Medien und Informationstechnik

Niedriglohn: Habe Arbeit, brauche GeldAngeblich fehlten der Industrie noch nie so viele IT-Experten wie zurzeit. Doch die Firmen reißen sich um die vorhandenen Softwareentwickler offenbar nicht mit entsprechend höheren Gehältern. Einen “Rekordengpass in der IT” hat das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln in seinem MINT-Frühjahrsreport 2019 festgestellt. Wenn man dem Gesetz der freien Marktwirtschaft folgt, nach dem der Preis aus Angebot und Nachfrage entsteht, müssten die Gehälter von IT-Fachleuten in den vergangenen Jahren genauso exorbitant angewachsen sein wie der Mangel an diesen Menschen. Sind sie aber nicht. Das zeigt eine Auswertung von Gehaltsdaten, die Gehalt.de für Golem.de durchgeführt hat. (…) Im Zeitvergleich zeigt sich: Die Gehälter von IT-Experten sind in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich gestiegen. 2012 verdiente ein Entwickler in der Softwarebranche durchschnittlich 44.784 Euro, 2018 waren es 52.340 Euro. Durchschnittlich ist das Gehalt von Softwareentwicklern laut der Auswertung von Gehalt.de pro Jahr um 2,5 Prozent gestiegen. Dem Statistik-Portal Statista zufolge stiegen die Gehälter im genannten Zeitraum über alle Tätigkeiten hinweg um durchschnittlich 4,0 Prozent, also deutlich stärker als die Einkommen der ach so gesuchten IT-Spezialisten in der IT-Branche. Warum ist das so? Man erwartet eigentlich genau das Gegenteil...” Beitrag von Peter Ilg vom 5. August 2019 bei golem.de externer Link

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Babylon Streik CvPWährend gestern Glanz und Glamour über den roten Berlinale-Teppich liefen, haben nur ein paar Meter weiter etwa 90 Kino-Beschäftigte aus ganz Deutschland für existenzsichernde Löhne demonstriert. Kaum mehr als den aktuellen Mindestlohn von 9,19 Euro verdienen die meisten von ihnen – und steuern damit geradewegs auf die Altersarmut zu. Heute wird weiter protestiert, ab 19 Uhr direkt vorm Berlinale-Palast und später vorm Ritz-Carlton. Solidarisch zeigten sich die Delegierten der Bundesfachgruppenkonferenz Medien am 9. Februar. Einstimmig verabschiedeten die Delegierten diese Resolution an die Kino-Betreiber: Kinobeschäftigte brauchen existenzsichernde Löhne! Die Bundesfachgruppenkonferenz Medien in ver.di erklärt sich solidarisch mit den demonstrierenden Kinobeschäftigten am Potsdamer Platz. Investoren kaufen und verkaufen große deutsche Kinoketten und generieren damit große Gewinne. Die Kinobeschäftigten verdienen lediglich auf dem Niveau des gesetzlichen Mindestlohns oder knapp darüber. Nur die von ver.di und ihren Mitgliedern erstrittenen Tarifverträge sichern Löhne, die höher als der gesetzliche Mindestlohn sein müssen. Wir fordern, dass die Kinobeschäftigten an der Wertschöpfung beteiligt werden und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer faire, gerechte und existenzsichernde Löhne erhalten! Erst Löhne ab einer Höhe von 12,63 Euro sind zumindest existenzsichernd. Wir fordern die Kinobetreiber auf, auf den Einsatz von „Streikbrechern“ zu verzichten – auch Berlinale funktioniert nicht ohne die Kolleginnen und Kollegen in den Kinos! Die Kinobeschäftigten demonstrieren und streiken für eine gerechte Sache.” Meldung und Protestbilder vom 09.02.2019 von und bei Medien, Kunst und Industrie Berlin-Brandenburg externer Link, siehe zum Tarifkonflikt weitere Infos:

  • [Besucherinfo] Eben noch hinter der Snacktheke – jetzt im Visier des Arbeitgebers. So versucht CineStar Beschäftigte klein zu kriegen New (weiterlesen »)

