Branchen

Am 24. Januar hatte die Belegschaft der GM auf mehreren Versammlungen nahezu einstimmig beschlossen, dass im Falle des Nichtzustandekommens eines Abkommens zur Sicherung der Arbeitsplätze am darauf folgenden Samstag ein unbegrenzter Vollstreik organisiert werden solle. Darufhin ergaben die Verhandlungen der Metallgewerkschaft mit der Unternehmensleitung am 26. Januar ein Ergebnis, das am 28. Januar von 7.000 teilnehmenden KollegInnen angenommen wurde.

Die wesentlichen Punkte für die Belegschaft waren der Verzicht des Unternehmens auf geplante 1.800 Entlassungen und Verzicht auf die Schliessung eines Werkteils. Obwohl in dem Abkommen, das einen Kompromiss darstellt, auch negative Punkte enthalten sind, hat die große Mehrheit der Belegschaft die Meinung vertreten, die Absicherung – die nur bis Ende 2013 gilt – sei Ergebnis der Auseinandersetzung, die seit dem Streik vom Juli 2012 stattgefunden hat und immer wieder eine breite aktive Mobilisierung bewies, wird in dem Kommuniqué “Trabalhadores da GM aprovam acordo em defesa do empregoexterner Link der Metallgewerkschaft am 28. Januar 2013 bei Conlutas hervorgehoben.

Die EU-Kommission rudert von ihrem Plan zurück, Europas einstige Schienen-Monopolisten aufzuspalten. Berlin protestiert dennoch. Artikel von Ruth Reichstein in der TAZ vom 30.01.2013 externer Link (weiterlesen »)

„Olaf Thun ist stocksauer. Der Betriebsrat des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) kündigt seinen sofortigen Austritt aus der Gewerkschaft Verdi an. Und viele Kollegen werden folgen, sagt er. Sie fühlen sich von Verdi verraten und verkauft. Denn die Gewerkschaft akzeptiert, dass Wilhelmshavener Eurogate-Mitarbeiter an der Stromkaje eingesetzt werden. Beim GHB rechnen sie nun mit Entlassungen. „Es reicht. Das gibt Krieg“, flucht Thun…“ Artikel von Klaus Mündelein in der Nordsee-Zeitung vom 01.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Das Ergebnis der Urabstimmung, bei der sich 91,4 Prozent der Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Energiekonzern E.ON für einen Streik ausgesprochen haben, hat für Bewegung im Tarifkonflikt gesorgt. Der E.ON-Vorstand signalisierte nach der Bekanntgabe des Urabstimmungsergebnisses, dass er an einer Einigung interessiert sei, um einen Arbeitskampf zu vermeiden. Auf Einladung von E.ON wurde daher in einem Spitzengespräch am gestrigen Abend (Freitag, 1. Februar 2013) ausgelotet, ob es zu einer Einigung zwischen den Tarifparteien kommen kann. Die Tarifparteien konnten in diesem Gespräch eine ergebnisorientierte Position erarbeiten, die in der nächsten Woche der Großen Tarifkommission vorgelegt werden soll. Über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart…“ Pressemitteilung von ver.di vom 02.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Quelle: Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 01.02.2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Belegschaft des Scheuerfelder Werkes des französischen Automobilzulieferkonzern Faurecia kämpft seit Wochen für Beschäftigungssicherung und Erhalt des Standortes. Die IG Metall fordert einen Sozialtarifvertrag. Die ersten Warnstreiks hatten im Dezember 2012 stattgefunden. Nach einer Verhandlungsphase lief die Friedenspflicht am 1.2.2013 um 0 Uhr ab. Obwohl die Belegschaft sich kompromissbereit zeigte und auch zu Zugeständnissen bereit gewesen wäre drohte der Konzern nur mit der sofortigen Stilllegung des Betriebes, wenn die Beschäftigten nicht eine 35 bis 40 % Senkung des Jahresentgeltes (im Schnitt 1000 € brutto im Monat – in Worten Tausend – ) akzeptieren würden. Dann könnte das Werk noch bis 2016 auf bleiben, aber es fliegend trotzdem dieses  die Hälfte der  450 köpfigen Belegschaft aus. Die Tarifkommission die die 94 % der Belegschaft vertritt, die Mitglied der IG Metall sind, lehnte diese Erpressung ab. Gleichzeitig bot der französische Konzern eine Billigabfindung ab. Auch hier wollte sich die Belegschaft nicht zum billigen Jacob machen lassen. Am 1.2.2013 wurde um 0 Uhr nach Aufruf der IG Metall zum Warnstreik die Arbeit geschlossen niedergelegt. Der Betrieb stand 100 % still. Alle Schichten (auch Tag und Spätschicht) versammelten sich in der Nacht zur Kundgebung geschlossen vor dem Betrieb. (weiterlesen »)

