Maschinen- und Anlagenbau

Alstom Résistance WiderstandAnfang Mai machte bei der Alstom-Belegschaft in Mannheim die Nachricht die Runde, dass der Kündigungsschutz und die Beschäftigungsgarantie für die Belegschaft beendet werden soll. Er hatte die Arbeitsplätze bis Ende 2014 gesichert und hätte gemäß der Vereinbarung, die vor einigen Jahren abgeschlossen worden war, verlängert werden müssen. Davon wollte die Geschäftsleitung angesichts der Lage des Konzerns nun nichts mehr wissen. Seit Wochen gab es Gerüchte, Protestaktionen, Belegschaftsversammlung und Demonstrationen. Eine Zerschlagung des Konzerns und eine Schließung von Standorten will die Belegschaft in Mannheim nicht kampflos hinnehmen. Solidarität gibt es von anderen Standorten, die ebenfalls von den Übernahmeplänen durch General Electric bzw. Siemens betroffen wären. Die SoZ sprach darüber mit Wolfgang Alles, aktiver IG Metaller bei Alstom in Mannheim. Das Interview in der SoZ Nr. 06/2014 externer Link. Siehe dazu auch: Alstom – Résistance – Widerstand. Die Seite der Alstom KollegInnen externer Link

Artikel von Bernard Schmid, Paris, zuerst gekürzt erschienen in der Jungle World vom 26.06.2014

Alstom Résistance WiderstandEs ist eine Fusion der Superlative, nach einem politisch-ökonomischen Tauziehen, das auch in Deutschland für einige Schlagzeilen sorgte. Der größte in den USA ansässige Industriekonzern hat am Ende das Rennen gemacht und sich vorerst gegen einen deutschen Rivalen, welcher im Bunde mit zwei japanischen Firmen durchsetzte, durchsetzen können. Anders ausgedrückt: Die Nummer Eins im betreffenden Wirtschaftssektor (Energiesektor) konnte sich durchsetzen, und verhinderte eine Allianz aus den Nummern Zwei, Drei und Vier.

Der auserwählte Aufkäufer wird nunmehr den größten Unternehmenskauf in seiner bisherigen Geschichte durchführen. Zuvor hatte sich die Bundesregierung in Berlin, Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von der SPD, hinter die konkurrierenden Aufkaufpläne des deutschen Konzerns gestellt und war dabei auch durch viele Medienberichte flankiert worden. (weiterlesen »)

“… nichts gewesen. Und noch einmal ein Wochenende voller Nachrichten rund um Alstom, seine Zukunft und die mögliche Rolle Siemens’ dabei. Jetzt sind die Würfel für den Zuschlag an General Electric gefallen, Siemens kann nach vorn blicken und sich auf die vom Alstom-Wirbel vorübergehend fast in den Hintergrund gedrängte eigene Restrukturierung konzentrieren. Siemens und Mitsubishi HI hatten am Freitag nochmals nachgelegt, oder wie sie es nannten, “ihr Angebot präzisiert”, aber es reichte am Ende offenbar trotzdem nicht. Nachdem die Entscheidung für eine andere Option gefallen war, äußerte man sich dann verständnisvoll: “Wir respektieren und verstehen die politischen Interessen der Regierung auf dem Gebiet der Energietechnik. […] Die Wahrung nationaler Interessen ist Angelegenheit des Staates”, erklärte Joe Kaeser. Damit ist der Fall Alstom aus Siemens-Sicht abgeschlossen und das Handlungsfeld frei für die zuvor schon wesentlichen Themen, bei denen an erster Stelle die Restrukturierung steht…“ Meldung auf Siemens-Dialog vom 23.06.2014 externer Link

DossierAlstom Résistance Widerstand

  • Laut Betriebsrat will das Management den Kündigungsschutz auch für das Mannheimer Werk kündigen: „Das ist absolut daneben“
    Die Alstom-Konzernbetriebsratsvorsitzende Elisabeth Möller ist außer sich. “Das ist absolut daneben. Man will uns quasi den Wölfen zum Fraß vorwerfen”, sagt sie. Die Arbeitnehmervertreterin kann absolut nicht verstehen, dass das Management ausgerechnet während des laufenden Übernahmekampfes die Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter in Deutschland kündigen will. “Das ist doch ein völlig falsches Signal, mal sehen, wie die Mitarbeiter es aufnehmen.” Am kommenden Montag soll es im Mannheimer Werk eine Betriebsversammlung geben…“ Artikel von Matthias Kros und Michael Roth auf morgenweb vom 08.05.2014 externer Link

