Foxconn

Die Meldung immerhin, schaffte es bis in USA Today – das grösste Industrieunternehmen der Welt und der wichtigste aller Apple – Produzenten, Taiwans Foxconn hat seine Belegschaften aufgerufen, sich ihre Gewerkschaftsvertreter zu wählen…Sicherlich einerseits ein Ergebnis der immer heftigeren Proteste der letzten Jahre, zumal seitdem die Zeit der Verzweiflungstaten – Selbstmorde – vorbei ist und kontinuierlich gestreikt wird. Andrerseits glaubt niemand, dass Foxconn plötzlich ein anderes Unternehmen ist – was die Vermutung nahe legt, dass irgendwelche Absichten, Begrenzungen zu erzeugen, vorliegen. Immerhin: Es ist ja nicht so, dass es keine Gewerkschaft bei Foxconn gäbe: Nur ist ihre Leitung ausschliesslich aus dem mittleren Management des Unternehmens und aus Funktionären der Kommunistischen Partei Cinas zusammengesetzt. Jetzt, so eine Erklärung der Unternemensleitung vom Montag in Zusammenarbeit mit der Fair Labor Association, sollen sich die ArbeiterInnen ihre GewerkschaftsvertrerInnen selbst wählen “dürfen”, berichtet in “China-based Apple plant pledges union accessexterner Link Calum MacLeod am 04. Februar 2013 in USA Today.

Siehe dazu auch: “Foxconn says to boost China worker participation in unionexterner Link die Reuters-Meldung dazu vom 04. Februar 2013, in der auch Wang Jing zu Wort kommt, Leiter des Department of labor relations an der Capital University of Economics and Business in Beijing, der darauf verweist, dass es schon sehr darauf ankäme, unter welchen Bedingungen solcherart Gewerkschaftswahlen stattfänden.

“Arbeiter im Foxconn-Werk in Beijing sind am vergangenen Dienstag erneut in Streik getreten, nachdem bekannt gegeben wurde, dass sie weder Lohnerhöhungen noch Jahresprämien erhalten werden. Das taiwanesische Werk ist seit 2002 in Betrieb und beschäftigt rund 15 000 Arbeiter. Am Dienstag versammelten sich ein paar tausend davon in der Werkskantine und bedrängten den Senior Manager, der vergeblich versuchte die Stimmung zu beruhigen. Die Fließbänder standen bis weit nach Mitternacht still, da die Werksleitung nicht im Stande war, die Fragen und Beschwerden der Arbeiter zu zufriedenstellend zu beantworten…” – so beginnt der redaktionelle Bericht “Erneut Streik in Foxconn-Werkexterner Link vom 24. Januar 2013 bei telekom-presse.at.

“Am 10. Januar brach abends in der Foxconn-Fabrik in Fengcheng, Provinz Jiangxi, ein Streik aus. Es ging um Löhne und Arbeitsbedingungen. Am 11. Januar blockierten mehr als 1.000 ArbeiterInnen die Hauptstraße, bis Antiaufstandseinheiten der Polizei gegen sie eingesetzt wurden” – aus der kurzen Meldung “Streik bei Foxconn in Fengcheng” am 12. Januar 2013 bei tuanjie. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Trotz wortreicher Erklärungen von Apple und Foxconn Electronics hat sich an den besonders menschenverachtenden Arbeitsbedingungen bei dem Auftragshersteller offenbar nichts geändert. Das ergaben Recherchen des Magazins Envoyé Spécial von France 2, dem größten öffentlich-rechtlichen Sender Frankreichs. Die Journalisten waren mit versteckten Kameras in den Schlafsälen und Fabriken des Foxconn-Werks Zhengzhou in der Provinz Henan und befragten dort die Arbeiter” – das ist die Einleitung zu dem kurzen Bericht “iPhone-5-Arbeiter in Schlafsälen ohne Strom und Wasserexterner Link am 17. Dezember 2012 bei golem.de.

Quelle:  Foxconn gesteht Beschäftigung Minderjähriger externer Link  Meldung  bei Heise-Online vom 16. Oktober 2012

Auftragsfertiger Foxconn hat eingestanden, in seinem Werk im chinesischen Yantai Minderjährige beschäftigt zu haben. Gegenüber Bloomberg erklärte der Konzern, bei einer internen Untersuchung auf Praktikanten zwischen 14 und 16 Jahren gestoßen zu sein, die für drei Wochen im Werk beschäftigt waren. Das chinesische Arbeitsrecht sieht allerdings für Beschäftigte ein Mindestalter von 16 vor…

Quelle:  Artikel von Christian Geinitz und Carsten Germis in der FAZ vom 13.10.2012 externer Link

Der Elektronikfertiger Foxconn kommt nicht zur Ruhe. Die Skandale verstellen den Blick auf schlimmere Zustände in anderen Betrieben – und darauf, dass Apple am meisten von den Niedriglöhnen profitiert.   Aus dem Text:

„… „Es gibt viele Betriebe in China, in denen es viel übler zugeht. Über die spricht aber niemand, weil sie keine iPhones oder iPads zusammensetzen.“ Andererseits missfällt Crothall, dass Apple aus der ganzen Angelegenheit unbeschadet hervorgeht: „Dabei sind sie genauso schuld an der Misere wie Foxconn.“ Die Margen, die Apple dem Zulieferer zugestehe, seien so gering, dass Foxconn seinen Arbeiter immer mehr abverlangen müsse. Tatsächlich betrug die Umsatzrendite von Hon Hai im vergangenen Geschäftsjahr rund 1,1 Prozent. Bei Apple waren es 31. Die Verkürzung auf Apple wird Foxconn nicht gerecht. Denn fast alle namhaften Elektrokonzerne der Welt zählen zu den Kunden, etwa Hewlett Packard, Dell, Sony…

