Fidschi

Die Ausgesperrten an Fidschis grösstem Flughafen Heiligabend 2017Die Aussperrung von rund 200 Beschäftigten durch die Flughafen-Service Gesellschaft ATS dauerte rund 6 Wochen – danach musste sie aufgegeben werden, das Arbeitsgericht hatte so geurteilt, offensichtlich unter dem Eindruck, den die Solidaritätsaktionen der Gewerkschaften gemacht hatten, vor allem die große Demonstration des FTUC, an der sich bis zu 5.000 Menschen beteiligten. Was bei einer Bevölkerung von weniger als 900.000 in der Tat beachtlich ist. Und die Regierung, die während des wochenlangen Konflikts die Haltung eines Schlichters oder Vermittlers eingenommen hatte, wurde in dem „Echo“ auf diese Auseinandersetzung mit der Tatsache konfrontiert, dass eben allgemein bekannt ist, dass alle Unternehmen rund um den größten Flughafen des Landes – staatliche Unternehmen sind. Und sie dementsprechend genauso zu den Verlierern dieser Auseinandersetzung gezählt wird, wie die ATS. Darauf reagiert sie jetzt: Mit Drohungen, mit der Bekanntgabe polizeilicher Ermittlungen gegen den Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes und verschiedenen anderen Maßnahmen aus dem Arsenal  des antigewerkschaftlichen Kampfes – „Sabotage an der Wirtschaft“ lautet der Vorwurf… Siehe dazu drei aktuelle Beiträge, inklusive einer Solidaritätserklärung des IGB und den Verweis auf den letzten unserer bisherigen Beiträge: (weiterlesen »)

Die Ausgesperrten an Fidschis grösstem Flughafen Heiligabend 2017Am Freitag, 19. Januar 2018 war die seit dem 16. Dezember des Vorjahres stattfindende Aussperrung der ATS-Beschäftigten am größten Flughafen Fidschis zur Verhandlung beim obersten Arbeitsgericht des Landes angesetzt. Das Urteil, vor dem Hintergrund der großen Gewerkschaftsdemonstration am Wochenende zuvor gefällt, hätte eindeutiger nicht sein können: Die Aussperrung ist von Beginn an illegal und muss sofort beendet werden. In der Stellungnahme „”Back to work with full pay and no conditions” -Special sitting of Arbitration rules today“ am 20. Januar 2018 beim Gewerkschaftsbund FTUC externer Link wird weiter gehend darüber informiert, dass in dem Urteil auch entschieden wurde, dass das Unternehmen zwei Werktage Zeit habe, die Voraussetzungen für den Arbeitsantritt aller einzelnen Beschäftigten zu schaffen (wie – beispielsweise – die Wiederausgabe eingezogener Chipkarten für Sicherheitsüberprüfungen)  und die ganze Zeit seit Beginn der illegalen Aussperrung am 16. Dezember bezahlt werden muss, sowie die Zahlungsrückstände aus früheren Zeiten – ursprünglich Gegenstand der Versammlung der Beschäftigten, die das Unternehmen zum Anlass der Aussperrung genommen hatte – überprüft werden müssten. Kein Wunder, dass sowohl der FTUC, als auch die Federated Airlines Staff Association das Urteil als einen Sieg der Gewerkschaftsbewegung des Landes bewerteten. Siehe dazu auch einen aktuellen Beitrag über die Reaktion des Unternehmens – neuerliche Drohungen – und den Verweis auf den letzten unserer bisherigen Beiträge: (weiterlesen »)

Die Ausgesperrten an Fidschis grösstem Flughafen Heiligabend 2017Der Gewerkschaftsbund FTUC hatte am Samstag, 14. Januar 2018 zur landesweiten Solidaritätsdemonstration mit den seit Wochen ausgesperrten Beschäftigten des Flughafens Nadi aufgerufen. Und mit ihm alle Einzelgewerkschaften, auch wenn die Regierung etwa der Gewerkschaft im Bildungsbereich gedroht hatte, sie werde wegen eines verbotenen politischen Streiks Konsequenzen tragen müssen. Wie auch die Polizei zahlreiche Einschränkungen verordnen wollte, ohne dabei besonders erfolgreich zu sein. Auf der Abschlusskundgebung selbst waren immer wieder Forderungen zu hören, einen landesweiten Solidaritäts-Streik mit den Ausgesperrten zu organisieren, die auch von Rednern aufgenommen wurden. Dass die Regierung dabei erneut drohte, ist insofern nahe liegend, als der Flughafen, dessen Bodendienst die Aussperrung verhängt, ein staatliches Unternehmen ist. (Eigentlich eines mit Belegschaftsbeteiligung. So war ja der Anlass der Aussperrung, wie im ersten Beitrag dazu – siehe Verwies am Ende – vermeldet, eine Versammlung der Belegschaft über ihren Anteil, die sie während der Arbeitszeit durchführte). Siehe zur Solidaritätsdemonstration und den politischen Auseinandersetzungen um die Aussperrung drei aktuelle Beiträge und der Verweis auf unseren ersten Bericht: (weiterlesen »)

Die Ausgesperrten an Fidschis grösstem Flughafen Heiligabend 2017Am 16. Dezember 2017 versammelten sich Beschäftigte des größten Flughafens der Fidschi Inseln in Nadi, um „wichtige Fragen“ des Bodenservice Unternehmens ATS zu besprechen, das zu 49% einem Belegschaftsfonds gehört. Dabei ging es um die Auszahlung von Bonusgeldern – was sehr rasch in den Hintergrund trat. Denn bei ihrer Rückkehr wurde 70 TeilnehmerInnen der Versammlung der Zugang zum Arbeitsplatz verweigert. Worin die Belegschaft zu Recht eine Aussperrung sah, weswegen wiederum 200 weitere Beschäftigte in einen Solidaritätsstreik traten. Diesen Streik wiederum erklärte der Arbeitsminister für illegal, da er nicht, wie gesetzlich vorgesehen, von einer Urabstimmung beschlossen worden war. Für spontane Streiks lässt das eingeschränkte Streikrecht der Inseln keinen Raum (kommt das jemand bekannt vor?). Begleitet wurde dieser Beschluss des Ministeriums von der üblichen Propaganda des Wohls der Reisenden und der  wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus. Begleitet wurde aber der Streik von der Solidarität des Gewerkschaftsbundes FCTU, dem die Federated Airline Staff Association (Fasa) angehört – und auch von der internationalen Gewerkschaftsbewegung wurde schnell mobilisiert – was den Arbeitsminister zum Kurswechsel zwang – das Ministerium versuchte sich erfolglos als Schlichter. Denn die Streikenden lehnten das „Angebot“ der Geschäftsleitung rundweg ab: Sie sollten alle ein Dokument unterzeichnen, in dem sie sich „schuldig“ bekennen, illegal gestreikt zu haben, dann könnten sie weiter arbeiten. Während das Unternehmen auf gezielte Einschüchterung setzt, wächst die Solidaritätsbewegung auch außerhalb der Grenzen Fidschis. Siehe dazu vier Beiträge und den Verweis auf die Solidaritätskampagne bei Labourstart: (weiterlesen »)