Transportwesen: Bahn

Tag-X-Bahn

Dossier

„Klaus Wowereit und Michael Müller haben nach monatelanger Untätigkeit nun in einer Nacht- und Nebel-Aktion die Teilausschreibung der S-Bahn durchgepeitscht, um so im SPD-internen Machtkampf zu punkten. Doch sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die KollegInnen der Berliner S-Bahn haben sofort nach Bekanntwerden des heutigen Beschlusses den Tag-X-Alarm ausgelöst. “Der Berliner Senat will heute das Ende der Berliner S-Bahn beschließen. Damit einhergehend stellt er über 3000 Arbeitsplätze bei der S-Bahn Berlin GmbH in Frage.” Mit dieser Feststellung beginnt der Aufruf des Aktionsausschuss 100 % S-Bahn der am 19. Juni im Laufe des Vormittag als Reaktion auf einen Bericht der Berliner Zeitung vom Vorabend veröffentlicht wird…Beitrag von Eisenbahner auf Netzwerk-IT vom 19.06.2012 externer Link. Siehe dazu auch:

  • Erklärung der Solidarität
    „Liebe MitstreiterInnen und KollegInnen! Da die Wut und der Zorn von uns S-BahnerInnen nicht verstummt, nachdem uns der Betriebsrat und die Gewerkschaften bei der Berliner S-Bahn das von uns mit fast 1000 Unterschriften eingeforderte Recht an einer Betriebsversammlung aller S-BahnerInnen während Ihrer Arbeitszeit noch immer verweigert, rufen wir mit einer „Erklärung der Solidarität“ (siehe Anhang) nun alle GewerkschafterInnen, KollegInnen und UnterstützerInnen auf, uns S-BahnerInnen und unseren Protest gegen die Ausschreibung, Zerschlagung und Privatisierung der Berliner S-Bahn mit ihrem Namen zu unterstützen. Dabei spielt es keine Rolle ob und welcher Gewerkschaft, welchem Betrieb oder welcher Organisation (jedoch keine Nazis) Ihr angehört. So wollen wir S-BahnerInnen damit nicht nur die Umsetzung unseres Rechtes als Beschäftigte bei unserem Betriebsrat und unseren Gewerkschaften einfordern, sondern gleichzeitig gemeinsam mit jedem von Euch den Widerstand gegen die allein politisch gewollte Ausschreibung, Zerschlagung und Privatisierung der Interessen unserer Fahrgäste und von uns Beschäftigten der Berliner S-Bahn erhöhen! Vielen Dank für Eure Unterstützung!Siehe dazu die “Erklärung der Solidarität“ bei Netzwerk-IT externer Link

Quelle:  Artikel von Daniela Kuhr in der Süddeutschen Zeitung, veröffentlicht auf Betriebsrat.de vom 16.10.2012 externer Link

Die Deutsche Bahn versucht, die Mitarbeiter einer ihrer Busfirmen in niedrigere Lohngruppen zu drängen. Gewerkschafter sind alarmiert: „Das ist erst der Anfang”!  Aus dem Text: „Man sollte meinen, Peter Fellmann könne sich nicht beklagen. Eigentlich lief es doch ganz gut für den Busfahrer, der in Wahrheit anders heißt. Zunächst hatte er als Leiharbeiter begonnen, dann bekam er einen Zeitvertrag, und schließlich sollte er unbefristet übernommen werden. Das klingt doch fast nach einer Bilderbuchkarriere. Oder nicht? „Ganz im Gegenteil“, widerspricht Martin Burkert, Vorstandsmitglied bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und SPD-Bundestagsabgeordneter. Fellmann sei regelrecht erpresst worden. „Den unbefristeten Vertrag bot man ihm nämlich nur für den Fall an, dass er für 20 Prozent weniger Lohn arbeitet.“ Für Burkert ist klar, worum es sich handelt: „ein unmoralisches Angebot“. Was den Franken besonders empört: „Dahinter steckt nicht irgendeine Privatfirma, sondern ein Unternehmen, das sich zu 100 Prozent in Staatshand befindet – die Deutsche Bahn.“…“ Siehe dazu:

  • Tarifdiebe? Nicht mit uns! EVG protestiert!
    „Der Wettbewerb im Busbereich ist hart. Die EVG wehrt sich aber dagegen, dass dieser Wettbewerb nur noch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Die jüngsten Machenschaften bei den bayerischen Bus-Töchtern der DB AG werden wir nicht hinnehmen. Für den 3. November ruft die EVG zu einer Protestkundgebung nach Erlangen. Aktuell werden Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Bahnbusse unmoralische Angebote unterbreitet. Kurz vor dem Ende eines befristeten Arbeitsverhältnisses werden ihnen Arbeitsverträge einer DB Tochterfirma angeboten. Allerdings: Dort werden 20 Prozent weniger gezahlt. Unterschreiben die Kolleginnen und Kollegen nicht, werden die befristeten Arbeitsverträge nicht verlängert. Die EVG sagt dazu nur eines: NEIN! Deshalb rufen wir zu einer Demonstration auf: Am Samstag, den 3. November, um 10.30 am Bahnhof Erlangen. Die Demo steht unter dem Motto: Tarifdiebe stoppen. Übrigens: Das ist kein Thema nur für Busfahrer. Heute sind sie dran – und wer morgen?Nähere Informationen zum Ablauf und den Abfahrtszeiten bei bayerischen EVG-Geschäftsstellen.“ Meldung bei der EVG vom 23.10.2012 externer Link

Quelle:  Artikel von Josef-Otto Freudenreich in Kontext vom 20.10.2012 externer Link

Der Brandschutz könnte S 21 grillen. Wieder einmal wird deutlich, wie fahrlässig die Bahn mit der Sicherheit ihrer Kunden umgeht. Neu ist allerdings, dass sie sich das von eigenen Gutachtern bestätigen lassen muss. Der Tiefbahnhof könnte zum Berliner Flughafen werden.