Internet-Bewegung „YouTubers Union“ Die IG Metall und die Internet-Bewegung „YouTubers Union“ externer Link werden künftig zusammenarbeiten, um die Bedingungen für alle YouTuber zu verbessern, die ein Einkommen mit dem Hochladen von Beiträgen auf der Video-Plattform erzielen bzw. erzielen möchten. Mehrere Tausend Menschen allein in Deutschland verdienen inzwischen haupt- oder nebenberuflich Geld damit, Videos für YouTube zu produzieren und einen Anteil an den Werbeeinnahmen zu bekommen. Die „YouTubers Union“ ist vom YouTuber Jörg Sprave im März 2018 gegründet worden. Auslöser war, dass YouTube im Frühjahr 2017 auf Druck von Werbekunden seine Regeln bezüglich der Werbeeinblendungen geändert hat. Das hat teilweise zu dramatischen Einkommenseinbußen bei den YouTubern geführt. Die „YouTubers Union“ (eine Online-Bewegung auf Basis einer Facebook-Gruppe) hat inzwischen mehr als 15.000 Mitglieder. Die „YouTubers Union“ fordert unter anderem, dass es auch auf kleineren YouTube-Kanälen wieder Werbung geben soll, dass es einen direkten und transparenten Kontakt zwischen der Plattform und YouTube geben muss und dass es klare Regeln gibt – sowohl für das Einblenden von Werbung als auch für das Löschen einzelner Videos oder die Sperrung ganzer Kanäle. Die IG Metall hat 2015 ihr „Projekt Crowdsourcing“ gestartet. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Arbeitsbedingungen auf digitalen Plattformen zu verbessern…” IG Metall-Meldung vom 22. Juli 2019 externer Link. Siehe dazu:

  • YouTuber und IG Metall setzen YouTube Frist für Verhandlungen New (weiterlesen »)

Gewerkschaftsfeinde und Betriebsratsfresser stören“Nach einer fristlosen Kündigung arbeitet die Betriebsrätin Beate S. seit Anfang Juli wieder in der zum Madsack-Konzern gehörenden MDG Medien Dienstleistungsgesellschaft. Trotz des im Dezember gewonnenen Arbeitsgerichtsprozesses (M berichtete) hatte der MDG-Geschäftsführer weiterhin versucht, die Bilanzbuchhalterin mit 100.000 Euro Abfindung loszuwerden – erfolglos. Beate S., die von ver.di unterstützt wurde, hat das Geld abgelehnt. Denn weil nach gesetzlichen Abzügen nur die Hälfte dessen übriggeblieben wäre, rieten ihr sowohl Arbeitsagentur als auch Anwalt Walter Lübking dringend von einem Aufhebungsvertrag ab. „Meine Mandantin hätte eine Arbeitslosengeldsperre bekommen, Steuern und Krankengeld nachzahlen müssen und wäre das Risiko eingegangen, sich mit 57 Jahren einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen“, so Lübking. (…) Beate S. war Anfang 2018 fristlos gefeuert worden. Der MDG-Geschäftsführer hatte ihr vorgeworfen, sie habe 3,60 Euro Porto für drei Werbebriefe zur Betriebsratswahl erschlichen, die mit der hauseigenen City-Post befördert wurden. Mit diesem strafrechtlichen Kündigungskonstrukt scheiterte das Unternehmen jedoch in drei Arbeitsgerichtsinstanzen. (…) Eigentlicher Hintergrund der Kündigung waren offenbar vielmehr jahrelange Auseinandersetzungen um die Betriebsratstätigkeit von S. und die Tatsache, dass die Bilanzbuchhalterin der Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer (IHK) angehört und dafür acht bis neun Tage pro Jahr freigestellt werden muss…” Bericht von Annette Rose vom 30. Juli 2019 bei ver.di ‘MenschenMachenMedien’ externer Link

Presseschild 2017Bei der Großdemonstration gegen rechts am 20. Juli in Kassel wurden Journalisten von der Polizei an ihrer Arbeit gehindert. Dass sie den Presseausweis vorzeigten, interessierte die Beamten nicht. Es war wieder der freie Journalist Arndt Ginzel, der bei der Demonstration gegen rechts in Kassel am 20. Juli Probleme mit der Polizei hatte. Wie schon im vergangenen Jahr, als die Auseinandersetzung mit dem “Hutbürger” für Schlagzeilen sorgte. Ginzel und andere Kollegen wurden von Polizisten daran gehindert, eine Absperrung zu passieren. Dass sich die Journalisten mit dem Presseausweis legitimieren konnten, interessierte die Beamten nicht. (…)Die Unkenntnis der Polizisten vor Ort zeigt, dass wichtige Informationen und Absprachen wie etwa die zum Presseausweis aus den Ministerbüros nicht dahin weitergegeben werden, wo sie hin gehören: an die Polizeidienststellen…” Kommentar von Hendrik Zörner vom 22. Juli 2019 bei der djv externer Link

