Arbeitskämpfe

zero hours contract„Wegen der Ankündigung, zukünftig Leiharbeiter beschäftigen zu wollen, wird die Großbäckerei Hovis im nordwest­englischen Wigan seit dem 28. August bestreikt. Bis Anfang Oktober sind mehrere Streikwellen geplant. Die Bäckergewerkschaft Bakers, Food and Allied Workers Union (BFAWU) schließt weitere Kampfmaßnahmen nicht aus. Die Leiharbeiter bei Hovis sollen auf Basis von sogenannten zero-hours-contracts (Null-Stunden-Verträge) angestellt werden. Diese ermöglichen es Unternehmen, Personal zu beschäftigen, ohne eine Mindestzahl von Wochenstunden zu garantieren. Trotzdem müssen die Beschäftigten innerhalb bestimmter Zeiträume auf Abruf bereitstehen. Bezahlt werden nur tatsächlich gearbeitete Stunden. Anspruch auf Urlaub und Krankengeld gibt es nicht…Artikel von Christian Bunke in der jungen Welt vom 03.09.2013 externer Link        (weiterlesen »)

labournet.tv

Dokumentarfilm über den Streik im Grunwick Filmlaboratorium in Nord-London 1976-78; – Ein Film über den Modernen “zivilisierten” Staat, so der Untertitel des Films.

Die vorwiegend migrantische und weibliche Belegschaft des Filmlaboratoriums fängt im August 1976 an zu streiken, wegen den langen Arbeitszeiten (8 bis 22h), der schlechten Löhne und der permanenten Arbeitshetze. Sie finden sich mit einer geschlossenen Front aus Unternehmern, Regierung, Polizei und Medien gegenüber. Zum ersten Mal kommen paramiltärisch organisierte Spezialeinheiten der Polizei zum Einsatz, die äußerst gewalttätig vorgeht und 550 Personen verhaftet.

Andererseits gab es viel Solidarität von anderen Arbeiter_innen, u.a. den Hafenarbeiterinnen und den Angestellten der Post, die sich weigerten die Post für Grunwick auszuliefern. Die wichtigste Forderung war die Anerkennung der Gewerkschaft APEX. Der Streik endete mit der Schließung des Betriebes. Das Gelände wurde an die Londoner Polizei verkauft.

Der Film, der viel Material aus der zeitgenössischen Berichterstattung einfließen lässt, ist nicht nur die Dokumentation eine Streiks, sondern auch das Portrait der historischen Periode des Übergangs zum Thatcherismus.

Der Film bei labournet.tv (englisch mit dt. ut. | 78 min | 2012) externer Link

2011 organisierten die Elektriker_innen (sparks, zu deutsch: Funken) eine Reihe von Protesten und Streiks in verschiedenen Teilen Großbritanniens. Sie kämpften damit gegen ihre Dequalifizierung und Lohnkürzungen von bis zu 35 Prozent. Die Proteste begannen, als Elektroinstallationsfirmen und andere Bauunternehmen im Mai 2011 ankündigten, neue Verträge für ihre Arbeiter_innen einzuführen. Im August kündigten sie an, dass die bisherigen Verträge zum 7. Dezember auslaufen würden. Sie ließen den Arbeiter_innen nur die Wahl, die neuen Verträge zu akzeptieren oder gekündigt zu werden. Gewerkschaftsmitglieder von der Basis protestierten und brachten im ganzen Land Baustellen zum Stillstand. In London wurden mehrmals auch Baustellen blockiert und besetzt. Im Februar 2012 musste eine der großen Baufirmen, Balfour Beatty, ihre Pläne für die Einführung der neuen Verträge zurückziehen” – das Video “Sparks : Wilde Streiks in Großbritannien” externer Link  auf labournet.tv (englisch | 12 min | 2011)

Quelle: Meldung “Streik in Arbeitsvermittlungen” externer Link am 15. August 2012 bei Randzone Online

Am Montag streikten in Großbritannien 6.000 Beschäftigte in 32 Callcentern der Arbeitsvermittlungen gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschafter der PCS wehren sich gegen eine Reform, die durch unrealistische Zielvorgaben wachsenden Druck auf die Beschäftigten und die Arbeitslosen ausübt. Bereits im Januar hatte es in Schottland deswegen einen 48-Stunden-Streik gegeben” – das ist die Meldung “Streik in Arbeitsvermittlungen”  am 15. August 2012 bei Randzone Online.

Siehe dazu auch: “Job Centre Plus workers strike in face of management tactics” externer Link am 14. August 2012 im Socialist Worker, wo mehrere Streikende zu Wort kommen.

Und: “Jobcentre call handlers strike over oppressive target-driven culture” externer Link die Streikberichte bei der Dienstleistungsgewerkschaft PCS vom 13. August 2012 – in denen vor allem deutlich wird, dass es den Streikenden keineswegs nur um ihre eigenen Arbeitsbedingungen geht, sondern dass die permanente Kontrolle, gegen die sie sich vor allem wehren, dazu da ist, Kontrolle über die Erwerbslosen zu intensivieren, was sie verweigern.