Primark

Protestiert am 3. Juli bei der Eröffnung der neuen Primark-Filiale in BerlinDie Arbeitsbedingungen in den Kaufhäusern des irischen Textildiscounters Primark sind miserabel. Das geht aus einer Umfrage der niederländischen Gewerkschaft FNV Handel unter 1.200 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Kette hervor. »Das Resultat ist schockierend: Primark regiert mit harter Hand«, heißt es in einer Pressemitteilung der FNV vom Dienstag. »Die Arbeitnehmer gehen gebückt unter dem respektlosen Managementstil.« Das Unternehmen hat in den Niederlanden 16 Filialen mit etwa 4.800 Angestellten. Es klingt nicht gut, was die Gewerkschaft aus den Mitarbeiterbefragungen erfuhr: Ein großer Teil der Belegschaft fühle sich eingeschüchtert. Eine permanente Kontrolle durch die Vorgesetzten sei Alltag, auch mit Hilfe von Kameras. Über die Hälfte der Befragten mache sich Sorgen um die Privatsphäre“ – das ist nur der Anfang des Berichtes „Primark nicht prima“ von Gerrit Hoekamn am 27. Februar 2017 in der jungen Welt externer Link – im weiteren Verlauf des Beitrages gibt es noch einigen Horror…

Kein Jahr nach der Eröffnung der Filiale Weiterstadt des irischen Textilhändlers PRIMARK im Einkaufszentrum Loop5 wählten sich die etwa 210 Beschäftigten am 16. Juli 2016 einen Betriebsrat. Bei einer Wahlbeteiligung von 77 Prozent erhielt die Liste der Wahl-Initiator/inn/en so viele Stimmen, dass sie in der Lage gewesen wäre, alle neun Mandate des Betriebsrates zu übernehmen. Die drei anderen konkurrierenden Listen blieben mit ihrem Wahlergebnis weit abgeschla-gen. Dennoch geht ein Mandat an eine zweite Liste, weil die der Wahl-Initiator/inn/en lediglich acht Kandidat/inn/en aufgestellt hatten. Mit dieser Wahl gibt es jetzt neben den Filialen Frankfurt-Nordwestzentrum und -Zeil in allen Niederlassungen von PRIMARK im Rhein-Main-Gebiet eine betriebliche Interessenvertretung der Beschäftigten…” Aus der Pressemitteilung von ver.di Bezirk Südhessen Fachbereich Handel vom 17. Juli 2016

ver.di und die Modekette Primark haben sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 17. Dezember 2015, in Essen darauf geeinigt, dass für die rund 7.000 Beschäftigten von Primark künftig die regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels gelten. Die Anerkennung der regionalen Tarifverträge wird dabei in Stufen umgesetzt…” ver.di-Pressemitteilung vom 17. Dezember 2015 externer Link (weiterlesen »)

Spiros-Simitis-Award für Arbeitnehmerdatenschutz 2015Der Spiros-Simitis-Award der Gewerkschaften für vorbildlichen Mitarbeiter-Datenschutz geht an den Betriebsrat der hannoverschen Primark-Filiale, der sich erfolgreich gegen die umfassende Videoüberwachung der Mitarbeiter zur Wehr setzen konnte. Zum zehnjährigen Jubiläum des Technologieforums der gewerkschaftsnahen Datenschutz- und Technologieberatung wurde in Berlin erstmals der Spiros-Simitis-Award verliehen. Den ersten Platz unter rund 40 Bewerbern belegte nach Abstimmung der Forumsteilnehmer der Betriebsrat der hannoverschen Primark-Filiale, gefolgt von Betriebsrat der Kaufland Warenhandel Sachsen Anhalt und dem Betriebsrat der GDV Dienstleistungs GmbH der Autoversicherer. Der Spiros-Simitis-Award ist nicht dotiert, da Betriebsräte in Deutschland nicht “vermögensfähig” sind. Er soll künftig regelmäßig vergeben werden und die Betriebsräte stärken, die Datenschutz-Rechte von Arbeitnehmern in der Praxis umsetzen…Beitrag von Andreas Wilkens bei heise online vom 12. November 2015 externer Link

Die Beschäftigten von Primark und ihre Gewerkschaftsvertreter aus ganz Europa haben sich am 16. und 17. Juni im irischen Dublin getroffen, um ein Netzwerk zu bilden, sowohl für den Informationsaustausch als auch zur Koordination von grenzüberschreitenden Aktionen. Das teilte der weltweite Dachverband der Handelsgewerkschaften Uni Global Union am Freitag mit. Teilnehmer aus Belgien, Irland, Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich sprachen über Arbeitsbedingungen und Vertragsverhältnisse…” Redaktionelle Meldung in junge Welt vom 07.07.2015 externer Linkund die UNI-Meldung vom 3.7.2015: Union Network @ Primark launched externer Link