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Presseschild 2017“… Angriffe von rechts auf Medienvertreter nehmen in Deutschland zu. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm erklärte nach Übergriffen auf Medienvertreter in Chemnitz und Köthen Mitte September, es gebe ein »erschreckendes Ausmaß an Hass« gegenüber Journalisten, Fotografen und Kameraleuten. »Reporter ohne Grenzen« rechnet damit, dass die Zahl gewalttätiger Angriffe 2018 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen ist. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit gab es bis Mitte September in diesem Jahr bereits 22 tätliche Übergriffe auf Journalisten. Tobias Wolf, Reporter der »Sächsischen Zeitung«, berichtet über die fremdenfeindliche »Pegida«-Bewegung seit ihren Anfängen 2015. Im August war er auch in Chemnitz vor Ort. Wolf wird dort mit Flaschen beworfen, das kennt er. »Da stellt sich eine gewisse Gewöhnung ein«, sagt der 40-Jährige. Doch er erlebt in Chemnitz auch, wie ein Kollege von einem unscheinbar wirkenden Rentner angegriffen wird. »Das ist eine neue Qualität«, sagt Wolf. Er, der sich schon länger in seinem Alltag auf der Straße umschaut, um zu sehen, wer hinter ihm läuft, sagt inzwischen: »Heute müssen Sie als Journalist in Dresden, der über ‘Pegida’ berichtet, damit rechnen, von einer lieben Oma in der Straßenbahn angegriffen zu werden.« Die Folgen seiner Arbeit beeinflussen das Sicherheitsgefühl des gebürtigen Dresdners im privaten Alltag…“ Artikel von Ellen Nebel vom 01.10.2018 in neues Deutschland online externer Link, siehe dazu:

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13. ver.di DruckerTage 05.06.– 07.06.2019 in BielefeldNicht jede*r hat einen Sechser im Lotto. Die wenigsten Menschen verfügen über ein stattliches Vermögen. Oder haben ein großes Erbe zu erwarten. Deshalb sind wir alle darauf angewiesen, dass wir für unsere Arbeit ordentlich bezahlt werden. Und im Alter unser Auskommen haben. Doch von flächendeckend guten Tarifverträgen und guten Renten sind wir weit entfernt. Stattdessen wird bei der Rente Flickschusterei betrieben und Tarifverträge gelten für immer weniger Beschäftigte. Wie das anders gehen kann, darüber soll während der DruckerTage 2019 diskutiert werden.” Ankündigung bei ver.di für die 13. ver.di DruckerTage am 05.06.2019, 16:00 – 07.06.2019, 11:00 – ver.di Bildungszentrum “Das bunte Haus”, Senner Hellweg 461, 33689 Bielefeld – siehe Programm und Anmeldung externer Link und nun einen Bericht: (weiterlesen »)

Heidenau 2015: Nazis raus aus den Köpfen! Plakat der Linken Sachsen„… 3. Beschönigung. Nennen Sie Rassisten “Zuwanderungskritiker”. Bezeichnen Sie alle Akteure zunächst als konservativ, höchstens aber als “rechtspopulistisch”, egal, wie extremistisch, rassistisch oder gewalttätig sie sind. Überlegen Sie sich für eindeutig Rechtsextreme lustig verharmlosende Worte wie “Nationalromantiker” . Im absoluten Notfall greifen Sie zum unverfänglichen Hörensagen. Wenn also Hitler wiederaufersteht, nennen Sie ihn “der in manchen Kreisen als rechtsnational verschriene Adolf Hitler”.  4. Passivierung. Direkt an Entschärfung und Beschönigung grenzt die Passivierung, mit der Sie rechte Täter von der Hauptperson zu allenfalls zufällig Beteiligten machen. Bei einem Nazimord wurde das Opfer nicht von einem Rechtsextremen erschossen, sondern kam durch einen Schuss zu Tode. Der sich gelöst hat. Von einer Waffe. Auf bisher unklare Weise. Wenn eine Passivierung zu umständlich ist, entscheiden Sie sich für eine Objektifizierung: Der Molotowcocktail hat das Flüchtlingsheim angezündet, nicht etwa ein rassistischer Attentäter. Je häufiger Sie sprachlich vertuschen, dass Rechtsextreme absichtsvoll und geplant handeln, um so besser…“ – das sind nur zwei von der Anleitung in 20 Schritten „So verschieben Sie eine Debatte nach rechts“ von Sascha Lobo am 26. Juni 2019 beim Spiegel online externer Link – die offensichtlich auch in den Medien viel gelesen und befolgt wurde… Siehe zu dieser Entwicklung drei weitere Beiträge über rechte Vorgehensweise und ihre mediale Beförderung: (weiterlesen »)

