundes TUC darauf ist der Artikel “Taking on the #TradeUnionBill” von Phil am 17. Juli 2015 bei libcom.org externer Link, worin auch hervorgehoben wird, dass der Gewerkschaftsvorsitzende heute in bezug auf Einschränkung des Streikrechts genauso argumentiert, wie einst sein Vorgänger bei den Antigewerkschaftsgesetzen von Frau Thatcher – die Einschränkung des Streikrechts werde zu mehr “wilden Streiks” führen. Siehe dazu auch die Mobilisierung des Nationalen Netzwerkes der Shopstewards (weiterlesen »)

Aslef Shopstweards gegen neuen Gewerkschaftsgesetze im Juli 2015Kommentatoren sprachen von den radikalsten Gewerkschaftsreformen seit der Regierungszeit Margaret Thatchers (1979-1990). Der Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbands TUC, Frances O’Grady, nannte den Entwurf einen »unnötigen Angriff auf die Rechte der Arbeiter und die bürgerlichen Freiheiten«” – aus dem Artikel “Britische Regierung will Streikrecht verschärfen” am 15. Juli 2015 in neues deutschland externer Link, wo die konkreten neuen Regelungen berichtet werden. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge, auch aus gewerkschaftsoppositionellen Reihen: (weiterlesen »)

Versand Ort der Zeitarbeit“Erwerbslos? Niedriglohn? Schlechtes Sexleben? – Die Nation wird uns dabei nicht helfen” heisst einer der Artikel der Nummer 2 von Worker`s Wild West von April/Mai 2015 externer Link in der die Redaktion sich mit anwachsenden nationalistischen Strömungen auch unter der arbeitenden (und nichtarbeitenden) Bevölkerung befasst. In der Ausgabe 2 auch Berichte vom Kampf von ZeitarbeiterInnen um gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Erfahrungen mit verschiedenen Arten Arbeitsagenturen

Gewerkschaftsprotest gegen UnisonvorstandDass die Sonderkonferenz der kommunalen Beschäftigten, die in der Gewerkschaft Unison organisiert sind, damit endete, dass die Beschlussvorlage des Gewerkschaftsvorstandes über die Tarifrunde vom Tisch gewischt wurde, hatte LabourNet Germany bereits berichtet. Dieser – auch in GB nicht eben übliche – Vorgang hat nun ein breites Echo in verschiedensten Bereichen, natürlich nicht zuletzt in der Gewerkschaftslinken gefunden. Das Echo bei der Gewerkschaft selbst allerdings erstaunt denn doch in seiner Unverfrorenheit. Die Meldung “Local government delegates agree to continue campaign for fair pay” vom 24. März 2015 externer Link jedenfalls versucht eindeutig den Eindruck zu erwecken, es sei sozusagen “alles voll normal” gewesen, die Delegierten sind halt “übereingekommen” die Tarifrunde 2015 weiter zu führen. Was ja stimmt. Nur eben, dass der Gewerkschaftsvorstand eigentlich etwas ganz anderes wollte – nämlich Ende, unterschreiben. Siehe zum Anlass “Tarifvertrag – Abschluss im kommunalen Dienst: Die Unison – Mitgliedschaft lehnt ab” und hier weitere Hintergründe und Debattenbeiträge: (weiterlesen »)

unison mehrheit rebelliertSeit längerer Zeit wuchs der Unmut in den Reihen von Unison über den Deal den der Gewerkschaftsvorstand im Oktober 2014 für die Tarifrunde 2014-16 faktisch abgeschlossen hatte – so stark, dass nun, nahezu einmalig, auf Verlangen der Mitgliedschaft (laut Satzung, wenn 25% der Mitgliedschaft es fordern) eine Sonderkonferenz über die Tarifrunde stattfinden musste, die mit klarer Mehrheit gegen das Abkommen stimmte und für neue Tarifverhandlungen ab April 2015, wird in dem Bericht “Unison activists vote to reopen 2015 pay dispute” von Steven am 25. März 2015 bei libcom externer Link unterstrichen

