Branchen

Quelle:  Artikel von Sophie Schimansky auf Zeit-Online vom 11.10.2012 externer Link

„Einzelhändler verfolgen eine neue Strategie: Sie zwingen ihre Mitarbeiter zu Höflichkeitsfloskeln und Nettigkeit. Die leiden unter dem Diktat.   Aus dem Text:“(…) Netto ist bei Weitem nicht das einzige Unternehmen, das seine Mitarbeiter auffordert, Freundlichkeitsfloskeln zu verwenden. Die Supermarktkette Kaufland verlangt von ihren Kassierern, dass sie bei jedem Einkauf nachfragen, ob alles in Ordnung war. Auch die Mitarbeiter des Unternehmens Karls Hof, die an mobilen Ständen Erdbeeren verkaufen, bekommen einen fertigen Kundendialog vorgegeben. Das berichtete zumindest die taz. Ein neuer Zwang zur Freundlichkeit hält im Einzelhandel Einzug, und dieser Zwang verändert den Arbeitsalltag in einer Weise, wie es viele Mitarbeiter in Deutschland noch nicht kannten…

walmartstrikeWenn Foxconn heute das grösste Industrieunternehmen der Welt ist, so ist Walmart nach wie vor das grösste Unternehmen – von der Beschäftigtenzahl her gesehen -überhaupt auf der Welt. Und deswegen ist es auch naheliegend, das Ereignisse in diesen Unternehmen von besonderer Bedeutung sind – zumal, wenn es sich, wie bei Walmart, um einen Vorreiter der Antigewerkschaftspolitik überhaupt handelt – und nun haben Beschäftigte erfolgreich gestreikt. Zuerst in einer Filiale in Los Angeles. Am Wochenende dann dies: Im grössten Zwischenlager Walmarts in den USA, in Elwood (Illinois) hat die Belegschaft erfolgreich dafür gekämpft, das wegen gewerkschaftlicher Betätigung entlassene KollegInnen wieder eingestellt wurden – und sie erhalten die Streikzeit bezahlt, dazu der Bericht “Walmart Warehouse Strikers Return to Work with Full Back Pay” externer Link von Alexandra Bradbury am 09. Oktober 2012 bei Labornotes. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Streik bei Zamek

  • Tarifstreit bei Zamek ist beigelegt
    „Nach einer langwierigen Auseinandersetzung mit Streiks und diversen Gerichtsprozessen haben sich der Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller und die Gewerkschaft NGG auf einen Haustarifvertrag geeinigt. Die Beschäftigten erhalten 3 Prozent mehr Geld, ab 2014 noch einmal 3,25 Prozent mehr…Artikel von Thorsten Breitkopf und Nicole Lange auf RP-Online vom 09.10.2012 externer Link

(weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Reinhard Kallenbach in der Rhein-Zeitung vom 10.10.2012 externer Link

„Wenn sich ein großer Arbeitgeber neu im Raum Koblenz ansiedelt, ist die Euphorie meistens groß. Nicht anders ist es im Falle des Amazon-Logistikzentrums. Doch niedrige Stundenlöhne und befristete Verträge trüben bei der Gewerkschaft die Freude über die vielen neuen Arbeitsplätze…”  Aus dem Text: (weiterlesen »)

  • Nach Gutsherrenart
    Rentenversicherungsträger verkauft saarländische Klinik-Servicegesellschaft quasi an sich selbst, verdient daran und baut gleichzeitig Mitbestimmungsrechte ab. Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 09.10.2012 externer Link. Aus dem Text: „(…) Das Knappschaftsklinikum selbst ist erst im Sommer dieses Jahres durch die Fusion der saarländischen Knappschaftskrankenhäuser Püttlingen und Sulzbach entstanden. Nun soll die Servicegesellschaft DSL umbenannt und an die fusionierte Klinik verkauft werden. »Ein solcher Vorgang ist in unserer Gesellschaft üblich. Das darf aber nicht zu Lasten der Beschäftigten vor sich gehen«, erklärt ver.di-Sekretär Michael Quetting gegenüber junge Welt. Ohne die Belegschaftsvertreter oder den DSL-Aufsichtsrat auch nur zu befragen, habe die KBS das Unternehmen für 144000 Euro an das eigene Klinikum verkauft, berichtet der Gewerkschafter. Bezahlt werde dieser Betrag aus Geldern der Versicherten, letztlich müßten die Beschäftigten ihn erarbeiten. »Die Knappschaft-Bahn-See läßt sich diese Luftbuchung mit 144 000 Euro vergolden – Geld, das in den ohnehin unterfinanzierten Krankenhäusern dringend gebraucht wird«, kritisiert Quetting, der die Kaufsumme für eine »Phantasiezahl« hält…“
  • ver.di kritisiert Abbau von demokratischen Rechten bei Service-Gesellschaft des Knappschaftsklinikums Saar: Bochumer Gutsherren behandeln Saarländer wie Schachfiguren
    „Die Methoden des Gesellschafters Knappschaft-Bahn-See (KBS) bei der angestrebten Veräußerung der “Dienst- und Serviceleistungen GmbH Krankenhäuser Saar (DSL)” von der KBS an die im Sommer neuentstandene Knappschaftsklinikum Saar GmbH bezeichnet ver.di als “undemokratische Gutsherrenart, die die Saarländer wie Schachfiguren beliebig rumschubst.”, so der ver.di-Sekretär Michael Quetting am 2. Oktober auf einer Betriebsversammlung der Gesellschaft in Püttlingen. (…) Der Skandal sei aber, so der ver.di-Vertreter, dass die KBS ohne jegliche Diskussion “selbstherrlich in bester Gutsherrenmanier” einfach die Satzung für den künftigen Aufsichtsrat geändert hat. So soll jetzt nur noch ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat vertreten sein. “Dieser darf zwar von der Interessenvertretung noch vorgeschlagen werden, aber berufen wird man von der Bochumer Zentrale aus. Auch die Selbstverwaltung der KBS hat nichts mehr zu sagen. Was wir im Abwehrkampf gegen die Dienstleistungsgesellschaft erkämpft haben, soll jetzt eliminiert werden. Nun zeigt die KBS ihr wahres Gesicht.”..Pressemitteilung von verdi-Saar vom 02.10.2012 externer Link. Siehe dazu auch die Sonderseite von verdi Landesbezirk Saar: Krankenhäuser- Knappschaftskrankenhaus Püttlingen externer Link

