Bildungsproteste in Chile

Polizeirepression gegen Studierendendemo Santiago de Chile 21.4.2016Am 21. April rief die Föderation der chilenischen Studierenden Confederación de Estudiantes de Chile (Confech) trotz der beschlossenen Nationalen Trauer wegen des Todes des Expräsidenten Alwyn zur Demonstration gegen die Bildungsreform der Regierung Bachelet auf – und über 100.000 Studierende und OberschülerInnen beteiligten sich an der Aktion. Wie schon seit Jahren geht es um die Realisierung des Versprechens der einstigen Kanditatin Bachelet, für zumindest 70% aller Jugendlichen kostenfreie Erziehung und Bildung zu gewährleisten: Wovon, nach Ansicht der Betroffenen, die Realität sehr weit entfernt bleibt. Der Bericht „Más de 120 mil estudiantes marcharon por incumplimientos de Bachelet / Jóvenes permanecen detenidos por la policía militar“ am 22. April 2016 bei kaosenlared externer Link zitiert Aussagen auf den Demonstrationskundgebungen, die den versprechungen entgegenhalten, dass bisher die Kostenfreiheit nur bei 14% angekommen sei. Und verweist darauf, dass rund 40 DemonstrantInnen in Santiago festgenommen wurden, und gerufenen Anwälten der Zugang zum Kommissariat verweigert wurde

Lehrerdemonstration Concepcion Chile am 8. Juni 2015Seit dem 1. Juni befinden sich die Lehrer in Chile erneut landesweit in einem unbefristeten Streik, mit dem sie sich gegen den Gesetzentwurf “Plan Docente” wehren, der derzeit im Abgeordnetenhaus diskutiert wird. Der Entwurf sieht unter anderem Neuregelungen bezüglich der Lehrerausbildung und -evaluation vor und ist Bestandteil der von Präsidentin Michelle Bachelet angekündigten Bildungsreform” – so beginnt der Beitrag “Unbefristeter Streik der Lehrer in Chile” von Birte Keller am 08. Juni 2015 bei amerika21.de externer Link worin auch berichtet wird von der Unterstützung des Streiks durch die SchülerInnen. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge zu den gesamten Auseinandersetzungen im Bildungswesen Chiles in der Materialsammlung vom 12.6.2015: (weiterlesen »)

Chile Mai 2015 Bildungspolitik mit dem GewehrIn Chiles Hauptstadt haben erneut Zehntausende Studenten für kostenlose Bildung und gegen das harte Vorgehen der Polizei gegen frühere Demonstrationen protestiert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen am Donnerstag rund 100.000 Menschen an dem Marsch in Santiago de Chile teil” – so beginnt die Kurzmeldung “Für Rodrigo” am 30. Mai 2015 in der jungen welt externer Link worin auch noch Demonstrationen in Valparaiso erwähnt werden. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

LAIKA-Verlag: "Postdiktatur und soziale Kämpfe in Chile"Die Nachwirkungen der chilenischen Militärdiktatur sind bis heute spürbar. Die chilenische Gesellschaft ist immer noch in Befürworter und Gegner der Militärs gespalten. Während die vollständige Anerkennung von Menschenrechtsverletzungen und verursachten Traumata noch aussteht, sind offizielle Verlautbarungen über wirtschaftliche Kontinuitäten und Versöhnung weiterhin an der Tagesordnung.
September 1973 zwar unterbrochen, doch nicht beendet. Aktuell regt sich immer mehr Widerstand gegen das chilenische neoliberale System: Schüler, Indigene und Studierende tragen ihren Protest auf die Straße und erobern sich so das Recht auf Protest und Widerstand zurück. Der Band 30 enthält die Filme: »Special Circumstances«, »Nostalgía de la Luz«, »Die Toten schweigen nicht« und »Ich war, ich bin, ich werde sein«
.” Umschlagtext des im Oktober 2013 im LAIKA-Verlag erschienen Buches  (BIBLIOTHEK DES WIDERSTANDS Band 30, ISBN:  978-3-942281-66-9, ca. 200 Seiten, 29,90 €). Siehe dazu Infos und Leseprobe: (weiterlesen »)

In Santiago, Temuco und Valparaiso vor allem fanden die Proteste für eine wirkliche Reform des Bildungswesens statt, wobei sich alleine in der Hauptstadt nach verschiedenen Angaben 120.000 Menschen beteiligten. Nach wie vor ist das Ziel der Bewegung, das “System Pinochet” im Erziehungswesen endlich abzuschaffen und eine kostenlose Ausbildung zu fordern. Einen aktuellen Überblick leistet der Beitrag “Hundreds of Thousands March for ‘Free Education’ in Chileexterner Link von John Queally am 12. April 2013 bei commondreams

Quelle: Artikel von Eva Völpel im ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 17.8.2012  externer Link  

International Chiles Schüler- und Studentenbewegung ist nach wie vor quicklebendig.  Aus dem Text:

„(…) Aber auch die Regierung ist nicht untätig. Sie sieht nach der letzten großen Demonstration Ende Juni, bei der es am Rande zu Ausschreitungen kam, endlich ihre Chance gekommen, das umstrittene Ley Hinzpeter, benannt nach Innenminister Rodrigo Hinzpeter, durch das Parlament zu bringen. Das Gesetz sieht eine weitreichende Kriminalisierung der sozialen Bewegungen vor und wird auch von Amnesty International oder Medienverbänden heftig kritisiert. Träte es in Kraft – was sich in diesen Tagen entscheiden dürfte -, könnten die OrganisatorInnen der großen Demonstrationen, also StudentensprecherInnen wie Gabriel Boric, Camila Vallejo oder Noam Titelman, künftig für Ausschreitungen haftbar gemacht werden und für mehrere Jahre ins Gefängnis wandern. Auch die Besetzung von Schulen, Unis oder Regierungsgebäuden würde mit hohen Strafen beantwortet. Es ist offensichtlich, dass die Regierung der Bewegung mit verschärfter Repression begegnen will. Wie die unter solch einem neuen Gesetz agieren wird, ist noch völlig unklar…

Quelle: Agenturmeldung in der TAZ vom 09.08.2012 externer Link

In Santiago de Chile kämpft die Polizei mit Gewalt gegen tausende Studenten, die erneut für eine Verbesserung ihres Bildungssystems demonstrieren.

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

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