Quelle:  Wolfs Text ist in voller Länge als PDF zu lesen bei den Gewerkschaftern gegen S21 externer Link

Winfried Wolf schaffte es auf der Stuttgarter Montags-Demo am 29. September, rednerisch den Bogen zu schlagen, der auch gewerkschaftliche Themen, Sozialstaats-Abbau und Zerschlagung von Schienenverbindungen (und Bahnhofsabriss) in einen eindeutigen Zusammenhang bringt. Zitat: „auf dem Höhepunkt der Massenerwerbslosigkeit? Autokanzler Gerhard Schröder und Peter Hartz entbeinten den Sozialstaat. Sie führten ein europaweit einmaliges Armuts- und Niedriglohnsystem ein… Was passierte nach der Wende mit dem Brandenburger Tor in Berlin? Die Seitenflügel wurden neu errichtet, sodass das Tor wieder ein großes Entree bildet. Und was passierte in Stuttgart: Die Seitenflügel des Kopfbahnhofs wurden abgerissen. Wie sagte der OB Rommel: „Die Landeshauptstadt hat mit ihrem Hauptbahnhof ein würdiges Tor zur Welt“. Eben dies soll sie nicht mehr haben – es soll kein Tor des Schienenverkehrs zur Welt mehr geben.“

Quelle:  Artikel von Roman Deininger in der Süddeutschen Zeitung vom 11.10.2012 externer Link

Verschobener Eröffnungstermin, entgleiste Züge, schlechter Brandschutz: Die Bahn schafft sich bei Stuttgart 21 selbst Probleme und verspielt das Vertrauen der Bürger. Die S21-Gegner wittern wieder Hoffnung.

„(…) Weitaus mehr noch wirken sich aber die versteckten Preiserhöhungen aus, mit denen insbesondere die Vielfahrerinnen und Vielfahrer belastet werden: Die BahnCard 50 als Mobilitätskarte wird erneut um 2,9 Prozent teurer. Sie hat damit in den letzten zehn Jahren einen Preisanstieg von insgesamt 79,0 Prozent erfahren. Reservierungen haben sich im Preis gar mehr als verdoppelt. Dazu ist die Tarifstruktur der Bahn seit der Einführung des Preissystems „PEP“ vor zehn Jahren immer unübersichtlicher geworden. „Mit ihrer Preispolitik schröpft die Bahn weiter diejenigen, die klima- und umweltfreundlich mobil sind“, sagt Bernhard Knierim vom Bündnis Bahn für Alle. „Sie wird gegenüber den wesentlich schädlicheren Alternativen Auto- und Flugverkehr immer unattraktiver.“ Die Preiserhöhungen bei der Bahn gehen einher mit einem erheblichen Abbau von Leistungen: So wird die Zahl der Züge kontinuierlich abgebaut; Verbindungen werden verschlechtert. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember fallen beispielsweise sieben der acht transeuropäischen „DB AutoZug“-Verbindungen von Berlin weg. Jüngst hatte eine Zusammenstellung von „Report Mainz“ erst ergeben, dass die Fernzugverbindungen für 368 Bahnhöfe jenseits der Metropolen seit 1999 um fast die Hälfte reduziert wurden (von 38.027 auf 20.506). Dazu sagte Horst Frank, der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, dass Deutschland zunehmend zu einem „bahnmäßigen Entwicklungsland“ werde. Außerdem werden Bahnhöfe geschlossen, die Zahl der Schalter und die Öffnungszeiten der Reisezentren reduziert. Auch kommt es nach wie vor zu zahlreichen Pannen und Verspätungen…Pressemitteilung von Bahn für Alle vom 26.09.2012 externer Link. Siehe dazu:

  • Um wie viel Prozent verteuern sich eigentlich Bahntickets wirklich?
    Die Bahn behauptet, die Preise steigen ab Dezember um “durchschnittlich” 2,8 Prozent im Fernverkehr. Vermutlich fällt die Preiserhöhung in der Praxis erheblich höher aus, denn was genau “durchschnittlich” heißt, bleibt schleierhaft – ein genauer Blick auf die Verteuerung der Bahncards lässt Schlimmes erahnen…Artikel von Christian Kirchner auf Wirtschaftswunder der FTD vom 25.09.2012 externer Link

Quelle:  Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 24.08.2012 externer Link

Eisenbahner protestieren vor Pariser Konzernzentrale für ihre Arbeitsplätze. Beschäftigte der deutschen Ableger des Veolia-Konzerns fürchten einen Verkauf der Verkehrssparte. Aus dem Text: (weiterlesen »)