Die Bilder und Videos von den jüngsten Auseinandersetzungen der Belegschaft eines des zahlreichen Foxconn-Werken in Taiyuan im Norden Chinas mit Securities und Polizisten – von denen zunächst versucht wurde, sie als Streitigkeiten innerhalb der Belegschaft “zu verkaufen”, was aber schnell gescheitert war – sind nicht nur ein weiterer Beleg dafür, dass das “europäische” Bild vom unterwürfigen, duldsamen Chinesen eine der am wenigsten intelligenten Erfindungen europäischer chauvinistischer Propaganda ist” – so beginnt die Materialsammlung “Der andere Name für modernen Kapitalismus: Foxconn und die “I-slaves” – moderne Lohnarbeit eben…” externer Link auf der Seite des Projekts “Forum Arbeitswelten” vom 07. Oktober 2012

Quelle:  Meldung in DerStandard vom 07.10.2012 externer Link

„Der Produktionsdruck bei Apples neuem iPhone 5 sorgt für Streit beim Auftragsfertiger Foxconn. Das Unternehmen räumte am Samstag eine Auseinandersetzung zwischen Arbeitern und Qualitätskontrolleuren in einem seiner chinesischen Werke ein. Den Bericht einer Arbeitsrechtsorganisation über einen Streik mehrerer tausend Arbeiter, der die Produktion unterbrochen habe, wies Foxconn aber zurück. Der Streit sei noch am Freitagnachmittag beigelegt worden, sagte ein Sprecher der Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Samstag…“   Siehe dazu:

RIOT!

Die ersten Meldungen über erneute Auseinandersetzungen in einem Foxconn-Werk am vergangenen Wochenende, ob absichtlich oder nicht, waren vor allem dazu angetan, Verwirrung zu erzeugen – der Tenor “Schlägereien unter der Belegschaft” war eindeutig. Ganz anders klingt das in dem Überblick “After the dust has settled: Foxconn workers talk about the riot” externer Link von Jennifer Cheung am 26. September 2012 beim China Labour Bulletin: Security Leute hatten eine Arbeiterin belästigt, der die Kollegen zu Hilfe kamen – das war der Ausgangspunkt, und zunächst hatten die Kollegen versucht, offizielle Beschwerdewege einzuschlagen: Erfolglos, schliesslich ist Foxconn der absolute Großinvestor… Ein Schlaglicht auf die Situation bei Foxconn sind drei Fakten, die in dem CLB-Beitrag genannt werden: Im August hatten die etwa 80.000 Beschäftigten des Werkes Taiyuan, um das es hier geht, eine Lohnerhöhung erhalten, und täglich verlassen etwa 400-500 Beschäftigte das Werk; es werden aber auch 5-700 neu eingestellt… (weiterlesen »)

Quelle:  Article by Cyril Chang on M.I.C., Sep 11, 2012 externer Link

“A Chinese news agency, Shanghai Evening Post, has sent an experienced journalist to slip into the Foxconn Tai Yuan factory and pretended as a new worker, his mission is to find out how the new iPhone 5 is produced. The Chinese journalist precisely recorded his 10 days of working experience in the factory and published a dairy to disclose the inside story of manufacturing the iPhone 5. The Tai Yuan Foxconn factory is recently well-known for it’s large-scale workers strike which took place during March. Back then the factory urgently needs 20,000 more workers because Foxconn has received orders for the production of iPhone 5. The plants needs to produce 57 million iPhone 5 for each year. Apparently, the journalist only stayed inside the Foxconn factory for 10 days due to the undesirable working conditions. He has undergone mean training during the first 7 days and finally got the chance to take part the producing of iPhone 5 on the 8th day …” 

Quelle:  Meldung auf heise-news vom 27.08.2012 externer Link

Zu den bisherigen Bedingungen konnte der Elektronikfertiger Foxconn offenbar in seiner chinesischen Fabrik in Zhengzhou (Provinz Henan) nicht mehr genügend Arbeitskräfte finden. Deshalb hat das taiwanische Unternehmen die Löhne dort jetzt um 16 Prozent erhöht, berichtet unter anderem das Wall Street Journal. Außerdem werde die Probezeit für alle Neueinstellungen in China von sechs auf drei Monate verkürzt…

Quelle: labournet.tv (Englisch mit dt. ut | 6 min | 2012) externer Link

Video  über die Produktion von iPads bei Foxconn in Chengdu in Westchina  im Jahr 2012. Der Umzug der Fabrik nach Chengdu fand in nur 80 Tagen statt. Die Arbeiter_innen  arbeiteten dort in unfertigen Werkshallen unter gefährlichen Bedingungen. Es gab eine Staubexplosion, bei der mehrere Menschen getötet wurden.  “Wir wachen vor den Hühnern auf, gehen nach den Hunden schlafen und wir essen schlechter als die Schweine”, sagt ein Arbeiter in dem Film.

Siehe auch im LabourNet Germany

Siehe auch im www

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)