Arbeitskämpfe

Erste Proteste gegen den Polizeimord an einem streikenden Kupferarbeiter in Chile am 24. Juli 2015Der Streik der Kontraktarbeiter bei Chiles grösstem Kupferunternehmen Codelco begann am 21. Juli: Am 24. Juli überfiel die Polizei ein Streikcamp: Ein Toter, drei Verletzte. Nelsón Quichillao starb in der Nacht an den Polizeikugeln – die seitdem die Erklärungen mehrfach verändert hat. Hatte die Polizeiführung unmittelbar nach dem erneuten (dem dritten toten Streikenden seit dem Regierungsantritt Bachelet) Mord noch behauptet, es sei Selbstverteidigung gewesen, da die Spezialeinheit mit “schwerem Gerät” angegriffen worden sei, so ist es inzwischen zu einem “bedauerlichen Unfall” geworden. “Confederación de Trabajadores del Cobre: “están dispuestos a mancharse las manos con sangre si un trabajador está en huelga”” von Vanessa Vargas Rojas am 27. Juli 2015 bei El Desconcierto externer Link (hier dokumentiert bei Rebelion) ist der Bericht von der Pressekonferenz des Vorsitzenden der Föderation der Gewerkschaften im Kupferbergbau Manuel Ahumada, dessen Satz “Sie sind bereit sich die Hände mit Blut zu beflecken, wenn ein Arbeiter streikt” durch alle Medien ging. Siehe dazu weitere Berichte vor allem aus gewerkschaftsoppositionellen Quellen: (weiterlesen »)

Lehrerdemonstration Concepcion Chile am 8. Juni 2015Seit dem 1. Juni befinden sich die Lehrer in Chile erneut landesweit in einem unbefristeten Streik, mit dem sie sich gegen den Gesetzentwurf “Plan Docente” wehren, der derzeit im Abgeordnetenhaus diskutiert wird. Der Entwurf sieht unter anderem Neuregelungen bezüglich der Lehrerausbildung und -evaluation vor und ist Bestandteil der von Präsidentin Michelle Bachelet angekündigten Bildungsreform” – so beginnt der Beitrag “Unbefristeter Streik der Lehrer in Chile” von Birte Keller am 08. Juni 2015 bei amerika21.de externer Link worin auch berichtet wird von der Unterstützung des Streiks durch die SchülerInnen. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge zu den gesamten Auseinandersetzungen im Bildungswesen Chiles in der Materialsammlung vom 12.6.2015: (weiterlesen »)

Chile: Streikabstimmung der Betriebsgewerkschaft beim Verteilzentrum Centro de Distribución de Quilicura von Nestlé Die Betriebsgewerkschaft beim Verteilzentrum Centro de Distribución de Quilicura von Nestlé kündigt für das Wochenende den Beginn eines Streiks an für den Fall dass das Unternehmen nicht seine Haltung ändert, gewerkschaftlich organisierte Kollegen von einer Betriebsvereinbarung ausschliessen zu wollen – eine Haltung die, so die Gewerkschaft, direkt gegen geltende chilenische Bestimmungen verstoße. Der Bericht „Inminente huelga en Nestlé Chile“ am 06. Januar 2015 bei der kolumbianischen Nahrungsgewerkschaft Sinaltrainal externer Link , worin auch der Brief der chilenischen Betriebsgewerkschaft an Bruderorganisationen dokumentiert ist. Siehe dazu auch „A la dirección de NESTLE en Suiza“Solidaritäts und Protestschreiben der SUD Solidaires vom 07. Januar 2015 an Nestlé Schweiz  gegen die Beschneidung gewerkschaftlicher Rechte in Chile

LehrerInnen streiken in ganz ChileIm Streit um grundlegende Reformen der Arbeitsbedingungen sowie der Ausbildung der Lehrenden in Chile ist kein Ende in Sicht. Dabei richtet sich ihr Unmut nicht nur gegen das Bildungsministerium, sondern auch gegen die Gerwerkschaft. Die Basis der Lehrerbewegung fühlt sich aus den Verhandlungsprozessen um mögliche Reformen ausgeschlossen und kritisiert die bisherigen Ergebnisse“ – aus dem aktuellen Bericht Lehrer in Chile streiken gegen Regierung und Gewerkschaft von Birte Keller am 30. November 2014 bei amerika21.de externer Link , worin ausserdem als wesentlicher Grund für die Rebellion der Mitgliedschaft gegen den gewerkschaftsvorstand dessen kurzfristige Absage eines beschlossenen Generalstreiks angeführt wird
. Siehe dazu auch (weiterlesen »)

