Air Berlin

Dossier

Air Berlin Insolvenz - ist erst der start (ver.di)»Kollegen wollen wissen, wie der Übergang wird«. Große Unsicherheit bei Beschäftigten von Air Berlin. Gewerkschaft Verdi will Sozialtarifvertrag. Dazu Christine Behle, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Fachbereich Verkehr, im Gespräch mit Johannes Supe bei der jungen Welt vom 19. August 2017 externer Link: “… Die Beschäftigten haben große Angst. In den Zeitungen lesen sie jeden Tag etwas anderes darüber, wie es weitergeht. Sicher ist davon nichts. Gleichzeitig wird von den Kolleginnen und Kollegen erwartet, dass sie ganz normal ihrer Arbeit nachgehen. Tun sie es nicht, bekommt Air Berlin ein noch größeres Problem. Das macht die Situation nicht gerade leicht für sie. (…) Zur Zeit laufen im Hintergrund Gespräche zwischen den Eigentümern, dem Insolvenzverwalter und jenen, die an Unternehmensteilen interessiert sind. Wer aber was genau kaufen will, ist noch nicht bekannt. Deshalb warten wir darauf, dass es konkrete Vorschläge gibt, wer was erstehen will und wie sich das gestalten kann. (…) Wir wollen mit denen ins Gespräch kommen, die Unternehmensteile übernehmen wollen. Am Freitag haben wir Air Berlin zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert. Wir haben auch verlangt, dass die anderen Unternehmen mit an den Tisch kommen, damit wir verbindliche Regelungen finden, wie und wie viele Kollegen weiterbeschäftigt werden…” Siehe dazu:

  • Air Berlin-Beschäftigte demonstrieren am 22. November in Berlin New (weiterlesen »)

Cockpit an Lufthansa: Stoppt die ProfitgierDer Vorstand der Vereinigung Cockpit lehnt den Tarifabschluss mit der Eurowings GmbH aus verbandsübergeordneten Gründen ab. (…) „Es darf nicht sein, dass ein Fast-Monopolist im deutschen Pilotenmarkt, wie die zum Lufthansa Konzern gehörende Eurowings, ihre Position eiskalt ausnutzt, um einen Betriebsübergang zu umgehen. Betroffene Piloten dürfen nicht in Konditionen teils deutlich unter dem Niveau des Wettbewerbs gezwungen werden. Soziale Verantwortung sieht anders aus!“, so Jörg Handwerg, Mitglied des Vorstandes der Vereinigung Cockpit. „Dieser Tarifvertrag hätte weder für die von der Insolvenz betroffenen Piloten der Air Berlin, noch für das Bestandspersonal der Eurowings verbindliche Perspektiven geschaffen“, so Handwerg weiter. Weiterhin fordert die Vereinigung Cockpit die Eurowings auf sich als Nutznießer der Air Berlin Insolvenz zu ihrer sozialen Verantwortung zu bekennen und den Mitarbeitern akzeptable Konditionen zu bieten. Mit Gehaltseinbußen von bis zu 40% und Konditionen die deutlich unter dem Niveau anderer Unternehmen im Wettbewerb liegen, sieht die Vereinigung Cockpit dies als nicht gegeben an.Cockpit-Pressemitteilung vom 06. November 2017 externer Link, siehe dazu:

Cockpit an Lufthansa: Stoppt die ProfitgierSchwerer Vorwurf: Statt tausenden Bewerbungen soll es nur wenige Dutzend geben. Angesichts der aktuellen Unstimmigkeiten bei Eurowings Europe, über die Austrian Aviation Net umfangreich berichtete, wendet sich nun die Belegschaft der österreichischen Lufthansa-Tochter mit einem offenen Brief an ihre Kollegen von Air Berlin und anderen Fluggesellschaften. Gleichzeitig wiesen die Verfasser die Austrian-Aviation-Net-Redaktion darauf hin, dass es momentan zu Bereederungsproblemen kommen würde. Ursache dafür wäre, dass sich angeblich nur sehr wenige Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings Europe bewerben würden und “auf die schlechten Konditionen, insbesondere bei Eurowings Europe in Wien, Salzburg, Palma und München einlassen wollen. Die oft behaupteten tausenden Bewerber sind in der Realität nur wenige duzend sodass jetzt massiv extern angechartert werden muss um die Flüge durchzuführen (u.a. AirEuropa, CSA, etc)”.” Vorwort der Redaktion des Austrian-Aviation-Net zur Dokumentation des Offenen Briefes am 30.10.2017 externer Link, siehe dazu einen detailreichen Kommentar und unser Dossier zur Air Berlin-Pleite: (weiterlesen »)

