Lebens- und Genussmittelindustrie

Das Cover des EGB-Reports zu Briefkastenfirmen»Wir fühlten uns wie in einem Arbeitslager. Die Unterkunft war schmutzig. An den Wänden war Schimmel.« Ein polnisches Ehepaar berichtet in dem Dokumentarfilm »Der Fleischalbtraum« über ihre Erfahrungen an einer Arbeitsstelle in der Nähe von Leipzig. Nach einer Zwölf-Stunden-Schicht in der Fleischverarbeitungsfabrik sollten sie noch Überstunden machen, Krankschreiben wurde mit Lohnabzug bestraft, und als ein Beschäftigter kündigte, wurde er verprügelt. In dem Film von Magdalena Pięta-Stritzke und Michał Talarek, der am Samstag im Roten Rathaus Berlins Deutschlandpremiere hatte, berichten auch weitere Betroffene über Arbeitsbedingungen wie im Frühkapitalismus. Nach der Vorführung wurde der Bericht »Sozialdumping durch Subunternehmertum« vorgestellt. Die vom polnischen Sozialrat im Rahmen des EU-Projektes »Testing EU Citizenship as Labour Citizenship« erstellte Studie macht deutlich, dass den polnischen Beschäftigen Rechte verweigert werden, die sie als EU-Bürger eigentlich besitzen. Auch wenn die Rechtsverstöße nicht immer ein Ausmaß annehmen, wie es im Dokumentarfilm geschildert wird, so sind sie doch für die Betroffenen gravierend. Überstunden, Arbeitshetze, Dumpinglöhne und ein schlechtes Arbeitsklima gehören zu den Klagen…” Beitrag von Peter Nowak bei neues Deutschland vom 4. Juli 2016 externer Link. Siehe dazu auch: EGB-Report enthüllt: Briefkasten-Firmen: Beschäftigte in der Fleischindustrie ausgebeutet. Netzwerke von Subunternehmern unter anderem bei Danish Crown

Nestlé-Arbeiter in Kolumbien im HungerstreikDie angekündigte Schließung des Standortes Mainz betrifft ca. 400 Arbeitsplätze. Trotz guter Rendite und Wirtschaftlichkeit wird der Produktionsstandort  zum 31.12.2017 geschlossen“ ist aus der Meldung „Nestle Deutschland AG schließt Standort Mainz – Gewerkschaft NGG: „Wir werden für den Standort kämpfen““ der NGG Darmstadt-Mainz vom 17. März 2016 externer Link, worin es auch heißt: „In jedem Fall wird die Gewerkschaft NGG, so Guido Noll, zusammen mit den Betriebsräten und der Belegschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen. „Wir werden nicht akzeptieren, dass Menschen, die durch ihre tägliche Arbeit zum wirtschaftlichen Erfolg des Nestlé-Konzerns beigetragen haben, nun auf die Straße gesetzt werden“, so Noll“. Für Nescafé kein Aus – es soll nach Schwerin verlagert werden

Protest bei Haribo: vorm Werktor in Istanbul (Februar 2016)Nachdem die Belegschaft der Haribo-Nahrungsfabrik in Istanbul/Hadımköy einen Zuschlag gefordert hatte, gab die Werksspitze bekannt, dass sie zwei Arbeitervertreter gefeuert hätten. Daraufhin haben 300 Arbeiter die Arbeit verweigert und sind vor den Werkstoren in Protest getreten. Die Haribo-Arbeiter berichten, dass sie nach der Erhöhung des Mindestlohnes durch ihre gewählten Vertreter mit den Arbeitgebern in Verbindung getreten sind und 30% Erhöhung des Zuschlages gefordert haben, jedoch die Fabrikspitze auf 14% bestanden hat. Die Belegschaft bei Haribo, wo täglich 3 Schichten mit je 8 Stunden gearbeitet werden verlangen, dass ihre entlassenen zwei Vertreter wieder aufgenommen werden und ihre Forderung nach einer Zuschlagserhöhung angenommen wird. Die Belegschaft hat angekündigt, dass sie die Arbeit verweigern wollen, sollte ihren Forderungen nicht nachgegeben werden…Bericht bei DIDF vom 25. Februar 2016 externer Link. Siehe dazu zwei weitere Berichte: über den Beginn der Auseinandersetzungen – und darüber, dass am 4. Protesttag (25.2.16) seitens der Werksleitung mit dem Einsatz von polizeilichen Wasserwerfern gedroht wurde: (weiterlesen »)