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Norgren: Neuer Schließungsplan

DossierStreik bei Norgren in Großbettlingen

Pneumatikhersteller Norgren wollte sein Werk im Kreis Esslingen schon zweimal schließen – und scheiterte am Widerstand der Belegschaft. Nun probiert die Firma es erneut. Siehe dazu:

  • Ergebnis nach neun Wochen Streik: Sozialtarifvertrag bei Norgren in Großbrettlingen in Baden-Württemberg
    „Neun Wochen Streik für einen Sozialtarifvertrag: Bei Norgren ist ein äußerst harter Arbeitskampf zu Ende gegangen. Rund 88 Prozent der Streikenden nahmen in der Urabstimmung das Ergebnis an. Damit wurde der Streik zum 9. Dezember beendet und es steht fest, dass das Werk zum Jahresende 2013 geschlossen wird…“ Meldung bei der IG Metall vom 09.12.2013 externer Link (weiterlesen »)

Entschließung des Kongresses der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken in Bochum vom 10. November 2013 (weiterlesen »)

„(…) „Seit über einem Jahr wird auf die Mitarbeiter hier massiv Druck in Form von Ausscheidungsangeboten ausgeübt. Niemand kann sicher sein, ob er nicht bald beim Arbeitsamt sitzt. Dieses Vorgehen grenzt an Psychoterror”. Ein Mitarbeiter aus der Montage bringt die Gedanken seiner Kollegen im Gespräch mit der RNZ auf den Punkt: “Das geht jetzt seit Jahren so: Immer wenn man denkt, das Schlimmste ist ‘rum, kommt der nächste Hammer”…“ Artikel von Thomas Veigel in der Rhein Neckar Zeitung vom 06.09.2013 externer Link

„Das Arbeitsgericht Stuttgart hat mit dem heute verkündeten Beschluss den Betriebsrat des (Haupt)Betriebs der Kärcher GmbH & Co KG aufgelöst. Es folgte damit dem Antrag der IG Metall. Der Betriebsrat hat seine gesetzlichen Pflichten aus dem Betriebsverfassungsgesetz grob verletzt, indem er weder im Jahr 2011 noch im Jahr 2012, auch auf den konkreten Antrag der IG Metall hin, dem Gesetz entsprechende Betriebsversammlungen, auch keine Abteilungsversammlungen, durchgeführt hat. Zudem hat der Betriebsrat seine aus § 2 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz folgende Pflicht, mit der Gewerkschaft zusammenzuwirken, verletzt. (…) Gegen den Beschluss ist das Rechtmittel der Beschwerde zum Landesarbeitsgericht gegeben. Erst mit Rechtskraft des Beschlusses ist der Betriebsrat aufgelöst. (Az. 22 BV 13/13)Pressemitteilung des Arbeitsgerichtes Stuttgart vom 24.07.2013 externer Link (weiterlesen »)

Betriebsratswahl durch Kündigung der Kandidaten verhindert / Berichte über Bossing, Arbeitsunfälle, 53-Stundenwoche / lokale Presse verschweigt Verantwortliche. Artikel auf Arbeitsunrecht.de vom 20.03.2013 externer Link

Dossier

  • IG Metall und REpower einigen sich auf Tarifvertrag: Bezahlung künftig nach Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie
    „Durchbruch in den Tarifverhandlungen beim Windkraftanlagenhersteller REpower: Für die rund 2200 Beschäftigten des Konzerns in Deutschland gelten ab 1. Mai 2013 die wesentlichen Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie. Der Entgelttarifvertag wird je nach Unternehmensbereich zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt: für die REpower Systems GmbH zum 1. April 2014, für die Powerblades GmbH zwischen 1. Oktober 2014 und 1. April 2015 sowie für die REpower Systems SE zwischen 1. Oktober 2015 und 1. Oktober 2017. Darauf einigen sich IG Metall und Geschäftsführung nach 16-stündigen Verhandlungen am Donnerstagmorgen in Hamburg. (…)  Der Anerkennungstarifvertrag sieht außerdem Regelungen zur tariflichen Vergütung und Übernahme von Auszubildenden, zur Beschäftigungssicherung, zur Arbeitsflexibilisierung, zur Leiharbeit sowie zum Notdienst für die Beschäftigten im Service vor. Wie bisher gilt die 40-Stunden-Woche. Das Ergebnis der Verhandlungen wird zunächst von den Beschäftigten diskutiert. Die Tarifkommission der IG Metall Küste entscheidet dann in der nächsten Woche über die Annahme…Meldung bei der IG Metall Bezirk Küste vom 15.03.2013 externer Link (weiterlesen »)