Zu spätes Gehalt, chaotische Dienstpläne und eine nicht erreichbare Personalabteilung – Air Berlin wird von Mitarbeitern scharf kritisiert. Die angeschlagene Airline spricht dagegen von „vereinzelten Engpässen“. Der Umbau der angeschlagenen Air Berlin führt nach Arbeitnehmerangaben zu chaotischen Verhältnissen für die Crews. „Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr fliegendes Personal planen und betreuen“, heißt es in einem offenen Brief der Personalvertretung Kabine. „Fehler und Krankheit sind die Folgen.“ Die Unterstützung der Verwaltung für die Flugbegleiter sei an „einem absoluten Tiefpunkt“ angelangt, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. (…) In ihrem Brief vom 10. April werfen die Beschäftigten dem Vorstand um den neuen Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann blinden Aktionismus vor. Dienstpläne würden verspätet vorgelegt. Die Vorgaben überschritten die Belastungsgrenze der Mitarbeiter. Zudem seien Überstunden für Teilzeit-Beschäftigte zu spät ausbezahlt worden. Die Beschäftigten kritisieren auch die Probleme bei der Gepäckabfertigung, wie sie seit Wochen am Berliner Flughafen Tegel herrschen…” Beitrag vom 20. April 2017 von und bei Handelsblatt online externer Link

Dossier

ver.di lehnt den Verkauf, die Eingliederung des Ferienfliegers TUIfly in ein Holdingmodell unter Führung der Fluggesellschaft Etihad sowie Einschnitte zulasten der Beschäftigten in diesem Zusammenhang ab. Das Vorgehen des TUI-Managements sei fragwürdig, riskant und vollkommen intransparent, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle: „Mit den Geheimverhandlungen zum Verkauf der TUIfly ins Ausland führt die TUI AG nicht nur frühere Sparpakete und Personalabbaurunden ad absurdum, sondern verunsichert Beschäftigte und Kunden gleichermaßen.“ Zuvor war bekannt geworden, dass TUIfly dem Vernehmen nach in ein Holdingmodell unter Führung des Air-Berlin-Anteileigners Etihad eingebracht werden soll, an dem die TUI AG – direkt oder indirekt – weniger als 25 Prozent der Anteile halten soll. Dabei könnte TUIfly in die österreichische Airline Niki eingegliedert werden. Angesichts der mehr als 20 Prozent niedrigeren Löhne bei Niki drohe nun die Gefahr von Lohndumping bei TUIfly…” ver.di-Pressemitteilung vom 04.10.2016 externer Link, siehe dazu auch [Am Beispiel TUI Fly] Krank oder Streik? Krankheit als Kampfmittel? und hier zum Arbeitskonflikt:

  • Illegal zum Erfolg: Nachdem ihnen ein Ausstand erschwert wurde, sammelten Tuifly-Beschäftigte Krankheits- statt Streiktage. Den Konzern zwangen sie so zum verhandeln
    “Was ein historisches Ereignis ist, lässt sich für Zeitgenossen oft nur schwer ermessen. Im Fall des wilden Streiks, der vom 3. bis 7. Oktober 2016 im deutschen Luftverkehr stattfand, können wir uns allerdings heute schon sicher sein, dass er Geschichte geschrieben hat. (…) Obwohl es sich um eine illegale Aktion handelte, die logischerweise ohne Anführer stattfand, kam es am Ende der Streikwoche zu Verhandlungen mit Beschäftigtenvertretern – darunter die Gewerkschaften ver.di und Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO). Die am Konflikt zunächst unbeteiligten Verkehrsminister des Bundes und Niedersachsens, Alexander Dobrindt (CSU) und Olaf Lies (SPD), intervenierten. Das Sickout konnte nur durch weitreichende Zusagen eingedämmt werden: Arbeitsplatzgarantien und Bestandsschutz für drei Jahre. (…) Der wilde Streik ist auch eine Reaktion auf das Vorgehen des Arbeitsrechtlers Thomas Ubber (Kanzlei Allen & Overy). Dieser hatte erfolgreich versucht, den Widerstand der Gewerkschaften durch gerichtliche Streikverbote, Schadensersatzforderungen und Gesetzesänderungen zur Tarifeinheit zu brechen. Ubber vertritt mit Air Berlin, Lufthansa, DB, Fraport und anderen de facto ein Branchensyndikat. Für Fraport konnte Ubber am 26. Juli ein spektakuläres Urteil des Bundesarbeitsgerichts gegen die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) erwirken (1 AZR 160/14). Dieses erklärte einen Streik vom Februar 2012 wegen Kleinigkeiten für illegal…” Artikel von Elmar Wigand vom 13. Oktober 2016 bei Arbeitsunrecht externer Link