In der deutschen Fleischindustrie werden die meisten Arbeiten im Rahmen von Werkverträgen erledigt. Hiervon sind hauptsächlich Wanderarbeiter aus Osteuropa betroffen. Klassische Leiharbeit spielt fast keine Rolle, es sei denn, den Vertragspartnern im Werkvertrag wird illegale Leiharbeit nachgewiesen. Es muss endlich Schluss sein mit diesen bewusst hingenommenen Verwerfungen am Arbeitsmarkt, die Lohndumping und Rechtsunsicherheit fördern. Das neue Werkvertragsgesetz bietet hierfür eine Chance…” Artikel von Matthias Brümmer in der DGB-Gegenblende vom 14. Januar 2016 externer Link. Siehe dazu: (weiterlesen »)

NGGFür die Tarifrunde 2016 hat der Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine tarifpolitische Empfehlung beschlossen, nach der die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in der Lebensmittelindustrie, im Lebensmittelhandwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe um 4,5 bis 5,5 Prozent im Jahr 2016 steigen sollen, bei einer Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll der demografische Wandel in den NGG-Branchen auch tarifvertraglich gestaltet werden. (…) In weiteren Schritten wolle die NGG Vereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Gesundheit abschließen, damit die Beschäftigten gesund die Regelaltersrente erreichen, gleitende Übergänge in die Rente vor allem für besonders belastete Beschäftigte tarifvertraglich regeln und für junge Menschen eine sichere Perspektive durch eine qualifizierte Berufsausbildung sichern. „Darüber hinaus wollen wir die Übernahme nach der Ausbildung in Tarifverträgen festzurren“, so Güster.NGG-Pressemitteilung vom 18. November 2015 externer Link

Rote Karte für Coca-Cola. Europäischer Aktionstag bei Coca-Cola am 5. Mai 2014 „Nachdem die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE AG) Mitte Mai die Pläne zur Schließung von drei Produktions- und zwei Vertriebsstandorten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bekannt gegeben hatte, starteten Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein Projekt zur Sicherung der Beschäftigung…“ NGG Mitteilung vom 02.06.2015 externer Link (weiterlesen »)

Um ihrer Forderung nach einer fairen Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen, sind die Beschäftigten des Deutschen Milchkontors (DMK) an vielen Standorten für mehrere Stunden in den Warnstreik getreten – weitere Arbeitskampfmaßnahmen sollen folgen. Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft NGG und dem DMK – Deutschlands größtem Molkereiunternehmen – war Mitte März ohne Ergebnis vertagt worden. Die Forderung der Beschäftigten nach einer Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, steigenden Ausbildungsvergütungen und einer Übernahmegarantie nach erfolgreicher Ausbildung hat die Arbeitgeberseite mit dem Angebot einer 2,1 prozentigen Lohnsteigerung beantwortet: Das ist, angesichts immer weiter steigender Anforderungen an die Belegschaft und des wirtschaftlichen Erfolgs des Unternehmens, deutlich zu wenig, finden die Beschäftigten…“ Meldung der NGG vom 01.04.2015 externer Link. Die dritte Tarifverhandlung findet am 15. April in Zeven (Niedersachsen) statt. Nach unseren Informationen hadelt es sich bei DMK um einen Großabnehmer von Neupack-Produkten.

„Zum ersten Mal sind osteuropäische Werkvertragsarbeiter im Oldenburger Münsterland aus Protest in einen Ausstand getreten. Knapp 50 polnische Schlachter legten gestern Mittag bei Danish Crown in Essen ihre Arbeit nieder und stoppten den Betrieb für etwa 90 Minuten. Ihr Vermittler, die Verleihfirma „Marbar“, hatte den Männern nur 270 Euro vom zustehenden Februarlohn ausgezahlt. Nach Auskunft aus Arbeitnehmerkreisen mussten die Schlachter von dem Teil-Lohn noch 100 Euro für ihre Unterkunft in der alten Molkerei in Badbergen abzweigen, obwohl der Bau offenbar illegal als Wohnheim genutzt wird. Der Fleischkonzern Danish Crown reagierte rasch auf die spontane Versammlung der Männer in der Kantine. Die Unternehmensleitung setzte dem Arbeitsvermittler Oleg S. eine Frist, die ausstehenden Summen noch am selben Nachmittag zu überweisen…“ Artikel von Hubert Kreke und Willi Siemer in der Münsterländischen Tageszeitung vom 28.03.2015 externer Link

