Maschinen- und Anlagenbau

[DGB-Kampagne] Stop Union Busting“… Bei KLS Pharma Robotics im saarländischen Weiskirchen gibt es Ärger. Der Hersteller von Kommissionieranlagen für Apotheken, etwa automatische Apothekenschränke, tauscht die Belegschaft aus: 44 von 60 Beschäftigten haben seit 2015 den Betrieb verlassen, durch Kündigungen, Aufhebungsverträge – einige auch weil sie einfach nicht mehr konnten oder wollten. Herein kamen viele befristete Beschäftigte und mittlerweile 16 Auszubildende, die oft Hilfsarbeiten machen müssen. Für knapp 600 Euro im Monat. (…) Zugleich geht die Geschäftsführung gegen den Betriebsrat vor: sechs Kündigungen gegen Betriebsratsmitglieder allein im letzten Jahr, Hausverbote und Lohnkürzungen. Auch der Betriebsratsvorsitzende Armin Bommer ist gekündigt und von der Arbeit “freigestellt”. Kündigungsgrund war “Spesenbetrug”. Bommer soll auf Montage ein Frühstück falsch abgerechnet haben. Dabei bucht die Firma die Hotels. Nun darf er nicht mehr arbeiten. (…) Die IG Metall Völklingen hat bei KLS allein im vergangenen Jahr in mindestens 35 Fällen Rechtsschutz gewährt, bei 35 Mitgliedern im Betrieb. (…) Immerhin: Alle Beschäftigten, die mit der IG Metall geklagt haben, haben auch etwas gewonnen. Sie bekamen dann etwa doch Urlaubsgeld, Abfindungen, Weihnachtsgeld, Prämien und Reisekosten, die ihnen die Firma verweigert hatte. Einige mussten sogar klagen, um ein Arbeitszeugnis zu bekommen. “Juristisch sind wir im Recht. Das Problem ist, den Psychoterror durchzustehen”, meint Bommer. Er will jedoch standhaft bleiben. “Ohne uns und die IG Metall würden die Kollegen ganz leer ausgehen. Es lohnt sich für unsere Kolleginnen und Kollegen Mitglied in der IG Metall zu sein.” Beitrag der IG Metall vom 13. März 2017 externer Link

Dossier

IG Metall Mannheim: Widerstand gegen Stellenabbau bei GE/ AlstomDer US-Konzern General Electric (GE), der jüngst die Energiesparte von Alstom übernommen hat, streicht europaweit über 6800 Arbeitsplätze. Baden-Württemberg trifft es besonders hart. Lässt sich der Kahlschlag noch verhindern? (…) Nach der Übernahme der Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom will der Industriekonzern europaweit 6800 Stellen streichen. Stuttgart trifft es besonders hart: Rund 250 der 380 Stellen sollen hier wegfallen, wie Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der Alstom Deutschland AG, unserer Zeitung mitteilte. Auf der Betriebsversammlung am Mittwochmorgen schlug die Nachricht bei den Stuttgarter Mitarbeitern wie eine Bombe ein. (…) Der Standort, an dem GE Boiler für Dampfturbinen produziert, hat bereits in den vergangenen Jahren fast die Hälfte der Arbeitnehmer verloren…” Artikel von Hanna Spanhel vom 14. Januar 2016 bei den Stuttgarter Nachrichten online externer Link: Stellenabbau bei General Electric: GE-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Siehe laufende Berichterstattung bei Alstom – Résistance – Widerstand externer Link und hier dazu:

  • War gegen die „Killer-Strategie“ von GE kein Kraut gewachsen? Versuch einer ersten AntwortNew
    “… Warum waren Konzernbetriebsrat und IG Metall nicht in der Lage, eine wirksamere Verteidigungs-Strategie zu entwickeln? Versuchen wir deshalb, einige Stichpunkte für eine erste, aber noch unvollständige Antwort zu skizzieren. (…) 7. Ein anderer zentraler Faktor war die Duldung einer ab Sommer 2014 immer deutlicher einsetzenden Stellvertreterpolitik durch den Konzernbetriebsrat. Das geschah in Verbindung mit einem weder in den örtlichen Betriebsratsgremien, noch in den Belegschaften ausreichend vermitteltem Taktieren. All dies führte zu einer zunehmenden Abgehobenheit des Konzernbetriebsrats. 8. So beschleunigte sich die Entpolitisierung und örtlicher Betriebsratsgremien und minderte deren aktive Beteiligung. Zudem lockerte das nicht nur die Verankerung in Vertrauenskörpern und Belegschaften, sondern unterhöhlte das zuvor große Ansehen und die Glaubwürdigkeit von Betriebsräten bei vielen KollegInnen. (…) Es gab zwar eine lange Liste von Aktionsvorschlägen zur Verteidigung der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Aber diese wurde weder konsequent abgearbeitet noch zugespitzt – zum Beispiel durch weitere Blockadeaktionen, mehrtägige Betriebsversammlungen oder gar eine Betriebsbesetzung. (…) 16. Eine wirksame Verteidigungsstrategie gegen diese Art von „wirtschaftlichen Kriegsführung“ – oder besser: gegen diese Methoden des Klassenkampfs von oben – gilt es jetzt, aus den Erfahrungen bei GE zu entwickeln und in der Praxis zu überprüfen. Sie wird sich offensichtlich nicht allein auf die Ebene des Betriebsverfassungsgesetzes, auf einige rechtliche Auseinandersetzungen und öffentliche Protestaktionen beschränken lassen…” Artikel von H.N. vom März 2017  – siehe dazu:
  • GE: „… das bittere Ende der Historie“. Eine erste KurzbilanzNew (weiterlesen »)

Maintal: Honeywell gibt Standort auf

Der Technologiekonzern Honeywell will den Produktionsstandort Maintal Ende 2018 aufgeben. Das teilte die Geschäftsleitung jetzt dem Betriebsrat und der Belegschaft mit. 116 Arbeitsplätze sind betroffen. (…) Dabei gebe es noch Aufträge für die kommenden Jahre und laufende Serviceverträge für die Produkte, sagt Kortenhoeven verständnislos, der selbst seit 35 Jahren bei Honeywell arbeitet, 30 davon in Maintal, wo Steuerungs- und Navigationssysteme, unter anderem für Bahnanlagen sowie die Luft- und Raumfahrt, hergestellt werden. (…) Bislang wolle man vonseiten des Unternehmens nur über die Sozialverträglichkeit der Schließung verhandeln. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen sich aber mit der Entscheidung des Arbeitgebers nicht abfinden und kündigen Widerstand gegen die Schließungspläne an, heißt es von der IG Metall. Für die kommende Woche sei ein erstes Sondierungsgespräch geplant…” Artikel von Jochen Dietz vom 8.12.2016 bei der FR online externer Link und der Solidaritätsaufruf: (weiterlesen »)

