Transportwesen: Luftverkehr

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Air Berlin Insolvenz - ist erst der start (ver.di)»Kollegen wollen wissen, wie der Übergang wird«. Große Unsicherheit bei Beschäftigten von Air Berlin. Gewerkschaft Verdi will Sozialtarifvertrag. Dazu Christine Behle, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Fachbereich Verkehr, im Gespräch mit Johannes Supe bei der jungen Welt vom 19. August 2017 externer Link: “… Die Beschäftigten haben große Angst. In den Zeitungen lesen sie jeden Tag etwas anderes darüber, wie es weitergeht. Sicher ist davon nichts. Gleichzeitig wird von den Kolleginnen und Kollegen erwartet, dass sie ganz normal ihrer Arbeit nachgehen. Tun sie es nicht, bekommt Air Berlin ein noch größeres Problem. Das macht die Situation nicht gerade leicht für sie. (…) Zur Zeit laufen im Hintergrund Gespräche zwischen den Eigentümern, dem Insolvenzverwalter und jenen, die an Unternehmensteilen interessiert sind. Wer aber was genau kaufen will, ist noch nicht bekannt. Deshalb warten wir darauf, dass es konkrete Vorschläge gibt, wer was erstehen will und wie sich das gestalten kann. (…) Wir wollen mit denen ins Gespräch kommen, die Unternehmensteile übernehmen wollen. Am Freitag haben wir Air Berlin zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert. Wir haben auch verlangt, dass die anderen Unternehmen mit an den Tisch kommen, damit wir verbindliche Regelungen finden, wie und wie viele Kollegen weiterbeschäftigt werden…” Siehe dazu:

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Solidarität mit den Klüh-ReinigerInnen! Für Übernahme und Weiterbeschäftigung am Düsseldorfer Airport!Es ist ein Fall wie konstruiert, um die Gnadenlosigkeit der Lohnabhängigkeit zu dokumentieren: Der Flughafen Düsseldorf wechselt zum Jahresende für die Reinigung die Betreiber-Firma von Klüh zu Dr. Sasse AG. Wer sich an die Negativ-Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Servicefirma Klüh erinnert (siehe im LabourNet-Archiv unsere Rubrik von 2011: Erfolg der Klüh-Rebellen in Düsseldorf), könnte denken, dies geschieht zu Recht. Wer den Kapitalismus begriffen hat, denkt wohl eher, der  Flughafen Düsseldorf hat einen noch günstigeren Reinigungsservice gefunden… Wir sind zunächst in die Falle des grenzenlosen Optimusmus getappt und nahmen die erste e-mail der örtlichen IG BAU schulterzuckend zur Kenntnis. Doch wir liessen uns belehren, dass damit 168 Beschäftigten die Entlassung droht und selbst die Übernahme durch die Dr. Sasse AG keinesfalls eine Verbesserung bedeutete, eher im Gegenteil. Also wahrlich kein Gerund zum Feiern, weshalb die IG BAU fordert, dass die Reinigungskräfte auf dem Flughafen von der neuen Firma übernommen werden – und zwar zu den bisherigen Arbeitsbedingungen, wofür sich die Flughafen GmbH einsetzen müsse – und wir dies mit einigen weiteren Informationen unterstützen:

  • Düsseldorf, Flughafen: Der Kampf der Klüh ArbeiterInnen geht weiter! New (weiterlesen »)

Acciona soll eine Tochter für die Ryanair-Abfertigung in Frankfurt gegründet haben: Diese halte sich nicht an den geltenden Tarifvertrag und zahle nur Mindestlohn. Das Konstrukt könnte auch nach dem Lizenzverlust des Abfertigers aufrecht gehalten werden. Der spanische Bodendienstleister Acciona hat für die Abfertigung der Ryanair-Flüge am Flughafen Frankfurt ein Tochterunternehmen gegründet. Wie airliners.de aus Mitarbeiterkreisen erfuhr, entlohne die Tochter des Mischkonzerns, Acciona GSD, lediglich nach Mindestlohn – der geltende Tarifvertrag werde umgangen. Der Mindestlohn liegt im Mittel rund 40 Prozent unter der Bezahlung des Mindestlohns für lizenzierte Abfertiger am Frankfurter Flughafen. Wie viele der in Frankfurt 1000 bei Acciona Beschäftigten betroffen sind, ist nicht bekannt. (…) Unklar ist aktuell allerdings, wie lange Acciona noch an Deutschlands größtem Flughafen tätig sein wird. Die Spanier hatten im Frühjahr die erst 2014 in Kraft getretene Lizenz für die Rampen-Abfertigung am Airport an Wisag verloren. Dagegen legte Acciona Klage ein. Das hessische Verwaltungsgericht legte fest, dass der Übergang von Acciona auf Wisag im Februar kommenden Jahres stattfinden soll…” Meldung vom 9.11.2017 bei airliners.de externer Link