Rote Karte für Coca-Cola. Europäischer Aktionstag bei Coca-Cola am 5. Mai 2014Die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Coca-Cola Erfrischungsgetränke (CCE AG) ist am Mittag ohne Ergebnis beendet worden. Sollte auch die dritte Verhandlungsrunde vom 23. bis 25. Februar keine Einigung bringen, wird die Gewerkschaft NGG die bundesweit knapp 10.000 Beschäftigten von Coca-Cola zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen…“ Pressemitteilung der NGG am 28.01.2015 externer Link (weiterlesen »)

"Fleischindustrie enteignen - Kapitalismus abschaffen!“In einer idyllischen Gegend in Niedersachsen wird im Sekundentakt geschlachtet, immer schneller, immer billiger, immer schmutziger. Erledigt wird das Gemetzel von einer Geisterarmee aus Osteuropa. Such dir eine Mulde im Boden, über die der Wind hinwegweht und dich nicht erreicht. Such dir einen Ort, an dem viele Bäume eng nebeneinanderstehen, sodass kein Mensch hindurchschauen kann. Stülpe Plastiksäcke über deine Hosenbeine. Zieh alles an, was du hast. Hab keine Angst vor der Dunkelheit. Hab keine Angst vor Tieren.Das sind Emilians Regeln. Man müsse sie befolgen, sagt er, sonst könne man im niedersächsischen Wald nicht überleben. So redet Emilian, ein Arbeiter aus Rumänien, mit Fremden, die nichts wissen über diese Gegend in Niedersachsen, wo die Orte Vechta heißen, Ahlhorn, Cloppenburg oder Quakenbrück…” Artikel von Anne Kunze in der Zeit Online vom 17.12.2014 externer Link  (weiterlesen »)

Der Schokoladenhersteller Hachez will im nächsten Jahr 71 Arbeitsplätze in der Verpackung nach Polen verlagern. Noch vor zwei Jahren herrschte Zuversicht. Artikel von Simone Schnase in der TAZ vom 24.07.32014 externer Link. Aus dem Text: „(…)  Und nun heißt es in einer Mitteilung von Hachez vom gestrigen Donnerstag: „Die Hanseatische Chocolade GmbH sieht sich seit einiger Zeit mit einer unzufrieden stellenden Ergebnissituation konfrontiert, die entschlossenes Handeln erfordert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Marken Hachez und Feodora zu stärken. Neben einer Überarbeitung des Markenauftritts muss den Herausforderungen auch mit Kosteneinsparungen begegnet werden. Dazu gehört ebenso, dass Packtätigkeiten nach Polen verlagert werden.“ Dort, genau gesagt in Leszno, lassen Hachez und Toms bereits seit zwei Jahren einen Teil ihrer Produkte verpacken, denn die Lohnkosten sind dort deutlich geringer als in Deutschland. Und bei der Verpackung soll es auch in Zukunft bleiben: „Die Produktion der Pralinen und Schokoladen hingegen erfolgt unverändert am hiesigen Standort“, heißt es in der Mitteilung von Hachez. Nach der Ostersaison 2015 soll die „Standortverlagerung“ der Verpackung erfolgen…“ Siehe dazu: (weiterlesen »)

Angst um Arbeitsplätze: Rund 60 Mitarbeiter streikten gestern für drei Stunden und fordern sofortige Tarifbindung: „Wir fordern Tarifbindung“ steht auf dem Schild, das Thomas Streich hochhält. Seit 31 Jahren arbeitet er in der Mecklenburgischen Brauerei Lübz GmbH als Maschinist. Gemeinsam mit rund 60 anderen Kollegen und Angehörigen hat er am Dienstag für drei Stunden die Arbeit niedergelegt und gestreikt.
Carlsberg Deutschland hat zum 1. September dieses Jahres die Holsten Brauerei AG aufgelöst. Die Mitarbeiter sind in die Carlsberg Deutschland Markengesellschaft (CDM) gewechselt, neben den 133 Holsten-Brauerei-Mitarbeitern sind auch 90 Mitarbeiter aus der Mecklenburgischen Brauerei Lübz GmbH gewechselt. „Die CDM ist nicht in einem Arbeitgeberverband vertreten, somit ist sie nicht an Tarife gebunden“, erklärt Annett Rossa, Gewerkschaftssekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Mecklenburg-Vorpommern
…” Artikel von Sabrina Panknin vom 14. Oktober 2014 bei der Schweriner Volkszeitung online externer Link. Siehe dazu:

