Druck und Vertrieb

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde ist längst beschlossen. Zum 1. Januar 2015 soll er in Kraft treten. Die Unternehmerlobby hält das aber offensichtlich nicht davon ab, auf weitere Änderungen zu drängen. So berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe, die Spitzen der Regierungsfraktionen verhandelten über eine erweiterte Ausnahmeregelung für Zeitungszusteller. Statt mit 8,50 Euro pro Stunde können diese Austräger im kommenden Jahr mit 6,38 Euro abgespeist werden, 2016 mit 7,23 Euro – allerdings nur, wenn sie »ausschließlich« Tageszeitungen und Zeitschriften verteilen. Letzteres soll nun offenbar im nachhinein geändert werden…” Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 24.11.2014 externer Link  (weiterlesen »)

  • STS Aachen geht auf die Straße
    Work-watch hatte im Juni über die Methoden berichtet, mit denen die Dienstleistungsfirma STS  ihre Beschäftigten ausbeutet: Niedriglöhne, undurchsichtige Arbeitszeiten, alltägliche Willkür. Und dazu noch ständige Versuche, die Arbeit des Betriebsrates zu behindern.
    Nun haben KollegInnen von STS in Aachen entschieden: wir gehen auf die Straße. Im Flugblatt, das für den 22. November um 17.30 Uhr vor dem Zeitungsverlag Aachen einlädt, schreiben sie unter anderem:
    “Zudem ist beim Kölner Landesarbeitsgericht ein Verfahren anhängig, dass den bestehenden Werkvertrag, unter dem die Firma STS im Hause des Zeitungsverlags Aachen als Dienstleister tätig ist, anzweifelt. Es ist festzustellen ob hier ein Fall von verdeckter Arbeitnehmerüberlassung vorliegt, denn den STS Mitarbeitern wird, zwecks Lohndumpings, noch nicht einmal der Status eines Leiharbeiters gewährt.

    Ach ja: Und das ist lediglich die Geschichte der STS Medien Service GmbH am relativ kleinen Standort Aachen. Die STS Muttergesellschaft namens TMI Service GmbH beschäftigt zurzeit ca. 1400 Mitarbeiter an 12 Standorten in ganz Deutschland.
    Wir fordern vom Zeitungsverlag Aachen und von seiner 100%igen Tochter, dem Aachener Presse-Versand dem Missbrauch von Werkverträgen ein Ende zu setzen und die STS Mitarbeiter zu fairen und legalen Konditionen in ihren Betrieb zu integrieren – dort, wo sie seit einem Jahrzehnt eigentlich hingehören!“”  Artikel bei Work-watch vom 1. November 2014 externer Link (weiterlesen »)

Dossier

  • druckindustrie verdiVier Prozent Lohnerhöhung
    „Ab dem 1. Mai wird es für die Beschäftigten in der Druckindustrie 3 Prozent mehr Lohn geben. Im April 2015 folgt eine weitere Erhöhung von 1 Prozent. Das gilt auch für die Ausbildungsvergütungen. Der Tarifvertrag wird bis zum 31. März 2016 laufen. Dies ist das Verhandlungsergebnis, das in der fünften Verhandlungsrunde in Berlin erzielt wurde…“ Meldung bei ver.di vom 15.04.2014 externer Linkoder aus Sicht der Arbeitgeber:
  • Abschluss bietet Betrieben hohe Planungssicherheit – Zukunftsfähiges Tarifergebnis in der Druckindustrie erzielt
    „(…) Nach intensiven Auseinandersetzungen haben sich der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) und ver.di auf einen neuen Flächenlohntarifvertrag mit 27-monatiger Laufzeit geeinigt. Der Vertrag sieht eine Lohnerhöhung von 3,0 Prozent ab dem 01. Mai 2014 sowie eine weitere Steigerung um 1,0 Prozent ab 01. April 2015 vor. Da die Erhöhung nach vier Leermonaten im Jahr 2014 einsetzt, werden die Betriebe in diesem Jahr real mit lediglich 2,0 Prozent belastet. Dieser Abschluss liegt deutlich unter ver.dis ursprünglicher Forderung nach 5,5 Prozent mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Dafür hatte die Gewerkschaft bis zum heutigen Verhandlungstag aktiv und mit massiven Streikaufrufen geworben. Über diesen Abschluss hinaus hält der bvdm weiterhin an der Vereinbarung zur grundlegenden Überarbeitung des Manteltarifvertrages fest. Dafür konnte ver.di eine Verhandlungsverpflichtung abgerungen werden…“ Meldung des bvdm vom  15.04.2014 externer Link (weiterlesen »)