Solidarität gefragt! (LabourNet Germany)Liebe Kollegin, lieber Kollege, unser Ortsvorstandsmitglied und Betriebsrätin Jennifer Weißenbrunner von Dematic hatte auf der Betriebsversammlung am 15.3.2016 eine Position bezogen gegen die Rechtsentwicklung in Deutschland. Vorher hatten gerade die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt u.a. sowie die hess. Kommunalwahlen stattgefunden. Dabei hat Jennifer natürlich auch etwas zur AfD gesagt und deren Arbeitnehmerfeindlichkeit. Der Arbeitgeber hat daraufhin ihr eine Abmahnung wegen Störung des Betriebsfriedens ausgesprochen, weil dies eine „parteipolitische Betätigung“ gewesen sei. Eine solche Maßregelung von Gewerkschaftern, die sich zum Rechtspopulismus äußern, können wir auf keinen Fall widerspruchslos hinnehmen! Dies entspricht nicht unserem Satzungsauftrag und schon gar nicht unseren eigenen Beschlüssen. Der Arbeitgeber Dematic und insbesondere die Geschäftsführerin Frau Wladarz will dies offensichtlich durchziehen und ein weiteres Betriebsratsmitglied von Dematic massregeln. Jennifer hat im Rahmen eines Beschlußverfahrens dagegen geklagt. Am Montag, dem 27. Juni 2016, ab 14:00 Uhr findet die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht in Offenbach statt. Um Solidarität zu zeigen, bitten wir Dich, wenn möglich an dieser Verhandlung teilzunehmen. Sollte dies nicht möglich sein, bitten wir Dich ein Solidaritätsschreiben eures Betriebsrates oder des Vertrauenskörpers vor der Verhandlung an Kollegin Weißenbrunner, Betriebsrat Dematic zu senden” Solidaritätsaufruf der IG Metall Offenbach vom 21. Juni 2016. Solidaritätsschreiben bitte an:  Jennifer@weissenbrunner.de oder martin.fahrendorf@dematic.com. Siehe nun den Bericht und Solidaritätsaufruf für die Verhandlung am 15. September:

  • Solidaritätserklärung für Jenny WeissenbrunnerNew
    Den Vorwurf einer “parteipolitischen Betätigung”, der für die Personalpolitik bei Dematic Verantwortlichen, ist nicht nur im Fall von Jenny Weissenbrunner mit Blick auf § 74 Abs. 2. Satz 3 BetrVG völlig absurd. Mit seiner Abmahnung von Jenny Weissenbrunner betätigt sich -objektiv betrachtet – Dematic selbst parteipolitisch – nämlich für die AfD. Es gibt aber keine Rechtsgrundlage dafür, dass ein Arbeitgeber arbeitsvertragliche Mittel, wie eine Abmahnung, zur Durchsetzung seiner politischen Anschauung einsetzen darf. Mit Blick auf die deutsche Vergangenheit wäre jedes Mittel zur Unterdrückung einer Kritik im Betrieb an einer eindeutig rechten Partei, auch äußerst befremdlich. Hinzukommt, dass sich Jenny Weissenbrunner überhaupt nicht für irgendeine Partei eingesetzt hat. Sich gegen eine arbeitnehmerfeindliche und für die Demokratie gefährliche Gesinnung zu positionieren, hat nichts mit Parteipolitik zu tun. Es ist eigentliche eine Verpflichtung jedes Demokraten – auch auf Arbeitgeberseite. Es bleibt zu hoffen, dass das Gericht solcherart parteipolitischer Betätigung für eine rechte Partei, wie sie in der Abmahnung von Jenny Weissenbrunner zum Ausdruck kommt, einen Riegel im Interesse der Wiederherstellung des Betriebsfriedens vorschiebt, den Dematic mit der Abmahnung massiv gestört hat.” Solidaritätsschreiben von Armin Kammrad vom 12. September 2016 an die Kollegin Jennifer Weissenbrunner (jennifer@weissenbrunner.de ) zum Gerichtstermin am 15. September – sie ist zur Nutzung als Vorlage freigegeben!

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Alstom Résistance Widerstand“… Mit Aktionen in mehreren europäischen Städten haben Gewerkschaften gegen den geplanten Abbau von Stellen beim Industriekonzern General Electric protestiert. Vor der Zentrale in La Défense bei Paris demonstrierten am Freitag nach Schätzungen etwa 2.000 bis 2.500 Mitarbeiter. Der internationale Gewerkschaftsverband Industriall berichtete von Aktionen an rund 40 verschiedenen Standorten in Frankreich, Deutschland, Spanien, Österreich, Belgien, Tschechien, Schweden und der Schweiz. General Electric hatte sich 2014 die Energie-Sparte des französischen Unternehmens Alstom in einer Bieterschlacht gegen ein Konsortium unter Beteiligung der deutschen Siemens gesichert. Nach der umkämpften Milliarden-Übernahme will GE nun in Europa 6.500 Stellen streichen, davon bis zu 1.700 Arbeitsplätze in Deutschland.” Beitrag vom 8. April 2016 bei Neues Deutschland externer Link, siehe auch unser Dossier: Erneut drastischer Stellenabbau bei GE/Alstom

