Gewerkschaften

Initiative "Hände weg vom Streikrecht"Die früher als Troika bekannten Gläubigerinstitutionen der EU sowie der IWF drängen Griechenland erneut, den Arbeitsmarkt weiter zu deregulieren. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) kritisieren die Forderungen der griechischen Gläubiger scharf. Am 5. Dezember treffen sich die Euro-Finanzminister. Der EGB hat die Eurogruppe im Vorfeld des Treffens aufgerufen, Griechenland keine weiteren schädlichen Reformen überzustülpen. (…) Zu den Forderungen der Gläubiger gehören nach EGB-Informationen unter anderem: eine Gesetzesänderungen, die es erleichtert, Gewerkschaftsmitglieder zu entlassen; eine Gesetzesänderung, die es erschwert, zu Streiks aufzurufen; neue Möglichkeiten für Arbeitgeber, Beschäftigte auszusperren…” DGB-Meldung vom 04.12.2016, darin die Meldung des EGB zu den Forderungen des IWF gegenüber Griechenland (Englisch). Uns erreichte dazu ein Leserbrief an den DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann: (weiterlesen »)

Protest gegen Privatisierung in Athen am 15. Juli 2015Ja. Seit der Spaltung wird META zu 90% von Kräften aus der LAE geprägt. Das sind hauptsächlich ehemalige Aktive aus SYRIZA, die mittlerweile die Partei verlassen haben. Im Moment geht es darum, weitere Kräfte einzubinden, besonders Leute aus ANTARSYA oder Leute, die jetzt in der LAE sind, aber aus ANTARSYA kommen. Das ist, was die LAE tut. Ich habe den Eindruck, dass ANTARSYA eine ziemlich ähnliche Herangehensweise hat – sieht man einmal davon ab, dass auch ANTARSYA meinte, sie würde vom Scheitern von SYRIZA profitieren. Aber das ist nicht geschehen. Dieses Netzwerk ist jetzt genauso schwach wie vorher. Man kann sogar sagen, dass die beiden politischen Organisationen, die außerhalb von SYRIZA standen, jetzt schwächer sind als vor fünf Jahren“ – aus dem Gespräch „Die radikale Linke muss sich neu aufstellen“ in der Ausgabe 7/2016 der SoZ Online externer Link von Paul Michel mit Stathis Kouvelakis, in dem es neben der Entwicklung der politischen Gruppierungen der Linken „nach Syriza“ nicht zuletzt auch um die innergewerkschaftliche Situation und Entwicklung klassenkämpferischer Strömungen geht

Kundgebung streikender Hafenarbeiter Piräus am 22.10.2015Aus Protest gegen Privatisierungspläne der zwei wichtigsten Häfen des Landes haben am Mittwoch griechische Hafenarbeiter für mehrere Stunden ihre Arbeit niedergelegt. Wie ihre Gewerkschaft mitteilte, soll ein 24-stündiger Streik am Donnerstag die Arbeit im Bereich Handelsschifffahrt lahmlegen. Wie der Präsident der Gewerkschaft der Hafenarbeiter, Giorgos Georgakopoulos, im griechischen Rundfunk sagte, wenden sich die Arbeitnehmer gegen Pläne der Regierung, die beiden wichtigsten Häfen des Landes in Piräus und Thessaloniki zu privatisieren” – aus dem Beitrag “Streiks gegen Privatisierungspläne in Griechenland” am 21. Oktober 2015 in neues deutschland externer Link, worin es auch noch weiterhin heißt: “Es ist der erste größere Streik mit dem sich die SYRIZA-geführte Regierung unter Alexis Tsipras konfrontiert sieht. Weitere Streiks sind in den kommenden Tagen geplant

Logo des Gewerkschaftsbundes GSEEVersucht man, die Rolle der Gewerkschaften in der Krise und ihre Rolle bei der Organisierung des Widerstandes gegen die Austeritätspolitik über die Jahre hinweg zu überblicken, wird es einigermassen unübersichtlich: Neben mehreren, unterschiedlich organisierten, eintägigen Warn-Generalstreiks und vielen betrieblichen und Branchenkämpfen gab es auch deutliche parteipolitische Verbindungen und Rücksicht ebenso wie Streiks, die ohne Unterstützung anderer Gewerkschaften blieben. Der ausführliche Artikel “Les plans d’austérité imposés à la Grèce : impact sur les droits sociaux et syndicaux et réactions syndicales” von Christina Karakioulafis in der Revue Interventions économiques, Nummer 52 vom Juni 2015 externer Link versucht genau dies: Einen Überblick (inklusive historischem Abriss der griechischen Gewerkschaftsbewegung) über die Auswirkungen der Austeritätsdiktatur auf gewerkschaftliche Rechte zu geben – und über die gewerkschaftlichen Reaktionen darauf. Eine kurze deutsche Zusammenfassung des Textes: (weiterlesen »)

