Elektrotechnik

osram wir alle“Der Betriebsrat des Lichttechnikkonzerns Osram sowie die IG Metall wollen einen Verkauf des Unternehmens an chinesische Investoren verhindern. Der Betriebsrat erklärte, er sei nicht grundsätzlich gegen Offerten aus China. Betriebsratschef Werner Leyer sagte am Mittwoch aber – in der Sprache des Kapitals –, die Firma könne »als unabhängiges Unternehmen besser ihre führende Marktposition ausbauen«. Eine Übernahme sei deshalb nicht im Sinne der Beschäftigten. Der chinesische Hersteller von Halbleitern San’an Optoelectronics hat offiziell bereits Interesse an dem bayrischen Konzern angemeldet. Eine konkrete Offerte gibt es aber noch nicht. Der Osram-Betriebsratsvorsitzende erklärte bereits, dass die Beschäftigtenvertreter ein solches Angebot als unfreundlichen Akt werten werden. »Wir werden uns gegen jeden ›feindlichen‹ Übernahmeversuch zur Wehr setzen«, so Leyer. Eine Schlüsselrolle spielt die einstige Osram-Muttergesellschaft Siemens, die noch mit 17,5 Prozent am Unternehmen beteiligt ist. Siemens hält sich bisher bedeckt. Die Osram-Betriebsräte verlangen hingegen ein Bekenntnis von Siemens-Chef Josef Käser alias Joe Kaeser und dem eigenen Konzernchef Olaf Berlien. Beide müssten die »Unabhängigkeit« von Osram schützen…” Beitrag bei der jungen Welt vom 24. November 2016 externer Link

Die IG Metall fordert für die Sick-Mitarbeiter in Ottendorf-Okrilla den gleichen Lohn wie für alle anderen Beschäftigten des Unternehmens: Davon soll ein Signal für die gesamte Region ausgehen. Vor der dritten Tarifrunde am ostdeutschen Standort des weltweit agierenden Sensorenherstellers Sick AG hat die IG Metall gleichen Lohn für alle Mitarbeiter gefordert. Der Flächentarifvertrag der IG Metall Baden-Württemberg müsse auch für das Tochterunternehmen Sick Engineering in Ottendorf-Okrilla (Kreis Bautzen) eingeführt werden. (…) Die Tarifverhandlungen gehen an diesem Freitag weiter. Bisher erhalten die Sick-Mitarbeiter in Sachsen weniger Geld als ihre Kollegen an den anderen deutschen Standorten…” Mitteilung der Kanzlei Hensche in Arbeitsrecht aktuell vom 28. Oktober 2016 externer Link (letzte Überarbeitung am 1. November 2016)

"willst du mit mir streiken gehen?"“Der patriarchal geführte Familienbetrieb Schweizer Electronic AG ist nach Informationen der IG Metall seit 20 Jahren ohne Tarifvertrag. Um diesen Zustand zu beenden, bahnt sich eine Streikbewegung beim Halbleiter-Hersteller an, der im Landkreis Rottweil (Baden-Württemberg) ansässig ist und 780 Personen beschäftigt. Ende September 2016 trat die Belegschaft erstmals in Warnstreik. Da die Vorstandsvorsitzende Maren Schweizer Gespräche mit der IG Metall bislang kategorisch ablehnt und ihre Beschäftigten mit dem Gespenst der “Fremdbestimmung” zu verschrecken sucht, wird der Konflikt vermutlich mit härteren Bandagen ausgefochten werden müssen. (…) Die Geschäftsleitung goss zusätzliches Öl ins Feuer, indem sie vor dem Warnstreik vier Betriebsratsmitglieder mit Abmahnungen maßregelte sowie Lohnabzug und Kündigungen androhte. Die Industriegewerkschaft schreibt dazu: “Vier IG Metall-Vertrauensleute informierten Führungskräfte über ein Merkblatt zum Verhalten von Vorgesetzten im Falle eines Warnstreiks. Dies veranlasste den Vorstand den Kollegen nicht nur eine Abmahnung zu verpassen, sondern ihnen die erforderliche Zeit für die Gespräche vom Lohn abzuziehen.” (Chaostage bei der Schweizer Electronic, IG Metall Freudenstadt, 4.10.2016). Nun organisiert die Gewerkschaft Solidarität gegen solche durchsichtigen Vergeltungsmaßnahmen…” Umfangreiches Dossier vom 17. Oktober 2016 bei arbeitsunrecht  externer Link – Die KollegInnen bitten darum, die Resolution “Demokratie endet nicht am Werkstor” als Word-Dokument herunter zu laden und Unterschriften zu sammeln. Siehe dazu auch Schweizer-Soli-Blog der IG Metall Freudenstadt externer Link und hier dazu:

  • »Mit kriminellen Mitteln«. Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma Schweizer Electronic
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Dossier

Protest gegen Stellenstreichungen bei Siemens, Bild: IG MetallSiemens streicht fast 8000 Stellen in Deutschland und weltweit. Der Betriebsrat kündigt schwierige Gespräche an. Die neue Personalchefin Kugel aber sagt: “Wir werden wahrscheinlich nicht allen eine neue Stelle im Unternehmen anbieten können.”…” Artikel von Dinah Deckstein, München, vom 06.02.2015 bei Spiegel online externer Link: Stellenstreichungen bei Siemens: “Wir sollten uns nichts vormachen”. Siehe laufende Berichterstattung beim Siemens Dialog externer Link und hier dazu:

  • Angst um die Jobs: Hunderte Siemens-Mitarbeiter protestieren bei Aktionstag gegen Stellenstreichungen
    “Bei Siemens sollen im Zuge des Umbaus viele Arbeitsplätze wegfallen. Dagegen lehnen sich die Beschäftigten nun gemeinsam auf. (…) Siemens hatte angekündigt, wegen der Nachfrageflaute aus der Öl- und Gasbranche weltweit rund 2500 Jobs in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe abzubauen oder zu verlagern. Dabei sollen rund 2000 Jobs in Deutschland verschwinden, schwerpunktmäßig sind die bayerischen Standorte Nürnberg, Ruhstorf, Bad Neustadt und Erlangen betroffen. Die Verhandlungen mit Beschäftigtenvertretern seien »konstruktiv, aber auch kontrovers« verlaufen, so Siemens-Arbeitsdirektorin Janina Kugel. (…) Deutschland müsse sich angesichts der Digitalisierung auf einen grundlegenden Wandel der Beschäftigung einstellen, so Kugel. (…) Demgegenüber sehen IG Metall und Betriebsräte bei den geplanten Maßnahmen des Konzerns eine strategische Grundsatzfrage. IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler sagte, Siemens ziehe seit Jahren schleichend Produktionskapazitäten aus Deutschland ab. Das sei nicht nur aus Beschäftigungssicht, sondern auch strategisch ein Fehler: »Nur die Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zu Vertrieb und Service gewährleistet, dass Siemens seine technologische Gesamtkompetenz als Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit langfristig und nachhaltig erhält.«…” Bericht von Sebastian Knurrhahn bei neues Deutschland vom 21. Juli 2016 externer Link. Siehe den Aktionsbericht mit Fotoalben aus den Städten und Diashows:  “Starkes Signal nach München” vom 20.07.2016 beim Siemens-Dialog externer Link

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Osram kürzt massiv Jobs

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osram wir alleAm 29. Juli kam die Hiobsbotschaft: Die unter dem verharmlosendem Namen “Osram Push” daherkommenden Einschnitte, von Osram wie in solchen Fällen üblich als “Prozessverbesserungen” und “Strukturanpassungen” bezeichnet, sollen ein weiteres Mal massiv Arbeitsplätze vor allem in der Fertigung, aber auch in übergeordneten Bereichen kosten. “Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen im Inland etwa 1.700 Stellen sowie rund 6.100 Stellen international abgebaut werden”, lautet die entsprechende Kernaussage der Pressemitteilung…“ Meldung im Siemens Dialog vom 30.07.2014 externer Link: Kahlschlagpläne bei Osram. Siehe die Entwicklung seitdem:

  • Sinnlose Entlassungen bei Osram? IG Metall kritisiert Restrukturierungsprogramm mit fragwürdigen Argumenten
    International aufgestellte Konzerne gruppieren ihre Belegschaften je nach Entwicklung der regionalen Märkte ständig um, saugen bei guter Auftragslage Arbeitskraft auf und stoßen sie wieder aus, wenn das Geschäft erlahmt. Nicht selten passiert dies auch gleichzeitig. In der einen Region wird eingestellt, in der anderen entlassen. So ist dies auch bei Osram, einer früheren Siemens-Tochter. […] Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms «Push» soll die Zahl der Standorte von 43 (Stand 2011) auf 33 reduziert werden. Über die Frage, welche Standorte aufgegeben werden sollen, werde – so Konzernchef Wolfgang Dehen – «entsprechend der jeweiligen Marktentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit» entschieden…“ Artikel von Jochen Gester in der sozialistischen Zeitung im November 2014 externer Link   Aus dem Text: (weiterlesen »)

