Elektro- und Metall(-Zulieferer)

Dossier

Fight Union Busters!Die IG Metall hofft angesichts der ersten Betriebsratswahl beim Werkzeughändler Würth auf einen Wechsel in der Arbeitnehmervertretung. »Es bringt nichts, wenn der Betriebsrat nur aus Mitgliedern des alten Vertrauensrates bestünde«, sagt Uwe Bauer, erster Bevollmächtigte der IG Metall in Schwäbisch Hall. Die erste Betriebsratswahl bei dem Familienunternehmen aus dem Nordosten Baden-Württembergs sei eine Kehrtwende. Bislang wurden die Mitarbeiter der Kerngesellschaft der Würth-Gruppe durch einen Vertrauensrat ohne jegliche verbriefte Rechte vertreten. (…) Am Montag bestimmten die Beschäftigten bei einer Versammlung mit 2000 Teilnehmern den Wahlvorstand für die erste Betriebsratswahl in der Firmengeschichte. Damit ist unausweichlich, dass die Adolf Würth GmbH & Co KG mit ihren knapp 7200 Beschäftigten erstmals einen Betriebsrat bekommt. (…) Für die gesamte Würth-Gruppe arbeiten weltweit gut 77 000 Menschen, ein knappes Drittel davon in Deutschland. Der Chef der Gruppe, Robert Friedmann, betonte jüngst: In fast allen der 130 deutschen Firmen der Würth-Gruppe gebe es eine Mitarbeitervertretung – allerdings zählt er dazu auch Vertrauensräte. Betriebsräte finden sich nur in einigen Firmen der Gruppe – beispielsweise in übernommenen Unternehmen wie Hahn & Kolb, Uni Elektro, Fega & Schmitt; bei Würth Elektronik wurde 2016 ein Betriebsrat gewählt. In der Firmenzentrale stand das bislang außer Frage – dort gab es nur den Vertrauensrat…”  Artikel von Annika Grah vom 03.06.2019 beim ND online externer Link, siehe weitere Infos:

  • Betriebsratswahl: Bei Würth landet die IG Metall auf Platz drei New (weiterlesen »)

“Am Mittwoch, 7. August, rief die IG Metall bei Schuler zu einer Protestaktion auf. Kurz zuvor hatte der Vorstand angekündigt, dass in Göppingen 320 Arbeitsplätze in der Produktion bis 2022 und in Erfurt (Thüringen) 100 Produktionsarbeitsplätze vernichtet werden sollen. Die Kolleginnen und Kollegen sind diesem gewerkschaftlichen Aufruf gefolgt und haben ihn zu einer selbstständigen Aktion ausgeweitet. Sie erschienen in der Pressenbau-Montage und Fertigung den ganzen Tag nicht zur Arbeit. Es gab einen sofortigen Aushang der Personalabteilung, dass dies gegen die geltende Arbeitszeit verstoße. Der selbständige Streik ist auch das Ergebnis systematischer Auseinandersetzungen der letzten Jahre um eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit und die Notwendigkeit des entschlossenen Kampfs gegen drohende Arbeitsplatzvernichtung.” Korrespondentenbericht aus Göppingen vom 23. August 2019 bei Rote Fahne News externer Link, siehe dazu auch Hintergründe bei swp.de externer Link

Dossier

"Metall- und Elektro-Arbeitgeber: Sie wollen Profit. Wir wollen Wachstum" (IG Metall 2016). Foto: Wolfgang Schaumberg

Plakat der IG Metall zur Metall-Tarifrunde 2016 – siehe Kommentar von Wolfgang Schaumberg im Beitrag