Dossier

  • Streikwelle der Hafenarbeiter in ChileNeue Ministerin für Arbeit unterstützt Forderung der Hafenarbeiter
    Als eine ihrer ersten Amtshandlungen seit dem Regierungsanttitt von Staatspräsidentin Michelle Bachelet, am vergangenen 11. März, traf sich die neue Ministerin für Arbeit und Soziales, Javiera Blanco, mit Vertretern der Hafenarbeiter-Gewerkschaften, die 2014 einen mehrere Wochen andauernden, landesweiten Streik für die Auszahlung des  seit 2005 fälligen und angehäuften, halbstündigen Pausenbonus führten“ – so beginnt der Artikel Neue Ministerin für Arbeit unterstützt Forderung der Hafenarbeiter   von Frederico Füllgraf vom 14. März 2014 exklusiv bei LabourNet Germany. Siehe dazu auch: PARO PORTUARIO EN SAN ANTONIO 15 DE ENERO externer Link – Video zum Hafenarbeiterstreik in Chile vom 16. Januar 2014
    (weiterlesen »)

Chile: Der Kampf gegen die Privatisierung der Fische, Bild von Frederico FüllgrafArtikel und Bilder von Frederico Füllgraf (Concepción, Chile), die Langfassung seines Beitrag “Chiles Artesanales gegen die Privatisierung der Fische. Cosme Caracciola aus San Antonio kämpft mit dem kleinen Boot gegen die großen Trawler” aus Neues Deutschland vom 4. November 2013 (im Online-Abo)

Eingekeilt zwischen Trawlern und Lachsfarmen, bangen die kleingewerblichen Fischer Chiles, Artesanales genannt, um ihre Zukunft. Seit Dezember 2012 ist ein neues Fischerei-Gesetz in Kraft. Die Fischer beschimpfen es als “Ley Longueira”. Mit Unterstützung des überwiegend konservativen Parlaments, peitschte Sebastián Piñeras ex-Wirtschaftsminister, Pablo Longueira, eine drakonische Privatisierung der chilenischen Fischgründe durch, die sieben Familien begünstigt und 150 tausend kleingewerbliche Fischer schädigt, auf die 50 Prozent des chilenischen Fischfangs entfällt.

Während das neue Gesetz im Santiagoer Parlament debattiert wurde, reichten die Artesanales fünfzig Gesetzesanträge ein, doch sie wurden nicht gehört. Sie organisierten Protestmärsche in die ferne Hauptstadt – alles vergeblich. Schliesslich platzte ihnen der Kragen: Von Nord-bis Südchile blockierten sie Zufahrtsstrassen in die Fischereihäfen, errichteten Barrikaden, setzten Bootswracke und alte Autoreifen in Brand. Es kam zu gewaltigen Zusammenstössen mit den berüchtigten Carabineros. Zwei Jahre lang schien der Bürgerkrieg an der chilenischen Küste zu toben. Ein Dreivierteljahr nach Inkrafttretung des Gesetzes, wurden Bestechungen von Abgeordneten durch die Fischerei-Industrie bekannt. Die Fischer laufen Sturm, sie verlangen die Anullierung des Gesetzes. (weiterlesen »)

„Der chilenische Staatskonzern Codelco hat seine wichtigste Kupfermine wegen eines Streiks vorübergehend geschlossen. Damit reagiert das Unternehmen auf die Proteste von Arbeitern, die seit zwei Tagen den Zugang blockieren. Sie machen die Geschäftsführung für den Tod eines Beschäftigten verantwortlich. Codelco kümmert sich ihrer Ansicht nach zu wenig um die Sicherheit in der Mine. Das Unternehmen will den Vorfall untersuchen. In der Mine im Norden von Chile werden jedes Jahr 300.000 Tonnen Kupfer abgebaut. Das Land ist der größte Kupferproduzent der Welt.“ Meldung im Deutschlandradio vom 31.03.2013 externer Link

Dossier

Ca 1600 Arbeiter_innen der Cencosud-Supermarktkette Jumbo sind am 08.Okotober 2012 nach gescheiterten Tarifverhandlungen in einen legalen Streik getreten. Die Arbeiter_innen protestierten am Montag im Eingang des Constanera Center sowie in verschiedenen Supermärkten. Die zentralen Forderungen sind eine Gehaltserhöhung von 20% sowie Regulierungen zur Staffelung des Gehaltes entsprechend der Seniorität der Beschäftigten. Siehe dazu:

  • En huelga 1.600 trabajadores de Jumbo Costanera Center, Bilbao y Rancagua – Empleados movilizados denuncian el rechazo de aumento de sueldos por parte de la empresa, por lo que han paralizado actividades
    die Nachricht zum Streik in der chilenischen Presse La Nacion vom 08.10.2012 externer Link (auf spanisch)