Dossier

(weiterlesen »)

Quelle:  Das Interview von Jan Tölva in der Jungle-World vom 04.10.2012 externer Link

Als am Mittwoch voriger Woche die Nachricht die Runde machte, dass in einem Jobcenter im nordrhein-westfälischen Neuss ein »Kunde« eine Arbeitsvermittlerin niedergestochen und dabei tödlich verletzt hatte, war allerorten der Schock groß. Dabei sind gewalttätige Vorfälle in Jobcentern nicht eben eine Seltenheit – nur wird diesen für gewöhnlich genauso wenig Aufmerksamkeit geschenkt wie den Motiven der Täter oder den ökonomischen und politischen Hintergründen solcher Taten. Ein Thema, das bisher allerdings mindestens ebenso stark vernachlässigt wurde, ist die Situation der Angestellten der Jobcenter selbst. Die Jungle World sprach mit Jochen Berking, Bereichsleiter im Fachbereich Sozialversicherung bei der Gewerkschaft Verdi und zuständig für die Angestellten in den Jobcentern. 

Kurzschluß in der Krise

Quelle:  Artikel von Jörn Boewe in der jungen Welt vom 09.10.2012 externer Link

Solarmodulhersteller asola leitet Massenentlassungen ein und »vergißt«, den Betriebsrat zu beteiligen. Investitionszuschüsse müssen wohl dennoch nicht zurückgezahlt werden. 

Dossier

  • ver.di kritisiert: Kreditversicherer kommt gut weg – Schlecker-Frauen verlieren doppelt
    „Während Warenkreditversicherer, Lieferanten, Insolvenzverwaltung und die Eigentümerfamilie Schlecker in der Unternehmenspleite gut weggekommen seien, sieht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Schlecker-Beschäftigten als „doppelte Verlierer“…“ Pressemitteilung von ver.di vom 08.10.2012 externer Link

(weiterlesen »)

Quelle:Pressemitteilung der IG BAU vom 31.08.2011 externer Link

„Im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) gilt ab dem morgigen Donnerstag (für die Red. 1. September 2011) ein neuer Tarifvertrag. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat für die rund 90 000 Beschäftigten ein sattes Lohnplus ausgehandelt. Für die knapp 7000 Auszubildenden gibt es sogar eine überproportionale Steigerung. Gleichzeitig konnte ein weiterer Schritt zur Angleichung der Ost- an die Westlöhne erzielt werden. „Auf dem Weg zur Anpassung der Löhne in Ost und West kommen wir mit dem Abschluss ein gutes Stück weiter“, stellte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers fest. Der Tarifvertrag sieht Lohnsteigerungen in zwei Stufen vor. Zum 1. Oktober 2011 werden die Löhne in Ost und West um 3,2 Prozent angehoben. Ab dem 1. November 2012 folgt im Westen ein Plus von 2,4 Prozent und im Osten von 2,9 Prozent. Ein Landschaftsgärtner mit erster Berufserfahrung (Ecklohn) verdient im Westen ab diesem Oktober 13,33 Euro pro Stunde. Das ist ein Plus von 41 Cent. Ab November 2012 kommen noch einmal 32 Cent hinzu. Im Osten beträgt das Plus für den Ecklohn in der ersten Stufe 39 Cent auf dann 12,60 Euro. In der zweiten Stufe erhöht sich der Stundenlohn um weitere 37 Cent auf 12,97 Euro.“

Quelle:  Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten vom 04.10.2012 externer Link