Cockpit an Lufthansa: Stoppt die ProfitgierDer Vorstand der Vereinigung Cockpit lehnt den Tarifabschluss mit der Eurowings GmbH aus verbandsübergeordneten Gründen ab. (…) „Es darf nicht sein, dass ein Fast-Monopolist im deutschen Pilotenmarkt, wie die zum Lufthansa Konzern gehörende Eurowings, ihre Position eiskalt ausnutzt, um einen Betriebsübergang zu umgehen. Betroffene Piloten dürfen nicht in Konditionen teils deutlich unter dem Niveau des Wettbewerbs gezwungen werden. Soziale Verantwortung sieht anders aus!“, so Jörg Handwerg, Mitglied des Vorstandes der Vereinigung Cockpit. „Dieser Tarifvertrag hätte weder für die von der Insolvenz betroffenen Piloten der Air Berlin, noch für das Bestandspersonal der Eurowings verbindliche Perspektiven geschaffen“, so Handwerg weiter. Weiterhin fordert die Vereinigung Cockpit die Eurowings auf sich als Nutznießer der Air Berlin Insolvenz zu ihrer sozialen Verantwortung zu bekennen und den Mitarbeitern akzeptable Konditionen zu bieten. Mit Gehaltseinbußen von bis zu 40% und Konditionen die deutlich unter dem Niveau anderer Unternehmen im Wettbewerb liegen, sieht die Vereinigung Cockpit dies als nicht gegeben an.Cockpit-Pressemitteilung vom 06. November 2017 externer Link, siehe dazu:

Cockpit an Lufthansa: Stoppt die ProfitgierSchwerer Vorwurf: Statt tausenden Bewerbungen soll es nur wenige Dutzend geben. Angesichts der aktuellen Unstimmigkeiten bei Eurowings Europe, über die Austrian Aviation Net umfangreich berichtete, wendet sich nun die Belegschaft der österreichischen Lufthansa-Tochter mit einem offenen Brief an ihre Kollegen von Air Berlin und anderen Fluggesellschaften. Gleichzeitig wiesen die Verfasser die Austrian-Aviation-Net-Redaktion darauf hin, dass es momentan zu Bereederungsproblemen kommen würde. Ursache dafür wäre, dass sich angeblich nur sehr wenige Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings Europe bewerben würden und “auf die schlechten Konditionen, insbesondere bei Eurowings Europe in Wien, Salzburg, Palma und München einlassen wollen. Die oft behaupteten tausenden Bewerber sind in der Realität nur wenige duzend sodass jetzt massiv extern angechartert werden muss um die Flüge durchzuführen (u.a. AirEuropa, CSA, etc)”.” Vorwort der Redaktion des Austrian-Aviation-Net zur Dokumentation des Offenen Briefes am 30.10.2017 externer Link, siehe dazu einen detailreichen Kommentar und unser Dossier zur Air Berlin-Pleite: (weiterlesen »)