In den nächsten Wochen diskutieren die IG Metall-Mitglieder und Vertrauensleute die Forderungen in den Betrieben und in den regionalen IG Metall-Geschäftsstellen. Auf Grundlage der regionalen Debatten wird der Vorstand der IG Metall am 10. Oktober seine Forderungsempfehlung abgeben. Die Tarifkommissionen werden sich am 24. Oktober treffen, um das Forderungspaket zu beschließen. Diese werden schließlich vom IG Metall-Vorstand bestätigt. Mitte November starten dann die Verhandlungen in den einzelnen Tarifgebieten. Am 31. Dezember endet die sogenannte Friedenspflicht. Ab dem 1. Januar 2018 sind dann Warnstreiks zulässig. Siehe für aktuelle Berichte den Tarifticker externer Link und bei uns zuletzt die Tarifrunde 2016 sowie zum Hintergrund das Dossier: IG Metall: Für eine neue Arbeitszeitkultur – Kampagne “Mein Leben – meine Zeit”. Hier konkret zur Tarifrunde, der damit verbundenen Arbeitszeit-Debatte und nun auch der Umsetzung:

  • Mensch, Markt und Maßlosigkeit. Wie weiter in der Tarifpolitik der IG Metall? New (weiterlesen »)

Fight Union Busters!Bei Lamy wurden die Betriebsratswahlen manipuliert, der Betriebsratsvorsitzende gekündigt und aus dem Werk verwiesen. Dabei fährt der Schreibgerätehersteller satte Gewinne ein – auch weil die Beschäftigten in schwierigen Zeiten auf Geld verzichtet haben. Die IG Metall geht jetzt vor Gericht. Eigentlich war Lamy immer ein sehr sozialer Familienbetrieb. Doch seit rund zwei Monaten hat eine neue Geschäftsführung die Federführung beim Heidelberger Hersteller von Schreibgeräten übernommen. Und die setzt jetzt den Tintenkiller an. Jürgen Böhm, der seit 25 Jahren im Betrieb arbeitet, hat es nun erwischt: Der Betriebsratsvorsitzende wurde erst gemobbt und jetzt gekündigt – “aus völlig fadenscheinigen Gründen”, betont der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heidelberg, Mirko Geiger. Angeblich soll Böhm in einer Besprechung im letzten Jahr die Unwahrheit gesagt haben. Die IG Metall Heidelberg zieht nun vor das Arbeitsgericht – nicht nur wegen der Kündigung sondern wegen einer Reihe von Verstößen. Zuvor hatte die Geschäftsführung bereits in die Betriebsratswahlen eingegriffen. Statt der eigentlich vorgesehenen elf Betriebsratsmitglieder durften die Beschäftigten nur neun wählen. Einer der drei Listen, die bei Lamy zur Wahl antraten, fehlten die nötigen Unterstützerunterschriften. Beschäftigte, die nicht wahlberechtigt waren, konnten trotzdem an der Wahl teilnehmen. Gültige Stimmen wurden als ungültig gewertet. Und der Geschäftsführer gewährte den Kandidaten einer Liste besondere Vorteile im Wahlkampf. Die Kandidaten der Liste “IG Metall” hingegen wurde beim Wahlkampf behindert. Beispielsweise durften sie keine Flugblätter während der Arbeitszeit verteilen. (…) Die IG Metall will erreichen, dass Lamy die Kündigung zurücknimmt und die Betriebsratswahl wiederholt wird. Das lehnen der Geschäftsführer und Teile des Betriebsrats jedoch ab. Nachdem ein erster Gütetermin keine Einigung brachte, startet nun im September der Prozess beim Arbeitsgericht in Heidelberg.” Meldung vom 13.08.2018 von und bei der IG Metall externer Link