Immer wieder vergeben Industrieunternehmen Logistikdienstleistungen dauerhaft an Fremdfirmen – zu deutlich schlechteren Bedingungen für die Beschäftigten. Bei Schaeffler in Schweinfurt, Zulieferer für Maschinen- und Anlagenbau, konnte das verhindert werden – dank Unterstützung der Beschäftigten und dem Verhandlungsgeschick von Betriebsrat und IG Metall…” IG Metall-Meldung vom 06.08.2015 externer Link

„350 Mitarbeiter, die beim Traktorenhersteller John Deere in Mannheim einen befristeten Arbeitsvertrag hatten, werden künftig nicht mehr dort arbeiten. Ihre Verträge wurden nicht verlängert. In der Montage wurde die Arbeitszeit von zwei auf eine Schicht reduziert und in der Teilefertigung von drei auf zwei Schichten. Das sagte Betriebsratschef Rainer Wietstock gegenüber dieser Zeitung. Die Leiharbeiterquote ging von 14 auf 9 Prozent zurück…“ Artikel von Michael Roth im Mannheimer Morgen Online vom 23.05.2015 externer Link (weiterlesen »)

Bei MAN stehen einige Veränderungen an: Der Mutterkonzern will den Lastwagenbauer aufteilen. Zudem wechselt der langjährige Betriebsratschef, Jürgen Dorn, auf einen Management-Posten im Personalwesen von VW…” Meldung vom 22.05.2015 im Handelsblatt online externer Link

Beim Antriebstechnikhersteller Renold in Einbeck wurden wochenlang Betriebsräte massiv bespitzelt, darunter auch der Betriebsratsvorsitzende. Dafür hat die Geschäftsführung vermutlich illegalerweise installierte Überwachungskameras auf dem Werksgelände genutzt und umfangreiche personelle Ressourcen eingesetzt. Die gesamte Belegschaft ist über das Vorgehen der Geschäftsführung entsetzt und hat dies bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Offensichtlich wurden die Betriebsräte bei Beratungsgesprächen mit Beschäftigten auf dem Außengelände des Unternehmens überwacht. Die illegal beschafften Aufnahmen werden von der Geschäftsführung genutzt, um den Betriebsräten Arbeitszeitbetrug vorzuwerfen, da im Rahmen der Gespräche geraucht wurde. Dem Antrag auf fristlose Kündigung der Betriebsräte hat das Betriebsratsgremium zweimal widersprochen. Daraufhin wurde von Seiten der Geschäftsführung Klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Der erste Arbeitsgerichtstermin ist am 15. Juni in Göttingen…” Meldung der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vom 11.05.2015 externer Link. Siehe dazu:

  • Konflikt zwischen Renold und Betriebsrat einvernehmlich beigelegt
    Der Konflikt zwischen dem Antriebstechnikhersteller Renold in Einbeck und dem Betriebsrat des Unternehmens konnte einvernehmlich beigelegt werden. Die angestrebten Verfahren vor dem Arbeitsgericht Göttingen wurden zurückgezogen…” Meldung der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vom 20.05.2015 externer Link. “Jetzt steht einer konstruktiven Zusammenarbeit nichts mehr im Weg“, heißt es darin und wir fragen uns neugierig, welches Wunder mit den Überwachungskameras und den gespeicherten Daten hierfür passiert sein muss…