(weiterlesen »)

ver.di fordert ein Zukunftskonzept und eine umfassende Neuausrichtung der Fluggesellschaft Air Berlin, um die dortigen Arbeitsplätze langfristig zu sichern. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung hatte die Lufthansa grundsätzlich grünes Licht für die Fortsetzung der Verhandlungen über das Leasing von Air-Berlin-Flugzeugen einschließlich Personal (“Wet-Lease”) für die Lufthansa-Tochter Eurowings gegeben. “Wir begrüßen diese Pläne, die bedeuten, dass ein großer Teil der Arbeitsplätze bei Air Berlin abgesichert werden kann und die Beschäftigten weiterhin zu den von ver.di ausgehandelten tariflichen Bedingungen arbeiten”, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Allerdings sind vom Wet-Lease nur die Arbeitsplätze im Cockpit und in der Kabine betroffen. Für die Arbeitsplätze in Verwaltung und Technik kündigte Air Berlin einen Abbau von bis zu 1.200 Stellen an. In diesen Bereichen hatte es bereits in jüngster Vergangenheit schmerzliche Einschnitte gegeben. (…) ver.di als zuständige Gewerkschaft für das Bodenpersonal und die Kabine bei Air Berlin befindet sich bereits seit Dienstag (27. September 2016) in ersten Verhandlungen zu den Rahmenbedingungen in der Kabine.ver.di-Meldung vom 29.09.2016 externer Link

Air Berlin baut Stellen ab und will das Kabinenpersonal mit Leiharbeitern aufstocken. Die Gewerkschaft sorgt sich um die Arbeitsbedingungen. Artikel von Hermannus Pfeiffer in der TAZ vom 25.03.2014 externer Link. Aus dem Text:“(…) Auf seiner Internetseite sucht der Personaldienstleister GVO in Osnabrück Flugbegleiter und Servicepersonal mit dem Slogan „Frühstücken in Paris, shoppen in London!“ – offensichtlich für die börsennotierte Air Berlin. Auch wer noch keine Erfahrung als Flugbegleiter oder Flugbegleiterin hat, kann bereits nach einer sechswöchigen Ausbildung an Bord gehen. Unterdessen sind laut Schlosser von den durch Air Berlin vor einem Jahr angekündigten 900 Stellenstreichungen bereits 700 umgesetzt. Die Gewerkschaft macht das natürlich nervös. Die angeschlagene Fluggesellschaft dagegen sieht den Einsatz „zusätzlicher Kabinenmitarbeiter“ durch den Manteltarifvertrag mit Ver.di gedeckt, hieß es gegenüber der taz…“

  • competence call center air berlinPerspektive mit Verfallsdatum
    Air Berlin gliedert seinen Kundenservice aus und kündigt zugleich dessen Schließung an. Mitarbeiter fühlen sich »verkauft und plattgemacht«. Ver.di und Betriebsrat wollen das nicht hinnehmen. Artikel von Jörn Boewe im Neues Deutschland vom 07.03.2014 externer Link. Aus dem Text: „(…) In der Air-Berlin-Zentrale am Saatwinkler Damm ist man offenbar der Meinung, den Mitarbeitern schon genug Perspektive geboten zu haben. Es sei der Airline »sehr wichtig« gewesen, » ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Angebot zu unterbreiten, um auch das über Jahre erworbene Fachwissen zu erhalten«, erklärte Sprecher Mathias Radowski auf Anfrage. Die Übertragung des Kundenservice »auf einen dafür spezialisierten Dienstleister« sei »branchenüblich«, die Fluggesellschaft werde damit »kundenorientierter, schneller und effizienter«. Zugleich stellte er klar: »Zum Jahresende wird die ASC geschlossen. Alle Mitarbeiter, die sich bewähren, sollen Angebote erhalten, in andere Gesellschaften der CCC übernommen zu werden.« Die avisierte Gehaltsabsenkung um 15 bis 20 Prozent wollte das Unternehmen auf Nachfrage nicht kommentieren…(weiterlesen »)