Neue „Feinde der Pressefreiheit“Der Deutsche Journalisten-Verband ruft dazu auf, Meldungen und Informationen der Polizeibehörden in allen Fällen kritisch zu hinterfragen.  Aktueller Anlass sind Presseinformationen der Polizei über die Besetzung des Tagebaus Garzweiler durch Klimaaktivisten. „Ein Polizeibericht ist für Redaktionen eine wichtige Ausgangsinformation, mehr nicht“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Keinesfalls dürften Schilderungen und Behauptungen solcher Berichte ungeprüft in die Medienberichterstattung Einzug halten. „Es ist kritikwürdig, dass nach der Tagebau-Erstürmung einige Medien die Behauptung der Polizei übernommen hätten, 16 Polizisten seien verletzt worden. Die Recherchen eines WDR-Journalisten ergaben, dass nur zwei Polizisten Verletzungen durch Fremdeinwirkung davontrugen. Der DJV-Vorsitzende weist darauf hin, dass die Polizei bei Auseinandersetzungen Partei sei und nicht unparteiischer Beobachter…“ – aus der Pressemitteilung „Polizeiberichte kritisch hinterfragen“ vom 01. Juli 2019 beim DJV externer Link, wohl aus der besonderen Dreistigkeit der aktuellen Geschichte geboren… Dennoch überfällig (und eigentlich selbstverständlich), dennoch bei dju (noch?) nicht ähnlich zu finden…

Kölns Stimmen Stadt-Anzeiger und EXPRESS sollen verkauft werden - ver.di bittet um UnterstützungDie Familien DuMont und Schütte wollen fünf Jahre nach dem Tod von Alfred Neven DuMont dessen Lebenswerk, den Kölner Stadt-Anzeiger und den EXPRESS, verkaufen. Kaufinteressenten sind u.a. die Medienkonzerne Funke aus Essen und Madsack aus Hannover. Die haben aber keinen Bezug zur Geschichte, Kultur und den Menschen in Köln und im Rheinland. Köln und das Rheinland brauchen Zeitungen, die mit Herzblut in Köln und dem Rheinland verwurzelt sind und wissen, wie die Menschen hier ticken. Wir fordern die Bürgerinnen und Bürger von Köln und dem Rheinland auf sich jetzt einzumischen.” Meldung vom 28.6.2019 von und bei ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen externer Link und beim Twitter-Account der ver.di Köln externer Link – die KollegInnen planen weitere Aktionen, bitten aber jetzt schon um Verbreitung und Unterstützung

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Protest gegen Stellenstreichungen bei Siemens, Bild: IG MetallSiemens streicht fast 8000 Stellen in Deutschland und weltweit. Der Betriebsrat kündigt schwierige Gespräche an. Die neue Personalchefin Kugel aber sagt: “Wir werden wahrscheinlich nicht allen eine neue Stelle im Unternehmen anbieten können.”…” Artikel von Dinah Deckstein, München, vom 06.02.2015 bei Spiegel online externer Link: Stellenstreichungen bei Siemens: “Wir sollten uns nichts vormachen”. Siehe laufende Berichterstattung beim Siemens Dialog externer Link und hier dazu:

  • [Redebeitrag] Keine Abspaltung des Energiebereichs! Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Die Siemens-Belegschaft muss zusammen bleiben – Kaeser muss gehen! New (weiterlesen »)