Dossier

  • traueranzeige_wrDemonstration gegen das Aus der Westfälischen Rundschau
    Heute  produzieren die Redakteure und Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau ihre letzten Lokalteile. Morgen kommt dann die letzte Westfälische Rundschau mit eigenen Inhalten auf den Markt, ab Samstag werden die Lokalteile unter anderem von den Ruhr Nachrichten zugeliefert – es ist der erste Tag, an dem die Rundschau ohne eigenen Lokalteil erscheint. Anlass für eine Demonstration: Am kommenden Samstag um 11.00 Uhr wollen sich Leser und Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau um 11.00 Uhr vor dem Rundschau-Haus, Brüderweg 11, in der Dortmunder Innenstadt treffen, um erneut gemeinsam gegen das Aus der Redaktionen der Traditionszeitung zu protestieren. Veranstalter der Demonstration sind dju in verdi NRW und DJV NRW. Mehr Infos via FacebookArtikel von Stefan Laurin in den Ruhrbaronen vom 31.01.2013 externer Link

„…obwohl die GdF am 04. Dezember zunächst ohne eine Forderung in die aktuelle Vergütungsrunde gestartet war – ein Novum in der GdF-Geschichte – konnte  bereits gestern Abend, nachdem die GdF noch vor Weihnachten ihre Forderung an die DFS übermittelt hatte, am Ende des zweiten Verhandlungstages eine Einigung zwischen den Tarifparteien erzielt werden. Danach werden die Entgelte für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2013 linear um 2 % erhöht. Zudem wird für den Zeitraum der Monate November und Dezember 2012 eine Einmalzahlung von 350 Euro für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte anteilig) und von 200 Euro für Auszubildende geleistet. Der Vergütungstarifvertrag hat eine Laufzeit vom 01.11.2012 bis 31.12.2013 und damit von 14 Monaten…“ Pressemitteilung  der Gewerkschaft der Flugsicherung e.V. vom 30.01.2013 externer Link

„…in der BV-Mitteilung vom 24.01.2013 haben wir euch über das schwierige Spannungsfeld informiert, in dem die diesjährige Vergütungsrunde stattfindet. Wir haben dargelegt welche Belastung die noch von der alten Geschäftsführung initiierte Beteiligung der DFS an der 10 Millionen Euro Klage für die Beziehungen zwischen GdF und DFS allgemein und für die Vergütungsverhandlungen im Besonderen darstellen. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, euch heute informieren zu können, dass die DFS-Geschäftsführung noch vor dem Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde am 29.01. mitgeteilt hat, dass sie sich nicht weiter an der Klage von Deutsche Lufthansa, Air Berlin und Fraport gegen die GdF beteiligen wird.  (…) Die Bedrohung der GdF durch die nun 9,5 Millionen Euro Klage bleibt weiterhin bestehen. Der erste Verhandlungstermin findet am 15. Februar vor dem Arbeitsgericht Frankfurt statt. Für das Fortbestehen der GdF ist also mehr denn je die Solidarität ihrer Mitglieder mit ihrer Gewerkschaft von ausschlaggebender Bedeutung…Mitteilung  der Gewerkschaft der Flugsicherung e.V. vom 30.01.2013 externer Link

Nach einer Woche Lohnarbeit streiken die Neupack-KollegInnen wieder. Die Streikfront steht! Alle KollegInnen sind wieder draußen. In der Woche am Arbeitsplatz zahlte sich das in den drei Monaten Streik erworbene Selbstbewußtsein aus.
In dieser Woche haben sie zwar gegen ihre eigenen Interessen die Lager der Krügers wieder gefüllt, sie haben aber auch ihre Geschlossenheit und Diszipliniertheit gezeigt – es gab keine Zwischenfälle mit den StreikbrecherInnen. Die Personalplanung der Krügers dürfte durcheinander gekommen sein. Die Krüger-Familie hatte behauptet, die IG BCE habe den Streik nicht mehr im Griff und deshalb vor dem Arbeitsgericht in der vergangenen Woche ein Verbot des Streiks gefordert, was vom Gericht abgeschmettert wurde. Diese Ansicht hat sich auch in der Praxis als Humbug erwiesen. Die IG BCE braucht die Streikenden nicht im Griff zu haben. Die Streikenden haben sich selber im Griff. (weiterlesen »)