Solidarität mit Franklin Beschäftigten

Dossier

franklin electric„Wir stehen hinter den Beschäftigten von Franklin Electric, die seit Wochen um ihre Arbeitsplätze in Wittlich kämpfen. Der Arbeitskampf der Belegschaft gegen die falsche Entscheidung des amerikanischen Konzerns, die Produktion nach Tschechien zu verlagern und rund 100 Industriearbeitsplätze in Rheinland Pfalz zu vernichten, verdient unser aller Respekt und Solidarität.[…] Wir fordern den amerikanischen Franklin Electric Konzern auf, seine falsche Entscheidung zu überdenken und mit der Belegschaft und ihren Interessenvertretungen, Betriebsrat und IG Metall, über ein Konzept zum Erhalt der Arbeitsplätze zu verhandeln. Eine Region steht auf und stellt sich hinter den Beschäftigten von Franklin Electric Wittlich. Solidaritätskreis für die Franklin Electric Belegschaft“ Siehe dazu das Flugblatt des Solikreises : “Solidaritätskreis für Franklin KollegInnen gegründet” und weitere Informationen sowie Soli-Adressen bei “Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen bei Franklin”, die Soliseite der IG Metall mit allen aktuellen Informationen externer Link oder die Betriebsseite der IG Metall Trier externer Link und hier in unserem Dossier:

  • Franklin Streik heute beendet – Sozialtarifvertrag angenommen
    Der Streik bei Franklin Electric in Wittlich wird heute beendet. Um 11.55 Uhr werden die bis dahin streikenden Franklin KollegInnen gemeinsam in den Betrieb gehen und mit einer abschließenden Betriebsversammlung ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die MetallerInnen schreiben auf ihrer Homepage dazu: „Mit annähernd 99 Prozent haben die Beschäftigten bei Franklin Electric dem Verhandlungsergebnis, das am Mittwoch zwischen IG Metall und Geschäftsleitung erzielt wurde, zugestimmt. Der Sozialtarifvertrag sieht für die Mitglieder der IG Metall  Abfindungsregelungen  vor, für rentennahe ältere Beschäftigte wurden Sonderregelungen getroffen. Alle IG Metall-Mitglieder, die seit 20 Tagen in der vierten Woche im Arbeitskampf waren, haben zusätzlich zur tariflichen Abfindung einen Anspruch auf ein Angebot zum Ende ihrer Kündigungsfrist zum Übertritt in Transfergesellschaft. Zusätzlich werden die Entgelte aller Mitglieder der IG Metall um 210 € brutto ab Januar 2015 erhöht.“ Meldung vom 13. November 2014: Urabstimmung zum Sozialtarifvertrag – Hohe Zustimmung bei Franklin Electric externer Link und:

    • Streiknachrichten Nr. 12 – Erfolg der Solidarität: 98,72 % stimmen mit ja – Urabstimmung erfolgreich abgeschlossen. Aufrechter Gang brachte Erfolg
      „…Solange die kapitalistische Wirtschaftsordnung nicht den Menschen, gute Arbeit und faire Bedingungen im Mittelpunkt sieht, sondern nur den schnellen Profit, solange es keine wirtschaftliche Mitbestimmung der Beschäftigten, sondern nur Unternehmerdiktat gibt, sind dies unsere Kampfbedingungen. Diese konnten wir mit unserem Streik nicht überwinden (…) Der Streik, der Zusammenhalt wird bei allen in Erinnerung bleiben als eine Zeit, in der wir selbst das Sagen hatten…“ Uwe Zabel, Streikleiter der IGM in den Streiknachrichten Nr. 12 vom 13.11.2014 externer Link
    • Kommentar der Labournet Redaktion vom 14.11.2014: “Damit hat der Streik ein Ergebnis erzielt, das die Bedingungen der Betriebsschließung deutlich verbessert. Es ist damit jedoch der von uns bereits zu Mittwoch prognostizierte, von der IG Metall angestrebte „Kompromiss“ eingetreten. Es wurde nicht versucht, die Vor- und Nachteile des Verhandlungsergebnisses als Zwischenstand zu betrachten und offen mit den Streikenden zu diskutieren, sondern die Verhandlungskommission empfahl einstimmig die Annahme. Die KollegInnen scheinen damit der Lage entsprechend zufrieden zu sein und haben dafür im Streik viel geleistet. Die Situation als eine, in der es „keine Sieger“ und „keine Verlierer“ (IGM Bezirksleiter Armin Schild in den Streiknachrichten Nr. 12) gibt beschreiben, kann jedoch nur jemand, der sein Einkommen weiter gesichert hat. Der Franklin Konzern hat sein „Direktionsrecht“ nicht verloren und wird die KollegInnen schlussendlich auf die Straße setzen. Dagegen sollte die Belegschaft ihre im Streik gewonnene Solidarität beibehalten und auch im Betrieb weiter einsetzen.“
    • Am Anfang steht die konkrete Analyse der konkreten Situation – Antithesen zum Kommentar vom 11.11.2014 zum Franklin Streik
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Quelle: Meldung in der TAZ vom 30.11.2012 externer Link