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[Buch von David Goeßmann] Die Erfindung der bedrohten Republik. Wie Flüchtlinge und Demokratie entsorgt werdenScheindebatte Flüchtlingskrise – Wie Politik und Medien eine Notstandsituation inszenieren. Die »Flüchtlingskrise« von 2015 war in Wahrheit der Ausgangspunkt einer gewaltigen Medien- und Politikkrise. Mit medialen Fehldarstellungen, Verzerrungen, manipulierten Debatten und ideologischer Einflussnahme wurden die Deutschen in die Irre geführt. Das begann mit der tendenziösen Polit-PR-Show rund um den »Willkommenssommer« 2015. Spätestens das sich unmittelbar  anschließende »Sodom und Gomorrha« der Kölner Silvesternacht ließ Medien und Politik eine 180-Grad-Wende vollziehen. Das war der Beginn eines Rechtsrucks, wie ihn die Bundesrepublik noch nicht erlebt hatte. Das Volk wurde von nun an mit zahlreichen Erzählungen vom »kriminellen Flüchtling«, dem «besorgten Bürger«, dem »Kartell des Schweigens« in der Politik und der vermeintlichen  Alternativlosigkeit der europäischen Abschottung behelligt. Dabei ist jede für sich ein Armutszeugnis bundesdeutscher Medienkultur. Ihre Orientierungslosigkeit, Wankelmut und Hysterie haben die Medien allerdings mit der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung gemeinsam. Diese reagiert, indem sie enorme Kapazitäten in Terrorabwehr und Grenzsicherung steckt, anstatt sich den wahren Problemen dieses Landes zu widmen. Ihr Realitätsferne zu attestieren scheint noch untertrieben. David Goeßmann deckt in seinem investigativen Sachbuch »Die Erfindung der bedrohten Republik« auf, wie innerhalb kurzer Zeit gegensätzliche mediale Konstruktionen von kollektiver spontaner Humanität und einer inneren Notstandsituation von der Politik fraglos übernommen wurden. Am Anfang standen die Flüchtlinge – und am Ende unsere beschädigte Demokratie. Mit einem Vorwort von Konstantin Wecker.Info des Eulenspiegel-Verlags (Das neue Berlin) externer Link zum neuen Buch von David Goeßmann (464 Seiten, 18,– €, ISBN 978-3-360-01344-6). Siehe im LabourNet Germany als Leseprobe Inhaltsverzeichnis, Vorwort von Konstantin Wecker (Denkt mit dem Herzen) und Teile aus dem Prolog von David Goeßmann: “Wir gegen die in der blockierten Demokratie” - wir danken dem Eulenspiegel-Verlag, auch für das Zusatzangebot des Buches für die ersten 3 neuen Fördermitglieder des LabourNet Germany (s.u.) – und  nun auch ein Interviews mit dem Autor:

  • [Video] Medien außer Kontrolle: Wie Deutsche gegen Flüchtlinge mobilisiert werden New (weiterlesen »)

DESINFORMATION - Ein Lehrstück über die erwünschte Geschichte. Video von Gaby Weber bei youtubeWenn Frauen, queere Menschen und People of Color öffentlich über Diskriminierung berichten, kommt immer wieder der Vorwurf, das sei ja nur eine persönliche Erfahrung und gar nicht objektiv. Wenn alte weiße Männer sich hingegen von dem Begriff „alte weiße Männer“ angegriffen fühlen, hört man dieses Argument selten. Objektivität wird immer noch als DER Standard für guten Journalismus gesehen. Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Fünf Gründe, warum wir neue Messlatten für journalistisches Handwerk brauchen. (…) Niemand kann zu 100 Prozent objektiv sein. Wir alle sind von bestimmten Lebenserfahrungen geprägt und haben – hoffentlich! – unsere eigene politische Meinung. Auch Journalist*innen: Niemand, dem Politik, Gesellschaft und das Weltgeschehen egal sind, sucht sich diesen Job aus. Jeden Tag müssen wir als Journalist*innen Entscheidungen treffen, bei denen es Für- und Gegenargumente aber kein objektives Richtig oder Falsch gibt: Über welche Themen berichten wir und über welche nicht? Schreiben wir „Lebensschützer*innen“ oder „Abtreibungsgegner*innen“? Gendern wir mit Sternchen oder benutzen wir nur das generische Maskulinum? In all diesen Entscheidungen wird immer auch unsere politische Haltung und unsere persönliche Lebenserfahrung einfließen. Besser, wir reflektieren sie und stehen zu ihr, als zu tun, als sei unsere Entscheidung die eine objektiv richtige. Natürlich ist es weiterhin unsere Aufgabe als Journalist*innen, aufzuklären, zu informieren und unserem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich möglichst frei seine eigene Meinung bilden zu können. Es gehört zu unserem Handwerk, gründlich zu recherchieren, die Geschehnisse in ihren Kontext einzuordnen und, wenn wir mal unsere Meinung sagen, sie gut zu begründen. Es gibt aber Standards, die uns besser dabei helfen können, als Objektivität…” Diskussionsbeitrag vom 19. Juni 2019 bei Supernova externer Link