„Was bisher nur inoffiziell vermutet wurde, ist jetzt amtlich: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH will das Verlagsgeschäft der insolventen Frankfurter Rundschau kaufen. Ein Antrag auf eine Übernahme wurde beim Bundeskartellamt in Bonn gestellt. Voraussetzung für die Übernahme ist, dass es keinen anderen “ernsthaften alternativen Erwerber” gibt. Wenn das so sein sollte, darf die FAZ die Rundschau im Rahmen einer “Sanierungsfusion” kaufen. Kartellamts-Chef Andreas Mundt lässt den Antrag prüfen…Meldung bei Meedia.de vom 31.01.2013  externer Link

Offener Brief der “Alternative”-Gruppe bei Daimler Berlin an den Vorstand der IG Metall vom 31.01.2013 

Aus dem Text: „(…) Vielmehr muss die Belegschaft dabei unterstützt werden, die Arbeit nieder zu legen und eine breite Solidaritätskampagne in der ganzen Region, an allen Opel-Standorten und in der gesamten Branche durchzuführen. Im Fall eines Arbeitskampfes könnte die IG Metall dabei helfen, Delegationen in andere Werke zu schicken, um Solidarität einzufordern. Am Bochumer Standort und in der Region sollten Versammlungen und Veranstaltungen auf die Beine gestellt werden. Bei anderen Betrieben, in Schulen und in Stadtteilen könnte über den Arbeitskampf informiert, Spenden gesammelt und für aktive Unterstützung geworben werden. Eine Großdemonstration würde eine enorme Ermutigung für die Belegschaft bedeuten. Damit die Beschäftigten der einzelnen Betriebe nicht allein im Regen stehen, wurden früher einmal Gewerkschaften gegründet. Und mit der IG Metall, die 2,3 Millionen Mitglieder hat, wurde ein starker Apparat aufgebaut- der jetzt gebraucht wird, um das Ruder rumzureißen. (…) Darum ist die IG Metall gefordert, ein Kampfprogramm auszuarbeiten. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Strategie für Gegenwehr. Am Besten, die IG Metall organisiert in diesem Frühjahr eine offene Widerstandskonferenz von Vertrauensleuten der verschiedenen Autowerke in Deutschland und Europa mit internationaler Beteiligung. Eine solche Konferenz könnte die Richtung weisen: Gegen die Spirale nach unten! Für den Erhalt aller Arbeitsplätze und Werke! Für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn statt Massenentlassungen! Waldemar Gottlieb Derda – für die Alternative Gruppe im Daimler Werk Berlin“

„Der Streik in der Peugeot-Citroën-Fabrik (PSA) in Aulnay gegen den Plan, das Werk zu schließen, dauert an und gewinnt sogar an Kraft. Der unbefristete Streik hatte am 16. Januar begonnen. Nach drei Tagen hatte die Leitung von PSA die Arbeiter eine Woche lang ausgesperrt und ihnen Beschädigung der Anlagen, Bedrohung der Direktion vorgeworfen und sie als “Terroristen” bezeichnet. Das Streikkomitee antwortete: “Wer sind hier die Terroristen? WIR wollen nicht das Werk schließen und alles den Bach runter gehen lassen!” Während der Aussperrung organisierte PSA hunderte Leute, Sicherheitskräfte und Personal anderer Fabriken, um die Produktion am Montag, 28. Januar, wieder in Gang zu bringen. Dieser Plan ging vollständig daneben…“ Eine Korrespondentin berichtet bei den Rote Fahne News vom 30.01.2013 externer Link