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Voith muss sparen und restrukturieren, um sein Geschäftsmodell aus der „mechanischen“ in die „digitale“ Industriewelt zu überführen. Eine Maßnahme ist Stellenabbau: weltweit etwa 1600 bis zum Jahr 2016. Zudem will man sich künftig mehr auf die Technologie- und Engineering-Kompetenz für das digitale Zeitalter konzentrieren…” Artikel von Stefanie Michel vom 04.02.15 im Industrieportal MaschinenMarkt externer Link. Siehe dazu:

  • Anlagenbauer Voith: IG Metall wehrt sich gegen Stellenabbau
    Die Pläne des Anlagenbauers Voith, die Personalkosten durch Stellenabbau zu senken, sind bei der IG Metall auf wenig Gegenliebe gestoßen. „Wir werden die Pläne, so wie sie jetzt auf dem Tisch liegen, nicht kampflos hinnehmen“, sagte Ralf Willeck von der IG Metall…” Agenturmeldung vom 05.02.2015 in den Stuttgarter Nachrichten online externer Link

Firma "Atlas Maschinen" Die Leser des LabourNet Germany werden ihn kennen. Fil Filipov, Besitzer der Atlas Werke in Vechta, Ganderkesee und Delmenhorst, haßt seine Betriebsräte und macht daraus auch keinen Hehl: „Warum sollte ich mit jemandem sprechen, der meine Firma ruinieren will! Die Firma gehört mir”, sagte er und meint damit die Betriebsräte, die ihm das Leben so schwer machten. Die Streiks für die Tarifverträge hatten wir auf unserer Archivseite ausführlich dokumentiert. (Siehe dazu: Archiv > Branchen > Sonstige > Maschinen-/Anlagebau > Streik für Tarifvertrag bei Atlas) Jetzt hat er sich was Neues einfallen lassen. Er will den Hauptsitz nach Ganderkesee verlegen. Der Betriebsrat in Delmenhorst würde in einem solchen Fall dann aufgelöst werden. Der Beitrag von buten un binnen vom 30. Juli externer Link beschäftigt sich mit der aktuellen Entwicklung und zitiert Filipov mit den Worten „”Sie wissen, wie sehr ich den Betriebsrat liebe. Das hier wird tatsächlich den Betriebsrat in Delmenhorst eliminieren.“ Siehe neu:

  • Werksschließung in Delmenhorst aufgeschoben
    Die Firma “Atlas Maschinen” hat die Schließung ihres Kranwerks in Delmenhorst um mindestens neun Monate aufgeschoben. Während dieser Zeit will die Geschäftsleitung versuchen, zusätzliche Arbeit für den Standort zu finden. Dies hat Atlas-Eigentümer Fil Filipow in einem Brief an die Mitarbeiter geschrieben. Aufschub der angekündigten Schließung des Atlas-Standorts Delmenhorst.Filipow begründete diesen Schritt damit, dass die Schließung des Werkes viele der rund 80 Mitarbeiter und ihre Familien in “arge Bedrängnis” bringen würde. Er forderte den Betriebsrat auf, dringend an der Verbesserung der Arbeitsproduktivität und der Senkung der Kosten mitzuarbeiten. Den Angaben zufolge soll die Produktion in Delmenhorst nun mindestens bis zum September 2015 fortgesetzt werden.“ Artikel von Radio Bremen vom 27.10.2014 externer Link

„Mit einer knapp drei Kilometer langen Menschenkette haben Beschäftigte und Bürger am Samstag in Geislingen gegen Arbeitsplatzabbau bei WMF demonstriert. (…) Im Klartext: Die Personalkosten sollen um 10 Prozent gesenkt werden, von knapp 2000 Beschäftigten am Standort sollen etwa 700 gehen. Das ist für die 27 000 Einwohner zählende Kreisstadt am Rande der schwäbischen Alb eine Katastrophe. WMF ist der letzte Großbetrieb am Ort. Vor 161 Jahren gegründet, ist er die identitätsstiftende Firma. Generationen von Geislingern haben hier Silberbesteck, Kochtöpfe, Kaffeemaschinen hergestellt. Seit der Hiobsbotschaft regt sich Widerstand unter den Beschäftigten, aber auch in der Stadt und Region..“  Artikel von Gesa Leesen, Geislingen, im Neues Deutschland vom 21.07.2014 externer Link