rynair lowest wages“Niedriglöhne und Knebelverträge für das fliegende Personal bringen die Billig-Airline aus Dublin in Erklärungsnot. Der Druck, die Probleme zu lösen, ist größer denn je. Das fliegende Personal von Ryanair verstärkt seinen Widerstand gegen die Arbeitsbedingungen in der Fluglinie. Nachdem unlängst die Piloten des Billigfluganbieters gegen Niedriglöhne und Knebelverträge rebellierten und bessere Arbeitsverträge forderten, zieht das Kabinenpersonal nach: Zumindest für die bis zu 1000 in Deutschland tätigen Flugbegleiter der irischen Gesellschaft sollten nationale Tarifverträge gelten, heißt es. Die Branchengewerkschaft Ufo forderte Ryanair daher zu Verhandlungen über ein solches Regelwerk auf. (…) Ufo-Vertreter sind überzeugt, dass Ryanair in Deutschland auf „schlicht illegale“ Arbeits- und Vergütungs-Bedingungen setzt. „Mit Bruttolöhnen von rund 1200 Euro im Monat und bei ständiger Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist es ohnehin schwer, in Deutschland finanziell über die Runden zu kommen“, sagte Ufo-Chef Alexander Behrens am Dienstag. Was die aktuelle Misere des fliegenden Personals verschärft: Viele Kabinen-Mitarbeiter würden in jedem Winter für mehrere Wochen unbezahlt freigestellt, um so Personalkosten zu sparen. (…) Damit nicht genug. Nach Angaben der Vereinigung Cockpit (VC) sind in der von Dublin aus gesteuerten Gesellschaft auch vertragliche Zusatzvereinbarungen üblich, wonach die Teilnahme an Arbeitskämpfen mit dem Wegfall von Bonuszahlungen und schlechteren Arbeitszeiten „bestraft“ wird…” Beitrag von Ulrich Friese vom 24. Oktober 2017 bei der FAZ online externer Link, sehenswert dazu der Beitrag von Jörg Göbel und Markus Reichert bei Frontal21 vom 24. Oktober 2017 externer Link : “Discountpreise bei Ryanair: Billig auf Kosten der Mitarbeiter”  (Länge: ca. 7 Min., abrufbar bis 24. Oktober 2018)

Leiharbeit abschaffen: FAU-Aktionswoche 18. bis 25. September 2009“… Logistikfirmen wie FedEx, UPS, DHL und andere haben ihre Flieger, LKW und Sprinter. Die dürfen nicht lange rumstehen. Es gibt Pläne, nach denen alles laufen muss. Das Flugzeug muss landen, entladen werden, wieder beladen werden, dann wieder abheben. Jede überflüssige Minute kostet die Firma Geld und senkt den Gewinn. Dafür lässt man die Arbeiter unter Volltempo Pakete werfen und brüllt sie an, dass sie schneller machen sollen. Wir sind im Welthandel so etwas wie die Verschleißteile, die für den reibungslosen Ablauf sorgen. Das Ganze auf Kosten unserer Gesundheit: Ständige Nachtarbeit ist nicht gut für Dich. Das Lager ist staubig. Dann noch das Pakete heben. Die meisten machen die Arbeit nicht sehr lange und suchen sich schnell etwas Anderes. (…) Man merkt vom ersten Tag an, dass wir in der Hackordnung der Firma ganz unten stehen. Von uns kann man Dinge fordern, die bei der Stammbelegschaft vom Tarifvertrag her ausgeschlossen sind, z.B. die 10,75-Stunden-Schichten. Hier wird alles aus uns rausgeholt, was das Gesetz gerade noch zulässt. (…) vor allem muss man selber sehen, dass man es nicht mit sich machen lässt! Wir haben mal in unserer Schicht durchgesetzt, dass die Pakete, die morgens nach den 10,75 Stunden noch nicht wegsortiert sind, eben liegenbleiben. Da wollten sie uns tatsächlich noch zu Überstunden überreden – wir sind aber einfach alle gegangen.” Interview mit Stefan Stork vom 14. Oktober 2017 bei Perspektive Online externer Link, einem Leiharbeiter bei einem Logistikunternehmen am Flughafen Köln/Bonn