  • Resolution der IG Metall-Tarifkommission bei Opel vom 29. Januar 2013
    Basierend auf dem Tarifvertrag vom Oktober 2012 und der bisherigen Beschlüsse der Tarifkommission fasst die Tarifkommission folgenden Beschluss: Deutschland als Produktions- und Entwicklungsstandort sichern – Bochum muss bleiben!…“ Siehe dazu die Resolution der IG Metall-Tarifkommission bei Opel vom 29. Januar 2013 Zur Interpretation siehe:
  • Anmerkung der Redaktion des LabourNet Germany: Bitte Vorsicht bei dem Satz „Wir fordern eine Absicherung der Beschäftigten bis Ende 2018.“ in der Resolution (§ 3) der IG Metall-Tarifkommission. Nach bisherigen Erfahrungen heißt das: nach Schließung 2016 soll wieder 1 Jahr in der “Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft” plus mindestens 1 Jahr Arbeitslosengeld “absichern”…
  • Verzichtsbereit: IG Metall unterwirft sich Opel
    Die IG Metall werde einen Ausstieg des Autobauers Opel aus der Tarifstruktur der Metallbranche »niemals akzeptieren«, hieß es noch am Montag nachmittag. »Es wäre ein Dammbruch für die gesamte Metallindustrie.« Doch bereits am Dienstag abend ließ Gewerkschaftschef Berthold Huber verlauten, das 2004 geschlossene Pforzheimer Abkommen biete »ausreichend Möglichkeiten, eine situationsgerechte und tarifkonforme Lösung für Opel zu vereinbaren«. Soll heißen: Das Niveau des Flächentarifvertrags kann ruhig unterschritten werden – aber nur mit Unterschrift der IG Metall…“ Kommentar von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 31.01.2013 externer Link
  • Bochumer Opelaner sind stinksauer auf die IG Metall
    „Die Verhandlungen zwischen Opel-Management und Arbeitnehmervertretern sind am Mittwoch abgebrochen und auf nächste Woche vertagt worden. Die Belegschaft in Bochum fühlt sich im Stich gelassen, weil bereits über die Zeit nach der Autoproduktion verhandelt wird. (…) Tatsächlich wurde gestern zum ersten Mal ernsthaft und detailliert über die Zukunft der deutschen Opel-Standorte verhandelt. Dazu dürfte die ungewöhnliche Resolution der IG Metall beigetragen haben. Denn sie enthielt neben den bekannten Forderungen nach Jobgarantien bis 2016 und weiteren Zukunftsinvestitionen von GM auch erste Zugeständnisse. So beharrte die IG Metall nicht mehr auf einer Autoproduktion in Bochum über 2016 hinaus, sondern stellte konkrete Forderungen für die Zeit „nach dem Auslaufen der aktuellen Fahrzeugproduktion“. Das kam im Ruhrgebiets-Werk gar nicht gut an…Artikel von Stefan Schulte und Thomas Wels auf DerWesten vom 30.01.2013 externer Link
  • „die Faxen dicke“, aber: Gegenwehr braucht Perspektive
    Ein Kommentar von unserem Vorstandskollegen und langjährigem Opel Bochum-Betriebsrat Wolfgang Schaumberg:„Nach wie vor scheint meine Gesamteinschätzung der gewerkschaftsoffiziellen Strategie und ihrer Widersprüchlichkeit uneingeschränkt zu stimmen, siehe „Eine andere Welt ist vorstellbar? Schritte zur konkreten Vision… Oder: Zur Aufgabe von postkapitalistisch orientierten Linken, am Beispiel des Kampfes in Auto-Multis  Zur Aktualisierung und zum besseren Verständnis der Lage innerhalb der Bochumer Belegschaft würde ich jetzt nur den Schluss meines langen Artikels etwas ändern…“, so Wolfgang Schaumberg weiter. Siehe dazu die aktuelle Ergänzung  „die Faxen dicke“, aber: Gegenwehr braucht Perspektive

„Der Daimler-Konzern will überraschend trotz der insgesamt noch gut laufenden Konjunktur in der Lastwagensparte Arbeitsplätze abbauen. Nach Angaben eines Sprechers sollen hier 2100 Jobs wegfallen. Davon werden auf die USA 1300 und auf Deutschland 800 Arbeitsplätze entfallen. Ein Zeitrahmen für den Abbau wird nicht vorgegeben. Die Sparte, intern Daimler Trucks genannt, hatte per 30. September vergangenen Jahres gut 81 000 Beschäftigte. (…) Von den Mitarbeitern in diesen Projekten, die also nicht in der Produktion tätig sind, will sich der Konzern nun durch Zahlung von Abfindungen trennen. Betroffen sind alle Standorte der Sparte Lastwagen, also die Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim und die Werke Mannheim, Gaggenau, Wörth und Kassel. Spekulationen über einen bevorstehenden Personalabbau in Untertürkheim kursieren seit Monaten. Bisher hatte das Unternehmen entsprechende Pläne immer dementiert…Artikel von Michael Hellerin der Stuttgarter Zeitung vom 30.01.2013 externer Link