Branchen

„Die Prekarisierung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen konnte und kann auch deswegen so rasch zunehmen, weil viele der davon betroffenen Arbeitsbereiche unsichtbar bleiben. Diese Unsichtbarkeit hat für viele ArbeiterInnen selbst ihren Preis, da sie mit Arbeit in der Nacht, am Wochenende oder in den frühen Morgenstunden verbunden ist. Das gilt insbesondere für Reinigungskräfte. Die schöne, heile Welt von Büros, Krankenhäusern oder Universitäten soll nicht durch den Anblick hektisch putzender und unterbezahlter Frauen gestört werden. So hatte es sich wohl auch die Verwaltung der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach gedacht. Dort putzen bisher 19 Frauen für die Firma Uniserve je nach Arbeitsanfall ab 16 oder 17 Uhr die Büros, Hörsäle und Toiletten, zum Mindestlohn von 9 Euro pro Stunde. Weder das Lehrpersonal noch die StudentInnen scheint das bisher gestört zu haben, aber die Verwaltung meinte, im „Interesse der Hochschule Niederrhein“ die Arbeitszeiten auf 5.00 bis 8.00 Uhr verlegen zu müssen. Da ihr klar war, dass die Frauen einer entsprechenden Änderungskündigung nicht zustimmen würden, wählte sie den in der Branche allgemein üblichen Weg. Man will nicht auf die mit dem Gebäude vertrauten und eingearbeiteten Kräfte, also das „Know How“ verzichten, aber die Bedingungen ändern – also kündigt die alte Firma die Verträge und der Auftrag wird von einer neuen Firma übernommen, die die Frauen unter Androhung des Arbeitsplatzverlustes zwingen kann, neue Verträge zu unterschreiben…Artikel von Arbeiterkorrespondenz Düsseldorf vom 25.3.2013 

Dossier

  • „Der Bundesvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat dem vorliegenden Verhandlungsergebnis in der Tarifrunde 2013 am Montagnachmittag zugestimmt. „Es gibt kaum einen Tarifabschluss in anderen Bereichen, der in den zurückliegenden zwölf Monaten besser war als der unsere“, machte die für den Tarifbereich zuständige, stellvertretende Vorsitzende der EVG, Regina Rusch-Ziemba in Frankfurt deutlich. (…) Danach konnte die EVG bei der DB AG eine Lohnerhöhung von insgesamt 6 Prozent erreichen, bei einer vergleichbar kurzen Laufzeit. Hinzu kommt 1 weiteres Prozent für die betriebliche Altersvorsorge. „Das ist respektabel“, so Regina Rusch-Ziemba. Die erste Lohnerhöhung von 3 Prozent wird ab 1. Mai 2013 wirksam, ab 1. April 2014 steigen die Löhne um weitere 3 Prozent. Für die Monate Januar bis April 2013 werden 500 Euro Einmalzahlung als soziale Komponenten gezahlt. Bei den führenden Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr wird das Entgeltniveau ebenfalls in zwei Schritten um insgesamt 6 Prozent angehoben.Meldung bei der EVG vom 25.03.2013 externer Link (weiterlesen »)

„Liebe Mitglieder, am heutigen Tag wurde vor dem Arbeitsgericht Frankfurt das Urteil in Erster Instanz bezüglich der 9,5-Millionen-Euro-Klage auf Schadensersatz nach dem Tarifkonflikt GdF/Fraport aus den Monaten Februar/März 2012 verkündet. Dieser wird gefordert von Lufthansa, Air Berlin und der Fraport GmbH. Zu Beginn gab der Vorsitzende Richter das folgende Urteil bekannt: Die Schadensersatzforderungen der 3 Kläger werden vollumfänglich zurückgewiesen! Sämtliche Kosten des Verfahrens haben die Kläger zu tragen!…” Mitteilung der GDF vom 25.03.2013 externer Link

Beim Streit über Niedriglöhne gelten Friseure als abschreckendes Beispiel. Kaum jemand verdient so schlecht. Im FOCUS-Online-Interview erklärt Ver.di-Funktionärin Christel Tempel, warum das so ist – und die Gewerkschaften Mini-Löhnen sogar zustimmen. Interview von Simon Che Berberich mit Christel Tempel von ver.di auf Focus-Online vom 22.03.2013 externer Link

„Mit einer Kampagne unter dem Motto „Fair zugestellt statt ausgeliefert“ will die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bei Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) kämpfen. Ziel sei es, die großen Paketdienstunternehmen dazu zu bewegen, ihre Dienstleistung künftig mit eigenen Beschäftigten durchzuführen. (…) ver.di zufolge arbeiten die Paketdienste Hermes, DPD und GLS ausschließlich, UPS zu 40 Prozent mit Subunternehmen. Bei der Deutschen Post AG gebe es einen Schutzvertrag mit ver.di, wonach das Unternehmen maximal 990 Zustellbezirke im Paketbereich an Subunternehmen vergeben dürfe. Die Express-Tochter DHL Express Germany allerdings arbeite ebenfalls nur mit Subunternehmen. Diesen Subunternehmerketten sagt ver.di nun den Kampf an. Nur eine feste Einbindung in den Betrieb ermögliche eine Bezahlung der Zustellerinnen und Zusteller nach Tarifvertrag, geregelte Arbeitszeiten, betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und Teilhabe an der betrieblichen Mitbestimmung…“ Meldung bei ver.di vom 20.03.2013 externer Link (weiterlesen »)