organize!“Wenn Linke über die Notwendigkeit diskutieren, sich sozial verankern und Gegenmacht aufbauen zu wollen, geht es selten um die Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft. Das ist vor allem deshalb falsch, weil die Neoliberalisierung die Arbeitswelt in den vergangenen 20 Jahren stark verändert hat. Mit der Ausweitung von Kapitalmacht, mit der Prekarisierung und Flexibilisierung der Arbeit sind neue Konfliktlagen entstanden. Für Linke gäbe es hier viel zu tun. Die Organisierungsarbeit im Betrieb ist mühsam, das ist fraglos wahr. Sie steht in der Regel nicht im Rampenlicht und setzt voraus, dass man sich mit Autoritäten, die das eigene Leben bestimmen, auseinandersetzt. Ohne diese Art von Basisarbeit wird es der antikapitalistischen Linken aber nicht gelingen, wieder handlungsfähig zu werden. Ein Beispiel gewerkschaftlicher Organisierung fand beim Werkzeugbauer Maditek (Name geändert) statt, der zum Organisationsbereich der besonders kapitalfreundlichen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gehört. Den Organisierungsprozess habe ich für das Projekt Organisieren-Kämpfen-Gewinnen untersucht, nachdem wir begonnen hatten, mit den betrieblich Aktiven vor Ort zusammenzuarbeiten. (…) Die Ergebnisse und Perspektiven der Organisierung bei Maditek sind zwiespältig. Tatsächlich gelang es den Aktiven, das Kräfteverhältnis im Betrieb zu verändern und die Macht des Managements einzuschränken. Der Haupterfolg, so einer der Aktiven, bestand darin, dass Kollegen öfters nein sagten, wenn sie als Flexibilitätspuffer gebraucht wurden. Mit anderen Worten: Größere Teile der Belegschaft lernten den aufrechten Gang im Betrieb. Das blieb aber nicht folgenlos. In letzter Konsequenz entschied sich das Management dazu, durch eine Unternehmensumstrukturierung insbesondere den unliebsamen Betriebsrat loszuwerden. Die Organisierung wird von vorne beginnen müssen. Und das tut sie. In jedem Fall zeigt das Beispiel, dass es möglich ist, überall zu organisieren, wenn man strategisch und mit langem Atem vorgeht. Anlässe gibt es genügend, vielleicht arbeitet man ja selbst beim nächsten Maditek.” Artikel von Thomas Goes bei ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 624 vom 14. Februar 2017 externer Link

Mahlewerk Itajuba BrasilienBundesdeutsche Unternehmen haben – entgegen der Berichterstattung der BRD-Kommerzmedien – beim illegalen Sturz der gewählten brasilianischen Regierung durchaus eine tragende Rolle gespielt – und sei es nur über ihre aktive Mitgliedschaft im Unternehmerverband FIESP, im Bundesstaat Sao Paulo – Hauptbetreiber des „legalen Putsches“ gegen die PT Regierung. Und so wollen sie jetzt auch die Zinsen für ihr Verhalten eintreiben, mit dem Wirken einer Regierung, die nicht nur Sozialterror verbreitet, sondern auch direkte Angriffe auf soziale Bewegungen startet – und nun, zumindest propagandistisch, auch die Gewerkschaften „aufs Korn“ nimmt. Kann man natürlich ausnutzen, um lästige Profitreduzierer los zu werden. Denken sich auch und gerade bundesdeutsche Unternehmen wie eben aktuell Voith und Mahle und machen schon mal Schritte zur Eingrenzung gewerkschaftlichen Einflusses im Betrieb. Siehe dazu zwei aktuelle Meldungen: (weiterlesen »)

Dossier

Solidarität mit den Streikenden bei der Firma Zumtobel in UsingenDer Leuchtenhersteller Zumtobel in Usingen hatte im April die Absicht verkündet, zum 31. August 2016 den Betrieb mit ca. 150 Beschäftigten zu schließen. Nach erheblichen Warnstreiks und ganztägigen Betriebsversammlungen begleitet von der Forderung nach einem Sozialtarifvertrag kam es zu Verhandlungen. Es wurde ein bankfähiges Fortführungskonzept erarbeitet. Ein Investor wollte das Konzept umsetzen und alle Beschäftigten dabei übernehmen. Darüber hat Zumtobel mit dem Investor seit Mai verhandelt. Letzte Woche teilte Zumtobel überraschend mit, dass die Verhandlungen abgebrochen werden. Die IG Metall hat daraufhin die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag konkretisiert. Die Firma hatte bereits im Mai mitgeteilt, sie wolle darüber nicht verhandeln. Nach weiteren Warnstreiks haben wir gestern die Urabstimmung durchgeführt und sind seit heute im unbefristeten Streik für einen Sozialtarifvertrag. Siehe dazu das Streikinfo Nr. 2 , das am 9.9. verteilt wird und weitere Infos/Hintergründe bei der IG Metall Frankfurt am Main externer Link sowie im Solidaritätsblog externer Link. IG Metall Frankfurt bittet um Solidaritätsmails an betriebsratusingen@zumtobelgroup.com und frankfurt-am-main@igmetall.de. Siehe hier dazu:

  • Schliessung am 31. Dezember 2016 / Urabstimmungsergebnis bei Zumtobel – 96,4 % für den Sozialtarifvertrag
    Am gestrigen Mittwoch, 26. Oktober 2016, ist im Rahmen einer Einigungsstelle ein Verhandlungsergebnis über einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag beim Leuchtenhersteller Zumtobel in Usingen erzielt worden. Heute haben die Mitglieder der IG Metall in einer Urabstimmung über den Sozialtarifvertrag abgestimmt, der vor allem eine Bonusregelung für IG Metall-Mitglieder bei den Abfindungen enthält. Das Ergebnis von 96,4% ist mehr als eindeutig. Am morgigen Freitag, 28.10., 24 Uhr geht der Streik für einen Sozialtarifvertrag bei Zumtobel nach mehr als sieben Wochen zu Ende. (…) Regelungen im Sozialplan und im Sozialtarifvertrag: Abfindungen: Bruttomonatsentgelte pro Beschäftigungsjahr auf der Basis von 13,27 Monatsentgelten geteilt durch 12 (…) Die wichtigste Regelung des Sozialtarifvertrags: Die Mitglieder der IG Metall erhalten gemäß dem gleichzeitig mit dem Sozialplan abgeschlossenen Sozialtarifvertrag einen um 0,1 erhöhten Faktor in der jeweiligen Altersklasse. Transfergesellschaft…” Meldung vom 27. Oktober 2016  von und bei “Wir bei Zumtobel” externer Link (weiterlesen »)

Streik bei Zumtobel in Usingen seit 1.9.2016So erlebten die Streikenden am Mittwoch vor dem Werktor einen massiven, martialisch anmutenden Polizeieinsatz. Sie harren seit dem 1. September Tag und Nacht vor dem Tor aus und wollen damit verhindern, dass eine Demontage der Produktionsanlagen ihre Verhandlungsposition schwächen könnte. Am Mittwochvormittag fuhr ein Lkw-Konvoi in Begleitung starker Polizeikräfte vor und begehrte Einlass ins Werk. Die Streikenden blockierten jedoch den Zugang. Die Werksleitung pochte auf ihr Hausrecht und drohte mit der Räumung. „Der Polizeieinsatz hat uns aufgerüttelt“, berichtet uns ein streikender Kollege und Augenzeuge: „Obwohl wir nicht gewaltbereit waren, erschienen für jeden von uns mindestens zwei Polizisten im Kampfanzug mit Schildern und Knüppeln. Auch ein Polizeihund war dabei. Mit Polizeikameras wurden wir alle gefilmt. Das war völlig überzogen und eine Verschwendung von Steuergeldern.““ – aus dem Bericht „Polizeieinsatz gegen Streikende“ von Hans Gerd Öfinger am 22. September 2016 in Der Funke externer Link. Siehe dazu neu:

  • Solidarität mit den Streikenden bei der Firma Zumtobel in UsingenDemonstration vor dem hessischen Landtag nach Polizeiüberfall: Zumtobel-Belegschaft wehrt sich weiter
    Die streikenden Beschäftigten des Leuchtenherstellers Zumtobel im hessischen Usingen haben heute (29.9.16) am hessischen Landtag in Wiesbaden gegen die Schließung ihres Werks demonstriert. Sie bildeten ein Kreuz aus Menschen auf dem Platz vor dem Landtag. Drinnen beschäftigte sich der Innenausschuss des Landtages mit dem Vorgehen der Polizei am Mittwoch der letzten Woche in Usingen. Zumtobel hatte mit Hilfe eines massiven Polizeiaufgebotes den Abtransport von Produkten und Materialien aus dem bestreikten Werk erzwungen“ – so beginnt der Bericht „Zumtobel-Beschäftigte demonstrieren vor Landtag“ am 29. September 2016 bei der IG Metall externer Link, worin auch nochmals die bisherige Entwicklung der Auseinandersetzung zusammen gefasst wird (weiterlesen »)