faircrowdwork.org: Community, Beratung und Hilfe für Crowdworker. Für faire Arbeit in der Cloud!“Die soziale Absicherung von Crowdworkern weist gravierende Lücken auf. Diese ließen sich schließen mit dem Konzept der „Digitalen Sozialen Sicherung“, das Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vorgestellt und mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung weiterentwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine Art digitales Quellenabzugsverfahren, bei dem für jeden erledigten Job automatisch ein Betrag für die Sozialversicherung zurückgelegt wird. Die Idee: Die Absicherung von Crowdworkern sollte dort anfangen, wo alle relevanten Informationen über Auftraggeber, Auftragnehmer und das vereinbarte Entgelt vorliegen, nämlich direkt bei den Crowdwork-Plattformen. In diese Plattformen, so Webers Vorschlag, könnte ein digitaler Mechanismus eingebaut werden, der für jede erledigte Arbeit überall auf der Welt einen bestimmten Prozentsatz des vereinbarten Entgelts auf ein persönliches Konto des Crowdworkers abführt. Von dort würden die gesammelten Beiträge in das Sozialversicherungssystem des Landes überwiesen, in dem der Crowdworker seinen Wohnsitz hat. Ab dem Moment könnten die üblichen nationalen Regelungen greifen, etwa wenn es darum geht, wie die Beiträge auf die verschiedenen Versicherungszweige aufgeteilt werden. Der Vorteil: Anders als bisher wären Klickarbeiter bei ihrer Absicherung nicht länger auf sich gestellt. Und die Auftraggeber könnten sich ihrer sozialen Verantwortung nicht entziehen, selbst wenn sie im Ausland sitzen…” Meldung aus Böckler Impuls Ausgabe 10/2019 externer Link mit Link zum Working Paper der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 137, Mai 2019 von Enzo Weber “Digitale Soziale Sicherung. Entwurf eines Konzepts für das 21. Jahrhundert” externer Link

Blog "Gemeinsame Vergütungsregeln" - für faire Honorare freier Journalisten an Tageszeitungen - von Martin Schreier“Über Geld zu sprechen ist für freie Journalist*innen existenzentscheidend. Deshalb haben wir das Honorartool entwickelt, in das freie Kolleg*innen und Festangestellte ihre Honorare und Gehälter eintragen können – anonym, aber für alle einsehbar. Hier sind unsere ersten Erkenntnisse. (…) In dieser Liste haben wir die Honorare von Freiberufler*innen für Artikel, Audio- und Videostücke dargestellt, zumindest wenn wir mindestens fünf Datensätze als Grundlage hatten. Die eingetragenen Honorare sind (…) alle nicht repräsentativ. Wir haben sie jedoch bei Kolleg*innen gegengecheckt, die frei für diese Medien arbeiten. Datenspenden mit starken Ausreißern haben wir ausgeschlossen. Texthonorare werden in der Spalte „Honorare pro 1.000 Zeichen“ dargestellt. Wir errechneten dabei jedoch nicht das arithmetische Mittel, also den Durchschnitt, sondern den sogenannten gleitenden Median. (…) Zusammenfassend die wichtigsten Learnings: Einkommensverteilung: Die Einkommen von Pauschalist*innen sind ungleicher verteilt als die der Festangestellten. Die Honorare der Freien streuen noch stärker. Arbeitserfahrung: Wer länger im Journalismus arbeitet, erzielt bessere Honorare oder Gehälter. Vor allem die freien Journalist*innen. Zufriedenheit: Bislang gibt es keinen statistischen Zusammenhang zwischen Arbeitserfahrung und Zufriedenheit. Den verbitterten Content-Schubser haben wir in den Daten nicht gefunden. Streuung: Guter Journalismus sollte überall ähnlich viel wert sein. Ist er aber nicht. Und es ist vielerorts ziemlich düster…” Ausführliche Datenauswertung von Katharina Jakob und Michel Penke bei freischreiber.de Juni 2019 externer Link