rynair lowest wages“… Und schließlich sah sich die – vermeintlich streikfreie – Ryanair mit einem Arbeitskampf ihrer Piloten konfrontiert: Diese wollen den aktuellen Personalmangel des Konzerns, aufgrund dessen Ryanair über 2000 Flüge streichen musste, nutzen, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen: reguläre Arbeitsverträge für alle Mitarbeiter und Verhandlungen über Gehälter, die sich an denen konkurrierender Airlines orientieren. Dadurch aber geriete Ryanairs auf günstigen Preisen und minimalen Kosten basierendes Geschäftsmodell ins Wanken. (…) Um Arbeitskosten einzusparen, betreiben Billigairlines wie Ryanair ein regelrechtes Sozialdumping: Sie nutzen die unterschiedlichen Steuer-, Sozial- und Arbeitsgesetze der EU-Mitgliedstaaten gezielt zu ihren Gunsten aus. Durch komplizierte Vertragskonstruktionen umgeht Ryanair so nicht nur den Arbeitgeberanteil für die Sozialabgaben seiner Mitarbeiter, sondern auch das Arbeitsrecht der Länder, in denen die Crews eingesetzt sind. So beschäftigt das Unternehmen einen Großteil seiner 3500 Piloten nicht selbst, sondern über eine irische Leiharbeitsfirma. Doch auch diese stellt die Piloten nicht an, sondern unterstützt sie mit Steuerberatern bei der Gründung ihrer eigenen Briefkastenfirmen in Irland. Diese wiederum gründen eine Filiale im Einsatzland der Piloten. Am Ende arbeiten diese hier als Angestellte ihrer selbst, vermittelt über die Leiharbeitsfirma – die Dienstpläne, Arbeitsanweisungen und Uniformen stammen jedoch von Ryanair. Durch dieses Modell spart sich das Unternehmen nicht nur Arbeitgeberkosten – als formell Selbstständige müssen die Piloten Sozialabgaben selbst entrichten. Es kann auch flexibel auf Auftragsschwankungen – etwa im Winter – reagieren. So sehen die Verträge mit der Leiharbeitsfirma vor, dass die Piloten bei geringem Bedarf in unbezahlten Urlaub geschickt werden können. Bei Krankheit müssen sie dagegen nacharbeiten und bei häufigem Ausfall darum bangen, überhaupt wieder für Flüge eingeteilt zu werden. Auf diese Weise wälzt Ryanair einen Teil seines unternehmerischen Risikos knallhart auf seine Mitarbeiter ab…” Artikel von Anne Britt Arps in Blätter für deutsche und internationale Politik 10/2017 externer Link

rynair lowest wagesDer irische Billigflieger Ryanair braucht dringend Piloten. Das Unternehmen will die Flugzeugführer deshalb deutlich besser bezahlen. (…) Bis Ende März müssen die Iren rund 20.000 Flüge streichen. Konzernchef Michael O’Leary behauptet hartnäckig, dass man sich bei der Urlaubsplanung für die Piloten verkalkuliert habe. Analysten bezweifeln diese Darstellung. So sollen in den vergangenen Monaten rund 140 Flugzeugführer zum Konkurrenten Norwegian gewechselt sein, da ihnen dort bessere Arbeitsbedingungen geboten werden – vor allem unbefristete Anstellungsverträge und eine bessere Bezahlung. (…) Ryanair-Chef Michael O’Leary hat Medienberichten zufolge seine Piloten mit einem eindringlichen Appell zum Bleiben aufgefordert. In einem Brief, der an alle Ryanair-Piloten gegangen sein soll, heißt es, sie könnten an verschiedenen Standorten mit Gehaltserhöhungen von 10.000 Euro für Flugkapitäne und 5000 Euro für Co-Piloten rechnen. Zusätzlich stellte O’Leary auch einen Loyalitätsbonus von bis zu 12.000 Euro, günstigere Vertragsbedingungen und bessere Aufstiegschancen in Aussicht…” Beitrag von Frank-Thomas Wenzel vom 7. Oktober 2017 bei der Berliner Zeitung externer Link

“An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn müssen Passagiere warten. Grund offenbar: massive Personalprobleme bei der Sicherheitsfirma. In „Bild“ erheben Mitarbeiter Vorwürfe gegen deren Betriebsrat. Er soll zu Krankmeldungen aufgefordert haben. Absurd, so Gewerkschaft ver.di. (…) Zunächst hatte „Bild“ über die langen Wartezeiten in Köln berichtet. Das Blatt spekulierte, Kötter-Mitarbeiter könnten sich zum Ausstand verabredet haben. Daraufhin hatten sich mehrere Düsseldorfer Kötter-Mitarbeiter gemeldet. Deren schwerwiegender Vorwurf, geäußert in einem Brief an „Bild“ sowie mündlich gegenüber Kötter: Der Betriebsrat habe die Mitarbeiter eigens dazu angehalten, sich krank zu melden, um zu zeigen, wie überlastet die Sicherheitskontrollen seien. (…) Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär von ver.di, weist diese Vorwürfe „in aller Schärfe“ zurück. Das sei „völlig absurd“, so Tarim. Er vermute dahinter eine Inszenierung, um von der Tatsache abzulenken, dass die Arbeitsbelastungen des Sicherheitspersonals zu groß seien und dies die Mitarbeiter krank mache. (…) Tarim verlangte vorige Woche auf der Betriebsversammlung von Kötter eine Klarstellung. Sie solle die Belegschaft vom Geruch reinwaschen, man verabrede sich zum Krankfeiern. Laut Hüser ist der Krankenstand in Köln mittlerweile auf 15 Prozent gesunken. Zudem wurde die Bundespolizei als Auftraggeber über die Vorwürfe informiert…” Beitrag von Oehlerking vom 6. Oktober 2017 bei WEKA online externer Link

