Arbeitsbedingungen

Auch bei unseren Nachbarn streiten die Beschäftigten und die Gewerkschaft für bessere Arbeitsbedingungen bei dem Versandhandel-Riesen. Ver.di hat 3 interessante Beiträge dazu gefunden: (weiterlesen »)

Reden verboten, Pausen auf eigene Rechnung: Ein französischer Journalist berichtet über seine Erfahrungen als Angestelter beim Internet-Versandhändler Amazon. Artikel von Stefan Brändle in der Frankfurter Rundschau vom 20.06.2013 externer Link

Staatsbesuch war angesagt am 8. März – aus Israel kam Shimon Peres. Ankunft im Thalys am Gare du Nord. Drei Packarbeiter sollten abgestellt werden, um das Gepäck der Delegation zu betreuen. Als es am Vorabend zur Auswahl in dem outgesourcten Packbetrieb ITIREMIA kam, wurde plötzlich festgelegt: Keine Schwarzen, keine Araber. (Das weiss der gemeine französische Manager, so gut wie sein Kollege diesseits des Rheins: Alles Islamisten, Terroristen, sonstige gefährliche -isten). Auf Nachfragen aus der Belegschaft wurde als Begründung angegeben: Sicherheitsfragen. Die Beschäftigten verfassten eine Protestpetition – in der unter anderem darauf veriwesen wurden, dass die Bahngesellschaft SNCF wie auch ihre Subunternehmen Unterzeichner antirassistischer Dokumente sind – und dass eine Auswahl nach Aussehen nun wirklich klassisch rassistisch sei. Der Vorfall wird nun offiziell untersucht und in der Erklärung “Discriminations à la gare de Paris Nordexterner Link vom 15. April 2013 unterstreicht die Gewerkschaft SUD-Rail die Notwendigkeit dieser Untersuchung und die Unterstützung für das Anliegen der Belegschaft

labournet.tv

Arbeiterinnen und Arbeiter erzählen uns vom Leben in der Fabrik. Sie tragen Auszüge aus Büchern vor, die in der Fabrik geschrieben wurden. Die Texte werden vor der Kamera rezitiert. Es sind neun Bücher. Zehn Arbeiter-Sprecher_innen machen sich einen Auszug zu eigen, in dem sie sich wiedererkennen. Diese Zeugnisse halten Schritt mit den Bildern und Tönen aus Fabriken, die in Betrieb sind. Mit dieser breiten Palette gewähren diejenigen, die “drinnen” sind, einen konkreten Einblick in die Lebenslage der Arbeiterinnen und Arbeiter heute. Video bei labournet.tv (französisch | 52 min | 2012) externer Link

Artikel von Bernard Schmid vom 6.3.2013

Mobilisierung gegen das zukünftige „Gesetz zum Arbeitsmarkt“ – auf der Grundlage des Abkommens der sog. „Sozialpartner“ vom 11. Januar 13 -, das HEUTE vorgestellt wird. Gestern demonstrierten rund 200.000 Menschen in Frankreich und circa 30.000 in Paris dagegen. LETZTE MINUTE: Unterdessen unterstützen FO und die Angestelltengewerkschaft CGC das Abkommen bei Renault, das im Kontext des künftigen Gesetzes steht…

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Weniger arbeiten ohne Lohnverlust, wie geht das? Gehen da nicht Arbeitsplätze verloren? Ein Blick nach Frankreich liefert Erklärungen. Artikel von Eva Völpel in der taz online vom 13.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Artikel von Bernard Schmid vom 18.1.2013

Drei von fünf Gewerkschaftsverbände (darunter zwei gelbe) stimmen einem Abkommen zu Arbeitsrecht & Beschäftigungspolitik zu. Dessen Hauptinhalte bestehen aus der Verkürzung von (arbeits)gerichtlichen Anfechtungsfristen, der Erlaubnis von betrieblichen Vereinbarungen über „Opfer“ der Lohnabhängigen in Krisenzeiten sowie der Erleichterung von Entlassungen solcher Lohnabhängiger, die Letztere verweigern. Die Regierung und Präsident François Hollande gratulieren den „Sozialpartnern“ und sich selbst zu einem „Erfolg“.

Das Timing dabei war schlau: Ein Wochenende plus einen Werktag nach dem Abkommen zur „Beschäftigungsförderung“ gibt der Automobilkonzern Renault Pläne zur Entlassung von 7.500 Lohnabhängigen bekannt. Die Ankündigung war bis dahin zurückgehalten worden, damit das „Abkommen“ vorher noch unter Dach & Fach gebracht werden konnte. Alles in allem ein Triumph der Arbeitgeber. Aber nun ist doch Protest vernehmbar…

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Fremder, kommst Du in die französische Hauptstadt, sage, Du habest Sie gesehen: Paris, seine historischen Gebäude, seine Museen – seine Zeitarbeitsfirmen. Wer vom Pariser Ostbahnhof aus in Richtung Place de la République spaziert, wird über mehrere Hundert Meter hinweg fast nur an Zeitarbeitsbüros vorbeikommen. Den Boulevard Magenta entlang haben sich Dutzende solcher agences d’intérim niedergelassen. Dazwischen liegen ein paar Apotheken, Werbebüros oder Niederlassungen von Modefirmen. So sieht es dort sei mindestens zwei Jahrzehnten aus. In den letzten Jahren, vor allem von 2009 bis 2011, bot sich allerdings bisweilen ein ungewohntes Bild. Kartons und mitunter Matratzen waren vor den Eingängen der Zeitarbeitbüros ausgebreitet. Menschen schlürften dort Kaffee und diskutierten. Manchmal sah man auch in den Abendstunden im Inneren Menschen, die sich beim Beten niederbeugten: Vor allem Westafrikaner, muslimische Senegalesen und Malier, verrichteten hier ihr Gebet. Und sie taten es deswegen in den Räumen der Leiharbeitsfirmen, weil sie diese besetzt hatten” – so beginnt der Beitrag “Auch an der Seine: Leihst’ mir mal ’ne Arbeitskraft?”  von Bernard Schmid, überarbeitete Langfassung vom 14. Dezember 2012.