#NoPrimarK #Wuppertal: shoppenstoppen am 25.april 2015shoppenstoppen am 25.april: “Zum Auftakt der diesjährigen Feierlichkeiten zum 1.Mai wollen wir uns der Entwicklung der Stadt zuwenden und unsere Fähigkeiten in die Auseinandersetzung um die Ansiedlung eines Ramsch-Dealers am Hauptbahnhof in Wuppertal-Elberfeld einbringen. Unser erster Beitrag: shoppenstoppen. Worum es geht, steht hier in einem ersten Text. Mehr Infos, Mobilisierungsmaterial und Überraschungen folgen in den nächsten Wochen. Termin am 25.April in Wuppertal vormerken: shoppenstoppen! Ramsch-Dealer markieren! Keine Kathedrale der Ausbeutung an Döppersberg! Demo: Primark in Wuppertal verhindern!...” Aufruf vom 28. Februar 2015 externer Link. Siehe dazu:

  • No Primark ShoppenStoppenAktionstag in Wuppertal: Eine erste, kurze Einschätzung
    “Nachdem am vergangenen Dienstag eine spontane Aktion für Geflüchtete organisiert wurde, weil erneut viele von ihnen im Mittelmeer ertrunken waren, fand in Wuppertal gestern der “ShoppenStoppen”-Aktionstag statt. Ein Aktionstag, der sich gegen die geplante Ansiedlung von Primark am Döppersberg und gegen die undemokratische, lediglich auf Investoreninteressen ausgerichtete Stadtentwicklung in Wuppertal richtete. Anlass war der zweite Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza in Sabhar/Bangladesh, in dem für viele Modeketten, u.a. auch für Primark, produziert wurde und der über 1.000 Menschenleben kostete. Aus dem Grund wurden (und nicht nur während des Aktionstages) auch die Produktionsweisen von anderen Textilkonzernen thematisiert. Laut Radio Wuppertal wurde gegen 25 Demonstrant*innen ein Strafverfahren wegen Nötigung eingeleitet, weil sie angeblich C&A kurzzeitig blockiert hätten…” Artikel von Centro Sociale Jetzt! auf Indymedia mit Pressemitteilung einiger Beteiligter vom 26.04.2015  externer Link (weiterlesen »)

Viel Zeit zum Trauern haben die Karstadt-Angestellten in Hamburg-Billstedt nicht. Nur wenige Tage, nachdem sie erfahren hatten, dass ihr Kaufhaus Mitte nächsten Jahres geschlossen wird, rückten auch schon die potenziellen Nachmieter an. (…) Die irische Billigtextilkette Primark hat offenbar Interesse, nächstes Jahr in einen Teil der Karstadt-Filiale in Hamburg-Billstedt einzuziehen…Artikel von Kirsten Bialdiga am 08.12.2014 in der Süddeutschen Zeitung online externer Link. Aus dem Text: (weiterlesen »)

Primark sabotieren„Am 9. Oktober möchte die irische Modemarke Primark in Stuttgart eine Filiale eröffnen. Linke und gewerkschaftliche Gruppen möchten mit Kundgebungen und Aktionen auf Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen. So ruft die Stuttgarter Initiative Klassenkampf unter dem Motto „Primark steht für Ausbeutung und Unterdrückung“ zu Protesten auf. Ein Sprecher der Initiative erklärte hierzu: „Primark verkauft Textilien zu extrem niedrigen Preisen. Diese werden auf Kosten der Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter unter anderem in Bangladesch realisiert. Hierbei werden katastrophale Arbeitsbedingungen in Kauf genommen. Einstürzende und brennende Fabriken mit teilweise über 1000 Toten haben das im vergangenen Jahr deutlich gezeigt“. Primark ist allerdings nur eines von vielen Unternehmen die hier produzieren lassen. Die Initiative Klassenkampf sieht in dem Unternehmen dennoch ein „Symbol für prekäre Beschäftigung, Ausbeutung und Unterdrückung“ Weitere Informationen zu der Kampagne und den geplanten Aktionen findet man im Internet auf Initiative Klassenkampf externer Link und hier: (weiterlesen »)