Dossier

Metall-Tarifrunde 2016 Der (aktualisierte) Fahrplan: Die Entgelttarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie laufen zum 31. März aus, die Friedenspflicht endet in der Nacht zum 29. April 2016. (Bei Volkswagen enden Entgelttarifvertrag und Friedenspflicht am 31. Mai 2016.) Siehe das Dossier bei der IG Metall externer Link und hier dazu:

  • Liga gehalten – aber wie lange noch? Versuch, den aktuellen Tarifabschluss der IG Metall von links zu kritisieren
    express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit“… Ein Paradebeispiel für eine solche ritualisierte Kritik von links ist der Text von Laurenz Nurk zum diesjährigen Tarifabschluss der IG Metall. Er spricht darin von einem »erbärmlichen Ergebnis« der IGM, da der Abschluss bezogen auf zwölf Monate nur knapp über zwei Prozent liegen dürfte, und holt dann sehr weit aus, um mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Bedeutung einer offensiven gewerkschaftlichen Lohnpolitik seine Kritik zu fundieren. Nicht nur, weil mir diese linkskeynesianische Argumentation so oder so ähnlich immer wieder nach Tarifabschlüssen begegnet ist, möchte ich sie zum Anlass nehmen, mich einigen Fragen zu nähern, die diese Kritik bei mir provoziert. Ist es tatsächlich Aufgabe der Gewerkschaften, bei ihrer Lohnpolitik die Gesamtwirtschaft im Blick zu haben? Selbst wenn das Ergebnis der IGM bei knapp über zwei Prozent liegen sollte, ist das dann tatsächlich ein erbärmliches Ergebnis? Wer oder was bestimmt eigentlich, was ein gutes TarifErgebnis ist und was nicht? Und an welchem Maßstab könnte eine fundierte linke Kritik gewerkschaftlicher Tarifpolitik ansetzen? Ohne hierauf fertige Antworten zu haben, möchte ich zu der notwendigen Debatte darüber einige Überlegungen beisteuern…” Artikel von Toni Richter, erschienen in express 06/07 2016 – der angesprochene Artikel von Laurenz Nurk: “Einigung im Tarifstreit der IG Metall – ein Ergebnis, noch schlimmer als befürchtet“ am 17. Mai 2016 beim Gewerkschaftsforum Dortmund externer Link

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Warnstreik bei Finova, Remscheid, am 24.2.2016, Foto: IG Metall Remscheid-SolingenBeim Hersteller für Feinschneidtechnik Finova GmbH klaffen Werbung und Realität auseinander. Die Homepage begrüßt mit dem stolzen Hinweis auf einen hohen internen Qualitätsanspruch – die Mitarbeiter werden seit Jahren mit Löhnen weit unter dem „Lohn-Qualitäts-Niveau“ des gültigen Flächentarifvertrages abgespeist. Individuell ausgehandelte Vereinbarungen – bei denen auch der Betriebsrat entgegen gesetzlichen Vorschriften als Werkzeug instrumentalisiert wird – schüren mit dem Hinweis auf globale Konkurrenz Angst um den Arbeitsplatz. Viele Mitarbeiter sind diese Form des „Vorenthalten eines gerechtes Lohnes“, wie sie sagen, leid. Sie haben die IG Metall Remscheid-Solingen als zuständige Geschäftsstelle gebeten, vermittelnd einzugreifen. Deren Angebote zu Verhandlungen über tarifgerechte Entlohnung wurden seitens der Geschäftsführung bislang ignoriert...” Meldung der IG Metall Remscheid-Solingen vom 24.2.2016 auf deren Startseite externer Link und ein Video des ersten Warnstreiks sowie neu:

  • Finova zahlt Prämie für Streikbruch
    In der aktuellen Auseinandersetzung bei Finova schreckt das Management vor nichts mehr zurück. Am Mittwoch wurde den Beschäftigten per Aushang eine Prämie in Höhe von 100 € angeboten, wenn sie nicht an den kommenden Streikmaßnahmen teilnehmen. „Das Angebot der Streikbruchprämie ist juristisch fragwürdig. In jedem Fall ist es ein Angriff auf das Streikrecht und deutet auf eine unmoralische sowie erschreckende Verwahrlosung der Sitten auf Seiten Finova-Managements“ (…) Die IG Metall rief am Donnerstag die Mitglieder bei Finova erneut zum Warnstreik auf. Ziel ist der Abschluss eines Tarifvertrages für die Finova-Beschäftigten. Gegen Mittag fand am Weidenbroich in Bergisch Born eine Kundgebung der IG Metall und ihrer Mitglieder bei Finova statt. (…) Die IG Metall zeigt sich kämpferisch und droht mit einer Ausweitung bis hin zur Urabstimmung und unbefristeten Streik…” Pressemitteilung der IG Metall Remscheid-Solingen vom 03. März 2016

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VAC: Zukunft statt Sozialplan!Die Aktionäre des VAC-Eigentümers OMG bekommen den Hals nicht voll: In einem seit Jahrzehnten wirtschaftlich gesunden Unternehmen sollen ohne Not 340 Arbeitsplätze abgebaut und verlagert werden. Wir wehren uns gegen die völlig unnötigen und waghalsigen Pläne des Arbeitgebers, die dazu führen können, dass die Hanauer Vacuumschmelze als Ganzes gefährdet ist. Wir brauchen eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung und aus anderen Betrieben. Wir wollen gemeinsam der Gier der Aktionäre aktiv entgegentreten und die Arbeitsplätze in Hanau erhalten…” Die neue Aktionsseite “Zukunft statt Sozialplan!” externer Link. Darin wichtig und darüber hinaus:

  • Mitarbeiter bei Hanauer Vacuumschmelze atmen durch: IG-Metall wendet betriebsbedingte Kündigungen ab
    Mit der Einigung über einen »Zukunftstarifvertrag« zur längerfristigen Erhaltung des Standorts Hanau und Verhinderung betriebsbedingter Kündigungen ist ein von der IG Metall angedrohter unbefristeter Arbeitskampf beim traditionsreichen Hanauer Metallbetrieb Vacuumschmelze vom Tisch. Die Vertreter von IG Metall und Geschäftsleitung hatten sich in der Nacht zum Mittwoch in einer fünften Verhandlungsrunde auf das Vertragswerk geinigt….” Artikel von Hans-Gerd Öfinger vom 01.07.2015 in Neues Deutschland online externer Link. Siehe dazu: (weiterlesen »)

DossierMetall-Tarifrunde 2015

Mehr Zeit zum Leben: “Die Weichen für die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sind gestellt. Der IG Metall-Vorstand hat den Tarifkommissionen qualitative Themen und Forderungen zur Diskussion empfohlen, die nun ab Herbst regional verhandelt werden sollen…” (Siehe IGM-Meldung vom 10.07.2014 externer Link, siehe auch die IG Metall-Sonderseite zur Metall-Tarifrunde 2015 externer Link). Siehe dazu hier Meldungen und Forderungen:

  • Metall Tarifrunde Pilotabschluss: Unterm Strich jetzt doch eher bescheiden
    Den ZDF-Tagesthemen am 24. Februar war es nur eine kurze Meldung wert, mit vier Informationen: „150.- € für Januar/ Februar / März!“ „3,4 % mehr ab 1. April!“ „Altersteilzeit bleibt!“. „Bildungsteilzeit ist für Unternehmen freiwillig!“. Gemessen an der vollmundigen Losung „Kein Grund zur Bescheidenheit“, mit der die IG- Metall angetreten war, löst dieses Ergebnis Fragen und Nachdenklichkeit aus. (…) Welche Gründe kann die IG- Metall gehabt haben, sich darauf einzulassen, ohne die Kampfkraft wirklich voll ausgeschöpft zu haben?…” Bewertung des Abschlusses im Netzwerkinfo der Gewerkschaftslinken Nr. 54 vom März 2015 (Seite 3) (weiterlesen »)