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Fraport: Hessen klaut Griechen FlughäfenNach langem Ringen kann der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport den Betrieb etlicher griechischer Regionalflughäfen übernehmen. Die Flughäfen Athen sowie Heraklion auf Kreta sind nicht im Paket enthalten. Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport ist der Übernahme von 14 Regionalflughäfen im EU-Krisenstaat Griechenland einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Mit dem griechischen Privatisierungsfonds sei ein Konzessionsvertrag über 40 Jahre abgeschlossen worden, teilte das Unternehmen am Montag in Frankfurt mit. Gemeinsam mit dem griechischen Partner Copelouzos Group will der MDax-Konzern die Flughäfen im Laufe des nächsten Jahres übernehmen. Die Übergabe ist für den Herbst geplant. Zuvor muss noch das griechische Parlament der umstrittenen Privatisierung zustimmen…” Artikel vom 14.12.2015 bei der FAZ online externer Link und weitere sowie Hintergründe im LabourNet Germany:

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ver.di-aktiv (Berliner Verkehrsbetriebe): DGB-Kongress: Protest gegen Bedrohung des StreikrechtsDie Gesellschaft TUI Fly strich am 7.10.2016 über 100 ihrer Flüge. Damit mußte sie praktisch ihren gesamten Flugbetrieb einstellen. Grund: Es hatten sich zu schnell und unerwartet zu viele Mitarbeiter krank gemeldet. (…) die vor allem zuständige Gewerkschaft der Flugbegleiter UFO hat völlig glaubhaft eine gezielte Organisierung dieser Krankmeldungen verneint. In der Tat waren und sind individuelle Krankmeldungen kein kollektives Kampfmittel der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften. Allerdings sollte dieses Phänomen einmal Anlaß für die Unternehmen aber auch und gerade für die “Leitmedien” sein über die sonst übliche Hetze gegen Gewerkschaften wie UFO oder GDL bei der Durchführung von Streiks nachzudenken und sich künftig mit solchen Kampagnen zurückzuhalten: Die Gewerkschaften haben ihre Streiks stets rechtzeitig angekündigt sofern es nicht kurzfristige Warnstreiks waren. Sie haben auch nie völlig “unerwartet” und fast nie flächendeckend gestreikt. Die massenhaften Krankmeldungen aber können tatsächlich das bewirken, was man den Gewerkschaften stets zu unrecht unterstellt hat: Das beschleunigte “Aus” für das ganze Unternehmen. Das ist keine Kritik am Vorgehen der einzelnen Beschäftigten. Im Gegenteil. (…) Der Krankenstand in der deutschen Wirtschaft ist seit 2007 kontinuierlich angestiegen. Er ist in diesem Jahr so hoch wie seit 16 Jahren (!) nicht mehr. Eine Zeit lang war der Krankenstand gesunken, aber nicht etwa deshalb weil es den Beschäftigten “besser” gegangen wäre, sondern weil sie angesichts der Angst um den Arbeitsplatz weiter arbeiteten, obwohl sie eigentlich krank waren. Diese Art der Reaktion der Beschäftigten auf wachsende Arbeitsplatzangst hat jedoch Grenzen. Sie sind da erreicht, wo die Arbeitsüberlastung und der psychische Druck am Arbeitsplatz einfach z u groß werden, um ihn durch bloße Anpassung und ein einfaches “Weitermachen” auffangen zu können…” Kommentar von Rolf Geffken vom Oktober 2016 externer Link (ohne genaues Datum). Siehe dazu:

  • Unerforscht, aber wirkungsvoll: Erneut melden sich Piloten kollektiv krank. An der Kampfform zeigen Gewerkschaften wenig Interesse, denn sie stellt ihre Lenkungsfunktion in Frage New (weiterlesen »)

“… „Mit der EuGH-Entscheidung gelten die Regeln der Länder, in denen die Beschäftigten stationiert sind. Das begrüßen wir ganz außerordentlich“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Damit könne in Zukunft auch das deutsche Arbeitsrecht nicht länger unterlaufen werden. ver.di erwarte, dass sich insbesondere Ryanair zukünftig an das deutsche Recht halte und fordert die zuständigen Behörden auf, dieses dementsprechend zu kontrollieren. Hintergrund ist, dass im Jahr 2011 sechs Arbeitnehmer die Gerichte anriefen, weil sie der Ansicht waren, dass Crewlink und Ryanair das belgische Recht beachten und anwenden müssten. Das EuGH stimmte dieser Ansicht zu. (…) Dass Ryanair heute die größte Fluglinie Europas sei, basiere unter anderem auf der Scheinselbstständigkeit von Piloten sowie auf schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter…” ver.di-Pressemitteilung vom 14. September 2017

“Betriebsräte und Beschäftigte der deutschen Luftverkehrsbranche aus Cockpit und Kabine sowie der Bodenverkehrsdienste haben gestern die Parteivorsitzenden von CDU, CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und FDP in Schreiben aufgefordert, sich für faire und soziale Bedingungen im Wettbewerb der europäischen und deutschen Luftfahrtindustrie einzusetzen. (…) Die EU müsse von ihrer Politik der rücksichtslosen Liberalisierung und Deregulierung abrücken und stattdessen die Lebens- und Arbeitsver-hältnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen, fordert Christine Behle, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). „Die EU-Kommission muss endlich dafür sorgen, dass Geschäftsmodelle von Airlines gestoppt werden, die in der Kabine und im Cockpit zum großen Teil auf Scheinselbstständigkeit beruhen und keine oder schlechte tarifvertragliche Arbeitsbedingungen bieten.“ Es sei nicht länger hinnehmbar, dass Airlines, die Start- und Landerechte an europäischen Flughäfen innehaben, mit Leasingfirmen zusammenarbeiten, die auf Lohndumping-Basis fliegen…” ver.di-Pressemitteilung vom 30. August 2017 externer Link – Na, dann sollte ver.di mit dem Nicht-Mehr-Hinnehmen mal anfangen – unabhängig von Wahlen

Tödliche Folgen der FlüchtlingspolitikIm ersten Halbjahr 2017 wurden knapp 400 Abschiebungen gestoppt, in mehr als 100 Fällen verweigerten Piloten die Mitnahme. Jetzt stellt sich die Pilotenvereinigung Cockpit vor ihre Flugkapitäne: Piloten handeln nicht aus Gewissens-, sondern aus Sicherheitsgründen. Die Pilotenvereinigung Cockpit hat sich vor ihre Flugkapitäne gestellt, die die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern aus Sicherheitsgründen verweigern. „Die Piloten sind gesetzlich in der Pflicht so zu handeln. Wenn Gefahr von einer Person ausgeht, etwa weil sie um sich schlägt, darf das Flugzeug nicht abheben“, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst. Andernfalls müsse die Crew das Problem „in zwölf Kilometern Höhe ausbaden“. (…) Der Cockpit-Sprecher betonte, mit Blick auf mögliche Gefährdung anderer Fluggäste würden die Piloten immer gleich handeln. Aus diesem Grund würden auch keine Betrunkenen oder Schwerkranke mitgenommen. „Der Entscheidungsspielraum des Kapitäns bei der Rückführung hält sich, insbesondere in Bezug auf eine mögliche Ablehnung der Beförderung, in einem engen Rahmen“, heißt es in den Rahmenbedingungen der Gewerkschaft bei Abschiebeflügen. Demnach hat der Kapitän davon auszugehen, dass „der öffentlich rechtliche Akt der Rückführung rechtmäßig ist. Eine rechtliche Prüfung steht dem verantwortlichen Flugzeugführer nicht zu. Eine Ablehnung aus Gewissensgründen ist nicht zulässig und wäre eine Arbeitsverweigerung mit möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen.“…” Migazin-Meldung vom 17. August 2017 externer Link