Fil Filipov ist ein Sanierer. Über 30 Firmen hat er wieder flott gemacht. Dabei hat er immer dieselben Methoden angewendet: die alte Führungsriege ersetzt, das Produkt auf das Wesentliche reduziert und die Kosten gesenkt. Dann ist er selber zum Unternehmer geworden. Vor knapp drei Jahren hat Filipov die Atlas-Werke in Vechta, Ganderkesee und Delmenhorst gekauft. Seit er die Firma steuert, ist sie auf Erfolgskurs. Weltweit werden seine Bagger und Krane verkauft. Ein Video von buten und binnen auf Radio Bremen vom 3. Januar 2013 externer Link alternativ bei Youtube externer Link

LabourNet-Archiv Siehe dazu auch im LabourNet Archiv unsere Sonderseite “Streik für Tarifvertrag bei Atlas”

Plauen zieht Niete

„Die Hoffnung der gut 250 Beschäftigten des Plauener Druckmaschinenherstellers Plamag währte nur kurz. Ein Jahr nach der Insolvenz des Mutterunternehmens Manroland wird das Werk im vogtländischen Plauen endgültig geschlossen. Wie der Insolvenzverwalter Werner Schneider am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung mitteilte, soll die Produktion an dem Standort »schnellstmöglich stillgelegt« werden. Die rund 250 Mitarbeiter sollten in eine Transfergesellschaft mit einer Laufzeit von sechs Monaten überführt werden. Bereits im Januar waren 527 von ursprünglich 800 Stellen gestrichen worden. Das traditionsreiche Werk war einer der größten Arbeitgeber der Region…Artikel von Johannes Schulten in der jungen Welt vom 20.12.2012 externer Link

Solidarität mit Repower-Kolleginnen

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei REpower, einem Unternehmen der Windenergiebranche mit ca. 1800 Beschäftigten, kämpfen die Kolleginnen und Kollegen zur Zeit mit Warnstreiks für einen Tarifvertrag. Ich bitte Euch darum, sie durch E-Mails an den CEO Andreas Nauen und den Verhandlungsführer Guido Malzkorn zu unterstützen. Dies könnt Ihr als Einzelne tun oder als Betriebsrat oder andere Organisation. Bitte leitet das an Freundinnen und Freunde und Bekannte und evtl. Verteiler weiter. Die Unterstützungsmails können ab heute raus. Wir beim CeBeeF haben in unserem Streik viel Unterstützung von außen bekommen und ich bin mir sicher, dass das wichtig war: Es stärkt den Kolleginnen und Kollegen den Rücken und erhöht den Druck auf das Unternehmen.“ Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 28.10.2012 und Solischreiben: (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Johannes Schulten in der jungen Welt vom 17.10.2012 externer Link

IG Metall und Windkraftriese Repower verhandeln heute zum sechsten Mal. Ein Erfolg der Gewerkschaft könnte Bedeutung für gesamte Branche haben. Aus dem Text:

„(…) Seit dem 19. Juli versucht die IG Metall bei der Nummer drei der deutschen Windanlagenbauer einen Anerkennungstarifvertrag auf dem Niveau der Metall- und Elektroindustrie durchzusetzen. Bisher ohne Erfolg. Nachdem auch die bislang letzte Gesprächsrunde Anfang des Monats ohne Fortschritte geblieben war, hatte die Gewerkschaft ihre Mitgleider sogar zum Warnstreik aufgerufen, zum ersten Mal in der Geschichte der Branche. Mehr als 900 Beschäftigte legten an verschiedenen Standorten von Repower und der Tochter Powerblades für einige Stunden die Arbeit nieder…

Quelle: Artikel bei der IG Metall vom 21.07.2011 externer Link

„Windenergie ist sauber, modern und hat Zukunft. Doch Mitbestimmung und Tarifverträge meiden viele in der Branche wie der Teufel das Weihwasser. Die Firma Repower bildet da keine Ausnahme. Doch wer hier arbeitet, hat mehr verdient…