Warnstreiks bei MM Graphia Dortmund GmbH. Foto von Jürgen Seidel

Warnstreiks bei MM Graphia Dortmund GmbH. Foto von Jürgen Seidel

Drucker-Kollegen des letzten großen Druckbetriebes in Dortmund MM-Graphia (früher Busche), der stillgelegt werden soll, sind bereits am 17.03.2014 erstmals in den Warnstreik getreten. Ab Mittwoch dem 02.04.2014, um  06:00 Uhr, befindet sich die Belegschaft der MM Graphia Dortmund GmbH wieder im Warnstreik gegen die angekündigte Schließung des Standortes in Dortmund-Aplerbeck. Ab 12:00 Uhr vor dem Arbeitsgericht in Dortmund, in dem eine Anhörung zum Einsetzen einer Einigungsstelle stattfindet. Der Unternehmer möchte schnellstmöglich die Kündigungen aussprechen, obwohl bis jetzt kein vernünftiges Angebot für Ersatzarbeitsplätze oder Sozialplan vorliegt. Siehe dazu: (weiterlesen »)

„Unter diesem Motto findet ab dem 25. Januar 2014 bis auf Weiteres jeden Samstag von 11:00 bis 13:00 Uhr eine Mahnwache vor der Geschäftsstelle der Lippischen Landeszeitung in Detmold, Paulinenstr. 43 statt. Damit wollen die Beschäftigten der Fa. Buchbinderei Service Detmold (BSD) auf ihre Situation (und die ihrer Familien) aufmerksam machen…“ Zum Hintergrund des Konfliktes siehe den Artikel von Ottmar Bürgel im Salzekurier vom 23.01.2014 externer Link. Siehe dazu: (weiterlesen »)

2. ver.di-Mahnwache am 1.2.2014, vor der Geschäftsstelle der Lippischen Landeszeitung in Detmold. Damit wollen die Beschäftigten der Fa. Buchbinderei Service Detmold (BSD) auf ihre Situation (und die ihrer Familien) aufmerksam machen. Siehe dazu das Video bei YouTube externer Link

DossierKundgebung gegen den Plan des Bertelsmann-Konzerns, das Prinovis-Werk in Itzehoe zu schließen.  Samstag, 23. Februar 2013, 12.05 Uhr („fünf nach zwölf) in Itzehoe. Berliner Platz

Es droht die Schließung der Drucker Prinovis in Itzehoe. Betroffen sind 1.200 Menschen, die im Werk arbeiten, davon 700 direkt bei Prinovis Beschäftigte. Die weiteren 300-400 Menschen sind Leiharbeiter und Beschäftigte von Werkvertragsunternehmen. Eine Betriebsschließung in der Druckindustrie solcher Größenordnung und in einer solchen wirtschaftlich strukturschwachen Region hat es noch nie gegeben. Verantwortlich allein: Der Bertelsmann-Konzern und die Axel Springer AG. Siehe dazu:

  • Totentanz oder Neuanfang? Replik von Dieter Wegner auf die Rede von Martin DiekmannNew (weiterlesen »)

“Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat mit den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit ein Verhandlungsergebnis über Branchenzuschläge für Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, die gewerbliche Tätigkeiten in der Druckindustrie ausüben, erzielt. (…)  Das mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) erzielte Verhandlungsergebnis sieht vor, dass Leiharbeitsbeschäftigte nach vier Wochen Einsatzdauer in einem Kundenbetrieb 8 Prozent Zuschlag auf den Leiharbeits-Tariflohn erhalten, nach drei Monaten gibt es 15 Prozent, nach fünf Monaten 20 Prozent, nach sieben Monaten 35 Prozent und in der Endstufe nach neun Monaten 45 Prozent Zuschlag. Für die Angestelltenbereiche, insbesondere die technischen Angestellten, wurden gesonderte Gespräche vereinbart. Der Vereinbarung müssen noch die zuständigen ver.di-Gremien zustimmen. Der Tarifvertrag soll am 1. Juli 2013 in Kraft treten.” Pressemitteilung von ver.di vom 22.02.2013

Quelle: Artikel von Haidy Damm im Neues Deutschland vom 28.12.2012 externer Link

Als die WAZ-Mediengruppe im Sommer diesen Jahres ihr Tochterunternehmen Versand und Weiterverarbeitung Essen (VuW) an die niedersächsische Leiharbeitsfirma Tabel GmbH verkaufte, waren die Befürchtungen in der Belegschaft groß. Seitdem geht es bergab…“ Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Dossier