Fashion Weak

Die Preis-Lüge: Wer zahlt für mein T-Shirt?Die »vertikale« Textilindustrie hat es geschafft, dass sich heute praktisch jeder die neueste Mode leisten kann. Das ist nur möglich durch extreme Ausbeutungsverhältnisse im globalen Wirtschaftssystem. Die Unternehmen reagieren auf die Kritik – mit PR-Kampagnen. Artikel von Sascha Klemz in der Jungle World vom 10.07.2014 externer Link Aus dem Text: „(…) Waren damals noch vier bis sechs Kollektionswechsel pro Jahr ein Novum, wird das Angebot heutzutage bis zu zwölf Mal komplett ausgetauscht. Diese Entwicklung lässt erkennen, wie der (Mode-)Markt derzeit beschaffen ist. Volle Kleiderschränke und ein Überangebot in den hiesigen Fußgängerzonen paaren sich mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und Individualität durch Shopping. Während die Pro-Kopf-Ausgaben für Kleidung seit 30 Jahren stagnieren, ist die Anzahl der gekauften Teile in dieser Zeit gestiegen. Marktanteile gewinnt, wer den Wunsch nach angesagten Outfits am billigsten bedient. Klassische Warenhäuser und kleine Modeläden werden dabei von »Vertikalen« und Discountern verdrängt. Nicht nur Primark, Inditex (dem die Modekette Zara gehört) und H & M eröffnen immer mehr Filialen. Auch Aldi und Lidl sind zu wichtigen Textilhändlern geworden…“

Ethischer Konsum reicht nicht

Bei den Protesten gegen Primark und »Billigmode« allgemein wird viel auf ethische Aspekte verwiesen. Die Rolle der gewerkschaftlichen Arbeit in den Herstellerländern wird dabei ausgeblendet. Artikel von Peter Nowak in der Jungle World vom 10.07.2014 externer Link. Aus dem Text: „(…) Dabei wird die Rolle gewerkschaftlicher Organisierung in den Fabriken des globalen Südens ausgeblendet. »Es mag sein, dass die NGOs hier bekannter sind, weil sie in der Regel die Öffentlichkeitsarbeit in Europa übernehmen. Aber die gewerkschaftliche Arbeit vor Ort ist auch sehr wichtig. Schließlich muss in den Betrieben kontrolliert werden, ob die Vereinbarungen über faire Arbeitsbedingungen auch umgesetzt werden. Das können NGOs aus Europa nicht leisten. Dazu sind starke Gewerkschaftsgruppen nötig«, betont Gi­sela Neunhöffer von der Kampagnenwebsite für die internationale Gewerkschaftsbewegung Labourstart gegenüber der Jungle World. Dieser Grundsatz gilt allerdings nicht nur für den globalen Süden…“

fast fashion killsProtestiert mit uns am 3. Juli bei der Eröffnung der neuen Primark-Filiale in Berlin.  “am 3. Juli eröffnet eine neue Primark-Filiale am Alexanderplatz. Wir – INKOTA, die Kampagne für Saubere Kleidung, weltbewusst und KONSUMglobal – nutzen diese Gelegenheit, um gegen die immer schnellere und billigere Produktion von Kleidung zu protestieren…” Aufruf vom 27.6.2014 externer Link und Berichte: (weiterlesen »)

Nach dem Skandal wegen eingenähter SOS-Zettel in Hosen, die beim Billighändler Primark auftauchten, steht jetzt der fränkische Sportartikel-Hersteller Puma in der Kritik. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel habe eine marode Fabrik in El Salvador für Puma T-Shirts zu Dumpinglöhnen produziert. Arbeiterinnen der Fabrik berichteten von Verbrennungen durch offene Kabel, verdrecktem Trinkwasser und extremem Arbeitsdruck: „Im Moment dürfen wir häufig nicht mal zur Toilette gehen“, zitiert das Magazin eine Büglerin…” dpa-Meldung in der Süddeutschen online vom 30.06.2014 externer Link

“Die Polizei von Bangladesch hat Tränengas auf rund 5000 Arbeiter, die in einer Kleiderfabrik für höhere Löhne demonstrierten, gefeuert. Die Textilkette Primark will für mehr Sicherheit sorgen und alle Zulieferer prüfen..Meldung im Handelsblatt vom 17.06.2013 externer Link

Dossier

Wer das Sicherheitsabkommen für die Textilindustrie in Bangladesch unterzeichnet hat - und wer nicht...H&M, Inditex, C&A, PVH, Tchibo, Tesco, Marks & Spencer, Primark, El Corte Inglés, jbc, Mango, Carrefour, KiK, Helly Hansen, G-Star, Aldi, New Look, Mothercare, Loblaws, Sainsbury’s, Benetton, N Brown Group, Stockmann, WE Europe, Esprit, Rewe, Next, Lidl, Hess Natur, Switcher, Abercrombie & Fitch, Bonmarche, John Lewis, Charles Vögele, V&D, Otto Group, s.Oliver” – diese Unternehmen haben das Sicherheitsabkommen für Bangladesch unterzeichnet. Im Gegensatz etwa zum grössten Einzelhändler der Welt, Walmart oder auch Gap – oder die Metro. Das Abkommen deckt etwa 1.000 Firmen in Bangladesch ab (es soll nach diversen Schätzungen aber mindestens 2.000 davon geben) wird in der Meldung “We made it! – Global Breakthrough as Retail Brands sign up to Bangladesh Factory Safety Dealexterner Link am 16. Mai 2013 bei Industriall unterstrichen. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)