Maidemonstration 2015 Athen“Ohne Illusionen, ohne Erwerbslosigkeit und ohne Referenden – kämpfen” war die Parole der Maidemonstration in Athen, aus deren Anlaß die Gewerkschaften GSEE und ADEDY zu einem Protesttag aufgerufen hatten, der auch massiv befolgt wurde. Der Bericht “Greece gripped by anti-austerity strike, as unionists mark Labor Day” ist am 01. Mai 2015 bei Shanghai Daily externer Link erschienen und unterstreicht sowohl die Teilnahme zahlreicher Minister an der Maidemonstration, als auch die mit dem Motto faktisch ausgesprochene Warnung an die Regierung. Siehe dazu auch zwei weitere Beiträge zu verschiedenen Positionierungen zum 1. Mai: (weiterlesen »)

krisenliebe athenMETA ist die übergewerkschaftliche Strömung, die sich ausrichtet mit Syriza – die meisten ihrer Aktivisten sind auch Parteiaktivisten. In dem Artikel “Greek unions have accepted a strategic defeat through the application of anti-labour policies and the Memorandum over the past five years” am 16. März 2015 bei Union Solidarity International externer Link zieht der Autor Stathis Trachanatzis (einer der Sprecher der Strömung) zum einen eine ungewohnt kritische Bilanz der Entwicklung der Gewerkschaften in Griechenland seit dem Memorandum und skizziert andrerseits die Veränderungen, die nötig seien, um die Gewerkschaftsbewegung wieder mit Leben zu erfüllen – gemeinsame Aktionen mit Gewerkschaften im Süden Europas stehen dabei ganz vorne auf der Liste

In den Gewerkschaftswahlen in Piräus, bei der Bauarbeiter – Föderation und den Nahrungsmittelgewerkschaften haben die PAME – Listen ihre jeweils führende Position ausbauen können – so sagt es jedenfalls ein Kommuniqué der KKE (Kommunistische Partei Griechenlands) das Mitte Mai 2014 unter dem Titel Des succès importants pour les syndicats sur des positions de classe lors des élections professionnelles en Grèce externer Link bei Solidarité Internationale übersetzt wurde

Dass die bürgerliche Demokratie im Zuge der diktatorischen Austeritätspolitik zunehmend „auf der Strecke“ bleibt ist keine Neuigkeit, neu aber ist, dass dies in so eindeutiger und offener Weise geschieht wie nun in Griechenland. In Griechenland setzen „die Guten“ (wie der ehrenwerte Herr Gauck und Frau Merkel und Co) nun durch: Es darf wieder ausgesperrt werden. Das Unternehmerdiktat gegen Streikrecht war 1982 in Griechenland verboten worden, jetzt soll es wieder eingeführt werden. Der Bericht Crisis: Greece; troika wants to reduce unions’ powers externer Link am 17. März 2014 bei ansamed

Die Lehrergewerkschaft OLME hat in einer Situation gehandelt, die einerseits vom antidemokratischen Druck der Regierung geprägt ist (mit der Zwangsverpflichtung zu den Abschlussprüfungen) und andrerseits von weit über 90% ihrer Mitglieder, die für Streik stimmten, sowie von durchaus geteilter Solidarität innerhalb der Gewerkschaften. Der Streik wurde beschlossen – und seine “Machbarkeit” in Frage gestellt und damit wurde die Aktion ausgesetzt. Die diversen politischen Strömungen innerhalb des Vorstandes der Gewerkschaft und in ihrer gesamten Struktur wurden rund um die Tagung des Vorstandes mit den örtlichen Leitungsmitgliedern am 15. Mai deutlich, als eben zuerst der Streik beschlossen wurde und die Abstimmung über die Machbarkeit mit 18 zu 9 Stimmen dafür ausging – bei 57 Enthaltungen…In dem Beitrag “Grèce : la mobilisation des enseignants trahieexterner Link spricht der Autor Andreas SARTZEKIS am 23. Mai 2013 (hier bei Europe Solidaire) schon im Titel von “Verrat”

Vom 22.-25. März 2013 fand der 35. Gewerkschaftskongress des Allgemeinen Verbandes der Arbeiter in Griechenland (GSEE) in Alexandroupolis statt. Branchengewerkschaften und „Arbeiterzentralen“ (örtliche Gewerkschafterräte) der Arbeiter aus dem privatwirtschaftlichen Bereich Griechenlands haben daran teilgenommen” – so beginnt die deutsche Übersetzung des KKE Artikels “STÄRKUNG DER KLASSENBEWUSSTEN KRÄFTEexterner Link über den Gewerkschaftskongress vom 03. April 2013 bei Kommunisten-Online

Während immer mehr Firmen wie Coca Cola Hellas und Fage mit ihren Firmenzentralen aus dem finanziell chaotischen Griechenland abwandern, andere wie Costa Coffee ihr Griechenlandabenteuer abrupt beenden oder wie die Citibank stark einschränken, macht der Möbelmulti Ikea mit einem anderen Schritt Schlagzeilen. Ikea Griechenland möchte die Arbeitsverträge aller Angestellten kündigen und Einzelverträge abschließen. Konkret bedeutet dies, dass jeder Bedienstete individuell einen Arbeitsvertrag aushandeln muss. Bislang liegt das Einkommensniveau der Ikea-Beschäftigten im Verkauf auf dem Niveau von 600 Euro monatlich. Die Angestellten traten aus Protest sofort in einen Streik…” aus “Ärger um Ikea in Griechenland” externer Link ein Artikel von Wassilis Aswestopoulos auf Telepolis vom 21. November 2012

Siehe auch im LabourNet Germany