Im Juni wäre es beinahe zum Streik gekommen. Jetzt haben sich die Piloten mit Air Berlin auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Zu den Details wurde Stillschweigen vereinbart. Agenturmeldung in der FAZ vom 19.07.2013 externer Link

„Air Berlin will zwei Dienstleistungsabteilungen mit insgesamt 300 Mitarbeitern verschmelzen und diese zum 1. Oktober verkaufen – an den Bertelsmann-Konzern. So will die Airline den Service verbessern, teilt sie mit. Mancher Mitarbeiter zeigt sich “entsetzt“…“ Artikel von Kevin P. Hoffmann im Tagesspiegel vom 16.07.2013 externer Link (weiterlesen »)

  • Warnstreiks bei Air Berlin bis auf Weiteres abgesagt
    “Die Vereinigung Cockpit (VC) hat die für ab Mitte der Woche angekündigten Warnstreiks bei Air Berlin bis auf Weiteres abgesagt. Der Arbeitgeber hat, wie von der VC gefordert, ein verbessertes Angebot  zum Abschluss eines Vergütungstarifvertrags (VTV) für das Cockpitpersonal vorgelegt, aufgrund dessen die Tarifkommission das Aussetzen von Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen hat…” Meldung bei der Vereinigung Cockpit vom 20.06.2013 externer Link (weiterlesen »)

In der Berliner Zentrale gehen einen Tag, bevor ein Betriebsrat gewählt wird, Kündigungen raus. Einige Mitarbeiter müssen sofort ihren Arbeitsplatz räumen. An einen Zufall glaubt dabei niemand. Der Zeitpunkt wirkt wie eine Kampfansage an die Belegschaft. Just einen Tag, bevor an diesem Mittwoch 1400 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale von Air Berlin zum ersten Mal einen Betriebsrat wählen, gingen die ersten Kündigungen raus. Das erfuhr die “Welt” aus dem Unternehmen. Ganze Abteilungen mit 15 bis 20 Mitarbeitern wurden demnach bereits aufgelöst…” Artikel von Hans Evert in Welt online vom 20.2.2013 externer Link

Airberlin will bis Ende 2014 insgesamt 400 Millionen Euro einsparen. Deshalb sollen die Mitarbeiter der Fluggesellschaft teilweise auf ihr Gehalt verzichten. Das lehnen die Angestellten und die Gewerkschaft Verdi aber ab. Verdi fordert Klarheit über das Sanierungsprogramm. Agenturmeldung auf DerWesten vom 22.01.2013 externer Link

„Weil die Fluggesellschaft Air Berlin seit Jahren rote Zahlen schreibt, soll jeder zehnte Mitarbeiter gehen. Und wer im Unternehmen bleiben darf, muss einem Medienbericht zufolge mit finanziellen Einbußen rechnen. Auch der Vorstand will offenbar Verzicht üben. Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verlangt bei ihrer Sanierung einem Focus-Bericht zufolge einen Gehaltsverzicht von ihren Mitarbeitern. Wie das Magazin schreibt, sollen die Beschäftigten auf fünf Prozent ihres Bruttogehalts verzichten, der Vorstand auf zehn Prozent. Eine Air-Berlin-Sprecherin wollte dies am Samstag nicht kommentieren. Über Maßnahmen zur Sanierung des Unternehmens gebe es derzeit einen konstruktiven Dialog mit den Mitarbeitervertretungen. “Wir haben nicht die Absicht, diesen Dialog über die Medien zu führen.” Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass bei Air Berlin bis Ende 2014 fast jede zehnte Stelle wegfällt…Meldung in der Süddeutschen Zeitung vom 19.01.2013 externer Link

In diesem und nächsten Jahr will Air Berlin rund 400 Millionen Euro einsparen. 900 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2014 abgebaut, Strecken gestrichen und Flugzeuge verkauft werden. Artikel von Matthias Loke in der Frankfurter Rundschau vom 15.01.2013 externer Link (weiterlesen »)