Gambia

Seit Jahresbeginn gibt es im Westen Gambias Proteste gegen Sandabbau hier im Mai 2018Reisfarmen prägen ein kleines Dorf etwa 50 Kilometer südlich der gambischen Hauptstadt Banjul: Und seit einiger Zeit auch der Sandabbau für die internationale Zementindustrie. In Faraba Banta protestierte die Bevölkerung seit einiger  Zeit gegen den industriellen Abbau, der ihrer Erfahrung nach die Reisfelder massiv schädigte. Die Kritiken und Proteste führten zur Gründung der Faraba Banta Village Development Group, einer Initiative, die nach Alternativen zum Sandabbau suchte, die sich mit dem Reisanbau vereinbaren ließe. Und die am Montag, 18. Juni 2018 zu einer Protestdemonstration aufrief. Die sich vor allem gegen das Wirken des früheren Ortsvorstehers richtete, der dem Unternehmen – nach Ansicht der Demonstranten – eine Abbaulizenz im Alleingang erteilt hatte, Plakate sprachen auch von „verkauft“. Die Demonstration, keineswegs die Erste, wurde von der Polizei ohne Vorwarnung oder sonstige vorherigen Bekundungen angegriffen – mit tödlichen Schüssen. Zwei Demonstranten waren sofort tot, ein Dritter starb am Mittwoch im Krankenhaus. In dem Artikel „Death toll from Gambia protest rises to three“ am 21. Juni 2018 in The Sun Daily externer Link wird auch berichtet, dass sechs Demonstranten festgenommen worden waren, die dann aber im Zuge landesweiter Kritik wieder frei gelassen wurde. In einer Stellungnahme zu den Ereignissen unterstrich Human Rights Watch, dass es dringend nötig sei, eine strukturelle Reform der Polizei in Gambia vorzunehmen, die noch von der Zeit der Diktatur Yammehs geprägt sei, der vor anderthalb Jahren zum Rücktritt gezwungen worden war. Siehe dazu einen weiteren aktuellen und einen Hintergrundbeitrag: (weiterlesen »)

Sheriff Dibba, Vorsitzender der Transportgewerkschaft - im Gefängnis getötet im Februar 2016Der Tod von Sheriff Diba, Sekretär der Gambian National Transport Control Association (GNTCA) am 21. Februar 2016 im Gefängnis wird Gegenstand einer wachsenden internationalen Kampagne. Während bereits Tausende von Menschen eine Protestresolution unterzeichnet haben, die von der Internationalen Föderation der Transportgewerkschaften zusammen mit Labourstart initiiert worden war, hat nun der Internationale Gewerkschaftsbund gefordert, eine unabhängige internationale Untersuchungskomission nach Gambia einzulassen, um die Vorgänge zu klären, die zum Tode von Sehriff Diba geführt haben – wie auch zu der Festnahme weiterer Funktionäre der gambischen Transportgewerkschaft. In dem Artikel „Gambia: union leader’s death in prison triggers international outcry“ von Chris Burns am 14. März 2016 bei Equal Times externer Link wird unterstrichen, dass die Versuche der gambischen Regierung, die Gewerkschaft in der Öffentlichkeit als kriminell zu verdächtigen, nicht wirken – die Solidarität wächst! (weiterlesen »)

Sheriff Dibba Vorsitzender der Transportgewerkschaft - im Gefängnis getötet im Februar 2016Yahya Jammeh ist Präsident von Gambia: Selbstherrlich ließ er Anfang Februar im Fernsehen verkünden, hiermit sei die Gewerkschaft National Union of Gambian carriers verboten, ihren Mitgliedern die Gründung neuer Vereinigungen untersagt und Teile des bisherigen Vorstandes (insgesamt 9 Personen) in Haft. Der Grund: Wie viele andere Gruppierungen (aktuell keineswegs nur in Gambia, aber nur hier mit solchen direkten Folgen) auch, hatte die Gewerkschaft gegen die steigenden Belastungen (in diesem Fall Zollabgaben im LKW-Grenzverkehr mit dem Senegal) protestiert und mobilisiert. Der sehr ehrenwerte Herr Jammeh hatte in der Tat daraufhin die Preiserhöhung etwas moderater gestaltet, was aber bei weitem nicht ausreichte, die Proteste zu beenden, auch nicht die der Gewerkschaft – die daraufhin wegen „wirtschaftlicher Verbrechen“ angeklagt und (auch noch ohne irgendein Verfahren) verboten wurde (das Verbrechen bestand im Einzug von Mitgliedsbeiträgen). Sheriff Dibba, der Gewerkschaftsvorsitzende starb in dieser Haft. Der Artikel „Death of the leader of the National Union of Gambian carriers“ am 26. Februar 2016 bei ITUC Africa externer Link vermeldete bis dahin nur, dass es noch keine Reaktion der Behörden gegeben habe. Siehe dazu auch Beiträge zum Protest der Transport – Internationale und zur Kampagne bei Labourstart: (weiterlesen »)