  • Erneut Streik in Lübzer Brauerei
    In der Lübzer Brauerei standen gestern ab 11 Uhr für sechs Stunden die Maschinen in der Produktion und auch die meisten Computer in der Verwaltung still. Nach dem 14. Oktober nahmen die meisten Beschäftigten der Früh- und Spätschicht an einem weiteren von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten organisierten Warnstreik teil. Zeitgleich geschah dies am Hamburger Standort des dänischen Carlsberg-Konzerns, zu dem das Lübzer Unternehmen gehört…“ Artikel von „ILBA“ am 05.11.2014 in der Zeitung für Lübz-Goldberg-Plau externer Link (weiterlesen »)

Von “schockierend” bis zu “so eine Frechheit, die Leute hier abzugreifen” gingen die Meinungen der Passanten zu der Mahnwache der Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) gestern Abend vor der “Krachenfels”-Filiale in Schwenningen. Mit der Aktion machte die Gewerkschaft auf anhaltende Missstände in der Bäckerei Krachenfels aufmerksam. “Seit September haben wir nichts mehr von Krachenfels gehört”, berichtet NGG-Geschäftsführer Markus Sonnenschein im Hinblick auf die gescheiterten Tarifverhandlungen. Die Aktion bildete den Auftakt für weitere wöchentliche Mahnwachen vor anderen Krachenfels-Filialen in der Region. “Alarmstufe Brot – 220 Verkäuferinnen wird der Tariflohn verweigert” war unter anderem auf einem Banner zu lesen. Die Gewerkschafter verteilten Hörbucher über die Zustände in vielen deutschen Bäckereien.Im August war bekannt geworden, dass die Bäckerei Krachenfels gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen soll (wir berichteten). Von Löhnen unter 8,50 Euro, unbezahlten Überstunden und Ausbeutung von Auszubildenden war unter anderem die Rede. Seitdem befindet sich die Bäckerei verstärkt im Fokus der NGG...“  Aus dem Artikel von Alicja Bienger im „Schwarzwälder Bote“ am 04.11.2014  externer Link

Verlagerung bei Nordsee

Aus der Meldung der NGG Region Bremen-Weser-Elbe vom 21.10.2014: Gewerkschaft NGG kritisiert Pläne zur Verlagerung von zentralen Abteilungen externer Link : „Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert die kurzfristig bekannt gewordenen Pläne zur Verlagerung einzelner Abteilungen der Nordsee-Zentrale von Bremerhaven nach Düsseldorf. Weder Aufsichtsrat noch Betriebsräte wurden vorab informiert. Christian Wechselbaum, zuständiger Gewerkschaftssekretär für die Nordsee-Gruppe: „Ich kann die Geschäftsführung nur warnen auf diese Art und Weise fortzufahren. Gegenüber der Belegschaft, den Betriebsräten und der Gewerkschaft wird gerade die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verspielt. Weder der Aufsichtsrat noch der Wirtschaftsausschuss wurden im Vorfeld über die Verlagerungspläne informiert, obwohl die Gremien noch im Oktober tagten. Nachdem im Sommer noch große Tagungen zu Mitarbeitermotivation durchgeführt wurden, herrscht seit dieser Woche im Unternehmen nur noch Enttäuschung und Unverständnis…“ (weiterlesen »)

„Tagelang hatten rumänische Arbeiter vor der Wurstfabrik von Schwarz Cranz in Neu Wulmstorf protestiert: gegen miese Arbeitsbedingungen und die schlechte Bezahlung beim Subunternehmer BIR Service GmbH. Inzwischen hat das Subunternehmen Insolvenz angemeldet. Immerhin: Schwarz Cranz will bis zu 90 Rumänen festanstellen…“ Artikel von Jonas Füllner und Birgit Müller auf Hinz & Kunzt vom 26.06.2014 externer Link (weiterlesen »)