Die Umstrukturierungen am Lichtmarkt treffen erneut die Angestellten bei Osram. Weltweit sollen 4.300 Stellen eingespart werden, 400 davon in Deutschland.

Quelle:  Artikel von Stephan Waldberg in Direkte Aktion 212 – Juli/August 2012 externer Link

Die Sick AG ist ein Vorzeigeunternehmen, dotiert mit mehreren Preisen und Auszeichnungen und einer der weltweit führenden Hersteller von Sensoren für die Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation mit über 5.000 Beschäftigten, davon über 1.000 am Hauptsitz in Waldkirch. Seit Jahren rumort es bei den Transportbeschäftigten des Logistik-Zentrums. Der innerbetriebliche Transportbereich hat eine hohe Verantwortung und spielt eine wichtige Rolle im gesamten Produktionsablauf des Unternehmens. Eine der Hauptaufgaben der Transporteure ist es, die kommissionierten Materialien und Waren, die bereitgestellt werden, innerhalb des Betriebes in die Produktionsbereiche zu liefern. Sie legen im Schnitt täglich zwischen zehn und 15 Kilometern pro Mitarbeiter zu Fuß zurückgelegt. Das betrifft aktuell neun Transporteure. Aufgrund des in den letzten Jahren erhöhten Leistungsdrucks, ständig steigender Arbeitsdichte und einer damit verstärkten Arbeitsbelastung, begannen die ArbeiterInnen im Jahr 2010, die Forderung auf eine Anhebung der Löhne von Entgeltgruppe 2 auf Gruppe 3 des Entgeltrahmentarifvertrags der IG Metall zu stellen. Im September 2011 konnten die Forderungen durchgesetzt werden…“   Siehe dazu:

  • Stempel zum Streik: IG Metall wollte MitarbeiterInnen bei Warnstreiks zum „Abmelden“ bewegen
    Bei einer betrieblichen Auseinandersetzung bei der Sick AG in Waldkirch bei Freiburg zeigte sich die IGM zuletzt nicht von ihrer kämpferischsten Seite. Schon die Jahre zuvor versuchte die IGM unrechtmäßig Warnstreiks zugunsten der Arbeitgeber zu disziplinieren. Einem Mitglied der FAU Freiburg ist es gelungen, etwas Grundlegendes bezüglich „Warnstreiks“ zu erwirken. Dabei kam die IGM deutlich ins Schwitzen. Der Grund: Zusammen mit einigen KollegInnen der Sick AG haben diese sich über die Haltung der IGM im Betrieb beschwert, da in den letzten Jahren während der Tarifverhandlungen dazu aufgerufen wurde, beim Warnstreik vorher auszustempeln und danach wieder einzustempeln. Das erzeugte einigen Unmut bei Teilen der Belegschaft…Artikel von Stephan Waldberg Waldberg in Direkte Aktion 212 – Juli/August 2012 externer Link

  • China Labor Watch: Neue Vorwürfe zu Arbeit von Minderjährigen bei Samsung
    Ein neuer Bericht von China Labor Watch behauptet, dass Schulen in China unter 16-jährige Schüler zwingen, in Fabriken von Samsung Electronics zu arbeiten. Die US-Nichtregierungsorganisation China Labor Watch hat erneut Vorwürfe zu Arbeit von Minderjährigen bei Samsung Electronics erhoben. Diesmal geht es nicht um einen Auftragshersteller, sondern um Samsungs eigene Fabriken. Laut einem noch nicht veröffentlichten Bericht von China Labor Watch, der dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegt, seien in drei der untersuchten Fabriken teils unter 16 Jahre alte Schüler beschäftigt…Artikel von Achim Sawall auf golem.de vom 02.09.2012 externer Link (weiterlesen »)