MitbestimmungDas ist selten: IG Metall und VDMA können sich geringere Einstiegstarife vorstellen. Die Gewerkschafter wollen, dass es dafür weniger Werkverträge gibt. Ohne Werkverträge geht’s nicht, sagen die Arbeitgeber…” Diesen neuen sozialpartnerschaftlichen Vorstoß meldete Dietrich Creutzburg in der FAZ online vom 26.08.2013. Mittlerweile regt sich innergewerkschaftlicher Widerstand:

  • Interview mit IG-Metall-Chef Huber: „Das ist ein Fass ohne Boden“
    Interview von ms vom 18.10.2013 in der Stuttgarter Zeitung online externer Link , auf das wir nun aufmerksam gemacht wurden, weil sich Berthold Huber darin mehr oder weniger wieder von den Einstiegslöhnen distanziert, was so gewertet werden kann, dass Wetzel einen Versuchsballon hat steigen lassen und aufgrund von heftigem Widerspruch die IGM-Führung doch kalte Füße bekommen hat… Siehe aus dem Interview die relevanten Passagen: (weiterlesen »)

DossierMetall-Tarifrunde 2013

Die Tarifrunde ist eröffnet: Am 19. März beginnen die ersten Verhandlungen in den Tarifgebieten Bayern und Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland). Die Entgelttarifverträge enden am 30. April 2013. Siehe dazu “Metall-Tarifrunde 2013: Forderungen aus den Betrieben“, den Abschluß und erste Kommentare:

  • Zitat von Berthold Huber:  „5,6% höhere Entgelte“ „fair und angemessen“
    “Wir wollen uns nicht dazu äußern, dass unsere Gewerkschaft mitunter behauptet hat, wir hätten in dieser Tarifrunde 5,6% durchgesetzt. Wir sind alle erwachsen und können alle rechnen. Wir hatten 5,5% für 12 Monate gefordert und wir haben für die ersten 12 Monate 3,4% bekommen, wobei davon zwei Monate Nullrunden sind. Macht im Durchschnitt für 12 Monate 2,83%. Außerdem werden wir dann im Mai 2014 nicht um eine neue Erhöhung streiten, sondern sind für weitere acht Monate auf eine Erhöhung von 2,2% festgelegt. Aber haben wir etwas anderes erwartet? Als die Tarifrunde gerade erst begonnen hatte, haben wir genau das in unserem Flugblatt geschrieben und auch die Gründe dafür genannt: „Tarifrunde: Statt Cent-Schacher – Streik gegen Leiharbeit und Werksverträge”…” Flugblatt vom Juni 2013   – geschrieben, verteilt und finanziert von Vertrauensleuten und Betriebsräten des Daimler-Werkes Bremen (weiterlesen »)

Dossier

  • Uniwell jetzt mit Betriebsrat
    Bei der Eberner Uniwell gibt es trotz des hartnäckigen Widerstands der Geschäftsführung endlich eine Interessenvertretung nach dem Betriebsverfassungsgesetz: Mit einer Wahlbeteiligung von soliden 86 Prozent wählte die Belegschaft am Mittwoch erstmals einen Betriebsrat, der sich in seiner ersten Sitzung am 18. Dezember konstituieren wird. Drei Listen bewarben sich bei der Wahl um insgesamt sieben Mandate. Mit 55 von 147 gültigen Stimmen entfallen drei auf auf die Liste der IG Metall sowie jeweils zwei auf die beiden anderen Listen. Die Bamberger IG Metall fordert anlässlich der Wahl die Uniwell-Geschäftsleitung auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren und die Behinderung der Wahl und insbesondere der IG Metall-Kandidaten unverzüglich einzustellen: “Es kann nicht sein, dass die Behinderungen der Wahl jetzt durch die Behinderung der Betriebsratsarbeit fortgesetzt werden. Die völlig willkürlichen Hausverbote gegen die gewählten Betriebsratsmitglieder aus den Reihen der IG Metall sind unverzüglich aufzuheben”, erklärten der erste Bevollmächtigte Matthias Gebhardt und Betriebsbetreuer Thilo Kämmerer für die IG Metall Bamberg.Pressemitteilung der IG Metall Bayern vom 14.12.2012 externer Link (weiterlesen »)