Betriebsratswahl durch Kündigung der Kandidaten verhindert / Berichte über Bossing, Arbeitsunfälle, 53-Stundenwoche / lokale Presse verschweigt Verantwortliche. Artikel auf Arbeitsunrecht.de vom 20.03.2013 externer Link

„Die WAZ-Axt schlägt erneut zu – und zerstört die Arbeitsplätze von 200 Mitarbeitern der Funke-Mediengruppe, wie sich der WAZ-Konzern seit Anfang des Jahres nennt. Erst vor zwei Monaten war das Aus für 120 Redakteure der Westfälischen Rundschau verkündet worden. Nun bestätigen sich seit Wochen kursierende Gerüchte, schlimmste Befürchtungen werden wahr. Wohin will dieser Verlag eigentlich noch? Plant er jetzt Zeitungen völlig ohne Mitarbeiter? Die Geschäftsführung der Funke-Mediengruppe verkündete heute um 15.40 Uhr den Wegfall von 200 Stellen in NRW im Redaktions- und Verwaltungsbereich. Betroffen sein sollen: der Content Desk, die Anzeigenblätter, der Bereich Anzeigen. Wohl auch noch mehr, aber Details wollten Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler in ihrer Mitarbeiter-Information nicht nennen. Sukzessive werden die betroffenen Bereiche nun informiert…Meldung beim DJV vom 20.03.2013 externer Link

Die Handelsschifffahrt ist ein globales Geschäft wie kein zweites. Viele Seeleute schuften jedoch unter miserablen Bedingungen. Das Seearbeitsübereinkommen soll wenigstens Mindestsozialstandards durchsetzen. Artikel von Hermannus Pfeiffer im Neues Deutschland vom 22.03.2013 externer Link

Oma GoG“Hallo Kollegen,  hier das Ergebnis der Auszählung:
Nein 76,1%
Ja 23,9%
Wahlbeteiligung 69,3%.
2280 abgegebene Stimmen.
Das heißt, dass auch absolut die Mehrheit aller IGM-MItglieder abgelehnt hat.
Böse Niederlage für Girsky, Schäfer-Klug und Huber.
Wie sagte ein BR heute am Mikro: “Jetzt geht es erst richtig los!”
In diesem Sinn!”
Mail aus der VK-Leitung an die Redaktion vom 21.03.2013, 18:49 (weiterlesen »)

„Zwei Jahre keinen Cent mehr, Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes durch die Hintertür. Und auch der Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsstufen soll bis 2015 ausgesetzt werden. Dafür sollen 33.000 Lufthansa-Beschäftigte eine Stunde pro Woche mehr arbeiten. Was die Geschäftsführung der deutschen Fluglinie in der aktuellen Tarifrunde für das Bodenpersonal und die Servicegesellschaften anbietet, ist tatsächlich eine Kürzung der Löhne und Gehälter, wenn man das Angebot auf die Stundenlöhne umlegt…“ Artikel von Petra Welzel bei ver.di vom März 2013 externer Link

„Wegen eines Streiks des Bodenpersonals muss Lufthansa 670 Flüge streichen. Bundesweit treten etwa 8000 Lufthansa-Mitarbeiter in den Warnstreik. Verdi ist von der hohen Beteiligung überrascht und sieht den Streik als vollen Erfolg…“ Artikel von Frank-Thomas Wenzel in der Frankfurter Rundschau vom 22.03.2013 externer Link

Steakbrater für Big Brother Award 2013 nominiert. Mit Buse Heberer Fromm gegen gewerkschaftlich aktive Belegschaft und Betriebsräte. Aktueller Beitrag vom Solidaritätskomitee für die Maredo-Mitarbeiter auf Arbeitsunrecht.de vom 20.03.2013 externer Link. Weitere Info: Die Arbeitsgerichtsprozesse Mitarbeiter gegen Maredo (Frankfurt Fressgass) gehen im Juni 2013 in die zweite Instanz vor das Landesarbeitsgericht Hessen: am 6. Juni die KollegInnen gegen ihre Kündigungen, am 19. Juni werden die Zustimmungsersetzungsverfahren der Betriebsratsmitglieder verhandelt.

„Die Werkleitung hat dem Betriebsrat ihre „Ideenliste“ präsentiert. `Kranke Gehirne – kranke Ideen` könnte man sagen. Richtiger ist: Die letzten Zuckungen eines kranken Systems. Eines Systems, das sich zunehmend vorbereitet, über bestehende Verträge und Gesetze hinwegzugehen und über Leichen zu gehen im Kampf um immer enger werdende Märkte. Hier, kurz zusammengefasst, die kranken Ideen des kranken Systems:…“ Flugblatt vom März 2013  – geschrieben, verteilt und finanziert von Vertrauensleuten und Betriebsräten des Daimler-Werkes Bremen

Die IG-Metall-Mitglieder unter den Opelanern in Bochum sollen am Donnerstag über den vorliegenden Entwurf eines Sanierungstarifvertrags abstimmen. Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel will gegen die Annahme stimmen…” Artikel von Gerd Heidecke bei DerWesten online vom 19.03.2013 externer Link