workers world redaktionsbild„WorkersWildWest – Workers’ Paper for West-London – Issue no.1 – March 2015“ – das ist die erste Ausgabe einer Basisgruppenzeitung – hier dokumentiert auf der eigenen Webseite externer Link – für die arbeitenden und nicht arbeitenden Menschen verschiedener Londoner Stadtteile in denen vor allem viele Betriebe, die im weitesten Sinne mit der Nahrungsmittelindustrie zusammenhängen angesiedelt sind. Die Beschäftigten wie die AnwohnerInnen sind mehrheitlich MigrantInnen und die Gruppe, die die Zeitung herausgibt unterstreicht vor allem zwei Herangehensweisen: Einmal wird diese Zeitung zusammen mit möglichst vielen Menschen im „Trial and error“ Stil publiziert („Fehler pflastern seinen Weg“) und zum anderen wird die Zusammenarbeit mit Gruppierungen gesucht, die ähnliche Aktivitäten organisieren. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Gewerkschaft PCS Neben der offenen Konfrontation gegen die Gewerkschaft PCS – etwa indem Verhandlungen rundweg abgelehnt werden – nutzt die britische Regierung gleich zwei taktische Varianten, um gegen die Gewerkschaft vorzugehen: Die Gründung einer neuen – „kooperationsbereiten“ – Gewerkschaft in eigener Regie, oder aber Unison statt PCS als Gewerkschaft im öffentlichen Dienst zu stärken. Beide sind im Gewerkschaftsbund TUC, aber Unison eben erklärterweise sozialpartnerschaftlich, während die PCS das Kahlschlagprogramm der konservativen Regierung ablehnt. „Der Staat greift an“ von Christian Bunke am 12. Februar 2015 in der jungen welt externer Link schildert Auseinandersetzung und Ausgangspositionen. Siehe dazu gewerkschaftliche Stellungnahmen: (weiterlesen »)

Unter dem Motto »Britain needs a payrise« (Großbritannien braucht eine Lohnerhöhung) zogen am 14. Oktober 100 000 Menschen durch die Innenstadt Londons. Aufgerufen hatte der Trades Union Congress (TUC), der größte Gewerkschaftsdachverband des Landes, der vor allem im öffentlichen Dienst etwa 6,5 Millionen Menschen vertritt, aber seit Jahrzehnten unter Mitgliederschwund leidet. Die Demonstration richtete sich in erster Linie gegen die Austeritätspolitik der Regierung des Premierministers David Cameron, einer Koalition der Konservativen mit der Liberaldemokratischen Partei. Der TUC erklärte, seit Beginn der Finanzkrise 2008 seien die Reallöhne in Großbritannien bei steigender Inflation kontinuierlich zurückgegangen, im Schnitt um 50 Pfund (63 Euro) pro Woche, während die Elite des Landes immer mehr Reichtum akkumuliere – das durchschnittliche Realeinkommen der »FTSE 100 CEOs«, der Chefs der 100 umsatzstärksten Firmen Großbritanniens, beträgt das 185fache eines durchschnittlichen Arbeiterlohns; 1998 war das Verhältnis noch 45 : 1. Überdies lebten 6,1 Millionen Menschen mit Arbeitsvertrag unter dem Existenzminimum, Tendenz steigend…” Artikel von Hamid Mohseni und John Malamatinas in der jungle-world vom 30. Oktober 2014 externer Link

Streiktag 10. Juli 2014 in GB, Irland und WalesIn Großbritannien stand die vergangene Woche im Zeichen des Protests gegen Niedriglöhne. Am Montag und Mittwoch hatten Beschäftigte des Gesundheitswesens und staatlicher Behörden gestreikt. Rund 100.000 Menschen demonstrierten am Samstag in London, Glasgow und Belfast für längst überfällige Gehaltserhöhungen. Doch die Proteste geraten ins Stocken. Am Dienstag hätten die Beschäftigten der Kommunen in den Ausstand treten sollen. Doch der Streik wurde von der Gewerkschaftsführung kurzfristig abgesagt. Unter den 1,3 Millionen Mitgliedern von UNISON, der größten Gewerkschaft in Großbritanniens öffentlichem Dienst und den Kommunen, gibt es deswegen zur Zeit einigen Wirbel“ – so beginnt der Artikel England geht zur Arbeit externer Link von Christian Bunke am 22. Oktober 2014 in der jungen welt

Ausser dem Beschluss zum 10 Pfund Mindestlohn (LabourNet Germany berichtete) gab es auf dem diesjährigen TUC Kongress noch einen zweiten Beschluss der aufgrund einer Kampagne der organisierten Gewerkschaftsbasis gefasst wurde –  nach einem Initiativantrag der Einsenbahnergewerkschaft RMT: über die Haltung des Gewerkschaftsbundes zur Ukrainefrage. Die Emergency Motion – E1 Situation in Ukraine externer Link wurde am 08. September 2014 verabschiedet und hat ihre Bedeutung vor allem in der festgehaltenen Unterstützung all jener in der Ukraine, die für gewerkschaftliche Rechte eintreten und derjenigen, die gegen die faschistischen Gruppierungen kämpfen, Gruppierungen, die durch die jüngeren Entwicklungen gestärkt worden seien. Aktivitäten britischer Militäreinheiten werden darin prinzipiell abgelehnt

Streiktag 10. Juli 2014 in GB, Irland und WalesAuf der jüngst stattgefundenen Konferenz des britischen Gewerkschaftsbundes TUC fand eine Initiative des landesweiten „Vertrauensleute – Netzwerkswerkes“ eine Mehrheit, die die Forderung nach einem Mindestlohn von 10 Pfund betraf. Der (Video) Bericht NSSN 209 – Video of NSSN lobby of the TUC externer Link vom 11. September 2014 beim National Shopstewards Network zeigt die letzte Aktion dieser erfolgreichen Basiskampagne