Alstom Résistance WiderstandAnfang Mai machte bei der Alstom-Belegschaft in Mannheim die Nachricht die Runde, dass der Kündigungsschutz und die Beschäftigungsgarantie für die Belegschaft beendet werden soll. Er hatte die Arbeitsplätze bis Ende 2014 gesichert und hätte gemäß der Vereinbarung, die vor einigen Jahren abgeschlossen worden war, verlängert werden müssen. Davon wollte die Geschäftsleitung angesichts der Lage des Konzerns nun nichts mehr wissen. Seit Wochen gab es Gerüchte, Protestaktionen, Belegschaftsversammlung und Demonstrationen. Eine Zerschlagung des Konzerns und eine Schließung von Standorten will die Belegschaft in Mannheim nicht kampflos hinnehmen. Solidarität gibt es von anderen Standorten, die ebenfalls von den Übernahmeplänen durch General Electric bzw. Siemens betroffen wären. Die SoZ sprach darüber mit Wolfgang Alles, aktiver IG Metaller bei Alstom in Mannheim. Das Interview in der SoZ Nr. 06/2014 externer Link. Siehe dazu auch: Alstom – Résistance – Widerstand. Die Seite der Alstom KollegInnen externer Link

Artikel von Bernard Schmid, Paris, zuerst gekürzt erschienen in der Jungle World vom 26.06.2014

Alstom Résistance WiderstandEs ist eine Fusion der Superlative, nach einem politisch-ökonomischen Tauziehen, das auch in Deutschland für einige Schlagzeilen sorgte. Der größte in den USA ansässige Industriekonzern hat am Ende das Rennen gemacht und sich vorerst gegen einen deutschen Rivalen, welcher im Bunde mit zwei japanischen Firmen durchsetzte, durchsetzen können. Anders ausgedrückt: Die Nummer Eins im betreffenden Wirtschaftssektor (Energiesektor) konnte sich durchsetzen, und verhinderte eine Allianz aus den Nummern Zwei, Drei und Vier.

Der auserwählte Aufkäufer wird nunmehr den größten Unternehmenskauf in seiner bisherigen Geschichte durchführen. Zuvor hatte sich die Bundesregierung in Berlin, Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von der SPD, hinter die konkurrierenden Aufkaufpläne des deutschen Konzerns gestellt und war dabei auch durch viele Medienberichte flankiert worden. (weiterlesen »)

“… nichts gewesen. Und noch einmal ein Wochenende voller Nachrichten rund um Alstom, seine Zukunft und die mögliche Rolle Siemens’ dabei. Jetzt sind die Würfel für den Zuschlag an General Electric gefallen, Siemens kann nach vorn blicken und sich auf die vom Alstom-Wirbel vorübergehend fast in den Hintergrund gedrängte eigene Restrukturierung konzentrieren. Siemens und Mitsubishi HI hatten am Freitag nochmals nachgelegt, oder wie sie es nannten, “ihr Angebot präzisiert”, aber es reichte am Ende offenbar trotzdem nicht. Nachdem die Entscheidung für eine andere Option gefallen war, äußerte man sich dann verständnisvoll: “Wir respektieren und verstehen die politischen Interessen der Regierung auf dem Gebiet der Energietechnik. […] Die Wahrung nationaler Interessen ist Angelegenheit des Staates”, erklärte Joe Kaeser. Damit ist der Fall Alstom aus Siemens-Sicht abgeschlossen und das Handlungsfeld frei für die zuvor schon wesentlichen Themen, bei denen an erster Stelle die Restrukturierung steht…“ Meldung auf Siemens-Dialog vom 23.06.2014 externer Link