„Dr. Konrad Görg, Arzt am Uni-Klinikum Marburg, das sich in Besitz der Rhönkliniken befindet, hat am 1.10.2012 eine Rede gehalten, die wir unseren Leserinnen und Lesern zugänglich machen wollen. Es geht dabei um die Ungleichbehandlung von Patienten, um das Zwei-Klassen-System und die Folgen der weiteren Kommerzialisierung auf das Verhältnis von Arzt und Patient. Bitte geben Sie diesen Text an Interessierte weiter und engagieren Sie sich bitte, wenn in ihrem Umkreis die Privatisierung von Kliniken ansteht. Neben wichtigen Anmerkungen zur Wirkung der Geld-Steuerung auf das Verhältnis von Arzt und Patient, enthält der Text auch gesellschaftspolitisch interessante Erfahrungen: Ich persönlich halte den Sozialstaat – trotz all seiner uns bekannten Mängel – für eine der größten europäischen Kulturleistungen und es ist nicht hinnehmbar, wenn der Sozialstaat, also die organisierte Solidarität, immer weiter zurückgedrängt wird.“ 

Quelle:  Meldung vom 06.10.2012 externer Link

(…) Damit diese Zeitung weiter existieren kann, wenden wir uns heute an alle Nutzerinnen und Nutzer der jungen Welt mit der Bitte, ein Abonnement abzuschließen. Ansprechen möchten wir zunächst jene, die jW im Internet nutzen, am Kiosk kaufen oder irgendwo mitlesen – aber noch kein eigenes Abo haben. Wir bitten aber auch alle Abonnentinnen und Abonnenten, im Rahmen dieser Kampagne im Freundes- und Bekanntenkreis ein reguläres Abonnement zu werben oder zu verschenken. (…) Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verlag und Redaktion der Tageszeitung junge Welt“ 

Quelle:  Pressemitteilung von ver.di vom 05.10.2012 externer Link

„Die knapp 20.000 Beschäftigten des IBM-Konzerns erhalten rückwirkend vom 1. Juli 2012 an zwei Prozent mehr Gehalt. Gleichzeitig wird die Aufnahme von Verhandlungen über einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz verbindlich vereinbart. Das sieht die Schlichtungsempfehlung im Tarifkonflikt bei IBM vor. Die zuständige ver.di-Tarifkommission hat der Empfehlung bereits zugestimmt. Die Entscheidung des Bundesfachgruppenvorstands steht noch aus…“   Aus dem Text:

(…) Der auf Basis der Schlichtungsempfehlung abzuschließende Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Neben der Gehaltsanhebung sieht die Empfehlung verschiedene materielle Verbesserungen bei der Mindestabsicherung der betrieblichen Sonderzahlung und anderen IBM-spezifischen Regelungen vor. Außerdem wird der Altersteilzeit-Tarifvertrag um ein Jahr verlängert, der dort gültige Aufstockungsbetrag an- sowie die Limitierung von Nebentätigkeiten aufgehoben. Für die Dual-Studierenden bei IBM wird eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 180 Euro anstelle der bisherigen Zuschüsse eingeführt. IBM wird im Jahr 2013 zudem 100 Plätze für Dual-Studierende, 100 Plätze für Master-Studierende und 120 Plätze für Stipendiaten bereitstellen. Ebenso werden 800 Praktikumsplätze geschaffen…

Quelle:  Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 02.10.2012

„…Zur Resolutionsübergabe an die Geschäftsleitung hatten sich kürzlich rund 250 Kolleginnen und Kollegen um 10 Uhr früh spontan auf dem Werkshof versammelt. Ausdrücklich wurde dort auch gegen die Spaltung in Stammbelegschaft, Leiharbeiter und Befristete Stellung genommen, was viel Beifall bekam. Leider war von BR-Seite für diese Aktion keine Unterstützung gekommen. Wie sich inzwischen herausstellte, sind Verhandlungen über eine neue Entgelt-Betriebsvereinbarung, die – nach allem was bisher bekannt wurde – auf eine schrittweise Absenkung des betrieblichen Lohnniveaus hinauslaufen würde, weit fortgeschritten…“

  Siehe dazu die Resolution der Vertrauensleuteversammlung Siemens-Energie/ Moabit

Quelle:  Artikel von von Benno Stieber in der TAZ vom 05.10.2012 externer Link

„Der Niedergang der Nachrichtenagentur dapd sollte für jeden Freiberufler im Journalismus eine letzte Warnung sein. Es gibt drei Auswege. Die Agentur dapd galt noch nie als Premiumauftraggeber für freie Journalisten, bewegte sie sich mit ihren Honoraren doch schon immer am unteren Rand. Für einen Tag etwa bei Gericht gab es ursprünglich einmal 77 Euro, nach öffentlichen Protesten wurde nachgebessert, danach waren es 100 bis 137 Euro Tagespauschale. Schwierig, davon eine Familie zu ernähren. Auch um Spesen musste man oft streiten. Nun ist die dapd trotz der schlechten Entlohnung zahlungsunfähig. Es sind die Freien, die in der Insolvenz als Erste die Last dieser Entwicklung tragen müssen…“